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Parksünder

Roman.
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Produktdetails

Titel: Parksünder
Autor/en: Sylvie Schenk

EAN: 9783711750716
Format:  EPUB
Roman.
Picus Verlag

1. September 2009 - epub eBook - 220 Seiten

Rémi ist ein junger, erfolgreicher Ministerialbeamter. Seine strenge politische Linie, sein ganzes Leben gerät ins Wanken, als er sich, mitten in einem Aufstand der Straße, mit einer schweren Grippe ins Bett legen muss und einen Anruf seiner Schwester Mireille erhält: Cornélie, seine Mutter, ist gestorben. Krank und erschöpft macht er sich auf den Weg zu ihrem Begräbnis in das kleine französische Bergdorf, das sich die Eltern für ihr Aussteiger-Dasein ausgesucht hatten. Ein Dorf, das ihm verhasst ist, eine Mutter, die eine etwas andere Mutter war, eine, die sich nicht darum kümmerte, was die Leute sagten, Liebhaber hatte und gleichzeitig ein strenges Regiment bei ihren drei Kindern führte, vor allem nach dem tragischen Tod des Vaters. Voller Bitterkeit taucht Rémi in seine Erinnerungen, während der Leser im Rhythmus der Briefe, die die Mutter an den Sohn und die Tochter Marlène schrieb, eine ganz andere Stimme hört. Briefe, die Rémi und Marlène nie lesen wollten ...
Sylvie Schenk wurde 1944 in Chambéry (Frankreich) geboren. Sie lebt als freischaffende Autorin in Stolberg, Rheinland. Sie schreibt Lyrik auf Französisch und Prosa auf Deutsch. Mehrere Auszeichnungen, darunter der Hasenclever-Förderpreis. Im Picus Verlag erschienen ihre Romane »Die Tochter des Buchhändlers«, »Parksünder«, »Der Gesang der Haut«, »Der Aufbruch des Erik Jansen« und zuletzt »Bodin lacht« (2013). www.sylvie-schenk.com

13. August 2007

Mein lieber Rémi,

Rückwärtseinparken ist ein diabolisches Unternehmen. Man steckt die Nase ins eigene Unvermögen. Eine Operation, die einem den Kopf verdreht, die Gedanken durcheinanderwirbelt, einen die Halswirbelarthrose spüren lässt. Nicht grundlos wird Nach-hinten-Schauen in alten Sagen bestraft. In den letzten zwanzig Jahren, in denen meine Gelenke langsam versteiften, meine Blutgefäße verkalkten, verstopften Tausende von Wagen die kleine Stadt Gap, vergifteten die Alpenluft mit Abgasen. Ein Grauen. Sag mir, wie kann sich eine Ehemalige ihre Sehnsucht nach damals verkneifen, dem schön überschaubaren Damals, als man die erste Verkehrsampel im Departement pflanzte und die Leute in die rue Carnot liefen, um einen Start in die Moderne zu erleben? Ich bin alt, die Statistiken aber sind jung: Der Autoverkehr hat in den letzten zwanzig Jahren um fünfzig Prozent zugenommen.

