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Umarmen hat seine Zeit

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Produktdetails

Titel: Umarmen hat seine Zeit
Autor/en: Lilli Palmer

EAN: 9783943824384
Format:  EPUB ohne DRM
hockebooks GmbH

17. Juli 2014 - epub eBook - 361 Seiten

Allen Widerständen zum Trotz will Sophie Berglund, 1903 als Tochter eines deutschen Kaufmanns und einer jungen Türkin geboren, die Welt erobern. Die lebenshungrige junge Frau lebt dabei ganz nach dem Motto ihrer Stiefmutter Anita: »Man muss auch mal ein Risiko eingehen, sonst lebt man nicht.« Sophie gelingt es, zahlreiche Schicksalsschläge und die beiden Weltkriege zu überleben und gleichzeitig immer wieder Augenblicke größten Glücks und Momente voller Leidenschaft und Liebe zu erfahren. Vor allem aber lernt sie in den Schicksalsströmen des 20. Jahrhunderts dabei eines: Alles im Leben hat seine Zeit ... Mit der Geschichte ihrer unkonventionellen Heldin fängt Lilli Palmer auf elegante Weise ein Stück Zeitgeschichte ein.
Lilli Palmer (1914-1986) zählt zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Ihre steile Karriere führte sie 1945 nach Hollywood, wo sie sich schnell durchsetzen konnte. 1954 kehrte sie nach Deutschland zurück und wurde mit Angeboten und Auszeichnungen (u.a. zwei Bundesfilmpreise) überhäuft. 1974 erschienen ihre Memoiren »Dicke Lilli - gutes Kind«, die zu einem internationalen Bestseller wurden. Damit begann Lilli Palmers zweite Karriere als Autorin. Ihre Bücher, Romane wie Sachbücher, ...

1. Teil


1


Als Sophie vom Stuhl zu Boden fiel, hielt sie den Löffel noch in der Hand. Sie stieß im Fallen den Stuhl um, landete seitlich und schlug mit der Schläfe auf den Teppich. Der Brei kleckerte drauf, sie merkte es nicht, mühte sich mit allen Kräften zu sagen: »Du siehst, Lutz, ich esse … ich esse Brei, weil du gesagt hast, es setzt an … du siehst, ich gebe mir Mühe … du kannst also nicht sagen, ich tue nichts … ich esse Brei … ich kann nichts dafür, dass noch was übrig ist …«

Und dann ging's nicht weiter: Störung im Gehäuse. Die Hand, die den Löffel hielt, lag auf dem Boden, aber der Weg zum Mund war versperrt.

Sie gab auf, ließ sich absacken, hatte noch ein letztes Gefühl der Erleichterung bei dem Gedanken, dass er ja den Löffel sehen würde, voller Brei, Beweisstück, nicht ins Klo geschüttet. Guter Wille … du siehst ja … nicht meine Schuld …

Lutz, der in der Küche eine Kompottbüchse aufmachte, hatte den Aufprall gehört und fand sie am Boden. Er sah sofort, dass sie bewusstlos war, ließ sie liegen, wie sie gefallen war und lief zum Telefon. Er rief Werner Hensch an, seinen Arzt. Sophie hatte keinen, hatte sich seit Jahren geweigert, sich von irgendjemandem auch nur in den Hals sehen zu lassen.

Dann erst kniete er neben ihr nieder, nahm ihr den Löffel aus der Hand und hob sie aufs Sofa. Keine Kraftanstrengung, sie wog höchstens achtzig Pfund. Er setzte sich neben sie und sah sie an. Othello, der Kater, kam, schnurrte und sprang auf Sophies Bauch. Lutz wollte ihn wegscheuchen, aber Othello streckte sich sofort flach aus, so wie er es immer tat, quer über Sophies Leib wie eine Küchenschürze. Vielleicht hält er sie warm, dachte Lutz, sie friert doch imme
r, auch jetzt bei dieser Hitze.

