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Töte mich

Roman. Originaltitel: Le crime du comte Neville.
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Produktdetails

Titel: Töte mich
Autor/en: Amélie Nothomb

ISBN: 3257069898
EAN: 9783257069891
Roman.
Originaltitel: Le crime du comte Neville.
Übersetzt von Brigitte Große
Diogenes Verlag AG

23. August 2017 - gebunden - 112 Seiten

Die 17-jährige Tochter des Grafen Neville gibt Anlass zur Sorge. Eines Nachts läuft sie von zu Hause davon und wird im Wald halberfroren von einer Wahrsagerin aufgefunden. Als der Vater das Mädchen abholt, prophezeit ihm die Hellseherin, er werde demnächst einen Menschen töten. Die Tochter macht sich diese Weissagung zunutze. Sie versucht den Vater davon zu überzeugen, dass sie das perfekte Opfer ist. Ein Märchen voller böser Vorzeichen und mit einem Happyend.
Amélie Nothomb, 1967 in Kobe, Japan, geboren, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten hauptsächlich in Fernost verbracht. Seit ihrer Jugend schreibt sie wie besessen. In Frankreich stürmt sie mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten und erreicht Millionenauflagen. Für >Mit Staunen und Zittern< erhielt sie den Grand Prix de l'Académie française. Amélie Nothomb lebt in Paris und Brüssel.
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Die Aristokratie und ihre Probleme - von Inkala - 08.10.2017 zu Amélie Nothomb „Töte mich“
Nothombs kurzer Roman handelt von einer altehrwürdigen Aristokratenfamilie in den belgischen Ardennen. Bereits seit Generationen befindet sich die Familie in finanziellen Nöten. Nun steht die letzte Gartenparty, der Höhepunkt des Jahres, an. Auf diesem Fest repräsentieren die Adelsfamilien ihren Lebensstil und festigen ihr Ansehen. Ein Vorgehen vergangener Zeiten das mehr Schein als Realität wieder spiegelt. Und so findet sich dieser falsche Glanz auch in der jüngsten Tochter der Familie wieder, deren Empfindungsfähigkeit abhanden gekommen ist. Und noch ein Ereignis soll die Familie kurz vor der großen Party beschäftigen: Laut einer Wahrsagerin soll der Vater einen Gast ermorden. Insgesamt eine sehr interessante Thematik, die viele Fragen über den Sinn und Zweck der Zurschaustellung einer aristokratischen Abstammung in der heutigen Zeit aufwirft. Leider werden zentrale Aspekte immer wieder nur kurz angeschnitten und Personen wirken teilweise holzschnittartig. Das ist schade, denn aus dem Thema hätte man sicher mehr machen können, wenn die Autorin ihre Ansätze etwas weiterverfolgt hätte. Der Umfang von 111 Seiten wird der Thematik des Romans meiner Meinung nach leider nicht gerecht. Ich hätte gerne mehr über die skurrilen Figuren des Grafen Neville mit all seinen Problemen um das schwindende Ansehen des Adels und seine für ihn damit verbundenen Konflikte sowie über die damit ebenfalls in Beziehung stehende Empfindungslosigkeit seiner Tochter erfahren. Etwas seltsam fand ich auch das Ende des Romans, das etwas konstruiert, sehr plötzlich und nicht besonders glaubwürdig daherkommt.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Donjuanismus der Aristrokratie - von claudi-1963 - 23.09.2017 zu Amélie Nothomb „Töte mich“
Es ist in der Tat notwendig, entweder in aller Öffentlichkeit zu töten oder zuzugeben, daß man sich nicht berechtigt fühlt zu töten. (Albert Camus) Als die 17-jährige Sérieuse sich eines Nachts aus dem Hause schleicht und davon läuft, wird sie halb erfroren von der Wahrsagerin Madame Portenduére gefunden. Diese ruft umgehend bei Sérieuses Eltern an und der Graf holt seine Tochter ab. Das Gespräch mit Madame Portenduére endet in dem sie dem Grafen voraussagt, dass er bei seinem nächsten großen Empfang einen Gast töten wird, aber alles gut ausgehen wird. Der Graf weist diese Prophezeiung erst weit von sich, da er der Frau nicht glaubt, aber die Worte lassen ihn nicht mehr