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Der Wittiber: Ein Bauernroman

Unsentimentale Schilderungen agrarischen Lebens.
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Produktdetails

Titel: Der Wittiber: Ein Bauernroman
Autor/en: Ludwig Thoma

EAN: 9788026822448
Format:  EPUB
Unsentimentale Schilderungen agrarischen Lebens.
e-artnow

28. August 2014 - epub eBook - 172 Seiten

Dieses eBook: "Der Wittiber: Ein Bauernroman" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Ludwig Thoma (1867-1921) war ein bayerischer Schriftsteller, der durch seine ebenso realistischen wie satirischen Schilderungen des bayerischen Alltags und der politischen Geschehnisse seiner Zeit populär wurde. Ludwig Thoma bemühte sich in seinen Werken darum, die herrschende Scheinmoral bloßzustellen. Ebenso prangerte er kompromisslos Schwäche und Dummheit des spießbürgerlichen Milieus und das chauvinistische und großmäulige Preußentum mit seinem Pickelhauben-Militarismus an. Er stieß sich auch am Provinzialismus und der klerikalen Politik seiner Zeit im Königreich Bayern, was sich beispielhaft in Jozef Filsers Briefwexel niederschlägt. Als brillant werden die mit Humor und Satire gewürzten Erzählungen oder Einakter aus dem bäuerlichen und kleinstädtischen Lebenskreis in Oberbayern angesehen. Die unsentimentalen Schilderungen agrarischen Lebens in den Romanen sindwohl deshalb besonders lebensnah gelungen, weil Thoma aus seiner Rechtsanwaltstätigkeit eine Fülle praxisnaher Einblicke in die Lebensumstände auf dem Lande gewinnen konnte. Aus dem Buch: "Es war nicht eigentlich behaglich im Wirtshause Zum Lamm. Die wenigen Gäste, die zukehrten, trugen Schnee in die Stube, der zu schmutzigen Wasserlachen zerging, und von Hut und Mantel tropfte es auf den Boden, und es roch nach schlechten Zigarren und nassen Kleidern. Die Lampe über dem Ofentische schwelte, und die dicke Kellnerin mußte immer wieder auf einen Stuhl klettern und den Docht herunterschrauben. Bei dem kümmerlichen Lichte sah man den Schormayer in einer Ecke vor seinem abgestandenen Biere sitzen; und wer kam oder ging, redete ihn an."

Zweites Kapitel



Der Schormayer trat tiefe Löcher in die weiche Dorfgasse, wie er jetzt an dem trübseligen Herbstnachmittage heimging, aber er achtete nicht auf den glucksenden Lehm, der ihm an den Stiefeln hängenblieb.

Wenn er vom Wege abkam und beinahe knietief in den Schmutz trat, fluchte er still und lenkte in die Mitte der Straße ein, aber bald zog es ihn wieder links oder rechts an einen Zaun, und er blieb stehen und brummte vor sich hin:

»Nix mehr is, gar nix mehr.«

»Himmelherrgott!« sagte er, wenn ein Windstoß in die Obstbäume fuhr und ihm kalte Regentropfen ins Gesicht schleuderte.

Ein Hund riß an der Kette und bellte ihm heiser nach; beim Finkenzeller öffnete die alte Mariann ein Fenster und rief ihm zu: »Derfst ma ‘s it übel ham, daß i net bei da Leich’ g’wen bi; i hon an Wehdam in die Haxen und kimm it bei da Tür außi. I waar ihr so viel gern ganga, und derfst ma ‘s g’wiß glaab’n, i bi ganz vokemma, wia’n i dös g’hört hab, und weil sie gar so …«

Der Schormayer hörte sie nicht; er bog scharf um die Hausecke und war nun bald, unverständliche Worte murmelnd, an der Einfahrt seines Hofes.

Die Spuren vieler Tritte waren noch sichtbar; sie liefen mitten über den geräumigen Platz bis zur Haustüre, und bei ihrem Anblick raffte der Schormayer seine Gedanken wieder fester zusammen.

»Da hamm s’ as raustrag’n. Ah mei! Ah was!«

Er faßte zögernd nach der Türklinke, als vom Kuhstall herüber eine helle Weiberstimme klang.

»Bauer!«

»Was is?«

»Schaugst it eina? D’ Schellerin hat a Kaibi kriagt.«

»Was nacha?«

»A
Stierkaibi.«

Die Stalldirne klapperte auf ihren Holzpantoffeln mit hoch aufgeschlagenen Röcken näher heran.

