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Die Kultur Japans

Tradition und Moderne.
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Produktdetails

Titel: Die Kultur Japans
Autor/en: Florian Coulmas

EAN: 9783406671517
Format:  EPUB
Tradition und Moderne.
Beck C. H.

15. Juli 2014 - epub eBook - 334 Seiten

Ausgehend von der doppelten Frage, was an der japanischen Kultur genuin japanisch und was kulturell bedingt ist, zeigt Florian Coulmas, was die heutige japanische Kultur von anderen unterscheidet, und verdeutlicht, was unter Kultur zu verstehen ist.
Er zeigt zum Beispiel das Verhalten im Alltag und die sozialen Beziehungen (Umgangsformen, Verwandtschaft usw.); Werte und Überzeugungen (vor allem religiöser Art); Institutionen wie den Jahreszyklus, die Schule oder die Firma; schließlich Formen materieller Kultur (u.a. Kleidung und Mode, Behausung und Architektur, Essen und Ästhetik). Das Augenmerk richtet sich dabei hauptsächlich auf solche Eigenheiten der japanischen Kultur, die sich als relativ beständig erwiesen haben und in verschiedenen Epochen in Erscheinung treten. Die Analyse des geistigen Hintergrunds kultureller Traditionen ermöglicht es somit, Verhaltensweisen, Wertvorstellungen und Formen der ästhetischen Gestaltung zu verstehen, die auch dem hypermodernen Japan von heute einen ganz eigenen, unverwechselbaren Platz in der zunehmend globalisierten Welt erhalten haben.
ist Professor em. für Sprache und Kultur des modernen Japan an der Universität Duisburg-Essen.

1
Übergangsriten


Das Leben in Japan wird von Sitten und Bräuchen strukturiert. Einander überschneidende Zyklen von Ritualen, Zeremonien, Feiern und Gedenkanlässen bilden einen Rhythmus, der natürliche Zyklen akzentuiert und gestaltet. Sitten und Bräuche können in diesem Sinne als kulturelle Zeit im Gegensatz zur natürlichen Zeit verstanden werden. Dabei sind zwei Arten von Zyklen zu unterscheiden: solche, die sich auf sozial definierte Ereignisfolgen beziehen, und solche, die den individuellen Lebenszyklus betreffen. Erstere beinhalten den Zyklus der mit den Jahreszeiten verbundenen Ereignisse sowie den sechzigteiligen Zyklus der zwölf Tiere des Tierkreises und der fünf Elemente, die in Ostasien seit alters her zum Aufzählen von Jahren und Tagen verwendet werden. Letztere unterteilen die individuelle Lebenszeit in bedeutungsvolle Abschnitte wie Kindheit, Erwachsensein und Alter. Darüber hinaus gibt es Bräuche für unregelmäßige Ereignisse, die gemäß traditionellen Vorgaben gestaltet werden wie etwa Grundsteinlegungen, Eröffnungs- und Aufnahmezeremonien, der Beginn von Wahlkampagnen oder Siegerehrungen sowie andere seltene Ereignisse wie die Inthronisierung eines neuen Kaisers. Der Jahreszyklus wird an späterer Stelle als Beispiel einer kulturellen Institution mit regulativen Funktionen erörtert. Dieses Kapitel konzentriert sich auf die kulturelle Einteilung des Individuallebens in einzelne Abschnitte. Die sozialen Interpretationen der Übergänge zwischen diesen Phasen sind als Übergangsriten bekannt. Tradierte Bräuche geben ihnen eine feste Form.