los. Er überlegt, wen er töten könnte und welche Konsequenzen dies für ihn und seine Familie hätte. Doch da unterbreitet seine Tochter Sérieuse die merkt, wie ihr Vater leidet, das es das beste wäre, sie zu töten. --- Meine Meinung: Für mich war es das erste Buch von der Autorin Amélie Nothomb gewesen. Ich war erstaunt was für ein kurzes aber literarisches Meisterwerk sie hier dem Leser präsentiert. Durch Rückblenden macht der Leser erst noch eine Reise in die Vergangenheit des Grafen Neville. Man erlebt wie es dem Adel erging und was für Nöte die Familie damals erleiden musste. Unter anderem das die Garden Party auf Le Pluvier schon von jeher immer ein großes Ereignis war. Wir erleben aber auch den wunderbaren Dialog zwischen Vater und Tochter, der mich entsetzt und sehr erstaunt hat. Vor allem der Vorschlag der Tochter, die mit ihrem Leben unzufrieden ist und keinen besseren Ausweg findet, als das der Vater sie töten soll. Doch Amélie Nothomb hat für den Leser in dieser Art Märchen eine wunderbare Wendung mit eingeflochten, die mich sogar schmunzeln hat lassen. Wer in 110 Seiten so eine Geschichte schreibt, der ist eine wahre Meisterin der Wörter, Chapeau. Ich kann es nur jedem ans Herz legen, wer gerne ironische, makabere und spitzfindige Geschichten liebt, der sollte es lesen. Das Cover ist dagegen wieder sehr speziell, wie oft beim Diogenes Verlag. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne für dieses grandiose Werk.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Das Verbrechen des Grafen Neville - von cosmea - 06.09.2017 zu Amélie Nothomb „Töte mich“
In Amélie Nothombs "Töte mich" ("Le crime du comte Neville") geht es um den Grafen Henri Neville und seine Familie, bestehend aus seiner Frau Alexandra und den Kindern Oreste, Electre und Sérieuse. Eines Tages verbringt die 17jährige Sérieuse die Nacht im Wald, wo sie von der Wahrsagerin Rosalba Portenduère gefunden wird. Als Graf Henri seine Tochter abholt, muss er sich nicht nur die Vorhaltungen von Madame Portenduèrre anhören, sondern erfährt auch, dass er bei dem in Kürze stattfindenden großen Fest einen Gast ermorden wird. Die Garden Party wird das letzte gesellschaftliche Ereignis sein, bevor der hoch verschuldete Graf sein Schloss Le Pluvier in den belgischen Ardennen verkaufen und in eine einfache Behausung auf dem Grundstück ziehen wird. Serieuse drängt ihren Vater, sie zu töten, weil sie nichts mehr fühlt und des Lebens überdrüssig ist. Graf Henri ringt mit sich, ob er seine Tochter oder einen missliebigen Gast töten soll. Letzteres scheidet aus, weil ein vorsätzlicher Mord an einem Gast ihn ins Gefängnis bringen und das Ansehen seiner Familie für immer zerstören würde. Am Ende kommt alles natürlich anders gedacht. Amélie Nothomb siedelt ihren Roman in einem dekadenten Milieu an, wo nichts wichtiger ist, als den Schein zu wahren. Das ganze Jahr über wird eisern gespart, um einmal im Jahr alles, was Rang und Namen hat, zu einem glanzvollen Fest einzuladen. So hat es schon Henris Vater Aucassin gehalten, der seine Familie hungern und frieren ließ, so dass Henris geliebte ältere Schwester an Unterernährung starb. Manches ist dem Leser aus früheren Romanen vertraut, zum Beispiel die ausgefallenen Namen, bizarre Charaktere und groteske Elemente im Handlungsverlauf. Es gibt nichts wirklich Neues. Dieser Roman ist sicher nicht ihr bester. Mir haben ihre frühen Romane wesentlich besser gefallen, z.B. "Stupeur et tremblements". Einmal mehr ist mir im Übrigen klar geworden, wie viel bei der Übersetzung verloren geht. Als der Vater den Vorschlag der Tochter, sie als Opfer zu wählen, nicht ernst nimmt, sagt sie vermutlich "Je suis sérieuse" - "Ich meine es ernst." (S. 64). Der Doppelsinn "Ich bin Sérieuse" geht verloren. Die Antwort des Vaters "Und machst auch noch billige Witze" muss dem deutschen Leser ziemlich rätselhaft vorkommen. Ich empfehle "Töte mich" nur bedingt. Wirklich überzeugt hat mich der Roman nicht.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Umwerfend makabrer Humor - von bücherbelle - 27.08.2017 zu Amélie Nothomb „Töte mich“