»Vor a Stund is ‘s kemma, und hat gar it viel ziahg’n braucha, und i ho mir z’erscht denkt, i schick umi zu’n Wirt, aba nacha is an Tristl sei Knecht da g’wen, und nacha …«

»Ja, ja! Is scho recht …«

Er trat ins Haus und schlug die Türe hinter sich zu.

Im Flötz stand noch der weiß gedeckte Tisch, und darauf ein Kruzifix, auch war ein süßlicher Duft von Weihrauch zu merken, und so blieb der Schormayer nachdenklich stehen und schaute die Stiege hinauf, über die sie vor wenigen Stunden seine Bäuerin heruntergetragen hatten.

Er zog den Mantel nicht aus und hing den Hut nicht an den Nagel; wie er war, ging er mit schmutzigen Stiefeln in die Stube und setzte sich auf die Ofenbank.

Es wurde schon Abend, und die Fenster schauten wie große Augen in dei dämmerige Stube herein; eine Uhr tickte laut und aufdringlich, als das einzige Ding, was hier zu vernehmen war, und ihr Schlag und die Stille und dunkle Winkel erinnerten den Schormayer an seine Verlassenheit. Er dachte wohl nicht viel darüber nach und malte sich keine wehmütigen Bilder vor, aber er spürte die Einsamkeit, wie er sich so vornüberbeugte und auf den Boden sah.

Da waren einige weiße Flecken; und wie er nachdachte, woher sie kämen, trat ihm lebhaft und deutlich die traurigste Stunde seines Lebens vor Augen.

Das waren Tropfen von Wachskerzen, und da herinnen waren die Weiber versammelt, als der Pfarrer die Leiche aussegnete.

Er hörte die Hammerschläge, die von oben heruntertönten, als sie den Sarg zumachten, und dann schwere Tritte auf der Stiege, und das Schleifen der Totentruhe, und die tiefen Stimmen der betenden Männer und die hellen der Weiber, und dann wiede
r durch die Stelle eine fette Singstimme, der eine andere erwiderte mit fremden Worten, die er oft und oft gehört, aber heute sich erst gemerkt hatte:

»Requiescat in pa-ha-ce! A-ha-men!«

Eine zitternde, verschnörkelte Stimme, und dann das Klirren des Weihrauchfasses, und gleich darauf ein weißer, beizender Rauch, der viele zum Husten brachte.

Und ein Flüstern unter den Männern, die den Sarg aufhoben, und wieder viele dumpfe Tritte und schreiende Stimmen durcheinander.

»Vater unsa, der du bischt in dem Himmel, geheiliget werde dein Name …«

Der Bauer fuhr zusammen, weil die Stubentüre aufging.

»Wos geit ‘s?«

»I bin’s«, sagte die Stalldirne, die auf Strumpfsocken hereinkam.

»Was willst?«

»I ho ma denkt, ob’s d’ as Kaibi net o’schaugst, weil’s gar so fei’ is.«

»Morg’n nacha.«

»Und d’ Kuah is aa guat beinand; gar it viel ei’brocha.«

»So?«

»Ganz leicht is ganga; i hätt an Tristlknecht schier gar it braucht; aba no, mi woaß net.«

Der Bauer gab keine Antwort.

Zenzi ging ans Fenster und schaute hinaus; gegen die Helligkeit erschien ihre Gestalt so groß und mächtig, daß sie der Schormayer zum erstenmal daraufhin anschauen mußte. Die hatte einen Buckel wie ein starkes Mannsbild und dicke Arme und volle Brüste.

»Soll i dir a Kaffeesuppen kocha?« fragte sie.

»Na.«

»Aba d’ Ursula werd so schnell it kemma, und i ko d’ as leicht macha.«

»I mog nix.«

Zenzi trat zur Ofenbank; und wie der Bauer sie nicht wegschickte, setzte sie sich neben ihn.

Ihr Arm streifte den seinen, und eine Wärme ging von ihr aus, die ihm wohltat; den
ganzen Tag hatte er das Gefühl gehabt, daß es ihn fröstle beim Alleinsein, und in der Stube hatte es ihn erst recht so überkommen.

Zenzi drehte den Kopf nach ihm zu; ihr sinnlicher, breitgezogener Mund und ihre flackernden Augen versprachen Dinge, die selten einer verschmäht.

Aber der Schormayer schaute sie nicht an.

»Wia lang is sie jetzt krank g’wen?« fragte Zenzi.

