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Vom Großen Krieg zur permanenten Krise

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Produktdetails

Titel: Vom Großen Krieg zur permanenten Krise
Autor/en: Marc Chesney

EAN: 9783039097005
Format:  EPUB
Der Aufstieg der Finanzaristokratie und das Versagen der Demokratie.
Übersetzt von Monika Brüninghaus
Versus

16. September 2014 - epub eBook - 100 Seiten

Die Finanzmärkte und die Megabanken haben eine ­beunruhigende Grösse, Intransparenz und Komplexität erreicht, die es ihnen erlauben, ihre Macht auszubauen. Es ist paradox, dass eine kleine Minderheit in der Lage ist, ihre Interessen der Gesellschaft auf­zu­zwingen. Nur eine Wirtschaftspolitik ist massgeblich: die der Finanzaristokratie.Heute leiden die aktuellen ­Genera­tionen unter den Folgen der Finanzkrise, die seit 2007 andauert und die Zukunftsperspektiven überschattet. 1914 wurde die ­euro­päische Jugend in einen grausamen und langen Krieg hineingezerrt und geopfert. Damals wie heute hat die Demokratie versagt.Damit die Demokratie sich wieder entfalten kann, plädiert Marc Chesney dafür, dass die Finanzsphäre primär der Wirtschaft und Gesellschaft dienen sollte. Er zeigt, wie sich dieses Prinzip mit einfach nachvollziehbaren Massnahmen verwirklichen lässt.
Marc Chesney, Professor für Quantitative ­Finance an der Universität Zürich, vertritt einen kritischen Standpunkt gegenüber der Finanzbranche. Er ist Autor verschiedener Artikel im Bereich der Gefahren, die mit der Größe und Komplexität der Finanzsphäre verbunden sind. Marc Chesney ist Mitglied von Finance Watch (www.finance-watch.org) und Kontrapunkt (www.rat-kontrapunkt.ch). Er war Research ­Fellow am «Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik» (Collegium Helveticum) und ist heute Mitglied der Trägerversammlung des ZRWP (www.zrwp.ch).

Kapitel 1


1914 und 2014


Ein Jahrhundert ist es her, seit die europäische und vor allem französische und deutsche Jugend auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs geopfert wurde. Hundert Jahre erscheinen uns eine lange Zeit, trotzdem handelt es sich nur um wenige Generationen. Die Gesellschaft von 1914 ist der heutigen sehr ähnlich mit ihren Universitäten, Bibliotheken, Opernhäusern, Theatern und ihrer Literatur, ihrem Parlament, ihren Gerichten und nicht zuletzt ihren Großunternehmen und Banken. Der Westen konnte sich seiner wirtschaftlichen, sozialen, wissenschaftlichen und demokratischen Errungenschaften durchaus rühmen.

Natürlich gab es noch kein Internet, doch das Radio war bereits erfunden und die Printmedien schon weit entwickelt und vermutlich vielseitiger als heute. Kommerzielle Flüge existierten noch nicht, aber man konnte sich mit Zügen und Autos fortbewegen.

Es war eine gebildete und zivilisierte Gesellschaft. Zwei Länder in ihrer Blütezeit, Frankreich und Deutschland, beide christlich geprägt und mit den gleichen Grundprinzipien, begannen einen verheerenden Krieg unter Einsatz der Massenvernichtungswaffen jener Zeit. Die Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns, am 28. Juni 1914 in Sarajewo war der Funke, der Europa in Brand setzte und es in ein Räderwerk der Zerstörung hineinzog, in dem eine ganze Generation geopfert wurde. Nicht nur materiell, sondern auch moralisch wurde die Zivilisation zugrunde gerichtet, und das zu ihrem angeblichen Wohl. Durch eine großangelegte Manipulation der Völker, auch in Deutschland und Frankreich, drifteten die Massen in die Barbarei ab, alles unter dem Vorwand der Rettung der Demokratie oder der Nation. Dies bezeugt eines der wichtigsten Werke jener Zeit, Die Thibaults, in dem der Autor Roger Martin du Gard seinen Helden sagen lässt:

