"Missverstandene Monster" lässt den Leser in Geschichten rund um die unterschiedlichsten Monster eintauchen. Einige sind niedlich, andere eher erschreckend, es begegnen uns bekannte Spezies wie Drachen und Wesen von denen wir noch nie gehört oder gelesen haben. Einige schließt man direkt ins Herz, bei anderen ist man froh, dass es ja bloß Geschichten sind. Insgesamt 20 monstermäßige Kurzgeschichten vereinen sich in dieser Anthologie. Jede Geschichte stammt von einem anderen Autor und so entstand eine vielfältige Mischung mit ganz unterschiedlichen Ideen und auch Schreibstilen.
Besonders gefallen haben mir die Geschichten um Willo, das eher tragische Irrlicht (Nina C. Egli), dem ich ganz dringend ein Happy End wünschen würde, um das Monster aus dem Keller von Tanja Rast, das man einfach ins Herz schließen muss, wenn man es einmal kennengelernt hat und Felicitas Heines Geschichte über die anonymen Pädophobiker, die am liebsten ganz ohne Kinder leben würden.
Auch wenn wohl den Wenigsten alle Geschichten gleich gut gefallen werden, so dürfte für jeden etwas dabei sein. Die Geschichten sind humorvoll, traurig, märchenhaft, spannend und bei einigen würde man nur zu gerne eine Fortsetzung lesen. Die Geschichten zeigen, dass auch Monster so ihre Probleme haben - sowohl untereinander als auch mit uns Menschen - und dass sie nur allzu oft missverstanden werden. Was kann das katzenähnliche Monster schon dazu, das seine Eltern ihn den "Großen grausamen Tod" genannt haben und daher die Leute alle panisch vor ihm fliehen? Oder die Banshee: sie verursacht doch keinen Tod, sie verkündet ihn nur von Berufswegen.
Der einzige kleine Kritikpunkt, den ich anbringen kann, ist der, dass der Verlag die Geschichten quasi kategorisiert hat und es sich so Rubriken wie "Monster in Not", "Monster bei der Arbeit" und Ähnliche ergeben. Diese Einteilung fand ich nicht immer so ganz passend und für mich hätte es einfach gar keine Unterteilung gebraucht. Die Geschichten sprechen für sich. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, wie es so schön heißt.
Insgesamt wieder eine gut gemischte Anthologie, die ich ruhigen Gewissens wärmstens weiterempfehlen kann.