"Du hast viel dazu beigetragen, dass ich auf der Welt bin. Es wäre nur gerecht, wenn du sie auch von mir befreist." (S. 66) Zusammenfassung. Eine üble Prophezeiung, eine finanzielle Notlage, die den Auszug aus dem Familienschloss erzwingt, und dann auch noch die Marotten seiner etwas speziellen jüngsten Tochter: Graf Neville hat es gar nicht so leicht. "Töte mich" ist ein kurzer, leichter Roman über alles, was passieren könnte, und erzählt unaufgeregt eine spannende Geschichte, die mit makabrem Humor gespickt ist. Erster Satz. Wäre ihm prophezeit worden, dass er einmal zu einer Wahrsagerin gehen würde, Graf Neville hätte es nicht geglaubt. Cover. Der geschätzte Diogenes-Verlag ist in seiner Covergestaltung ja grundsätzlich mutig. Mir jedoch gefallen die meisten seiner Schöpfungen, und so hat auch das in diesem Fall verwendete Foto in meinen Augen einen ganz eigenen Charme - aber den hat das Buch selbst schließlich auch! Inhalt. Es ist ja nicht viel Buch, das uns Nothomb hier vorsetzt, aber das lässt sich dafür an einem Stück weglesen und besticht durch wundervoll makabren Humor und intelligenten Stil. Als etwas anstrengend (das habe ich allerdings erst beim Vorlesen bemerkt) könnte man die langen Dialoge empfinden, das hat aber nicht tiefgreifend gestört und tat vor allem meiner Begeisterung nicht den geringsten Abbruch. Personen. Der Graf ist ein charmanter Zeitgenosse, seine Frau scheint beinahe elfengleich, die beiden älteren Kinder wahre Wunderwerke und die jüngste Tochter so herrlich in pubertärem Trübsinn versunken, dass man sie einfach gernhaben muss. Mein Highlight bei den Charakteren jedoch ist es, dass so viel mehr hinter jeder einzelnen Figur steckt als im Buch tatsächlich ausgeführt wird. Da gelingt es Nothomb sehr gut, sich auf das Wesentliche zu beschränken und trotzdem tiefgehende Persönlichkeiten zu erschaffen. Lieblingsstellen. "Immer war da diese Festung aus Eis zwischen mir und mir." (S. 71) "In jedem anständigen Roman muss ein Gewehr, wenn es erwähnt wird, auch zum Einsatz kommen." (S. 109) Fazit. Eigentlich ist das Wichtigste zum Buch kurz gesagt: Es macht Spaß, es zu lesen, die Figuren sind etwas kauzig und verschroben, doch zugleich so unheimlich sympathisch, und ich habe so häufig laut aufgelacht wie lange nicht mehr. Selbst der Freund, dem ich zunächst nur eine kurze Passage vorlas, wollte gar nicht aufhören, zuzuhören, und das soll schon etwas heißen!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein Nothomb enttäuscht mich einfach nie! - von Anonym - 24.08.2017 zu Amélie Nothomb „Töte mich“
Spitzzüngig, schwarzhumorig, bitterböse, düster, spannungsgeladen, tiefgründig, klug, metaphorisch - das sind alles Eigenschaften, die einen Nothomb für mich beschreiben und mit denen die Autorin sich in die Riga meiner Lieblingsautoren längst eingereiht hat. Genau deshalb war "Töte mich" (erschienen 2017) für mich selbst auferlegte Pflichtlektüre. Worum geht es? Eine Inhaltsangabe wäre bei einem knapp über 100 Seiten starken Buch wahrscheinlich zu viel des Guten und ich denke sowieso, dass man Amélie Nothomb relativ unvoreingenommen lesen sollte. Es geht um sich selbst erfüllende Prophezeiungen, um den Adel, dessen einziges Bestreben darin zu liegen scheint, eine gesellschaftlich auferlegte Etikette zu wahren und sich damit selbst zu Grunde richtet und es geht um Emotionen, allerdings vermutlich in einem anderen Sinne, als man es sich bei dieser Beschreibung vorstellen würde. Es ist wieder mit messerscharfen Dialogen zu rechnen, mit makabren Wendungen und Charakteren, die, da überspitzt dargestellt, die Thematik sehr "besonders" machen. Kurzum: Ein Nothomb hat mich nie enttäuscht. Manche gefielen mir besser als andere, aber im Grunde wurde meine Zeit immer bereichert. Genau das ist auch von "Töte mich" zu erwarten, das hoffentlich einigen Lesern auf die Füße tritt.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Exzentrische Figuren tummeln sich in skurriler Geschichte - von Siderea - 23.08.2017 zu Amélie Nothomb „Töte mich“
