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Ein gutes Mädchen

Roman. Originaltitel: Cartwheel. 1. Auflage.
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Produktdetails

Titel: Ein gutes Mädchen
Autor/en: Jennifer duBois

EAN: 9783841208415
Format:  EPUB
Roman.
Originaltitel: Cartwheel.
1. Auflage.
Übersetzt von Verena von Koskull, Jennifer Dubois
Aufbau Digital

13. August 2014 - epub eBook - 448 Seiten

Eiskalter Engel, Femme fatale oder unschuldiges Opfer? In Buenos Aires ist die amerikanische Studentin Lily Hayes des Mordes an ihrer Zimmergenossin angeklagt. Während der Staatsanwalt einen Schuldspruch fordert, setzt ihr Vater alles daran, Lily frei zu bekommen. Doch ist sie wirklich frei von Schuld? Jennifer duBois ist der Shootingstar der US-amerikanischen Literatur. Der Fall ihrer Altersgenossin Amanda Knox hat sie tief bewegt. In einem schonungslosen und nuancierten Roman erzählt sie von einem ebenso guten wie schlechten Mädchen. »Jennifer duBois ist zu jung, um dermaßen talentiert zu sein. Ich wünschte, ich wäre wie sie.« Gary Shteyngart. »Erzählmächtig.« Frankfurter Allgemeine Zeitung. »Dieser Roman ist eine emotionale und philosophische Meisterpartie.« Buch aktuell.
Jennifer duBois, 1983 in Northampton, Massachusetts, geboren, hat Politik und Philosophie studiert. 2012 wurde sie von der National Book Award Foundation als eine der fünf besten Nachwuchsautorinnen geehrt.Im Aufbau Verlag erschienen bisher ihre Romane "Das Leben ist groß" und "Ein gutes Mädchen".

ERSTES KAPITEL


Februar

Pünktlich um sieben Uhr morgens Ortszeit landete Andrews Flugzeug in EZE. Der Sonnenball stand monströs hinter dem Fenster und blutete orangefarbenes Licht durch die flirrende Hitze. Andrew war noch immer benommen von den beiden Valium und den zwei Gläsern Wein – das absolute Minimum, das er inzwischen zum Fliegen brauchte, überallhin, überallher, doch für hier, für dies hier erst recht. Die Ironie dessen, ein Professor für internationale Beziehungen zu sein, der höllische Angst vor Auslandsreisen hatte, entging ihm nicht (Ironie entging ihm nie), doch so war es nun einmal. Und daran konnte auch die – seit je konstatierte und nun auch verinnerlichte – Erkenntnis nichts ändern, dass die Dinge, die schieflaufen, meist nicht die sind, über die man sich bereits Gedanken gemacht hat.

Andrew tippte Anna auf die Schulter, und sie fuhr hoch. Er sah zu, wie ihr entglitt und wieder einfiel, was los war. Er war froh, dass er sie nicht daran erinnern musste. Sie zog sich die iPod-Kopfhörer aus den Ohren – Andrew schnappte ein paar gedämpfte Fetzen Ambient-Musik auf; wie blutleer die heutige Musik oft war: Wollten diese Kids denn gar nichts, waren sie nicht verrückt nach irgendwem? – und stellte die Musik ab. Sie hatte die Reise ziemlich gut überstanden – ihr feines Haar war zu einem lockeren Pferdeschwanz gebunden; ihr Matrosenshirt, bei den Studenten gerade sehr in Mode, war kaum zerknittert. Sie nahm alles mit Fassung. Sie ahnte nicht, wie beängstigend das für ihn war.

»Dad. Du musst blinzeln«, sagte sie.

Andrew blinzelte gequält.

»Tut deine Hornhautverletzung weh?«

»Nein.« Sie tat ständig weh. Während des Unterrichts hatte er sich einmal bei einer besonders nachdrücklichen Bemerkung zu russischem Cyber
terrorismus in Estland ins Auge gestochen und zur Augapfelnarkose in die Notaufnahme gemusst. Seitdem schmerzte sein Auge, morgens oder wenn er im Flugzeug saß oder müde oder gestresst war, was von nun an bis auf weiteres dauernd der Fall sein würde.

»Sehen wir Lily heute?«, fragte Anna.

