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Hanns und Rudolf

Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Au…
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Produktdetails

Titel: Hanns und Rudolf
Autor/en: Thomas Harding

EAN: 9783423424325
Format:  EPUB
Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz Mit zahlreichen s/w-Abbildungen.
Originaltitel: Hanns and Rudolf: The German Jew and the Hunt for the Kommandant of Auschwitz.
Format: EPUB.
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

22. August 2014 - epub eBook - 416 Seiten

»Thomas Harding eröffnet einen neuen Blick auf das Gift des Nazismus und einen seiner tödlichsten Vollstrecker.« The Times
Thomas Harding kannte seinen Großonkel Hanns Alexander als einen freundlichen Mann mit viel Familiensinn, der ein bürgerliches Leben als Bankangestellter in London geführt hatte, sich für die Synagoge engagierte und gerne Witze machte. Seine jüdische Familie stammte aus Berlin und war in den 1930er-Jahren in letzter Minute nach England ins Exil entkommen. Das wussten alle. Ansonsten wurde über den Krieg nicht gesprochen. Erst nach dem Tod von Hanns Alexander erfuhr Harding, dass er ein Nazi-Jäger gewesen war. Er hatte Rudolf Höss, den nach Kriegsende untergetauchten Kommandanten von Auschwitz, in seinem Versteck auf einem Bauernhof in Norddeutschland aufgespürt und so dafür gesorgt, dass ihm der Prozess gemacht wurde.

Thomas Harding ist Journalist und Autor und lebt heute mit seiner Familie in Hampshire/England. Er schrieb für Zeitungen wie ›The Guardian‹, ›The Sunday Times‹, ›The Independent‹ und die ›Financial Times‹. Er ist Mitbegründer eines Fernsehsenders in Oxford und gab lange Jahre eine vielfach mit Preisen ausgezeichnete Zeitung in West Virginia heraus.

1

Rudolf
Baden-Baden, Deutschland

1901

Rudolf Franz Ferdinand Höss wurde am 25.?November 1901 geboren. Seine Mutter, Paulina Speck, war 22, sein Vater, Franz Xaver, war 26?Jahre alt. Rudolf war ihr erstes Kind. Sie lebten in der Gunzenbachstraße 10, in einem weiß getünchten und rot gedeckten Haus, das in einem bewaldeten Tal ziemlich weit außerhalb von Baden-Baden stand.

Zu Beginn des 20.?Jahrhunderts hatte es die mittelalterliche Stadt Baden-Baden eilig, endlich in der Moderne anzukommen. Baden-Baden liegt an dem sich sanft dahinschlängelnden Flüsschen Oos in einem satten grünen Tal voller gepflegter Weingärten. Fünf Hügel ragen über der Stadt auf, kleine Erhebungen vor dem sich dunkel am Horizont erstreckenden Schwarzwald.

Im 19.?Jahrhundert hatten Baden-Badens Heilbäder und sein glanzvolles Nachtleben Europas Glitzerwelt angezogen. Dostojewski recherchierte in den hiesigen Kasinos seinen Roman Der Spieler, und Queen Victoria, Napoleon?III. wie auch Johannes Brahms verbrachten ihre Zeit gerne in der Stadt, die eine Zeit lang als Europas Sommerhauptstadt galt. Solche Touristen brachten der Stadt großen Wohlstand. So konnten zu Beginn des 20.?Jahrhunderts umfassende Modernisierungsarbeiten in Angriff genommen werden. Neue Wasserleitungen wurden in die Kalksteinfundamente aus römischer Zeit gefräst, um die Kapazität der Bäder zu vergrößern; eine elektrisch betriebene Standseilbahn wurde zum Merkur, dem Hausberg, gebaut, von dessen Gipfel aus man einen wunderbaren Blick auf das umgebende Tal hat; die gusseisernen Gaslaternen am Hauptplatz wurden durch elektrische Lichter ersetzt.

Eigenheim der Familie Höss (Zentrum), Baden-Baden

In dem kleinen Eigenheim der Familie Höss außerhalb der Stadt aber blieb alles beim Alten. Franz Xaver Höss hatte als
Offizier der Reichswehr in Afrika gedient – bis eine Wunde von einem vergifteten Pfeil in seiner Brust seiner Karriere beim Militär ein jähes Ende bereitete. Er kam heim nach Deutschland und wurde Ausbilder an der Militärakademie in Metz, bis er sich schließlich als Kaufmann in Baden-Baden niederließ. Abgesehen von einer gewissen romantischen Verklärung seiner Abenteuer in Afrika war er ein in jeder Hinsicht durchschnittlicher Mensch: ein patriotischer Deutscher, ein überzeugter Katholik, ein Mann, der gerade in der Mittelklasse angekommen war. Seine Familie unterschied sich in nichts von den Nachbarsfamilien. Drei Jahre nach Rudolf wurde eine Tochter geboren, Maria. Eine weitere Tochter, Margarete, folgte im Jahr 1906.