Geburt


Das menschliche Leben beginnt als Bestätigung der Kultur. Schon der Gebärakt ist kulturell, da den Müttern beigebracht wird, wie sie sich unter diesen Umständen verhalten sollen, anstatt dem natürlichen Prozess freien Lauf z
u lassen. Schon bevor ein neues Leben eine eigene körperliche Existenz erlangt, während der ganzen Schwangerschaft, ist die Kultur präsent. Oft beten Frauen für eine leichte Geburt (anzan kigan), und Amulette für schmerzfreie Wehen und ein gesundes Kind gehören in Shintō-Schreinen und buddhistischen Tempeln zu den meistverkauften Talismanen. Diese omamori sind Papierzettel mit dem Namen einer Gottheit, den schwangere Frauen in einem kleinen seidenen Umschlag bei sich tragen oder auf den Shintō-Familienaltar (kamidana) legen. Im fünften Schwangerschaftsmonat führen noch immer viele Frauen die überkommene Zeremonie des Schärpebindens, obi iwai aus. Hierbei erhält die Frau von ihren Eltern ein besonderes Stück Stoff, das ihre zukünftige Hebamme ihr um die Taille bindet, um für eine sichere Entbindung zu beten. Diese Zeremonie sollte im Tierkreiszyklus am Tag des Hundes stattfinden[1], da Hunde, wie man glaubt, keinen Wehenschmerz erleiden.

Wenn das Kind geboren ist, beginnt eine Reihe von Ritualen, die es zu einem Mitglied der Familie und der Gesellschaft insgesamt machen. Die Übertragung kultureller Verfahrensweisen von einer Generation auf die nächste beginnt ganz am Anfang, mit der Geburt des Kindes. Heute ist die Kindersterblichkeit Japans die weltweit niedrigste, was jedoch nicht immer so war. Es gibt dabei eine klare Korrelation zwischen dem Wachstum des Bruttosozialproduktes und dem Rückgang der Kindersterblichkeit. In früheren Zeiten, bevor Japan in die Liga der entwickelten Industrieländer aufstieg, war die Gefahr, während der ersten Monate nach der Geburt zu sterben, sowohl für das Kind als auch für die Mutter weitaus größer. Emischer ausgedrückt hatten Säuglinge ein schwaches und prekäres Leben, das jederzeit erlöschen konnte. Überkommene Überzeugunge
n und Rituale, von denen viele noch heute gepflegt werden, zeugen von dieser Unsicherheit. Wenn ein Kind geboren wird, ist eine Geburtsgottheit, ubugami, zugegen, um den gefährlichen Übergang in diese Welt zu überwachen. Dann wird das Neugeborene von einem Ahnengeist durchdrungen, der unsterblich ist. Sowie der Geist in den Körper eingeht, stößt das Kind seinen ersten Schrei, ubugoe, hervor und wird zum Menschen. Folglich ist der Körper der vorübergehende Wohnsitz des Geistes eines Ahnen, und am Anfang ist die Verbindung zwischen beiden schwach. Der Geist kann sich leicht vom Körper des Säuglings zurückziehen und so das junge Leben beenden. Daher ist es notwendig, die Bindung des Geistes an das Kind zu festigen, zu welchem Zweck verschiedene Rituale durchgeführt werden.

Aufgrund der engen Verbindung mit dem Tod haben sich um die Geburt herum verschiedene Tabus entwickelt. Bei vielen Tabus geht es um das Vermeiden «roter und schwarzer Verunreinigungen» (aka fujō und kuro fujō), die mit Blut beziehungsweise dem Tod verbunden sind. Durch diese Tabus wurde verdeutlicht, dass eine Geburt nicht nur eine private, sondern auch eine soziale Angelegenheit war. In einigen Teilen Japans war es üblich, Wöchnerinnen in Gebärhütten (ubuya) unterzubringen, um andere vor einer Ansteckung mit ihrer «roten Verunreinigung» zu schützen. Auch während der Mensis wurden die Frauen manchmal in ubuya oder andere getrennte Unterkünfte abgesondert. Das Essen, das in einer ubuya untergebrachte Mütter erhielten, wurde an einem von der Küche des Hauses getrennten Ort zubereitet. In Dörfern, wo es eine Geburt gegeben hatte, durften sich die Mitglieder des Haushalts oder sogar des ganzen Dorfes nicht dem Schrein nähern und zwei oder drei Tage lang sollte nicht im Freien gearbeitet w
erden. Etisch gedeutet, erfolgte die Absonderung aus hygienischen Gründen, um die Gefahr des Kindbettfiebers oder anderer Infektionen zu mindern.