Andrew fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. Seine Augen schmerzten so sehr, dass sie fast tränten. Von der Ostküste gab es nur einen Argentinienflug am Tag, und das nur von D. C., und es war schier unmöglich, in weniger als sieben Stunden nach D. C. zu kommen. Andrew hatte einfach nicht früher hier sein können. »Vielleicht nicht heute«, antwortete er.

»Sieht Mom sie, wenn sie kommt?«

»Hoffentlich.« Seine Stimme brach, und Anna warf ihm einen alarmierten Blick zu. »Hoffentlich«, wiederholte er, um zu zeigen, dass seine Heiserkeit nicht Rührung, sondern Müdigkeit geschuldet war.

Draußen war Sommer, genau wie Andrew es erwartet, wenn auch nicht wirklich geglaubt hatte. Anna schüttelte sich aus der Jacke und zog, vom Kerosingestank angewidert, die Nase kraus. Im Flughafenterminal wimmelte es von Reisenden. Andrew bot Anna an, ihr ein Sodawasser zu kaufen, doch als er die Zeitungen am Kiosk sah, ließ er gleich wieder davon ab – obwohl sich seine Spanischkenntnisse auf die dürftige Ausbeute kultureller Osmose und rudimentäres Latein beschränkten, war es verstörend einfach und geradezu unvermeidbar, den Kern der Schlagzeilen zu erfassen. Unter allen Umständen wollte er Anna davor bewahren. Obwohl sie die Anklage in groben Zügen kannte, war es ihm – so meinte er zumindest – gelungen, ihr das Schlimmste zu ersparen. In den Staaten sickerte die Geschichte erst allmählich durch, und Andrew verbrachte Stunden im Netz, um die Berichterstattungen zusammenzuklauben: Die Darste
llungen von Lily als hypersexuell, instabil, verdorben; die widerlichen Anspielungen auf ihre romantische Eifersucht und Wut; die Schilderungen ihres arroganten, überzogenen Atheismus. Die Tatsache, dass sie nicht geweint hatte – weder nach Katys Ermordung noch während der Verhöre; im Internet wurde so heftig darauf herumgeritten, dass Andrew »Sie ist eben keine Heulsuse! Sie heult halt nicht, verdammt noch mal!« in den Computer gebrüllt hatte. Und dann die schlimmste und militanteste Fehlinformation von allen: Die Tatsache, dass der Fahrer eines Lieferwagens Lily am Tag nach der Ermordung mit Blut im Gesicht aus dem Haus hatte stürzen sehen. Es spielte keine Rolle, dass sie Katy gefunden hatte, sich beherzt über sie gebeugt und vergebliche Wiederbelebungsversuche unternommen hatte. Die Journalisten pfiffen darauf, und Andrew bezweifelte, dass sich daran etwas ändern würde. Ihm begann zu dämmern, auf was für eine Geschichte sie aus waren.

Mit der Ausrede, erst einmal aus dem Flughafen rauszukommen und dann ein Sodawasser zu kaufen, manövrierte Andrew Anna (recht geschickt, wie er fand) Richtung Gepäckausgabe, wo sie eine Viertelstunde schweigend auf ihre Sachen warteten. Als Andrew den Koffer vom Band wuchtete, trat er versehentlich einem androgynen Teenager auf den Fuß.

»Permiso«, murmelte er dem Teenager zu, der ein T-Shirt mit der Aufschrift SORRY FOR PARTYING trug. Er spürte, wie sich Anna neben ihm versteifte. Andrew legte Wert darauf, sich egal, wo er war, zumindest korrekt entschuldigen zu können, doch Anna hasste es, wenn er versuchte, etwas anderes außer Englisch zu sprechen. Vorletzten Sommer, in einem anderen Leben, war er drei Monate auf Recherche in Bratislava gewesen – sein Gebiet war die Entwicklung postsowjetischer Demokratien, auch wenn seine Arbeit mit deren Fortschritt zunehmend an Brisanz einbü&szl
ig;te – und hatte sich danach mit den Mädchen zu einer Woche voller Schlösser, Brücken und Bier in Prag getroffen. Anna war jedes Mal zusammengezuckt, wenn er den Mund aufgemacht hatte und ein paar Brocken Tschechisch losgeworden war, die ihm von seinen drei Tschechischsemestern am College hängengeblieben waren. »Dad, die sprechen Englisch.« – »Tja, und ich spreche Tschechisch.« – »Nein, tust du nicht.« – »Es ist nun mal höflich, Menschen in der Landessprache anzureden.« – »Nein, ist es nicht.« Und so weiter. Lily hingegen hatte sich von ihm so viel Tschechisch wie möglich beibringen lassen und dann wahllos damit um sich geschleudert – falsch ausgesprochen und sinnentleert hatte sie den Verkäufern einen saloppen Gruß zugeworfen, die sich nicht anmerken ließen, dass Lily sie eigentlich gerade vor den Kopf gestoßen hatte, und ihren fraglos guten Willen meist mit einem Lächeln quittierten. Andrew hatte immer geglaubt, Lilys Herzlichkeit und ihre zupackende Art wären weltweit verständlich und würden sie schützen. Doch offenbar war dem nicht so.

