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Duftfallen

Roman. 1. Auflage.
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Produktdetails

Titel: Duftfallen
Autor/en: Bernhard Jaumann

EAN: 9783841208620
Format:  EPUB
Roman.
1. Auflage.
Aufbau Digital

17. November 2014 - epub eBook - 271 Seiten

Trotz Wirtschaftskrise boomt die Metropole Tokio. Der Aromaexperte Takeo Takamura hat jedoch von Konsumrausch und künstlichen Düften die Nase voll, als er als Hauptverdächtiger eines Massenmordes untertauchen muß. Gehen die mysteriösen Giftgasanschläge tatsächlich auf die Endzeitvisionen einer Sekte zurück? Handelt es sich um uralte Räucherzeremonien oder hypermoderne Manipulationstechniken? Der vierte Krimi in Jaumanns Serie, die alle fünf Sinne schärft, widmet sich dem Riechen, das im Land der Räucherstäbchen, Kirschblüten und elektronischen Nasen besonderen Gefahren ausgesetzt ist. Vom Gewinner des renommierten Friedrich-Glauser-Preises: "Ein sinnlicher Krimi, gut recherchiert, sprachlich ausgefeilt und spannend." Südwest Presse
Bernhard Jaumann wurde 1957 in Augsburg geboren. Studium in München. Er war zehn Jahre Lehrer für Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Italienisch in Bad Aibling, unterbrochen von einjährigen Auslandsaufenthalten in Italien und Sydney/Australien. Seit 1997 lebt er in Mexiko-Stadt.Sein erster Kriminalroman, "Hörsturz", erschien 1998; zweiter und dritter Band seiner Krimireihe um die fünf Sinne erschienen 1999 ("Sehschlachten","Handstreich").Foto: © Isolde Ohlbaum

1

Blütenduft

Die äußersten Spitzen der Zweige berührten sich fast über den Köpfen der Passanten. Ein weißer Baldachin spannte sich so über die Zentralallee des Ueno-Parks. Kirschblütenmeere, die in der Abendbrise sanfte Wellen schlugen. Im Laufe des Tages hatte sich der Dunst verzogen. Von Westen her fiel das Licht nun überirdisch klar herein. Es legte einen magischen Glanz um die Dinge, und nur wenn eine Bö jäh an den Ästen rüttelte und Blütenschnee nach unten taumeln ließ, wußte man wieder, daß nichts von Dauer sein würde.

Nur eine Woche im Jahr war Kirschblütenzeit, und Takamura genoß es dabeizusein. Nicht einmal die Menschenmassen konnten ihn sonderlich stören. Halb Tokio feierte das Kirschblütenfest im Ueno-Park, heute wie vor dreißig Jahren. Takamura hatte noch Erinnerungen an damals, aber ob sie auf seine eigenen Wahrnehmungen zurückgingen, auf spätere Erzählungen seiner Mutter, auf Bilder in Fotoalben, Büchern, Filmen, war schwer zu entscheiden. Wahrscheinlich hatte sich alles untrennbar vermengt, und das selbst Erlebte war in einem Brei von vermittelten und erfundenen Eindrücken untergerührt worden. Sein Gedächtnis war sowieso nie sehr gut gewesen. Außer für Gerüche. Die vergaß er nicht.

Am frühen Nachmittag war ihm alles fremd erschienen, als er das Konferenzzentrum auf einer der künstlichen Inseln in der Bucht von Tokio verlassen hatte. Das Meer hatte nur schwach nach Meer gerochen. So, als habe jemand eine gigantische Plastikplane darüber gezogen. Es hatte unbewegt dagelegen, eine dicke, bleigraue Suppe um die Fundamente der riesigen Betonpfeiler, auf denen die doppelstöckige Auffahrt zur Rainbow Bridge ruhte. Nach Westen zu war die Brücke im weißen Dunst über dem Hafen verschwunden. Den Tokio Tower auf dem Festlandsufer hatte der Nebel verschluckt, genau wie die Einkaufspaläste der Ginza, die fernen Wolkenkratzer Shinjukus und den gesamten Rest von Tokio-Stadt. Die Insel, auf der sich Takamura befunden h
atte, hatte zu seiner Zeit noch gar nicht existiert.

Nun jedoch hatte Takamura ein Bild von damals fast greifbar vor Augen: In einem etwas zu großen Matrosenanzug sah er sich in der Wiese sitzen, vor sich einen Pappteller mit einer riesigen Süßkartoffel darauf, deren samtig-rauchiger Duft ihm heute noch in der Nase hing. Es konnte nicht nur die Erinnerung an ein Foto sein.

