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Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte

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Produktdetails

Titel: Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte
Autor/en: Lola Lafon

EAN: 9783492967495
Format:  EPUB
Originaltitel: La petite communiste qui ne souriait jamais.
Übersetzt von Elsbeth Ranke
Piper Verlag GmbH

15. September 2014 - epub eBook - 288 Seiten

1976, mit vierzehn Jahren, betritt sie erstmals olympisches Parkett - und versetzt die Welt in Staunen. Die kleine Rumänin Nadia Comaneci stellt alles auf den Kopf: das Computersystem der Punktetafel, das die perfekte 10.0 nicht anzeigen kann, die Fronten des Kalten Kriegs, die im Turnsport wie in der realen Welt zwischen der USA und der Sowjetunion verlaufen. Lola Lafon erzählt die Stationen eines unglaublichen Lebens und den Mythos: von der Lolita, deren Körper die Sehnsucht nach der ewigen Jugend weckt. Davon, wie Ceau escu sie zur "Heldin der sozialistischen Jugend" macht. Vom Drill ihres Trainers, dem sie sich unterwirft, auf der Suche nach der perfekten Bewegung. Wer ist diese Frau wirklich? Lola Lafon trägt die Schichten ab, sie demontiert den Mythos, und erzählt das hoch dramatische Leben einer Ausnahmesportlerin - wie es gewesen sein könnte. Ein sprachlicher Parforceritt, vielstimmig und unwiderstehlich rhythmisch.
Lola Lafon wuchs in Sofia, Bukarest und Paris auf. Nach einer kurzen Karriere als Tänzerin widmete sie sich dem Schreiben und Singen. Heute arbeitet sie erfolgreich als Journalistin, Schriftstellerin und Musikerin in Paris. Mit »Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte« erscheint ihr erster Roman auf Deutsch. Er löste in Frankreich eine Welle der Begeisterung bei Kritik und Publikum aus.

Wie alt ist sie? Die Oberkampfrichterin ist fassungslos. Diese Zahl, die der Trainer ihr da nennt, vierzehn, macht ihr Gänsehaut. Was die Kleine gerade vorgeführt hat, wirft jede Abfolge über den Haufen, Zahlen, Wörter, Bilder. Das hier liegt jenseits alles Begreiflichen. Was da soeben passiert ist, kann man überhaupt nicht werten. Um die Schwerkraft schert sie sich einen feuchten Kehricht, ihr zarter Körper schafft sich Raum in der Luft und schmiegt sich hinein.

Aber wieso hat ihnen eigentlich keiner gesagt, dass sie da rüberschauen sollen, ereifern sich die, die den Augenblick verpasst haben, in dem sich Nadia C. auf den zehn Zentimetern, die der Schwebebalken breit ist, nach hinten wirft und, die Arme seitwärts gestreckt, mit dem Fuß nach dem Mond kickt, blind drauflos gesprungen, und fragend blicken sie sich an, hat das irgendwer begriffen, haben Sie das begriffen?

Die elektronische Anzeigetafel zeigt COMANECI NADIA, ROMANIA, dann die 73, ihre Startnummer, und da, wo eigentlich ihre Wertung stehen sollte: nichts.

Alle warten. Totenbleich laufen die sowjetischen Turnerinnen in dem Bereich, der für die Trainer und die fertigen Wettkampfteilnehmerinnen reserviert ist, auf und ab. Sie wissen es. Die Mannschaftskolleginnen der Rumänin dagegen wirken verzweifelt, Dorina presst die Hände zusammen, Mariana murmelt wieder und wieder den gleichen Satz vor sich hin, eine andere kauert am Boden, die Augen geschlossen; Nadia selbst steht etwas abseits, ihr Pferdeschwanz leicht verrutscht, sie wirft nicht einen Blick auf die Anzeigetafel. Und so sieht sie als Erstes ihn, Béla, ihren Trainer, da steht er, die Arme in den Himmel gereckt, den Kopf in den Nacken gelegt; sie dreht sich um und sieht ihre Abstrafung, diesen furchtbaren einen von zehn Punkten, der in Leuchtziffern vor den Kameras der ganzen Welt erscheint. Eins Komma Null Null. Im Kopf geht sie
mögliche Fehler durch, die Landung beim Salto rückwärts vielleicht, nicht ganz sicher gestanden, was kann sie bloß angestellt haben, dass sie das hier verdient? Béla umarmt sie, sei nicht traurig, Liebes, wir legen Einspruch ein. Aber einer der Kampfrichter, der Schwede, lässt sie aufmerken. Weil er aufsteht. Weil er Tränen in den Augen hat und sie so unverwandt anschaut. Und alle werden diesen Augenblick so oft und immer wieder erzählen, dass sie heute gar nicht mehr sicher ist, ob sie ihn wirklich erlebt hat, vielleicht hat sie es auch im Fernsehen gesehen, vielleicht wurde diese Szene für einen Film geschrieben.

