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Hagard

Roman.
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Produktdetails

Titel: Hagard
Autor/en: Lukas Bärfuss

ISBN: 3835318403
EAN: 9783835318403
Roman.
Wallstein Verlag GmbH

1. März 2017 - gebunden - 173 Seiten

Ein Mann, eben stand er während des Feierabendgedrängels noch am Eingang eines Warenhauses, folgt aus einer Laune heraus einer Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, folge ich ihr nicht weiter; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter. Es bedeutet ja nichts, niemand kommt zu Schaden, und der Abstand in der Menge ist so groß, dass die Frau es gar nicht bemerken wird. Eher ist es eine sportliche Aufgabe, sie in der Menge nicht zu verlieren.
In einer knappen Stunde hat Philip ohnehin einen wichtigen Termin. Aber schon fragt er sich, ob der nicht auch zu verschieben wäre, bis zur Abendverabredung bliebe ja noch etwas Zeit. Was ihn bewegt, ist erst einmal unklar. Ist der Verfolger einfach ein gelangweilter Schnösel? Ein Verrückter? Ein Verbrecher? Er scheint selbst vor etwas zu fliehen.
Etwas Bedrohliches liegt in der Luft, etwas Getriebenes. Ein atemloser Sog entsteht, in den auch der Leser gerät, je länger die Verfolgung anhält. Allen Sinneswahrnehmungen haftet etwas beunruhigend Surreales an. Die aufgerufenen Fragen über unsere Lebenswirklichkeit im 21. Jahrhundert gewinnen eine unabweisbare Schärfe.
Lukas Bärfuss, geb. 1971 in Thun/Schweiz. Dramatiker und Romancier, Essayist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in etwa zwanzig Sprachen übersetzt. Er lebt in Zürich.

Preise u. a.:
- Mülheimer Dramatikerpreis (2005)
- Anna-Seghers-Preis (2008)
- Mara-Cassens-Preis (2008)
- Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung (2009)
- Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (Sonderpreis) (2009)
- Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster (2010)
- Kulturpreis Berner Oberland (2011)
- Berliner Literaturpreis (2013)
- Solothurner Literaturpreis (2014)
- Thuner Kulturpreis (2014)
- Schweizer Literaturpreis (2014)
- Nicolas-Born-Preis (2015)
»Nur Romane, die viel aufs Spiel setzen, sind literarische Erlebnisse. Und «Hagard» ist ein literarisches Erlebnis.«
(Philipp Theisohn, NZZ, 24.02.2017)

»Hagard ist ein Meisterstück, das seine Achillesferse nicht verbirgt: Es ist ein ästhetisch souveränes, aber auch verletzliches Porträt des Menschen auf der Epochenschwelle.«
(Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung, 25.02.2017)

»Lukas Bärfuss (ist) als Erzähler ein Zauberkünstler, der mit doppelten Böden und Spiegeltricks arbeitet.«
(Richard Kämmerlings, Die Literarische Welt, 25.02.2017)

»Lukas Bärfuss liefert ein bedenkenswertes Porträt unserer Gesellschaft, die sich von technischen Errungenschaften wie dem Handy abhängig gemacht hat.«
(Julian Schütt, SRF, 24.02.2017)

»stringent und kraftvoll von der ersten bis zur letzten Seite«
(Manfred Papst, NZZ am Sonntag, 26.02.2017)

»Bärfuss schreibt den Roman einer Zeit, in der Gewissheiten zerbröseln und Irritationen wachsen.«
(Karin Grossmann, Sächsische Zeitung, 25.02.2017)

»Mit »Hagard« erweist sich der Schweizer Schriftsteller als meisterlicher Ergründer der erzählerischen Zeugenschaft.«
(Katrin Schumacher, MDR, 28.02.2017)

»eine kleine, brillante Geschichte mit einer großen Wirkung «
(Jörg Magenau, dradio kultur 20.02.2017)

»Auf den Spuren eines Verfolgers, der einer rätselhaften Obsession gehorcht, zieht uns Lukas Bärfuss in den atemlosen, seltsam unheimlichen Sog einer Stadt-Odyssee. Ein szenisch kunstvoll konstruierter Psycho-Noir, der heutige Lebenswelten schräg bis surreal beleuchtet.«
(Jurybegründung für die Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse 2017)

»Lukas Bärfuss ist einer der scharfsinnigsten Erzähler der Schweizer Gegenwartsliteratur.«
(Schweizer Buchhandel, Nr. 3 2016)

»Lukas Bärfuss' neuer, auf durchaus bedrückende Weise kompromisslos gelungener Roman«
(Christoph Steier, www.buchjahr.uzh.ch, 27.02.2017)