Es gab tatsächlich einen Süßkartoffelverkäufer. Sein Kleinlastwagen stand an der Abzweigung, die zum Gojôten-jinja hinabführte. Auf der offenen Ladefläche war Feuerholz neben einem großen alten Herd gestapelt. Damit wurden die Steine erhitzt, auf denen die Süßkartoffeln gebacken wurden. Das Abzugsrohr stieß durch die grüne Abdeckplane nach oben. Durch einen Spalt an der Herdklappe schimmerten die Flammen hervor. Auf einem Brett stand eine Plastikwaage, und daneben hatte der Verkäufer die gegarten Knollen sorgfältig aneinandergereiht. Sie rochen so, wie Takamura es in Erinnerung hatte. Sie rochen appetitlich. Schade, daß er schon gegessen hatte.

Die Sonne verglühte hinter den Bäumen, gab ihr Licht an die überall hängenden Lampions ab. Hier und da zuckten Blitzlichter von Fotoapparaten auf, stanzten für einen Augenblick einzelne Szenen aus der Masse heraus, einen Angestellten, der zum rhythmischen Klatschen seiner Kollegen einen sentimentalen Schlager zum besten gab, eine krumme Großmutter, die von ihren Enkeln gestützt wurde, ein Kleinkind, das einen batteriebetriebenen Panda anstaunte, der wackelig im Kreis lief.

Takamura hielt sich in der Mitte der Allee, an deren Rand Pappkartons und Plastikplanen ausgebreitet worden waren. Zur Straße hin standen Schuhe sauber aufgereiht. Die Frauen hockten auf den Unterschenkeln, die Männer waren schon zum Schneidersitz übergewechselt. Sake-Fläschchen machten die Runde. Ganze Belegschaften feierten gemeinsam. Man sang, man lachte. Langsam schob sich Takamura durch die Menge. Er ging in Richtung des großen Brunnens vor dem Eingang zum
Nationalmuseum, aber eigentlich hatte er kein Ziel; er genoß es, absichtslos unterwegs zu sein, inmitten von Leuten, die ihn nichts angingen. Und umgekehrt.

Vor Takamuras Augen schraubte sich ein Kirschblütenblatt in einer unregelmäßigen Spirale nach unten. Durch die Drehung konnte es sich auf dem Luftpolster halten und stürzte nicht zur Seite hin ab. Takamura sah zu. Er schnupperte in den Wind.

Vorsicht an Gleis zwölf. Einfahrt des Zugs nach Shibuya, Shinagawa, Tokio. Bitte bleiben Sie hinter der weißen Linie zurück! sagte die Tonbandstimme aus dem Lautsprecher. Die Achterreihen vor Higuchi Yasumari standen dicht gedrängt hinter den gelben Pfeilen, an denen sie sich auszurichten hatten. Nicht eine Schuhspitze berührte die weiße Linie, die den Sicherheitsbereich vor der Bahnsteigkante kennzeichnete. Auch der nächste Pulk schien sich ordnungsgemäß aufgestellt zu haben. Dem Himmel sei Dank! Higuchi wüßte wirklich nicht, wie er rechtzeitig durchkommen sollte, wenn irgendein Chaot Unsinn veranstaltete. Higuchis Mund war trocken. Seine Zunge klebte am Gaumen.

Seit ein paar Jahren baute Japan Railways kontinuierlich Stationspersonal ab. Higuchi sah ein, daß die goldenen Zeiten, in denen Geld keine Rolle gespielt hatte, vorbei waren, aber dennoch war es Wahnsinn, die Sicherheitsmaßnahmen gerade hier zu reduzieren. Sechs Eisenbahnlinien und zwei U-Bahnlinien trafen in Shinjuku-Station zusammen, zwei Millionen Pendler mußten hier täglich durchgeschleust werden, es war der betriebsamste Umsteigebahnhof der Welt. Auch wenn Higuchi die Last der Verantwortung manchmal schwer auf seinen Schultern fühlte, war er stolz darauf, hier arbeiten zu dürfen.