Gestern brachte ich meinen ganzen Mut auf, um wieder mal nach Gap zu fahren, um meine Freundin Roxane zu besuchen. In der Nähe ihrer Wohnung erblickte ich eine Parklücke (das reimt sich fast auf Glück!) und bremste rechtzeitig, wenn auch zu brutal für den Fahrer, der an mir klebte und sich Wut und Schrecken aus der Seele hupte. Mein Herz schlug bis zum Hals, denn ich war im Begriff, das Verdrehteste, das Unmöglichste zu tun: in eine Lücke einzuparken. Ich versuchte zuerst vorwärts einzufahren, dann stand aber der halbe Wagen schräg auf der Fahrbahn, so probierte ich es rückwärts, landete aber mit dem Wagen fünfzig Zentimeter weit weg vom Bordstein. Es folgten mehrere Versuche: Mein Auto hockte aber weiterhin schief, zu weit, zu nah, mit einem Rad auf dem Bürgersteig, von Passanten mit ironischem Blick beäugt, von Wagen bedroht, die knapp an ihm vorbeitobten, schließlich wurde mein Peugeot 106 zum knurrenden, Gaswolken spuckenden Ungeheuer, das mit hüpfendem Hintern die Kiste sein
es Nächsten mit der Stoßstange schob, bis es sich eingefädelt hatte. Geschafft! Klatschnass unter den Achseln spürte ich den Schweiß an Hals und Rücken, empfand aber das Glück eines Menschen, der nach schweren Prüfungen seinen Platz unter der Sonne ergattert hat. Ich drehte den Zündschlüssel, trocknete mir die Stirn ab und atmete durch. Plötzlich klopfte ein Mann mit Hut an die Scheibe, die ich daraufhin herunterkurbelte. Er beugte sich herab (schwarze Lederjacke, rotes, rundes Gesicht, aufgesprungene Unterlippe) und fragte grinsend, ob sein Auto hinter mir nicht zu sehr gestört habe. Ich errötete wie ein Erstklässler vor des Lehrers Blick. Er musterte ungeniert mein Gesicht weiter, als erwartete er, dass es aus allen Falten wegfließe: Ich aber verlor die Fassung nicht und stieg aus, um das Ausmaß des Unheils festzustellen. Nichts war passiert, und auch der Mensch war schon weg, ich hörte noch sein Lachen und sann nach, ob ich eine Halluzination gehabt hatte, denn beim Einparken fühle ich mich ständig beobachtet und begutachtet. Der Beobachter und Gutachter ist immer ein großer Mann mit schwarzer Jacke, blassem Gesicht und aufgesprungener Lippe, mein Gewissen, lieber Rémi, mein Gewissen streckt den Kopf in meinen Wagen herein und bittet mich, Deine Mutter, in sich zu gehen
.

Deine Cornélie

Er schwitzte, sein Hals kratzte, er hustete sich die Seele aus dem Leib. Ein Riesenniesen warf ihn um sechzehn Uhr dreißig ins Bett. Er verschüttete die Hälfte seines Grogs. Seine Sekretärin Catherine Giraud hatte ihm bestätigt, dass er fürchterlich aussah und das ganze Büro anstecken würde, falls er eine Minute länger hierbliebe. Rémi, ab mit Ihnen, trällerte sie mit diesem Lächeln, das Distanz und Zärtlichkeit gleichsam destillierte. Dieses Lächeln hatte er damals bei ihrem Einstellungsgespräch als das ihrer Position angemessene empfunden, genauso wichtig wie all ihre Diplome und Zeugnisse. Ihre Stimme war nicht nur musikalisc
h, sondern warm und sinnlich. Wenn sie seinen Vornamen aussprach, schmeckte er das Sanfte einer Crème brulée auf der Zunge.

Rémi, sagte sie noch, Ihre Schwester hat heute Mittag angerufen. Sie bittet um Rückruf. Ihr Handy sei abgeschaltet gewesen.

Welche Schwester? Marlène oder Mireille?

Mireille.

Er brummte nur, ja ja, Catherine, später, ich rufe sie von zu Hause aus an. Mit Mireille dauerten die Telefonate ja immer eine Ewigkeit.

Es war ärgerlich, Voltaires Spruch Dein Leib ist der Sklave, dein Geist der Herr umzukehren, den Spruch eines engagierten Philosophen, den Spruch einer ganzen Regierung, seitdem der neue Präsident seine dünnen Arme wie eine Wetterfahne in alle Windrichtungen des Universums drehte. Rémi Signol fand sich aber um fünfzehn Uhr damit ab, dass sein Körper den Geist zur Schnecke machte. Nur einmal im Jahr gab er sich der Erkältung geschlagen. Wie der große Bruder dem Schwesterchen nachgibt, das ihn plagt, und sagt, gut, gut, aber nur dieses eine Mal und dann lässt du mich in Ruhe Hausaufgaben machen. Er, der sonst mit hellem Kopf, scharfer Zunge oder klaren Schriften seine Meinung kundgab, genoss das zwielichtige Gefühl: Er ließ es mit sich geschehen. Ja, es war fast schön, endlich schachmatt zu sein.