Nie
zuvor ist die Menschheit so tief erniedrigt, ihre Intelligenz so rücksichtslos unterdrückt worden!1

Aufschlussreich für diesen Niedergang der Menschheit ist auch folgendes Zitat aus dem Roman Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque. Der Protagonist seines Romans, ein deutscher Soldat, erzählt:

Wir sind verbrannt von Tatsachen, wir kennen Unterschiede wie Händler und Notwendigkeiten wie Schlächter. [] Wir sind fürchterlich gleichgültig. [] Wir sind roh und traurig und oberflächlich ich glaube, wir sind verloren.2

Ja, verloren waren sie in ihren Schützengräben in einem grauenvollen und sinnlosen Kampf. Sind wir es heute auch? Gleichgültigkeit, Verrohung, Traurigkeit und Oberflächlichkeit kennzeichnen auch die aktuellen Generationen. Man könnte noch weitere Charakterisierungen hinzufügen. Welche das sind? Der nachfolgende SMS-Austausch zwischen zwei jungen Zeitgenossen hilft uns, sie zu identifizieren:

hallo

hallo

wir sind tot

david von cs ruft wegen der skew trades an []

ich sags ja

die machen uns kaputt []

heute abend hast du minimum 600m

Was bedeutet diese grob vereinfachte, fast schon derbe Sprache zwischen zwei vorgeblich gebildeten Personen? Wird hier auf den Tod angespielt? Wessen Tod? Steht 600m für 600 Mordopfer? Nein, es geht um den finanziellen Tod. 600m stehen für 600 Millionen Dollar Verlust (der aber letztendlich 6 Milliarden betragen wird). Und sind skew trades Massenvernichtungswaffen? Diese Finanzwetten mit komplexen Derivaten sind das tatsächlich nur allzu oft. Im Handelsraum der Londoner Bank JPMorgan erkennen der Händler Bruno Iksil wegen des gewaltigen Ausmaßes seiner Finanzspekulationen auch Wal von London genannt und sein Assistent Julien Grout am 23. März 2012, dass ihre gigantische
n Finanzwetten ihrer Bank (und damit teilweise dem Steuerzahler) Verluste einbringen. Ihr SMS-Austausch drückt diese Verzweiflung aus. 2011 hatte Iksil noch erfolgreich auf den Konkurs mehrerer amerikanischer Unternehmen spekuliert. Diese Wetten bescherten JPMorgan Gewinne in Höhe von 400 Millionen Dollar, davon Boni von 32 Millionen Dollar für ihn und zwei seiner Vorgesetzten.

Der Fall Fabrice Tourre ist ein weiteres Indiz für die Geisteshaltung, die im Milieu der Investmentbanken vorherrscht. Fabrice Tourre, Absolvent der École Centrale und der Stanford University, wurde im Alter von zweiundzwanzig Jahren von der Bank Goldman Sachs eingestellt. Einige seiner E-Mails verwendete die US-Finanzaufsicht SEC im Verfahren gegen die Geschäftsbank, der sie unzulässige Bereicherung auf Kosten ihrer Kunden vorwarf: Sie hatte Kunden zum Kauf von Schuldverschreibungen verleitet, die mit besonders unsicheren Hypothekendarlehen besichert waren, während die Bank selbst ohne Wissen der Kunden auf den Verfall der Immobilienpreise spekulierte. Hier ein Beispiel seiner Prosa:

Immer mehr Leverage-Effekt im System. Das ganze Gebäude kann jeden Moment zusammenbrechen. [] Wenn ich daran denke, dass ich dieses Produkt mitentworfen habe [], ein Ding, das du erfindest und dir dabei sagst: und wenn wir ein Ding erfinden, das zu nichts taugt, das keinen Sinn erfüllt und hoch theoretisch ist und dessen Preis keiner einschätzen kann, dann schmerzt es, es mitten im Flug explodieren zu sehen. Es ist ein bisschen wie mit Frankenstein, der sich gegen seinen Erfinder wendet.3

