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John Sinclair - Folge 1892

Im Fangnetz der Hölle. Empfohlen von 16 bis 99 Jahren. …
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Produktdetails

Titel: John Sinclair - Folge 1892
Autor/en: Jason Dark

EAN: 9783732502639
Format:  EPUB
Im Fangnetz der Hölle.
Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
1. Aufl. 2014.
Bastei Entertainment

14. Oktober 2014 - epub eBook - 64 Seiten

Die Hände griffen nach Johnny Conollys Körper. Dann hoben sie ihn an. Als er eine gewisse Höhe erreicht hatte, drehte sich die massige Gestalt um und schaute direkt auf das Fangnetz der Hölle.

Auch Johnny sah es. Das ist also der Ort, an dem ich sterben soll!, schoss es ihm durch den Kopf...

Mal eine Frage zuvor. Sind Sie Ellen Hunnicat?

Wer will das wissen?

Ich heiße Bill Conolly.

Okay, und weiter. Sie winkelte die Arme an und stützte sich ein wenig auf.

Ich bin verabredet.

Jetzt musste sie lachen. Aber bestimmt nicht mit mir. Oder?

Das stimmt, sondern mit Marc Hunnicat. Ich gehe davon aus, dass er Ihr Mann ist.

Genau, das ist er. Ellen lächelte breit. Aber mal im Ernst. Sehen Sie ihn?

Nein.

Eben. Ellen rekelte sich auf der Liege und strich über die beiden Stoffteile auf ihren Brüsten. Er ist auch nicht im Haus. Da haben Sie Pech gehabt. Oder auch Glück. Es kommt ganz darauf an, wie Sie es sehen, Mister Conolly.

Verstehe. Und Sie wissen nicht, wo er sein könnte und wann er wieder hier ist?

So ist es. Er ist mir keine Rechenschaft schuldig, ich ihm deshalb auch nicht.

Bill nickte. Schade, kommentierte er, dann habe ich den Weg umsonst gemacht.

Ellen Hunnicat sagte nichts. Sie blieb aber auch nicht länger liegen. Mit genau einstudierten Bewegungen stand sie auf und ließ den Reporter dabei nicht aus den Augen. Sie schaute ihren Besucher an und lächelte, wobei dieses Lächeln schon so etwas wie ein Versprechen war.

Sie können auch bleiben, Bill. Es ist sehr warm. Ich mixe uns einen kühlen Drink, wir können ein paar Runden im Pool schwimmen. Ich habe Zeit.

Das ist sehr nett von Ihnen, aber ich bin wegen Ihres Gatten gekommen.

Das weiß ich ja. Aber bin ich nicht ein toller Ersatz?

Es kommt darauf an, wie man es sieht. Aber ich habe mich wirklich mit Ihrem Mann treffen wollen.

Sie gab nicht nach. Spielte wieder mit ihrem Oberteil. Darf ich wissen, um was es geht?

Das dürfen Sie schon. Nur weiß ich es selbst nicht. Ihr Mann hat mir nichts gesagt. Er wollte sich mit mir treffen. Das ist alles. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen.

Die Frau mit den schwarzen Haaren, dem ebenmäßigen Gesicht, den dunklen Augen und den
vollen Lippen lächelte und nickte zugleich. Eigentlich haben wir keine Geheimnisse voreinander. Aber diesmal hat er mir nichts gesagt.

Dann werde ich mich noch mal mit ihm in Verbindung setzen, sagte der Reporter.

Tun Sie das. Ellen streckte dem Reporter ihre Hand entgegen, um sich zu verabschieden.

Bill ergriff sie und spürte den schwachen Druck. Aber auch etwas anderes. Eine Fingerkuppe glitt leicht über seine Handfläche hinweg. Diese Geste war so etwas wie ein Angebot, das Bill Conolly aber ignorierte.

Er zog seine Hand recht schnell zurück. Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.

Danke, den mache ich mir. Und es kann ja sein, dass wir uns wiedersehen.