Heute Morgen im Büro der Ministerin für Forschung und Universitäten hatte er sich bei der eilig zusammengerufenen Konferenz tapfer geschlagen und zwischen zwei Niesern, Hustenanfällen kiloweise Berichte überflogen, mit rauer Stimme der Ministerin nahegelegt, sich nicht weich protestieren zu lassen, den verwöhnten Studenten nicht nachzugeben, die Tag für Tag mit beschmierten Clownsgesichtern, schlagfertigen Transparenten und furiosen Sprüchen den boulevard St. Michel entlangmarschierten, statt ihre verkifften Nasen in die Bücher zu stecken. Er spürte seine weichen Beine und den Schweiß, der an seiner Wirbelsäule entlanglief. Das au
fkommende Fieber hatte ihn aber nicht daran gehindert, gewissenhaft und objektiv die Klagen und Forderungen der Chaoten zu resümieren, ohne der gereizten inneren Stimme nachzugeben, die der Ministerin zuzischte: Ich wette mit Ihnen, meine Schöne, die Hälfte dieser Kretins weiß nicht, wozu sie jetzt auf die Barrikaden gehen. Die müssen sich die Zähne an irgendeiner Causa ausbeißen. Abwarten und Kamillentee trinken. Die Erkältung drohte, ihn unsachlich zu machen. Und Rémi Signol wollte für sein Leben nicht unsachlich werden. Als er Stufe für Stufe die rosa Marmortreppe des Ministeriums hinunterstieg, erdrückte ihn das Gefühl, ganz tief in sein Inneres zu versinken. Geist und Seele klebten an den Bronchien, an den Lungen, verkrochen sich in die Windungen des Darmes. Er kreuzte den Weg seines Kollegen Daniel Darieux (junger ehemaliger Professor der Politologie mit bürgerlichem Hintergrund und Fußballerwaden, der mit wehender pinkfarbener Krawatte nach oben flitzte (er nahm drei Stufen auf einmal). Rémi nieste Guten Tag! an ihm vorbei, Daniel piepste mit Eunuchenstimme: Na, lieber Freund, Sie sehen aber mitgenommen aus. Der sportliche Darieux kickte nicht ungern andere vom Stuhl. Rémi hielt ihn für einen Ministerialkriecher, eine Spezies Kakerlake, die ihre Fühler an jeder Wand spazieren fährt.

Er ließ sich nach Hause fahren. Von der rue Descartes zur Ile Saint-Louis braucht man zu Fuß eine Viertelstunde und mit dem Wagen eine halbe, wenn nicht eine ganze Stunde. Über die Brücke Pont-Marie zur Insel hatte er das Gefühl, von einer weiten Reise zurückzukommen. Vor seiner Eingangstür lag schon seit Tagen ein verwüsteter Halbschuh, es war ein Rätsel, warum die Con cier ge ihn nicht entfernte. Auch er oder ein anderer Bewohner der schicken Wohnungen hätte das Unding in einen Mülleimer stecken können, aber niemand tat es. Der kaputte Schuh zeigt auf meine eigene Lethargie, dachte er, und auf die Weltträgheit. Nicht der wird dich in den Hintern treten. Vor d
em Spiegel des Aufzugs streckte er die belegte Zunge heraus und mochte den kleinen grauen Mann, der endlich seine Krawatte lockerte, nicht. Einmal in der Wohnung, warf er seine Aktentasche auf den Boden, bereitete und trank zitternd einen Grog ein Drittel Wasser zu zwei Drittel Rum und fiel ins Bett. Pompidou schnellte zu ihm hoch und schnurrte sich an seinen Kopf heran. Bonjour, Pompidou, ich sterbe.

Rémi Signol erbrachte dem Virus seine Huldigung. Er schaute auf ein Farbbild von Sue vor sich. Sie hatte eine untergehende Sonne über der Seine fotografiert, die Farben wirkten verschmiert und saftig, als hätte die Fotografin die Sonne als Blutorange ausgepresst. Rémi leckte sich die trockenen Lippen. Ein Nadelkissen rollte sich jetzt in seine Schleimhautzellen, es wälzte und vermehrte sich, konnte in seinem Leib beliebig wüten. Er lag flach und wartete, dass es ihn am Nacken packte und zermalmte. Dabei spürte er eine schüchterne Freude aufkeimen: Es erwarteten ihn schöne Augenblicke in der Gefangenschaft: Lektüre, Träumerei, Schlaf, Schlaf, Schlaf. Er würde sich in einem guten Roman verlieren, die einzig anständige Weise, sich zu verlieren, behauptete seine Mutter, die weder rauchte und selten zu viel trank, aber erst in späteren...


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