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Ethik des Wettbewerbs

Über Konkurrenz und Moral.
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Produktdetails

Titel: Ethik des Wettbewerbs
Autor/en: Christoph Lütge

EAN: 9783406669651
Format:  EPUB
Über Konkurrenz und Moral.
Beck C. H.

21. August 2014 - epub eBook - 154 Seiten

Viele Menschen lehnen das Wettbewerbsprinzip mit ethisch motivierten Argumenten ab. Sie prangern das Konkurrenzdenken an, rufen nach Mäßigung und wenden sich gegen zu viel Ökonomisierung. Wettbewerb verderbe die Moral, so die Behauptung. Dagegen vertritt Christoph Lütge, Professor für Wirtschaftsethik an der TU München, die These, dass verstärkter Wettbewerb ethischen Zwecken in vieler Hinsicht dienen kann. Antipathien gegen Wettbewerb beruhen dagegen auf falschen Vorstellungen über die Funktionsweise unserer Gesellschaft und ihrer Ökonomie: Sie wird noch immer weitgehend in Nullsummen gedacht, bei denen der eine verliert, was der andere gewinnt. Dieses Denken ist historisch als Reaktion auf eine bestimmte soziale und ökonomische Situation zu verstehen und in der aktuellen Lage völlig überholt. Lütge begründet dies historisch und systematisch. Er führt seine These an Beispielen wie Ökologie, Bildung, Gesundheitswesen aus und hält ein Plädoyer für mehr Unternehmertum in allen Bereichen der Gesellschaft.
1;Cover;1 2;Titel;3 3;Impressum;4 4;Inhalt;5 5;Einleitung;6 6;1 Wettbewerb: Begriff und Konzepte;10 7;2 Die ethische Rolle des Wettbewerbs;27 8;3 Ist das Leben eine Wippe? Nullsummendenken und Mäßigung;45 9;4 Wettbewerb und Ökologie;76 10;5 Wettbewerb und Bildung;89 11;6 Wettbewerb in Gesundheitswesen und Pflege;99 12;7 Wettbewerb, Politik und Medien;115 13;8 Unser privater Umgang mit dem Wettbewerb;126 14;Wir brauchen mehr Unternehmertum;137 15;Bibliographie;139 16;Anmerkungen;148


Prof. Dr. Christoph Lütge ist Ordinarius für Wirtschaftsethik an der Technischen Universität München.

Kapitel 1


Wettbewerb: Begriff und Konzepte


Zunächst sind einige begriffliche Präzisierungen notwendig. Ich betone dabei: Es handelt sich hier um eine philosophische Rekonstruktion der zentralen Begriffe – in ähnlicher Weise wie John Rawls seine Theorie als philosophische, nicht empirisch-psychologische Theorie bezeichnet.[2] Ich betreibe hier keine Etymologie, und meine Ausführungen ließen sich etymologisch fraglos noch detaillierter ausarbeiten.

Unter Wettbewerb verstehe ich den Zustand eines Konkurrenzstrebens mehrerer Akteure, eines Konkurrenzstrebens, das aber – im Gegensatz zum Kampf oder Wettkampf – nicht naturwüchsig ist und sich nicht von selbst dauerhaft aufrechterhalten kann. Wettbewerb in allen seinen Formen ist vielmehr eine Situation, die sich nur aufgrund von Regeln stabilisiert. Wettbewerb ist ein höchst artifizielles Gebilde, das, wenn man es sich selbst überlässt, sehr leicht zu einem «ruinösen Wettkampf» oder zu einem Hobbes’schen Kampf aller gegen alle mutieren kann. Übrigens unterschied schon der Erzliberale Ludwig von Mises ganz deutlich zwischen Wettbewerb und Kampf: «Es ist nichts als eine Metapher, wenn man den Wettbewerb Wettkampf oder Kampf schlechthin nennt. Die Funktion des Kampfes ist Vernichtung, die des Wettbewerbs Aufbau.»[3]

In historischer Perspektive hat vermutlich der sogenannte, nur als «Anonymus lamblichi» bekannte griechische Autor im 5. Jahrhundert v. Chr. erstmals den Wettbewerb als Phänomen erkannt, als er zu erklären versuchte, weshalb die rohstoffarmen Griechen dennoch über eine starke Wirtschaft verfügten.[4]

Die weitere Begriffsgeschichte von Wettbewerb, ‹competition› und Konkurrenz hat Sandra Richter (2012, 14ff.) aufgearbeitet: Sie weist darauf hin, dass Grimms Wörterbuch den We
ttbewerb als einen Schlüsselbegriff des späten 18. als auch des 19. Jahrhunderts ansieht und ihn mit Begriffen wie Rivalität, Wettstreit (der Künste u.a.) sowie dem «survival of the fittest» der Biologie in Verbindung bringt.