Das Taxi brachte Andrew und Anna an Obstständen, schäbigen Bars und knatternden Motorrädern vorbei. Im Dunst der Hitze waren gedrungene, verschachtelte Barrios zu sehen, Wäscheleinen mit bunten Kleidungsstücken, hier und da ein Wellblechdach, das in der Sonne gleißte. Die Straßen waren in einem leidlichen Zustand; insgesamt schien die Infrastruktur einigermaßen in Schuss zu sein. Andrew bemerkte zwischen Häuser geklemmte Satellitenschüsseln, die aussahen wie versprengte Überbleibsel eines Raumschiffwracks. Ein großer, mit Mauern und Stacheldraht umgebener und von zwei Sicherheitsmännern mit Walkie-Talkies bewachter Gebäudekomplex kam ins Blickfeld. Andrew reckte den Hals, um zu e
rkennen, ob es das Gefängnis war, doch es war nur eine Luxus-Wohnsiedlung.

»Es ist alles geschlossen«, bemerkte Anna. Sie sah starr aus ihrem Fenster.

»Es ist Sonntag. Ist nun mal ein sehr katholisches Land.«

»Echt schade, dass dein Fachgebiet nicht Lateinamerika ist.«

Andrew musterte Annas Hinterkopf. In letzter Zeit hatte sie angefangen, kryptische, betont neutral klingende Feststellungen von sich zu geben, von denen Andrew inständig hoffte, es möge sich nicht um erste Anzeichen von Zynismus handeln.

»Ich meine, dann könntest du hier nebenher arbeiten.«

»Na, ich weiß nicht.« Eine jähe Übelkeit erfasste ihn, ausgelöst von diesem seltsamen neuen Schicksalsschlag. Natürlich war es völlig unmöglich, dass Lily irgendwie in die Sache verwickelt war; Andrew war dermaßen davon überzeugt, dass ihm die Situation anfänglich nicht katastrophal erschienen war. Die Anklage war so entsetzlich, so haarsträubend und so offenkundig und eindeutig aberwitzig, dass er beinahe gelacht hätte, als er davon erfuhr. Nicht, dass er sich nicht das eine oder andere vorstellen konnte, für das man Lily zu Recht verhaften könnte. Vor ihrer Abreise hatten er und Maureen ein paar ernste Gespräche mit ihr geführt – hauptsächlich über Lateinamerikas knallharte Drogengesetze und die laxen sexuellen Sicherheitsstandards. Sie hatten ihr eine riesige Schachtel Kondome mitgegeben, eine Großpackung für Krankenhäuser oder Musikfestivals, dachte Andrew – eine Packung in der Größenordnung konnte unmöglich für einen einzigen Menschen bestimmt sein. Andrew mochte sich gar nicht vorstellen, wie viel Sex seine Tochter haben musste, um sie leer zu kriegen. Trotzdem hatten er und Maureen tapfer und erwachsen diese Unterhaltung geführt (sie legten ja s
o viel Wert auf Pragmatismus! Und auf gemeinsame Erziehung!) und Lily dann tapfer und erwachsen mit dieser Packung losgeschickt. Und Andrew war ständig in Sorge um sie – dass sie gekidnappt, zur Prostitution gezwungen, geschwängert, vergewaltigt, mit irgendwelchen grauenhaften Geschlechtskrankheiten infiziert, wegen Marihuanakonsum verhaftet, zum Katholizismus übergetreten oder von einem öläugigen Vespafahrer umgarnt worden sein mochte. Er machte sich Sorgen, sie könnte zu wenig Freunde finden oder zu viele. Er machte sich Sorgen, ihr Notendurchschnitt könnte leiden. Er machte sich Sorgen, sie könnte von Insekten zerstochen werden. Andrew machte sich so viele Sorgen, dass er, als Maureens Anruf kam – am...


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