Bestimmt, Mrs. Hunnicat.

Ach, sagen Sie doch Ellen. Diese Worte sprach sie bereits gegen Bills Rücken. Er hatte sich umgedreht und lief über den schmalen Weg hinweg, der ihn an die vordere Seite des Hauses brachte, wo sich ebenfalls ein Garten befand. Allerdings ohne Unterbrechung durch einen Pool oder irgendwelche Liegestühle. Sommerblumen verbreiteten eine bunte Vielfalt. Der Garten sah sehr gepflegt aus, was auf die Hand eines Fachmanns hinwies.

Bill machte sich seine Gedanken, die sehr schnell durch seinen Kopf huschten. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass hier einiges nicht stimmte. Das lag auch an der Frau, die sich mit ihm unterhalten hatte. Er konnte sich gut vorstellen, dass sie ihn angelogen hatte und sie sehr wohl wusste, wo sich ihr Mann aufhielt. Wenn ja, warum hatte sie es nicht gesagt? Was verbarg sie? Und warum hatte sich Marc Hunnicat mit ihm treffen wollen? Das war Bill ein Rätsel. Er hatte ihm auch nichts großartig gesagt, sondern nur um ein Treffen gebeten, und das in seinem Haus.

Und doch war er nicht dort gewesen. Warum nicht? Was hatte ihn daran gehindert?

Bill dachte auch weiterhin über den Mann nach, den er persönlich nicht kannte. Das heißt, er wusste auch nicht, wie er aussah. Aber Hunnicat hatte gewusst, wer er
war, und er hatte Bill damit gelockt eine gute Geschichte zu haben, die ihm bestimmt interessieren würde.

Der Reporter hatte erst nachgedacht. Dann aber siegte seine Neugierde, und er dachte auch daran, dass er lange keine gute Geschichte mehr hatte schreiben können. Es war Sommerzeit, und da schienen gewisse Dinge eingeschlafen zu sein.

Aber jetzt sah alles danach aus, als hätte er sich eine Blase gelaufen. Marc Hunnicat hatte ihn auflaufen lassen, und Bill fragte sich nach dem Grund.

Er verließ das Grundstück und geriet dabei auch aus dem Schatten der Bäume. Auf dem Gehsteig blieb er stehen und warf einen Blick nach links, wo sein Porsche parkte. Es war eine sehr ruhige und auch vornehme Wohngegend, in der die Hunnicats lebten. Die wenigen Häuser standen weit genug auseinander, sodass sich keiner von seinem Nachbarn gestört fühlte.

Wer dieser Marc Hunnicat genau war, darüber hatte sich Bill nicht informiert. Doch wer hier lebte, der nagte bestimmt nicht am Hungertuch.

Bill Conolly ging davon aus, dass Hunnicat genau wusste, welche Berichte er schrieb, dass er sich oft mit unheimlichen und unerklärlichen Vorgängen beschäftigte und er in der Branche und bei seinen Lesern dafür bekannt war. Natürlich hatte er Hunnicat am Telefon Fragen gestellt, aber keine Antworten bekommen. Die sollte er bei einem persönlichen Treffen erhalten.

Das konnte er sich jetzt wohl abschminken. Er hätte wütend oder sauer sein können, aber das war er seltsamerweise nicht. Tief in ihm klang eine Stimme auf, die ihm erklärte, dass noch nicht alles vorbei war und sich was entwickeln konnte.

Bill erreichte den Porsche und öffnete ihn durch ein Funksignal. Er wollte einsteigen, als er die Melodie des Handys hörte. Das schmale Ding steckte in seiner Hemdtasche. Er griff hinein und holte das Gerät hervor.

Ja  So meldete sich Bill. Der Anrufer sollte wenigstens merken, dass jemand da war.

Eine Stimme hörte Bill zunächst nicht, nur
schnell und hastig ausgestoßene Atemstöße. Der Reporter schüttelte den Kopf. Obwohl er schon eine Ahnung hatte, wer ihn da anrief, wollte er es von der anderen Seite wissen.