Die Rituale in Zusammenhang mit dem Neugeborenen beginnen, sobald die Mutter wieder auf den Beinen ist. Mikka iwai, die Feier des dritten Tages, bietet die Gelegenheit für mehrere «Premieren» wie etwa das erste Bad (ubuyu), den ersten Haarschnitt (ubugesori) und die ersten Kleider (ubugi), richtige Kleider, die Ärmel haben und das Baby enger mit der Gemeinschaft verbinden. Auch die Zeremonie der Namengebung (meimei) wird zwischen dem dritten und dem vierzehnten Tag durchgeführt.

Namengebung


Dieses Ereignis ist für den Säugling ein wichtiger Schritt hin zum Erwerb einer sozialen Existenz. Obwohl die Wahl eines glücklichen Namens, der zu dem Einzelnen passt, individuelle Aspekte hat, ist die Namengebung immer ein sozialer Akt von großer symbolischer Bedeutung gewesen. Traditionell galten Namen als bedeutungsvolle Merkmale ihrer Träger und waren daher von Tabus umgeben. Jemandes Namen zu kennen bedeutete, Macht über ihn zu haben. Ein Edikt aus dem Jahr 774 u.Z. verbietet die Verwendung derzeitiger und früherer Kaisernamen. Selbst Namen, die phonetisch denen von Kaisern oder Gottheiten ähnelten, waren verboten. Personennamen erlangten eine geheiligte Qualität. In vielen Zusammenhängen herrscht noch heute eine Abneigung gegen die Verwendung von Namen, man bevorzugt für die Anrede Titel und Verwandtschaftsbezeichnungen.*

Auch zeigten und zeigen viele Namen einen Rang und Beruf oder die Position des Kindes in der Geschwisterfolge an, wie etwa Ichirō, Jirō, Saburō, was «erster», «zweiter» und «dritter Sohn» bedeutet und unmittelbar Auskunft über die Erbfolge gibt. Auch der soziale Status und das Alter war
en an Namen ablesbar. Im feudalen Japan gab man den Jungen Kindernamen (yomyō). Jungen von höherem Stand tauschten später, bei der gewöhnlich mit fünfzehn Jahren vollzogenen Volljährigkeitszeremonie, ihren yomyō gegen einen anderen Namen aus, während Jungen von niederem Stand ihn ihr Leben lang behielten. Den Namen zu wechseln war viel einfacher als heute, wo nur noch Sumō-Ringer und Kabuki-Schauspieler daran erinnern, die nach wie vor ihren Künstlernamen im Laufe ihrer Karriere mehrmals wechseln, insbesondere wenn sie in der Hierarchie aufsteigen und in einen höheren Rang befördert werden. Während der Meiji-Restauration wurden die Namengebung und das koseki-System (Familienregister) reformiert, was alle Bürger zwang, ihre Namen registrieren zu lassen. Heute sind einmal erteilte Namen im Allgemeinen unveränderlich. Doch ist es nach wie vor üblich, Namen zu wählen, die günstige Veranlagungen und wünschenswerte Eigenschaften symbolisieren wie Kiyoshi, ‹Reinheit›, Minoru, ‹Erfüllung› und Makoto, ‹Aufrichtigkeit› für Jungen oder Fumiko, ‹Bildung› und Yukiko, ‹Glück› für Mädchen. Auf der Suche nach einem guten Namen und passenden Eigenschaften mit treffender Bedeutung und einem ausgewogenen Klang werden regelmäßig Priester um Rat gefragt. Seimei handan, Namenkunde oder Namenwahl, ist ein anerkannter Beruf in Japan, der von der großen Bedeutung zeugt, die man Namen beimisst. Namen werden ausgewählt aufgrund ihrer Schönheit, ihrer viel versprechenden Bedeutung, um ein Ereignis hervorzuheben oder um eines bestimmten Tages zu gedenken. Marina beispielsweise wurde am 20. Juli, dem umi no hi oder ‹Tag des Meeres› geboren. Kenichi, dessen Name mit den chinesischen Zeichen ken von...


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