Der englische Begriff «competition» entstammt dagegen der lateinischen Wurzel competere, die mit competitio in Verbindung steht, einem Begriff aus dem juristischen Bereich. Er bezeichnet etwa eine gerichtliche Forderung, ein juristisches Verfahren um einen umstrittenen Gegenstand, das aber in bestimmter Weise geregelt ist. Hingegen ist das lateinische concurrere eindeutig dem kriegerischen Bereich, der Sphäre der Verteidigung, zuzuordnen (schon bei Cäsar). Danach ist Wettbewerb von vornherein als ein Vorgang zu verstehen, der innerhalb von Regeln stattfindet, Konkurrenz dagegen als eine Interaktion ohne Regeln.

Wettbewerb muss nicht um Geld gehen, vielmehr kann es sich beim Wettbewerb auch um ganz andere Güter oder Ziele drehen. Wettbewerb – und dieser Punkt ist mir besonders wichtig – ist gar kein exklusiv ökonomischer Begriff. Die Ökonomik als Wissenschaft hat kein Monopolrecht auf den Begriff Wettbewerb. Ich werde im folgenden Abschnitt einige Formen von Wettbewerb diskutieren, die gerade nicht die klassischen ökonomischen sind: Dazu zählen etwa Wettbewerb im Sport, ritterlicher Wettbewerb und sozialistischer Wettbewerb.

Unter Markt verstehe ich dagegen eine bestimmte ökonomisch-technische Umsetzung und tatsächliche Implementierung von Wettbewerb. Märkte werden von Angebot und Nachfrage gesteuert; die Marktwirtschaft lebt von der Austarierung beider. Wettbewerb und Konkurrenz sind dagegen viel fundamentalere Prinzipien menschlichen Zusammenlebens. Genau wie Märkte benötigen sie Regeln, um stabil zu bleiben. Aber – und hier entferne ich mich bewusst von der Begr
ifflichkeit einiger Teile der Ökonomik – Märkte sind etwas im engeren Sinn Ökonomisches, ich rechne sie eher dem Bereich der Wirtschaft zu: Die Aktienmärkte, die Rohstoffmärkte, die Gütermärkte, die Dienstleistungsmärkte usw. Mir ist bewusst, dass Ökonomen auch in einem weiteren Sinn von Märkten sprechen, etwa vom «Market for Virtue» (Vogel 2006) bzw. dem «Markt der Tugend» (Baurmann 1996). Dies entspricht aber nicht dem weitverbreiteten öffentlichen Verständnis, und daher möchte ich Märkte weiterhin als klassische ökonomische Größen verstehen. Damit wird der Begriff Wettbewerb für meine Zwecke trennscharf und lässt sich deutlich von im engeren Sinn ökonomischen Kontexten abheben. Wettbewerb ist damit auch kein der Marktwirtschaft exklusiv inhärentes Prinzip, sondern es kann Wettbewerb in ganz anderen als marktwirtschaftlichen Kontexten geben.

Unterschiedliche Wettbewerbskonzepte


1. Sportlicher und ritterlicher Wettbewerb

Der Wettbewerb im sportlichen Bereich dürfte zu den ältesten nach Regeln ablaufenden Wettbewerbsformen des Menschen gehören. Seit den ersten Anfängen, die schon in der Altsteinzeit vermutet werden,[5] haben sich Menschen mit Begeisterung im sportlichen Wettbewerb gemessen, und genauso haben Millionen, ja Milliarden von Menschen sportlichen Wettbewerben gerne zugesehen. In Deutschland, aber auch in anderen Ländern wie dem vom Wettbewerbsgeist durchdrungenen Vereinigten Königreich, ist man auf sportlichen Wettbewerb geradezu versessen. Gerade auch Laiensportler mit geringem Können streben oft als Erstes danach, sich mit anderen zu vergleichen, in Konkurrenz zu ihnen zu treten und den (vermeintlich) Besseren zu ermitteln.