Der Wachhabende hinter der Glasscheibe im Station Office am Nordende des Bahnsteigs wiederholte die Warnung. Wortgleich, nur etwas lauter als die vom Band eingespielte. Wie auf Befehl tauchte die Spitze des Zugs aus Richtung Ikebukuro auf. Higuchi streckte seine gerollte rote Fahne dem Zug entgegen. Er hie
lt den Arm ganz waagerecht, wie es den Vorschriften entsprach, beschrieb dann eine Vierteldrehung nach links und ließ den Arm aus der Schulter heraus in einer runden Bewegung am Körper vorbeistreichen. Die Fahne zeigte nun in Fahrtrichtung des einkommenden Zugs.

Das Ritual hatte seinen Sinn. Man blieb konzentriert bei seiner Aufgabe, bot den Fahrgästen ein Vorbild an Disziplin, vermittelte die Autorität, die in Notfällen Gold wert sein konnte. Und obwohl in den zehn Jahren, die Higuchi Tag für Tag hier verbrachte, immer alles funktioniert hatte, wußte er, daß ein Notfall schnell eintreten konnte.

Jetzt, zur abendlichen Rushhour, und am Morgen, wenn die Pendler in die Stadt einfielen, schlitterte Shinjuku Station am Rande der Katastrophe dahin. Es lag schlicht an der Masse der Fahrgäste. Pro Gleis lief alle neunzig Sekunden ein Zug ein. Die zulässige Verspätungstoleranz betrug zehn Sekunden. Nicht auszudenken, wenn ein Zug mal eine halbe Minute zu spät käme. Die Rolltreppen würden zu den bereits Wartenden ohne Unterlaß weitere Hunderte Fahrgäste heraufschleppen, dicht an dicht würden sich die Körper von Bahnsteigkante zu Bahnsteigkante aneinanderquetschen, an den Austritten der Rolltreppen würden ein paar ältere Fahrgäste im Rückstau stolpern, stürzen, und immer mehr kämen von unten, würden darüber getürmt, und wenn dann endlich der verspätete Zug einfahren würde, wenn die Umsteiger herausdrängten, in die wartende Masse hinein, deren hintere Reihen sowieso schon klammernd und balancierend über der gegenüberliegenden Bahnsteigkante hingen und nun unter dem neuen Ansturm einfach abbröckeln würden wie alter Putz, hinabpurzeln auf die Schienen von Gleis elf, auf denen vielleicht gerade der Chûô-Zug fahrplanmäßig einkam Dreißig Sekunden Verspätung, und die Katastrophe wäre perfekt!

Als müsse die Schreckensvision vom Massensterben durch irgend etwas ausgelöscht werden, tauchte in Higuchis Kopf das Bild einer Wüstenlandschaft auf, eine menschenleere, gr
enzenlose Sandwüste, auf die die Sonne unbarmherzig herabbrannte. Nicht die kümmerlichste Palme bot Schatten, ungehindert fegte heißer Wind über die Ebene und blies Higuchi den Geruch gerösteten Wüstensands in die Nase. Der Speichel im Mund war eingetrocknet. Higuchi schluckte. Er brauchte etwas zu trinken. Ein paar Tropfen kühle Flüssigkeit. Verstohlen fuhr er sich über die Lippen. Er würde doch nicht krank werden?

Der Yamanote-Zug auf Gleis zwölf war zum Stehen gekommen. Mit leisem Zischen öffneten sich die Türen genau vor den Lücken, durch die die aussteigenden Fahrgäste abströmen sollten. Higuchi stand mit dem Rücken zum Zug und wachte über seine beiden Bahnsteigabschnitte. Er durfte nicht krank werden. Erst vor einem halben Jahr hatte er sich am Blinddarm operieren lassen müssen. Wenn er sich nun wieder Fehlzeiten erlaubte, konnte er jede Hoffnung auf die Beförderung zum stellvertretenden Stationsmeister begraben. Er müßte sich dann selbst eingestehen, daß er für einen noch verantwortungsvolleren Posten nicht belastbar genug war. Nein, Higuchi war nicht krank, er dachte gar nicht daran, krank zu werden, ihm ging es prächtig. Er hatte nur unglaublichen Durst.

Wie ein einziges vielbeiniges Wesen schoben sich die aussteigenden Passagiere aus dem Waggon, um hinter dem Block der Wartenden nach links abzubiegen. Vor dem Zeitungskiosk in der Mitte des Bahnsteigs teilte sich die Menge, spülte links und rechts daran vorbei, wurde dann von der nächstgelegenen Rolltreppe eingesogen und mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in das unterirdische Passagensystem befördert.

Es roch nach glühendem Sand. Lets kiosk stand auf dem...


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