Er fühlte weder Unruhe noch Trauer, hatte es ja schon lange erwartet. Eigentlich war es überfällig. Sie hatte schließlich seit Wochen kaum noch gegessen, ihm immer vorgelogen, sie habe gerade oder sie werde später. Als er einmal Werner Hensch in die Wohnung brachte, hatte sie sich geweigert, auf irgendwelche Fragen zu antworten. »Ich war mein Leben lang zu fett«, hatte sie den Arzt angeschrien, »jetzt fühle ich mich endlich wohl in meiner Haut. Untersuchen Sie meinen Mann, wenn Sie schon mal hier sind. Der ist blutarm und schwul. Können Sie da was machen?«

Draußen ertönte, wenn auch von Weitem, die Sirene des Krankenwagens. Lutz stand auf, um Ordnung zu machen, stellte den Stuhl wieder gerade, kratzte den Brei vom Teppich, trug das Geschirr in die Küche zurück. Als er wieder ins Zimmer trat, heulte die Sirene – jetzt ganz nah – noch einmal stark auf und verstummte. Stille. Er sah sich im Zimmer um: alles an seinem Platz, auch die reglose Figur auf dem Sofa mit dem flachen Kater auf dem Leib.

Hatte er Hensch und den Krankenwagen umsonst bestellt? Hielt Sophie vielleicht nur ihr gewöhnliches Mittagsschläfchen? Er lief zum Sofa, kniete nieder und lauschte auf ihren Atem. Ganz anders als sonst, in heftigen, unregelmäßigen Stößen, die Othello sichtlich störten, denn er ließ sich ohne Widerstand aufheben und in der Küche einsperren.

Gott sei Dank, dachte Lutz, Gott sei Dank habe ich Hensch nicht umsonst bemüht. Das wäre doch sehr peinlich gewesen.

Es klingelte.

Der Weg ins Krankenhaus werde eine gute halbe Stunde dauern, hatte Hensch gesagt, es war in der Eile kein Zimmer in der Nähe aufzutreiben gewesen. Lutz saß auf einer Bank mit dem Rücken gegen das milchbeschlagene Fenster. Sop
hie hatte man auf dem Tragbett angeschnallt, damit sie während der Fahrt nicht hin und her geworfen wurde. Hensch hatte sie nur ganz kurz untersucht – Puls, Herztöne, Blutdruck – und den beiden unbeteiligt dreinschauenden Krankenwagenleuten zugenickt. Er, Hensch, werde in seinem eigenen Wagen später ins Krankenhaus kommen, aber alle Zuständigen zuvor unterrichten, damit Vorbereitungen getroffen werden konnten. Weiter gab er keine Auskunft. »Ich weiß es selbst noch nicht«, hatte er zu Lutz gesagt, »es ist kein Schlaganfall, auch kein Infarkt, wir werden ja sehen.« Auf Lutz' unweigerliche Frage: »Doktor, ist es was … was?« hatte der geantwortet: »Das weiß ich noch nicht. Aber es sieht keineswegs schlecht aus.«

Auch Sophie »sah nicht schlecht aus«, obgleich sie immer noch bewusstlos war. Im Gegenteil: Wie sie da so friedlich und flacher als gewöhnlich dalag, schien sie Lutz weniger abgezehrt, weniger durchsichtig. Aber vielleicht war das nur ein Trick der ungewohnten Umgebung, des wechselnden Lichts der Straße. Schließlich hatte er sie in den letzten Wochen nur innerhalb der griesgrämigen, ockerfarbenen Tapeten des Wohnzimmers gesehen, mühsam aufrecht, hohlwangig, ein knochenloses Knochengerüst. Nun schien sie wieder Haltung zu haben, lag kerzengerade, das Gesicht ausgebügelt, entspannt.

Er fühlte sich ertappt, als sie plötzlich die Augen aufschlug. Sie sah ihn eine Weile nachdenklich an, ohne zu sprechen. Dann wanderte ihr Blick neben ihn, und sie sagte deutlich und etwas ungeduldig: »Ach, geh doch weg, Ei! Wir können dich jetzt nicht brauchen. Dass du das nicht selber fühlst!« Danach schloss sie sofort die Augen, um jede Chance zu einem Gespräch zu vermeiden.

Als sie sie später wieder aufschlug, betrachtete sie erst den leeren Platz
neben Lutz, wie um sich zu vergewissern, dass das Ei nicht mehr dort saß.

»Lutz«, sagte sie ruhig, »kann ich mich auf dich verlassen?«

»Das weißt du doch.«

»Ja, aber das jetzt – ist was Besonderes.«

»Trotzdem.«

Sie schwieg einen Moment, als prüfe sie die Verlässlichkeit in seinem Ton.