Um die Begriffe trennscharf zu halten, spreche ich hier ausdrücklich nicht vom sportlichen Wettkamp
f, sondern vom sportlichen Wettbewerb. Das Wort Kampf reserviere ich für den, wie oben ausgeführt, naturwüchsigen, eher ungeregelten Zustand.

Der – in erster Linie, aber nicht nur – historisch bedeutsame ritterliche Wettbewerb nimmt seinen Ausgang im Hochmittelalter (vgl. etwa Paravicini 1994). Ritterlicher Wettbewerb: Damit meine ich hier in erster Linie die Turniere und andere Formen des sportlichen – oder genauer (da der Begriff Sport noch nicht existierte) ‹vor-spörtlichen› – Wettbewerbs unter Angehörigen des Ritterstandes. Dieser Wettbewerb lief nach vielen, zum Teil sehr detailliert festgelegten Regeln ab, nach einem ritterlichen Ethos, das einzuhalten eine Sache der Ehre war. Und solange die Mechanismen der Ehre und das Risiko des Ehrverlustes als Sanktionsinstrumente funktionierten, konnte auch dieses Ethos funktionieren.

Es setzte sich fort über das Mittelalter hinaus, etwa in jener Anekdote aus dem 18. Jahrhundert, als man dem französischen Kommandanten in der Schlacht von Fontenoy 1745 die (historisch wohl nicht korrekte) Aussage «Messieurs les Anglais, tirez les premiers!» (Meine Herren Engländer, schießen Sie zuerst!) zuschrieb, oder in der oftmals als ritterlich bezeichneten Behandlung von Gegnern in den Luftkämpfen des I. Weltkriegs. Diese Beispiele sind militärische und haben eher mit Kampf als mit Wettbewerb zu tun – aber zweifellos sind sie vom Ideal der Ritterlichkeit entscheidend beeinflusst. Ich wage zu behaupten, dass dies auch heute noch eine Rolle spielt, etwa wenn Autofahrer an engen Stellen anhalten, um entgegenkommende Fahrzeuge vorbeizulassen – und anschließend mit einem kurzen Handzeichen gegrüßt werden, ein Zeichen, das nicht unbedingt nötig wäre und für das man auch keine direkte Gegenleistung erwartet. Aber ein Handzeichen dennoch, mit dem man sagt: Ich respekti
ere mein Gegenüber. Sicher: Nur ein schwacher Abklatsch, aber immerhin.

2. Sozialistischer Wettbewerb

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Wettbewerb ein von der Marktwirtschaft unabhängiges Konzept ist, so würde dies der Nachweis liefern, dass Wettbewerb auch innerhalb grundverschiedener Wirtschaftsordnungen geschätzt wird. Und dafür gibt es genügend Belege, insbesondere aus sozialistischen Systemen und Denkordnungen.

Vielen geläufig ist noch das Prinzip des «sozialistischen Wettbewerbs». Im Westen wurde es allerdings regelmäßig verlacht und lediglich als Scheinwettbewerb abgetan, so auch das berühmte Extrembeispiel des zu sozialistischem Ruhm gekommenen Werktätigen Adolf Hennecke (1905–1975), der 1948 sein Plansoll zu 387 Prozent erfüllte und zum Vorbild aller sozialistischen Werktätigen wurde. Um solche Propaganda-Fälle geht es mir hier nicht. Wenn man sich aber die Geschichte des Marxismus näher ansieht, so fallen einige Äußerungen auf:

Das fängt schon bei Marx an. Die Handlung des Kapitalisten ist nach Marx nur «Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist» (Das Kapital, Bd. 1, 1867; MEW, Bd. 23, S. 618). Und dieser gesellschaftliche Mechanismus besteht gerade auch in der Konkurrenz bzw. im Wetteifer unter den einzelnen Kapitalisten und den einzelnen Arbeitern – was nicht als grundsätzlich abzuschaffendes, sondern auch einer sozialistischen Wirtschaft innewohnendes Prinzip anzusehen sei (Das Kapital, Bd. 1; MEW, Bd. 23, S. 345). Marx war somit nicht gegen den Wettbewerb als solchen – über dessen konkrete Ausgestaltung im Detail ist dabei natürlich noch nichts gesagt.

Noch schlagender ist das Beispiel Lenins aus einer Rede von 1917. Lenin ist zwar dem Kapitalismus...


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