Das Publikum hat sich erhoben, ein Grollen von achtzehntausend Körpern, rhythmisch donnern ihre Füße auf den Boden, und der Schwede steht mitten im Lärm, öffnet und schließt den Mund, spricht unhörbare Worte, ein Blitzlichtgewitter, ein gleißender, flackernder Regen, sie kann den Schweden kaum erkennen, was tut er da, er öffnet beide Hände, und die ganze Welt filmt die Hände, die der Richter ihr entgegenstreckt. Da streckt auch die Kleine ihm die Hände entgegen, bittet um Bestätigung, ist das etwa eine … Zehn? Und er: ganz langsam nickt er, die Finger immer noch gespreizt vor dem Gesicht, Hunderte Kameras verdecken ihm das Kind, die Mädchen aus der rumänischen Mannschaft tanzen um sie herum, ja, Liebes, ja, dieses Eins Komma Null Null ist eine Zehn.

Langsam schwenkt die Anzeigetafel von links nach rechts, von den Kampfrichtern zum Publikum, an den Turnerinnen vorbei, und groß darauf die Eins, die, unbegreiflich, heißen soll: Zehn. Ein verrücktes Komma. Oder eher ein Komma, das sich hartnäckig weigert weiterzurücken. Ein Mann rennt zwischen Journalisten und Kampfrichtern hin und her, sein Offiziellen-T-Shirt OLYMPIA MONTREAL 1976 unter den Achseln ganz du
nkel, er wischt sich die Stirn. Die Oberkampfrichterin winkt ihn heran, zu laut hier, irgendwas hat die Maschine gesprengt, habe ich gesagt, die Pfiffe zwingen sie, die Köpfe zusammenzustecken, Sie machen wohl Witze, oder? Die ganze Welt ist live dabei, heute ist der erste Wettkampftag! Wo steckt denn bloß der Typ von Longines? Der Ingenieur, der die Anzeigetafeln entwickelt hat, versucht über die Journalisten hinwegzusteigen, die im Kreis um die Kleine herumhocken, und bis zu den Kampfrichtern durchzudringen, die wütend gestikulieren: Ihr komisches System funktioniert nicht! Und er zum IOC-Vertreter, der sich ein Ohr zuhält, um ihn hören zu können, bei den anderen Wettkämpfen funktioniert es, ES FUNKTIONIERT, der Computer ist unfehlbar, Sie haben ihn gesprengt, er zeigt mit dem Finger auf die Kampfrichter, aber jetzt ist schon alles anders, sie beachten ihn gar nicht mehr, die Richter sind zu Zuschauern geworden, weinen und feiern das Mädchen, das sich dicht neben seinen Trainer gesetzt hat, seinen schmalen Rücken der greisen Maschine zugewandt, die stur beharrt auf ihrem: Eins Komma Null Null.

Man trifft sich zur Krisensitzung in der Pause. Okay. Hatte die Rumänin (oder jemand aus der Mannschaft) Zugang zu den Computern? Hat sie vielleicht etwas geschluckt, was das System gestört haben könnte? Sie haben wohl den Verstand verloren, mein Lieber, damit wollen Sie sich doch nur herausreden, ganz ehrlich, das ist doch kaum zu glauben! Jeder sucht die Schuld beim anderen. Das Olympische Komitee hatte uns im Vorfeld versichert, dass die Zehn beim Kunstturnen nicht vorkommt, protestieren die Ingenieure von Longines, die die spitzzüngige Presse schon das »Team Eins Komma Null Null« nennt. Um 13 : 40 Uhr steht das Urteil: Die Datenbank ist nach der Eingabe der ungewöhnlich hohen Wertungen abgestür
zt. Das Mädchen hat den Computer gekillt.