Eine E-Mail eines anderen jungen Bankers bestätigt diese Geisteshaltung. Ihr Autor ist Jérôme Kerviel, der Wertpapierhändler, welcher der französischen Großbank Société Générale 2007 einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro bescherte. Er wurde inzwischen von der französischen Justiz verurteilt, während sein Arbeitgeber seltsamerweise für straffrei erklärt wurde, ob
wohl er sicher mitverantwortlich für die Ausbreitung dieser Kasino-Wirtschaft und die entsprechende Mentalität war. Unter anderem erklärte er:

Den idealen Modus Operandi der Handelsräume kann man in einem Satz zusammenfassen: Man muss wissen, wie man das größte Risiko eingeht, um der Bank die größtmöglichen Gewinne zu ermöglichen. Angesichts dieser Regel wiegen die elementarsten Vorsichtsprinzipien nicht schwer. Bei der großen Geldorgie werden die Trader genauso behandelt wie jede x-beliebige Prostituierte: eine kurze Anerkennung, dass der Tagesumsatz in Ordnung war.4

Abschließend macht ein Artikel von Sam Polk, der als Trader für einen spekulativen Fonds tätig war, eine weitere Dimension des Problems deutlich: Für ihn wie für viele seiner Kollegen wird Geld zur Droge. Hier ein Auszug:

Während meines letzten Jahres an der Wall Street betrug mein Bonus 3,6 Millionen Dollar und ich war wütend, weil das nicht genug war. Ich war 30 Jahre alt, hatte keine Kinder, keine Schulden abzuzahlen, kein philanthropisches Ziel vor Augen. Ich wollte mehr Geld und zwar aus dem gleichen Grund, wie ein Alkoholiker noch ein Glas braucht. Ich war süchtig.

Des Weiteren sagt er:

Nicht nur, dass ich nicht dabei half, Lösungen für die Probleme der Welt zu finden, ich profitierte auch noch davon.5

Beim Lesen dieser E-Mails oder Aussagen kristallisieren sich weitere Merkmale der heutigen Gesellschaft heraus. Innerhalb der Finanzsphäre, also im Nervenzentrum der Wirtschaft, überwiegen Käuflichkeit, das Fehlen anderer als finanzieller Werte und moralisches Vakuum. Der ungebremste Zynismus desillusionierter, geldsüchtiger junger Leute, die ihre Abschlüsse an den renommiertesten Universitäten erst seit kurzem in der Tasche haben, wird nicht nur geduldet, sondern von ihren Arbeitgebern auch stillschweigend gefördert. Hinzu kommt, dass diese Hochschulen sich häufig d
amit brüsten, solche brillante Köpfe auszubilden, die das Zeug haben, in den Handelsräumen der größten internationalen Banken zu agieren. Viel zu selten wird dabei die Frage nach dem gesellschaftlichen Nutzen und der Integrität ihrer Absolventen gestellt! Dank der massenhaften Einstellung von Wertpapierhändlern können sich Großbanken aktiv am gegenwärtigen Finanzkrieg beteiligen, in dem die Wetten der Kasino-Wirtschaft6 zu Massenvernichtungswaffen werden,7 die Staaten und Unternehmen erschüttern und Massenarbeitslosigkeit produzieren.

Menschen, die unter diesem Zynismus leiden, gibt es zuhauf. Ein Beispiel ist die Arbeitslose Isabelle Maurer. Am Donnerstag, den 10. Oktober 2013 fiel sie Jean-François Copé, dem Vorsitzenden der französischen politischen Partei UMP, in einer Fernsehsendung empört ins Wort:

Wir überleben von dem bisschen, das man uns zugesteht. Bald können wir uns nicht mal mehr ein Stück Seife zum Waschen leisten! Und dann soll ich mich auch...


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