He, nun melden Sie sich doch mal.

Nein, er vernahm keine Stimme. Dafür hörte er ein leises Stöhnen.

Sind Sie das, Mister Hunnicat?

Das Geräusch hörte auf. Sofort danach vernahm Bill die Stimme. Ja, das bin ich.

Wunderbar. Ich habe Sie schon gesucht.

Das kann ich mir denken.

Und wo sind Sie jetzt?

Gegenfrage, Mister Conolly, flüsterte Hunnicat. Wo halten Sie sich denn auf?

Bei meinem Wagen. Er steht in der Straße, in der Sie wohnen. Ich bin also noch in der Nähe.

Ja, das ist gut.

Bill wollte wissen, wo sich Hunnicat aufhielt. Er hörte erst mal nur wieder das schwere Atmen, dann klang die Stimme des Mannes wieder an sein Ohr.

Ich bin gar nicht mal weit von Ihnen entfernt.

Das ist gut. Und wo sind Sie?

In einem Wald.

Ach. Bill hätte beinahe gelacht. Und wie soll ich mir das vorstellen? Wo ist der Wald?

Nicht weit von Ihnen weg. Sie müssen nur die Straße hinunter fahren, dann erreichen Sie dort, wo keine Häuser mehr stehen, ein Stück freies Feld. Biegen Sie nach links in einen schmalen Weg ein, der das Feld durchschneidet. Er führt genau zu einem Wald, in dem Sie mich finden können. Haben Sie alles verstanden?

Das denke ich. Und ich habe es auch behalten.

Gut.

Eine Frage noch. Warum haben Sie sich in diesem Wald versteckt und was beschö 

Nein, nicht jetzt, Mister Conolly. Nicht jetzt. Ich denke, wir werden uns unterhalten, wenn wir uns sehen.

Ja, das hoffe ich.

Okay, dann fahren Sie los.

Den Satz hörte Bill Conolly noch, dann war es vorbei. Sehr nachdenklich blieb er stehen. So hatte er sich das Treffen eigentlich nicht vorgestellt. Nicht, dass er etwas gegen einen Wald gehabt hätte, aber suspekt war er ihm nicht. Ein Wald konnte viele
s verbergen, und er konnte auch eine Falle sein.

Trotzdem stieg der Reporter in seinen Porsche und machte sich auf den Weg 

***

Die Strecke war gut beschrieben worden und Bill hatte keine Mühe, sie zu finden. Er rollte durch einen Tag, an dem es die Sonne besonders gut meinte, was in diesem Sommer noch nicht so oft der Fall war.

Die Straße war okay, der Weg durch das Feld auch, aber nicht für einen Porsche, der recht tief lag. Bill hörte unter dem Wagen manchmal Geräusche, die bei ihm ein Stirnrunzeln hinterließen. Dennoch dachte er nicht daran, eine Pause einzulegen. Er wollte diesen Marc Hunnicat so schnell wie möglich treffen, und er war sehr gespannt darauf, was dieser ihm zu sagen hatte.

Auch der weiteste Weg hat mal ein Ende. Dieser hier war nicht weit, und so kam das Ende sehr bald. Bill sah auch ein, dass er seinen Wagen nicht mehr länger quälen konnte, denn in den Wald hinein konnte er nicht. Er musste anhalten und zu Fuß weitergehen, damit hatte er gerechnet. Er fuhr noch zwei, drei Meter, dann war Schluss.

Als das Geräusch des Motors verstummt war, blieb der Reporter noch etwas sitzen. Die Kühlerfront seines Autos zeigte auf den Wald, und Bill wollte erkennen, ob sich dort etwas tat oder ob ein gewisser Marc Hunnicat kam, um ihn zu begrüßen. Das war nicht der Fall.

Deshalb wartete der Reporter auch nicht zu lange und verließ sein Fahrzeug. Er stand in der Sonne, die heiß vom Himmel...


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