»Über weite Strecken wird tempostark und spannend ein Episodendrama erzählt und in der zeitgenössischen Befindlichkeit gespiegelt.«
(Hansruedi Kugler, Luzerner Zeitung, 27.02.2017)

»So rührt dieses beunruhigende kleine Werk (...) mit einer Kühnheit am großen Ganzen, wie sie sich nur Schweizer Präzisionshandwerker leisten können.«
(Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 02.03.2017)

»ein Buch von wunderbarer Stringenz (...), das die Leser auch nach getaner Lektüre nicht loslässt«
(Beat Mazenauer, Liechtensteiner Volksblatt, 03.03.2017)

»höchst spannend und hintersinnig erdacht«
(Marina Buettner, literaturleuchtet.wordpress.com, 07.03.2017)

»Ein Bärfuss, auf den es sich zu warten gelohnt hat!«
(Sophie Weigand, literatourismus.net, 09.03.2017)

»Welch ein ausgeklügelt konstruierter zivilisationskritischer Slapstick!«
(Ulrich Seidler, Berliner Zeitung, 11./12.03.2017)

» Hagard (darf) als plausibler literarischer Kommentar zur beginnenden Trump-Ära gelten«
(Stefan Schmitzer, fixpoetry.com, 13.03.2017)

»Lukas Bärfuss ist ein Roman gelungen, der uns mehr zu sagen hat als viele dicke Wälzer.«
(Andreas Müller, Darmstädter Echo, 14.03.2017)

»Die Lektüre seines Romans löst viele, auch ungute Gedanken aus, und das ist gut so.«
(Julian Weber, taz, 15.03.2017)

»Bärfuss schreibt das alles in einem eleganten, eindringlichen Stil, in dem nichts Versöhnliches liegt.«
(Frédéric Valin, Der Freitag, 16.03.2017)

»Sein dicht gefügtes Prosastück folgt auf bewundernswerte Weise den Gesetzen von Erzählökonomie und erzählerischer Stringenz.«
(Bettina Schulte, Badische Zeitung, 18.03.2017)

»Das Buch ist auf der Höhe seiner Zeit und sein Autor auf der unbestreitbaren Höhe seiner Kunst.«
(Samuel Hamen, Tageblatt (Luxemburg), 20.03.2017)

»Groß ist die Welthaltigkeit dieses Buches«
(Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 22.03.2017)

»Souverän erzählt Bärfuss, ästhetisch virtuos, seine Sprache ist beinahe kristallin.«
(Markus Clauer, Die Rheinpfalz, 23.03.2017)

»Es ist eine packende, tragikomische Geschichte, dicht und eindringlich geschildert, mit zeit- und kulturkritischen, mythischen und metaphysischen Einstreuungen«
(Wolfgang Seibel, ORF, Ö1 Ex libris, 02.04.2017)

»Klug, anspruchsvoll, sprachlich versiert so wünscht man sich gute Literatur.«
(Regine Mitternacht, ekz.bibliotheksservice, 03.04.2017)

»Dichte Atmosphäre, eine so knappe wie kraftvolle Sprache und das reflektierende Spiel mit vielen offenen Fragen zeichnen diese Meistererzählung aus.«
(Wolfgang Schneider, Der Tagesspiegel, 19.03.2017)

»ein klug komponierter, gedankenreicher Roman über ein Leiden an der Wirklichkeit und den Preis des Aufbegehrens.«
(Holger Heimann, WDR, 20.04.2017)

»Der Blick auf (Philips) Untergang ist hart, beklemmend. Und fabelhaft zugleich.«
(Sebastian Fischer, Lübecker Nachrichten, 02.03.2017)

»Irritierende, düstere und kluge Novelle, die man schon allein wegen der großartigen Sprache und der präzisen Beobachtungen unbedingt lesen sollte.«
(stern, 06.04.2017)

»Eindringlich erzählt Lukas Bärfuss eine ebenso packende wie verstörende Geschichte«
(ORF, Die besten 10 im Mai 2017)

»Bärfuss beherrscht den Rhythmus kurzer Sätze, beherrscht Krimi und Komik, auch in den Abschweifungen.«
(Franz Schneider, Rhein Neckar Zeitung Magazin, 29.04.2017)

»besticht durch Schärfe und Brisanz, durch Sprache und Vielschichtigkeit«
(Gallus Frei-Tomic, www.literaturblatt.ch, 15.05.2017)

»wie Philip seinen Ballerinas, so folgen wir dem Roman dank einer pflaumenblau-herrlichen Sprache«
(Ines Lauffer, www.kommbuch.com, Mai 2017)

»eines der aufregendsten Bücher der Saison«
(Katrin Schumacher, MDR KULTUR-Café, 25.05.2017)

»Lukas Bärfuss hat einen Roman geschrieben, der an die existentiellen Grundfesten des Menschseins rüttelt.«
(domradio.de, 02.06.2017)