»Wenn es sich herausstellt, dass es was Schlimmes ist, dann erlaube nicht, dass man mich operiert, um mein Leben zu verlängern. Es ist ja möglich, dass ich bewusstlos bin, und dann wird man dich fragen. Du wirst die Erlaubnis zur Operation verweigern, schwöre mir das.«

Die Stimme sachlich, die Augen trocken und ruhig, wenn auch eindringlich. »Schwöre«, wiederholte sie, »schwöre beim Andenken an Jonathan.«

Er schwieg.

»Du hast recht«, sagte sie, und jetzt war ihre Stimme auf einmal so sanft, wie er sie seit langer Zeit nicht mehr gehört hatte. »Nimm dir Zeit, überleg's dir. Ich weiß, du wirst mich nicht belügen. Schon wegen Jonathan.«

Gemein, dachte er. Warum muss sie mich an Jonathan erinnern. Jetzt habe ich seit Monaten nicht mehr an ihn gedacht, und nun wird das wieder losgehen. Jonathan, sein jüngster Bruder, war siebzehn Jahre alt gewesen, als er sich abends im Zoologischen Garten einschließen ließ. Das war ein Leichtes gewesen. Es gab unzählige dichte Sträucher, in die man sich verkriechen konnte, wenn die Wärter gegen Abend Runde machten und alle Besucher aus dem Gelände herausklingelten. Um sechs Uhr früh hatte er sich vor dem Menschenaffenkäfig erschossen. Der große graue Gorilla hatte unbeweglich am Gitter gestanden und die Leute beobachtet, die von allen Seiten angelaufen kame
n und sich um das Bündel Kleider bemühten, das ein paar Meter von ihm entfernt auf dem Boden lag. Dann hatte er sich abrupt umgedreht und war durch die Klappe in seinen Innenkäfig gekrochen, den er sonst im Sommer nie aufsuchte.

Weder Lutz noch sonst jemand hatte je herausgefunden, warum Jonathan das getan hatte, und schon gar nicht, warum er es so getan hatte, vor dem Käfig des grauen Gorillas. Was hatte er die zwölf Stunden getrieben? Was hatte er gedacht? Was hatte ihn gequält? Zwölf Stunden lang. Lutz hatte mit mehreren Psychiatern darüber gesprochen. Einer hatte ihm geholfen; er hatte versucht, ihn zu überzeugen, dass Jonathan sich vielleicht gar nicht gequält, sondern auf den Schuss wie auf eine Belohnung gefreut hatte. Schließlich akzeptierte Lutz diese Version, wie man die Synchronisation eines fremdsprachigen Films akzeptiert, der übersetzt und verständlich gemacht wurde. Er konnte wieder ohne Schlafmittel auskommen, vergaß aber nie, dass das, was er da mit sich herumtrug, nur eine Synchronisation war. Der Urtext blieb unverständlich. All das war nun über dreißig Jahre her. Niemand erinnerte sich an Jonathan, und er und Sophie sprachen seit Jahren nicht mehr von ihm. Aber anscheinend wusste sie, dass er sich immer noch um den Urtext bemühte, sonst hätte sie nicht verlangt, dass er bei Jonathan schwöre. Denn Jonathan war das einzig Unumstößliche, Unantastbare, Unverdorbene in Lutz' Leben. Außer dem Ei natürlich, aber die war sakrosankt. Sophie hätte ihn nie bei ihrem Angedenken schwören lassen.

»Nun?«, sagte sie dann. »Brauchst du noch mehr Zeit?«

Er nickte.

Sie schloss die Augen. »Ob er wohl noch lebt, der große graue Gorilla? Wie alt werden die eigentlich? Vielleicht lebt er noch und erinnert sich. Ich bin ganz sicher, er eri
nnert sich – wenn er noch lebt.«

Nach einer Weile sagte Lutz: »Ich schwöre. Bei Jonathan.«

Unten in der Krankenhauskantine saß er dann vor seinem dritten Kaffee. Draußen dämmerte es. Es musste wohl gerade Dienstwechsel gewesen sein, denn die Eingangstüren hörten nicht auf zu klappen, und Scharen von Schwestern und Krankenwärtern strömten herein. Vielleicht auch Assistenzärzte. Wer konnte das unterscheiden bei der weiß gestärkten, schlecht geplätteten Dienstkleidung. Hier und da fehlte sogar ein Knopf. Schlamperei, dachte Lutz. Fehlt da auch mal etwas im Operationssaal? Das brachte ihn wieder in sein...


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