Rudolf spielte als Kind meistens allein. In der ländlichen Umgebung, in der er aufwuchs, waren die anderen Kinder meist älter als er, seine Schwestern waren dagegen zu jung für ihn. Seine Mutter war mit dem Haushalt und mit den Mädchen beschäftigt. Es wurde zu seiner Lieblingsbeschäftigung, zu dem großen Wasserspeicher der Stadt zu wandern, der etwas oberhalb des Hauses seiner Eltern lag. Da saß er dann, presste sein Ohr an das dicke Mauerwerk, hörte zu, wie das Wasser rauschte und gurgelte. Bisweilen wagte er sich auch in den Schwarzwald hinein, der ganz in der Nähe begann.

Rudolf verbrachte viel Zeit dort. Aber der Wald war nicht immer so friedlich, wie er schien. Als Rudolf fünf war, wurde er am Rande des Waldes von einer Gruppe von, wie man sie damals nannte, Zigeunern mitgenommen. Er mutmaßte später, dass die »Zigeuner« ihn »verkaufen« wollten. Es war aber ein Bauer aus der Nachbarschaft zufällig vorbeigekommen und hatte ihn befreit. Nach dem Entführungsversuch wurde es Rudolf verboten, sich alleine so weit von dem Haus zu entfernen. Er durfte sich aber auf den Höfen der Nachbar
n aufhalten. Dort mistete er die Ställe aus und striegelte die Pferde. Darüber entdeckte er seine Liebe für die Tiere. Er war noch klein genug, dass er unter den Bäuchen der Pferde herumkriechen konnte, aber er wurde nie von ihnen getreten oder gebissen. Er mochte auch Stiere und Hunde, aber die Pferde hatten es ihm besonders »angetan«, wie er mitteilte. Es war eine Leidenschaft, die ihm erhalten bleiben sollte.

Als Rudolf sechs Jahre alt wurde, stieg das Ansehen seiner Familie gewaltig, da sie in ein Haus in der Nähe von Mannheim umzog. Mannheim, gut hundert Kilometer nördlich von Rudolfs erstem Zuhause und rund achtzig Kilometer südlich von Frankfurt, mit einer Bevölkerung von über 300 000 und einer Industrie, welche die gesamte Region versorgte, war wesentlich bedeutender und größer als Baden-Baden. Rudolf vermisste die Tiere sehr und auch den Wald. Aber da passierte etwas, das ihm den Umzug versüßte. Zu seinem siebten Geburtstag bekam er ein pechschwarzes Pony geschenkt, das er Hans nannte. Er ritt häufig in den nahen Hardtwald, pflegte sein Pony stundenlang, nachdem er von der Schule nach Hause gekommen war. Er liebte es so sehr, dass er es manchmal sogar in sein Zimmer schmuggelte, wenn seine Eltern nicht zu Hause waren, und verbrachte seine gesamte Freizeit mit ihm. Das Pony war ihm so treu ergeben, dass es ihm nachlief wie ein Hund.

Rudolf war fasziniert von den Erzählungen seines Vaters vom Krieg. Dessen Dienstzeit in Afrika interessierte ihn am meisten: »Seine Schilderungen über die Kämpfe mit den aufständischen Eingeborenen, deren Leben und Treiben und ihrem finsteren Götzenkult«. Aber trotz der Tatsache, dass sowohl Rudolfs Vater als auch Großvater Soldaten gewesen waren, fühlte sich Rudolf mehr zu den Missionsgesellschaften hingezogen als zum Dienst an der Waffe. Er wollte unbedingt Missionar
werden und dann »ins dunkelste Afrika, möglichst mitten in den finstersten Urwald« ziehen.

Von seinem Vater erfuhr Rudolf alles über die Rituale und Gebote der katholischen Kirche. Franz Xaver nahm seinen Sohn mit auf Pilgerfahrten zu Wallfahrtsstätten und Gnadenorten in seiner Heimat, nach Einsiedeln in der Schweiz sowie nach Lourdes in Frankreich. Rudolf wurde zu einem inbrünstigen Katholiken. Später erinnerte er sich, dass er »in wahrhaft kindlichem Ernst betete und sehr eifrig als Ministrant tätig war«, dass er seine »religiösen Pflichten sehr ernst« nahm.