»A schlecht’s Blüat hat sie scho lang g’hot,« erwiderte er, »aba g’leg’n is sie it länger wia ‘r a viertl Jahr; dös woaßt ja selm.«

»An da Lungl hat ‘s ihr g’feit, gel?«

»Ja.«

»A meiniger Vetta, wo i in Deanst g’wen bi, hot ‘s aa’r a so g’habt und is alle Täg weniga worn. Da is g’scheidter, bal oans stirbt.«

»Ja, ja.«

»Dös ko mi net anderst macha, und da waar jetzt net a so trauri.«

»Dös vastehst du z’weni«, sagte er und streifte sie mit einem Blick.

»Moanst?«

»Wenn ma so lang vaheireth is mitanand, da g’hört ma so z’samm, daß ma sie dös gar it anderst ei’bild’n ko.«

»Aba d’ Freud ko aa nimmer so groß g’wen sei.«

»Was für a Freud?«

»No, a so halt«, sagte Zenzi und stieß ihn mit dem Ellenbogen an.

Er schaute sie wieder an; ihr Mund war zu einem sinnlichen Lachen verzogen, und ihre Augen wichen nicht aus.

»Ah mei!« sagte er. »An selle Dummheit’n denkt mi do net.«

»Waar ma scho gnua!« sagte sie. »Da denkat i freili dro. Für was is ma denn vaheireth?«

»Geah! Du bischt halt no jung und dumm. In Ehstand is ganz anderst als wia lediger.&laq
uo;

»Warum nacha?«

»Weil mi halt g’scheidter werd, und älter aa, und weil mi an was anders z’ denka hot.«

»Du bischt do net z’ alt.«

Zenzi rückte näher, und da faßte er mit einer groben Bewegung ihren Arm und drückte ihn fest.

»Herrgott! Aber Arm hoscht scho her!« sagte er.

»Da is was dro, gel?«

»Ja, du bischt scho a Mordstrumm Weibsbild!«

Er griff nach ihrer Brust.

Sie kicherte.

»Geah du!«

»Was hoscht denn für an Schatz?« fragte er.

»I ho koan.«

»Ja, dös wer i dir glaub’n. Vielleicht bischt gar no bei’n Jungfernbund?«

»Da kunnt i leichter dabei sei als wia anderne. I mag mit die Bursch’n nix z’ thoa hamm.«

»So schaugst du aus!«

»Weil nix G’scheidt’s rauskimmt dabei. Aba du bischt oana! Hörst it auf? Hörst it auf?«

Sie lachte und wehrte sich gegen seine derben Griffe; er legte den Arm um ihre Hüfte und zog sie keuchend zu sich heran, und im Ringen fiel ihm der Hut auf den Boden.

Plötzlich machte sie sich mit einem Ruck frei und sprang in die Höhe. »Es kimmt wer!« sagte sie hastig und streifte ihren Rock zurecht.

Er sah verstört und mit blöden Augen nach der Tür und bückte sich, um seinen Hut aufzuheben, als Ursula eintrat. Sie warf einen schnellen Blick auf den Vater, der seine Verlegenheit verbergen wollte und den Staub vom Hute abblies, und dabei fuhr sie die Magd an:

»Was hoscht denn du da herin z’ thoa?»

»I hon an Bauern g’sagt, daß mi a Kaibi kriagt hamm.«

»Na geh no wieda an Stall außi!«

»I geh scho.«

Der Schormayer kam ihr zu
Hilfe.

»A Stierkaibi is, hoscht g’sagt? Gel?«

»Ja.«

»Und da Tristlknecht hat da g’holfa?«

»Ja. Da Toni.«

»Is scho recht nacha. Sagst eahm: i zahl eahm a paar Maß«

»Jetz mach amal, daß d’ weiterkimmst, du hoscht di lang gnua vahalt’n da herin, moan i«, schrie Ursula.

»‘s nachstmal sag i halt nix mehr, bal dös aa no net recht is; und so was geht do an Bauern o.«

Zenzi schlug die Türe hinter sich zu, und man hörte sie noch im Flötz schelten, und ein Stück weit über den Hof.

Der Schormayer hatte derweilen seine Fassung gewonnen, und der Ärger stieg in ihm auf.

»Daß du gar so grob bischt mit ihr?« fragte er.

»Red’ liaba it, Vata!«

»Wos? Derfst du mir ‘s Mäu biat’n? Gang dös scho o? Herr bin i, daß d’ as woaßt!«

»Und dös g’hört si amal it, daß des Mensch da herin steht.«

»So? Geaht mi dös...


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