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Rechnung über meine Dukaten

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Produktdetails

Titel: Rechnung über meine Dukaten
Autor/en: Thomas Meyer

EAN: 9783906195148
Format:  EPUB ohne DRM
Salis Verlag

1. September 2014 - epub eBook - 360 Seiten

Preußen im Jahre 1716. König Friedrich Wilhelm I. hat mit der verschwenderischen Hofhaltung seines Vaters gebrochen. Er gibt das Geld lieber für die Armee aus - namentlich für die Langen Kerls, seine Leibgarde aus lauter Riesen. Keiner von ihnen ist allerdings freiwillig hier; der König hat sie gekauft, gegen Kostbarkeiten wie das Bernsteinkabinett getauscht oder schlicht entführen lassen. So auch den jungen Bauern Gerlach, der eines Morgens nach Potsdam verschleppt wird, wo ihn der König zu seinem neuen Liebling erklärt. Auch Betje, eine groß gewachsene, schöne Bäckerstochter, findet Gefallen an ihm. Während sie sich fragt, wie sie Gerlach näherkommen könnte, hat der König einen grandiosen Einfall: Aus Spargründen beschließt er, seine Riesen zu züchten. Nun machen seine Häscher auch Jagd auf große Frauen, und Betje findet sich plötzlich in offizieller staatlicher Mission in Gerlachs Kammer wieder. Doch der König hat ein, zwei Dinge nicht bedacht - darunter den unzähmbaren Zorn des norwegischen Riesen Henrikson ...
Thomas Meyer, geboren 1974 in Zürich, arbeitete nach einem abgebrochenen Studium der Jurisprudenz als Texter in Werbeagenturen und als Reporter auf Redaktionen. Erste Beachtung als Autor erlangte er 1998 mit im Internet veröffentlichten Kolumnen. 2007 machte er sich selbstständig als Autor und Texter. »Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse« ist sein erster Roman und wurde in der Schweiz zum Überraschungserfolg. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung. Thomas Meyer lebt und arbeitet in Zürich.

Das dritte Capitel
Worin die Potsdamer ihren König fliehen


»Was denket Ihr, Creutz …«, fragte Friedrich Wilhelm mit gespielter Betroffenheit, während er seinen Federkiel zuspitzte, »… werden wir wieder Post aus Kursachsen erhalten?«

Der König bekam regelmäßig Post aus dem Kurfürstentume Sachsen. Auch aus Hessen, Hannover, Mecklenburg und Schlesien.

Es waren Bitten, die Entführungen großer Männer einzustellen, falls sie, was man nicht hoffe und eigentlich auch nicht glaube, tatsächlich in der Verantwortung von Friedrich Wilhelm lägen, dem Hochverehrtesten, Allergnädigsten, Unüberwindlichsten, Durchlauchtigsten Könige in Preußen.

Später waren es Aufforderungen und schließlich Kriegsdrohungen, was Friedrich Wilhelm jedes Mal als persönlichen Insult auffasste.

»Gut möglich, Euer Majestät«, sagte Creutz.

Er hatte die Briefe jeweils abends im Tabakscollegium vorzulesen, wo der König und seine Gäste herzhaft über die Worte seiner Amtscollegen lachten und sich lustige Repliken aussannen. Friedrich Wilhelm freute sich daher schon auf das nächste Schreiben.

In der Hoffnung, es sei vielleicht bereits gekommen, zeigte er auf die Documente, die Creutz auf den Tisch gelegt, worunter auch ein Couvert, und fragte mit einem kleinen Aufnicken des Kinnes: »Was habet Ihr da mitgebracht?«

»Ein Schreiben von Professor von Gundling, Euer Majestät.«

»Was will der Tintenkleckser?«, fragte der König.

Creutz brach das Siegel, entfaltete den Brief und las. »Er suchet an, die Berliner Ritter-Academie wiederzueröffnen und ihn erneut als Vorsitzende
n zu dingen«, sagte er schließlich und faltete das Schreiben wieder zusammen.

»Aber er ist doch in Pommern unterwegs, als Landesvisitator?«

»Nicht mehr. Er ist letzte Woche zurückgekehret.«

»Und einen Bericht hat er nicht mitgesandt?«

»Nein, Euer Majestät.«

Der König überlegte.

»Antwortet ihm, Wir gehen auf sein Begehren ein«, sagte er dann, in den Pluralis wechselnd, wie immer, wenn er sich officiell ausdrückte.

»Majestät?«

»Nun machet schon! Saget es ihm so und bestellet ihn für übermorgen Abend anhero!«

»Selbstverständlich, Euer Majestät.«

»Dann werden Wir itzo die Truppen besichtigen.«

»Jawohl.«

Friedrich Wilhelm ging in sein Gemach, wusch sich die Hände, entledigte sich der Ärmelschoner und tauschte den Schurz gegen den blauen Officiersrock aus bestem Tuche, nachdem er sich von Eversmann eine schwarz-silberne Escarpe um den fülligen Leib hatte schlingen lassen. Dann setzte er sich die kleine, von seinem Leibdiener frühmorgens frisch gepuderte Perücke mit dem von Taft umhüllten Zopfe aus schwarzem Frauenhaar auf das kurzgeschnittene eigene rotblonde und darauf wiederum seinen goldbetressten Officiers-Dreispitz.

Vor dem großen ovalen Spiegel, in den er zur Prüfung seines Tenues blickte, stellte er wieder einmal fest, dass er noch immer seine weiße, zarte Haut besaß, die trotz allen ölgetränkten Sonnenbädern einfach kein soldatischeres Aussehen annehmen wollte. Er sah noch immer aus wie ein gepuderter Französling.