Bis zum nächsten Tag ist Zeit, das System an das Kind anzupassen. Knöpfe werden gedrückt, Programme gestartet. Wir müssen irgendwo eine weitere Stelle herkriegen. Das Komma verrücken. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie das noch einmal schafft, meinen Sie, »das« passiert morgen wieder? Ich weiß es nicht, erwidert der englische Kampfrichter. Ich weiß es nicht, erwidert der tschechische Kampfrichter. Sie versuchen, sich Elemente vorzustellen, die eine Zehn am Stufenbarren rechtfertigen würden. Schaffen es nicht. Niemand hat bei Olympia je im Turnen die Höchstwertung geholt. Noch einmal werden sie befragt. Sind Sie sicher, dass Sie sich nicht von der Begeisterung der Zuschauer haben hinreißen lassen. Nein, sagen sie. Sie haben das Kind wirklich auseinandergenommen, es bei irgendetwas zu erwischen versucht, da ist nichts. Null Fehler. Und selbst: Manche Richter wären am liebsten noch weiter gegangen, hätten ihr elf von zehn Punkten gegeben! Zwölf, legt die kanadische Kampfrichterin sogleich nach. Oder wir erfinden neue Zahlen! Oder lassen es mit den Zahlen ganz bleiben.

»Wenn Com?neci gegen ein abstraktes Ideal antreten würde und nicht gegen menschliche Konkurrenten, könnte sie dann immer noch die Höchstwertung bekommen?«, wird Cathy Rigby gefragt, die ehemalige Turnerin, die jetzt auf ABC die Spiele kommentiert. »Würde Nadia tun, was sie tut, und das ganz allein in einem leeren Raum, dann würde sie, glaube ich, immer noch die Höchstwertung verdienen«, antwortet Rigby, nachdem sie überlegt hat, ob man Ideale erfinden kann, die abstrakter sind als die Perfektion.

Man versucht, das Ereignis in den Griff zu bekommen. Am nächsten Morgen zitiert das Olympische Komitee Nadia zu drei zusätzlichen Dopingkontrollen. Große Debatte. Kommt hier gerad
e eine neue Generation blutjunger Kinderturnerinnen auf, oder wird sie eine Randerscheinung bleiben? Es ist ein geopolitisches Erdbeben. Die sowjetischen Trainer werden ins Gebet genommen: Wir lassen uns doch nicht von Rumänien demütigen, Genossen, Ljudmila wird unsere Rettung! Doch am selben Nachmittag beendet Ljudmila ihre Bodenübung in einer tragischen Pose, steif wie eine Statue, es folgt höflicher Applaus, und sie versinkt schluchzend in den Armen ihres Trainers, unter dem gleichmütigen Blick der Rumänin.

Man bemüht die Elemente: Schwimmt sie in einem Ozean aus Luft und Stille? Aber hören wir auf, vom Sport zu reden, zu brutal ist der, obszön fast im Vergleich zu dem, was sich da abspielt, das streichen wir, noch mal von vorne: Sie gestaltet nicht den Raum, sie ist der Raum, sie vermittelt nicht Leidenschaft, sie ist Leidenschaft. Sie ist eine Erscheinung – ein Engel –, genau, da ist auch dieser Schein, der sie umgibt, eine Wolke hysterischer Blitzlichter, sie erhebt sich über die Gesetze, Regeln und Gewissheiten, eine erhabene poetische Maschine, die alles sprengt.

Man kommentiert ihre Kür: Ja, richtig, es gab schon einen ersten Vorgeschmack auf Nadia mit der Olga der Münchener Spiele 1972, aber jetzt mit Nadia bekommt man alle Gänge auf einmal serviert! Anmut, Präzision, diese Bewegungsamplitude, Risiko und Kraft, ohne dass man sie ihr anmerkt! Es heißt, sie kann ihre Übung fünfzehn Mal hintereinander turnen. Und dieser Knochenbau … Knochen aus Seide. Morphologisch überlegen. Elastischer.

Man ringt um die Worte, so könnte man sie anordnen, aber nein, besser so, man versucht, ihre Konturen zu fassen. Die kleine Kommunistenfee. Die kleine Kommunistenfee, die niemals lächelte. Man streicht das Wort »hinreißend«, das wurde in den letzten Tagen schon zu oft bemüht, und dabei ist es genau
das: zum Wehtun hinreißend, unerträglich viel zu reizend. Und da wir sie nun einmal von unserem Erwachsenenstandpunkt aus betrachten müssen, ja, zu gerne möchte man in ihre arbeitsame Kindheit hineinschlüpfen, ihr ganz nah sein, die sie geschützt ist von ihrem blütenweißen Turnanzug, auf dem nicht eine Spur von Schweiß zu sehen ist. »Eine olympische Lolita von kaum vierzig Kilo, ein vierzehnjähriges Schulmädchen mit der Figur eines kleinen Jungen, das sich allen...


»Lafon gelingt es, das bedauernswerte Leben Nadjas zu schildern und dabei einen tiefen Einblick in das kommunistische Rumänien zu geben. Lesenswert.«, Nordbayerischer Kurier, 31.08.2015

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