Von Kindestagen an wurden Rudolf zahlreiche Aufgaben im Haushalt übertragen, die er ohne Widerrede zu erledigen hatte. Er wurde auch zu absolutem Pflichtbewusstsein erzogen. Für jedes Vergehen wurde er schwer bestraft. Sogar eine kleine Unfreundlichkeit gegen eine seiner Schwestern – ein hartes Wort oder eine neckende Bemerkung – führte unweigerlich dazu, dass er für lange Zeit auf dem harten Boden knien und Gott um Vergebung bitten musste.

Am Tag der Geburt seiner ersten Tochter legte Franz Xaver ein Gelübde ab. Sein drei Jahre alter Sohn sollte Priester werden. Er sollte ein Priesterseminar besuchen, er sollte keusch leben, er sollte sich dem Gebet, dem Lernen und dem Dienst an der Gemeinde verschreiben. Rudolfs Erziehung wurde auf ein einziges Ziel ausgerichtet, nämlich auf die Vorbereitung für ein frommes Leben. Er erinnerte sich später:

Ganz besonders wurde ich immer darauf hingewiesen, daß ich Wünsche oder Anordnungen der Eltern, der Lehrer, Pfarrer usw., ja aller Erwachsenen bis zum Dienstpersonal unverzüglich durchzuführen bzw. zu befolgen hätte und mich durch nichts davon abhalten lassen dürfte. Was diese sagten, sei immer richtig. Diese Erziehungsgrundsätze sind mir in Fleisch und Blut übergegangen
.

Das Leben in der Nähe Mannheims brachte es mit sich, dass Rudolf nun Kinder seines Alters um sich hatte. Er hatte großen Spaß, sich mit den anderen Jungs Raufereien zu liefern. Sein Vorhaben, in der Zukunft als Missionar zu arbeiten, nahm ihm nichts von seiner Begeisterung für solche Kämpfe und er hielt sich auch mit Rache nicht zurück. Wenn ein anderer Junge ihm etwas getan hatte, ließ er nicht locker, bis er es ihm zurückgezahlt hatte. Seine Spielkameraden hatten Angst vor ihm. So seine Selbstauskunft.

Als Rudolf elf Jahre alt war, ging es jedoch bei einer dieser Rangeleien zu weit. Er und einer seiner Klassenkameraden hatten sich wie üblich am Eingang zur Turnhalle gerauft. Sie wollten beide die Ersten in der Halle sein. Dabei hat Rudolf »unbeabsichtigt« einen anderen Schüler die Treppe hinuntergestoßen. Dieser brach sich dabei einen Knöchel. Rudolf wurde mit zwei Stunden Karzer bestraft. Es war ein Samstagvormittag. Am Nachmittag ging er – wie jede Woche – zur Kirche und »beichtete auch diesen Vorfall treu und brav«. Der Beichtvater, ein guter Freund seines Vaters, war am Abend bei der Familie zu Gast. Er erzählte Franz Xaver von dem Vorfall. Der Vater stellte tags drauf, also am Sonntag, seinen Sohn zur Rede und bestrafte ihn hart, da er den Vorfall nicht sofort gemeldet hatte. Der Bruch des Beichtgeheimnisses nahm Rudolf stark mit. Er verlor seinen Glauben an die Vertrauenswürdigkeit und Verschwiegenheit der Priester.

Ich habe lange, lange Zeit immer wieder alle Einzelheiten darüber nachgeprüft, weil es mir so etwas Ungeheuerliches war. Ich war aber damals – bin es heute auch noch – fest davon überzeugt, daß das Beichtgeheimnis von meinem Beichtvater verletzt worden war. Mein Vertrauen zum geheiligten Priesterstand war zerbrochen, und Zweifel begannen sich in mir zu rege
n. Zu diesem, meinem bisherigen Beichtvater, ging ich nicht mehr zur Beichte.

Rudolf malte ein düsteres Bild von seiner Jugend: ein fanatischer und bigotter Vater, den er fürchtete, eine unnahbare Mutter, die sich entweder um die beiden kleinen Schwestern kümmerte und mit ihnen schmuste oder wegen irgendeiner Krankheit bettlägerig war. Er habe nie erlebt, so erinnerte sich Rudolf später, dass...


»In dem Buch ›Hanns und Rudolf‹ zeichnet er [Harding] detektivisch nach, wie der damals 29-jährige Lieutnant Hanns Alexander einen der gnadenlosesten NS-Kriegsverbrecher suchte und fand. Die genauen Umstände von Höß' Entdeckung kannte bisher nur der britische Militärgeheimdienst.«
Marianne Enigl, Profil 18.08.2014

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