Doch das vermochte ihn he
ute nicht zu betrüben. Denn heute kam ein neuer Riese, annähernd sieben Fuß lang, sieben Fuß! Eine Rarität, jahrelang unausgewittert, die nun in den ehrenvollen Dienst der preußischen Armee eintreten würde.

Und als wollte auch der Himmel seine Freude darüber bekunden, drang nun die Sonne durch die Wolken und goss ihr Licht über Potsdam aus.

Nachdem der König die angetretenen Grenadiere besichtigt hatte, wobei er auch ihre Hände und ihre Hälse auf deren Sauberkeit hin zu prüfen pflegte, sie fragte, wie alt sie seien, wie lange sie schon dienten und ob sie richtig Löhnung und Brot bekämen, unterwies er die Männer zwei Stunden lang in den sechs gleichmäßigen Tempi, in denen der Ladestock in den Lauf der Flinte und wieder heraus zu bringen war.

Danach kehrte er zurück ins Schloss, wusch sich die Hände, stieg in seine knielangen Reitstiefel und unternahm, nachdem er sich abermals die Hände gewaschen, von einem Adjutanten begleitet seinen morgendlichen Ausritt.

Während ihre beiden Pferde gemächlich nebeneinander hertrotteten und hin und wieder mit einem Ohre wackelten, constatierte Friedrich Wilhelm, dass sich Potsdam gewaltig verändert hatte, seit er drei Jahre zuvor an der Spitze seines Leibbataillons in das Fischerdörflein an der Havel eingerückt war und im Stadtschlosse Quartier bezogen hatte. Die sechshundertvierzig Riesen des Bataillons wurden in den Fachwerkhäusern jener Bürger einquartiert, deren Stellung oder Vermögen nicht ausreichte, um sie vor dieser Maßnahme zu verschonen.

Unmittelbar danach hatte der König begonnen, Potsdam zur Garnisonsstadt auszubauen. Er ließ die ältesten der schilfbedeckten Häuser niederreißen und neu errichten sowie überall Öllaternen aufste
llen, die in Berlin abmontiert worden waren. Und weil er vor dem Schlosse einen Exercierplatz haben wollte, ordnete er an, den Lustgarten zu planieren, den sein Großvater Friedrich Wilhelm von Brandenburg einst dort angelegt hatte; im Ansinnen, damit gegen den Garten von Versailles antreten zu können. Die Boskette und Broderien wurden ausgerissen, die Statuen eingeschmolzen und zu Canonen gegossen.

Der König und sein Adjutant kamen an einer der zahlreichen Baustellen vorbei, wo gehämmert und gesägt, gespachtelt und geschliffen, geflucht und gezotet wurde, derweil vor der Bandfabrique gegenüber ein Wagen mit Kisten voller Zopfbänder für die Armee beladen wurde. Es ging sichtlich vorwärts mit Potsdam.

Und doch, etwas bedrückte Friedrich Wilhelm.

Ihm war, als wichen ihm die Menschen aus.

Solche, die ihm entgegenkamen, verschwanden plötzlich in den Seitenstraßen.

Andere kehrten auf der Stelle um.

Oder eilten in eine Schenke.

Und dieses weinende Kind da – zeigte es nicht auf ihn?

Als schließlich ein altes, schiefes Männchen dahergeschlurft kam und, des Königes zu Pferde ansichtig, voller Leben geriet und einen Sprung in die nächste Gasse hineinmachte, da wollte es Friedrich Wilhelm genau wissen.

»Holet den da mal herbei«, sagte er zum Adjutanten.

Der nickte, spornte sein Pferd, preschte um die Ecke und kam gleich darauf zurück, dem Alten von oben die flache Klinge seines Säbels in den Rücken haltend und ihn dieserart vor sich herschiebend.

»Warum ist Er vor Uns davongelaufen?«, fragte der König, nachdem er aus dem Sattel gestiegen.

Das Männchen hatte seinen Hut abgenommen und starrte auf den mit Excr
ementen, Küchenabfällen und weiterem Unrate bedeckten Boden. Es stand so krumm da, als würde es sich demnächst ganz hinunterbeugen und etwas Ekelhaftes aus dem Schlamme heraufklauben wollen.

»Gebe Er Antwort!«, donnerte Friedrich Wilhelm.

»Weil …«, flüsterte das Männchen; man hörte es kaum, da hinter ihm ein Schwein grunzend die Straße querte.

»Ja? Bitteschön?«

»Weil ich mich fürchte, Euer Königliche Majestät.«

»Wovor?«

»Vor Euch … Euer Königliche Majestät«, hauchte das Männchen und hielt sich an seinem Hute fest.

»Fürchten? Aber … weshalb?«

Der König war ehrlich interessiert. Doch das Männchen gab keine Antwort mehr. Es stand bloß gebückt da und schauerte.

Einen Moment lang geschah nichts.

Dann rief der König: »Er solle Uns nicht fürchten, lieben solle Er Uns!«

Das Männchen schien keinen Weg zu finden, dieser Aufforderung auf die Schnelle nachzukommen; es krümmte seinen Rücken noch mehr und sah jetzt aus wie ein morsches Tischchen.

»Sackerment, sage Er etwas!«, brüllte der König.

Nun war das Männchen ganz erstarrt; es zitterte nicht einmal mehr.

Der König hob seinen Rohrstock, den er in seiner Satteltasche mitgeführt, und begann, auf das Männchen einzuprügeln. Es schrie auf, blieb aber stehen in seiner Gebücktheit, und der König hieb weiter auf seinen kleinen Rücken hinunter, wieder und wieder; rief, er wolle geliebet werden, nicht gefürchtet, dazu gebe es keinerlei Grund! Kei
nen!

Der Adjutant sah sich das alles ganz ruhig vom Pferde aus...


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