»In Hagard glänzen komische und satirische Miniaturen über die Alltagswelt.«
(Dieter Wunderlich, www.dieterwunderlich.de, 06.06.2017)

»Als Dompteur literarischer Stile beweist sich Lukas Bärfuss in seinem Roman Hagard.«
(Kathrin Rahmann, leipzig-almanach.de, 02.07.2017)

»Glauben Sie mir, es ist süß und angenehm, Bärfuss zu folgen!«
(Lothar Schneider, www.lz-giessen.de, August 2017)

»Ein szenisch kunstvoll konstruierter Psycho-Noir, der heutige Lebenswelten schräg bis surreal beleuchtet«
(Leserdienst für Senioren und Bücherfreunde, 7/2017)

»Ein kleines Meisterwerk Fünf Sterne!«
(Stefan Härtel, booksterhro.wordpress.com, 08.10.2017)

»Bärfuss versteht es, packend zu schreiben«
(Theo Byland, P. S., 06.10.2017)

»Lukas Bärfuss' Roman Hagard wächst zu einem faszinierenden Wechselspiel von Zähmung und Rebellion heran.«
(Sebastian Fischer, Hannoversche Allgemeine, 19.01.2018)

»Eine perfekte Punktlandung«
(Marion Hinz, kultur-port.de, 26.01.2018)

» Hagard verändert die Sicht auf das eigene Leben.«
(buecherstadtkurier.com, 08.02.2018)
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Da fällt einer aus seiner gewohnten Welt und der Autor kann ihn nicht daran hind - von Winfried Stanzick - 20.03.2017 zu Lukas Bärfuss „Hagard“
Mehrfach wurde dem Rezensenten in den vergangenen zwei Jahren vom Wallstein Verlag mitgeteilt, dass sich das Erscheinen des neuen Romans "Hagard" von Lukas Bärfuss leider verzögere. Nun liegt er vor, und wurde gleich für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017 nominiert. Ein Ich-Erzähler, der an einer Stelle in der Mitte des Buches auch so etwas wie Rechenschaft abgibt über die Schwierigkeiten, die er zeitweise mit seiner Geschichte hatte, erzählt von einem Mann namens Philip, der eines Tages, obwohl er dringende Termine als Immobilienmakler hat, einer plötzlichen Laune nachgibt, und im Feierabendverkehr einer Frau folgt. Der Erzähler lässt die ganze Handlung in der ersten Märzhälfte des Jahres 2014 spielen, was der Leser durch seine ständigen Verweise auf weltpolitisches Geschehen wie etwa die Suche nach dem verschwundenen Flugzeug MH 370, leicht erkennen kann. Er spart auch nicht mit für Lukas Bärfuss typischen kulturkritischen Verweisen, etwa: "Man fürchtete sich vor der Zukunft, der Leichtsinn, der vor gar nicht langer Zeit die karierte Decke auf der blühenden Frühlingswiese ausgebreitet hatte, war verflogen. Man war, so las man in Zeitungskommentaren, in eine Schwellenzeit getreten, deren Ende, wann immer es uns treffen mochte, nur eines bedeuten konnte: den Untergang der Welt, wie wir sie kannten." Eine Stimmung, die sich bis heute angesichts von Brexit, Trump und Erdogan noch zugespitzt haben dürfte. Der Ich-Erzähler ist mit seinem Protagonisten, von dem immer unklarer ist, was er mit der Verfolgung einer Frau, deren Gesicht er lange gar nicht erkennen kann, beabsichtigt, wie in einem Kampf. Einmal schreibt er: "Doch dort ließ mich Philip nicht in Ruhe. Er hatte kein Einsehen und saß weiterhin in seinem Vorortzug. Seiner Starrköpfigkeit überdrüssig, schrie ich ihm zu, er solle sich zusammenreißen und endlich zu Belinda gehen du danach, meinetwegen, sein Leben ändern, Vera entlassen, das Geschäft du den BMW verkaufen und seine Talente einer Sache widmen, die größer war, als dieses billige Abenteuer." Er kann nicht billigen was Philip da tut, kann aber auch nicht von ihm lassen. Da fällt einer aus seiner gewohnten Welt und der Autor kann ihn nicht daran hindern. Das hat etwas Bedrohliches, das den Leser immer mehr in einem atemlosen Sog mitnimmt. Und immer wieder Bemerkungen über den Zustand der Welt und der Gesellschaft in unserer Zeit, die nachdenklich machen. Die beiden letzten Sätze des Buches kommen mir vor, wie eine dialektisch-philosophische Botschaft von Lukas Bärfuss selbst: "Ich sterbe, aber ich verschwinde nicht. Dies ist das Ende, und hier will ich beginnen." Vgl. auch seine Essays "Stil und Moral" (2015)
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