Die Nevilles sind bankrott, und der geliebte Familiensitz muss nun endgültig veräußert werden. Die jüngste Tochter, die 17-jährige Sérieuse, reißt eines nachts von zuhause aus, wird aber von einer Wahrsagerin wieder eingefangen. Eigentlich wollte sie auch nur die Nacht im Freien verbringen und am Morgen wieder nach Hause gehen, wie sie ihrem Vater Henri mitteilt. Als wäre das alles nicht schlimm genug, sagt die Wahrsagerin dem Grafen auch noch voraus, dass er beim letzten großen Fest, das auf dem Schlösschen gefeiert werden soll, einen seiner Gäste töten wird. Für Henri ein Sakrileg, ist ihm der Gast doch heilig. Ich fange mal mit dem Wermutstropfen an: für einen durchschnittlichen deutschen Geldbeutel ist dieses Buch haarsträubend teuer. Für stolze 20 Euro erhält man 111 Seiten in kleinem Format (etwas kleiner als DIN A5), also in etwa eine Stunde Leservergnügen. Sogar ein 3D-Blockbuster im Kino wäre demnach günstiger zu haben, und unterhält einen auch länger. Andererseits kann ich mich aber auch nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal ein neues, leinengebundenes Buch in den Händen hielt. Man bekommt für den stolzen Preis also ein hochwertiges Hardcover, in einer Machart, die ansonsten fast schon vom Aussterben bedroht ist - zumindest, was Belletristik anbelangt. Nun aber zum Wichtigsten, dem Inhalt: Lohnt es sich, dieses Buch zu lesen? Das würde ich ganz entschieden mit einem lauten Ja! beantworten, denn dieser kurze Roman hat mich großartig unterhalten. Hier tummeln sich eine Menge undurchsichtige Exzentriker, die ironisch-humorvolle Gespräche führen, die Dialoge wirken nie platt, sondern oft hintersinnig und manchmal geradezu philosophisch - aber ohne den Leser mit übertriebener Bedeutungsschwere zu überfordern oder zu erschlagen. Nothombs Stil hat mich begeistert, das ganze Buch wirkt wie eine Komposition, jedes Wort sitzt an der richtigen Stelle, und jeder Satz wird knackig auf den Punkt gebracht. Obwohl stilistisch anspruchsvoll (ich hab sogar ein neues Wort gelernt ;)), gerät der Lesefluss nie ins Stocken, und man kann diesen Roman tatsächlich in einem Rutsch (oder wie im Rausch) durchlesen. Die Geschichte selbst ist ziemlich abgedreht, man kann hier sicher nicht behaupten, man hätte sowas schon diverse Mal in ähnlicher Form gelesen. Wirklich frisch und skurril - ich mag solche Bücher sehr. Für mich war es das erste Buch von Amélie Nothomb, aber es wird nicht das einzige bleiben.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Töte mich - von Miss.mesmerized - 23.08.2017 zu Amélie Nothomb „Töte mich“
Jugendlicher Leichtsinn oder doch ein Zeichen für ihren schlimmen Zustand? Der Graf Neuville muss seine Tochter Sérieuse bei einer Wahrsagerin abholen, nachdem diese das Mädchen völlig durchgefroren nachts im Wald auffand. Zum Abschied prophezeit sie dem Vater, dass er bei einem Empfang einen seiner Gäste töten werde. Die beeindruckt Neuville zunächst nur mäßig. Geldsorgen plagen ihn und am 4. Oktober 2014 wird seine letzte große Garden Party im Château du Pluvier steigen, bei der alles perfekt sein muss. Danach wird das Schloss veräußert und die Familie sich in ein kleineres Domizil zurückziehen. Doch die Voraussagungen der Frau lassen ihm keine Ruhe. Vielleicht wäre es besser, sich auf das Ereignis vorzubereiten. So beschließt er eine Liste derjenigen Gäste zu machen, der Tod nicht nur verzeihlich, sondern sogar wünschenswert wäre. Bald hat er auch einen passenden Kandidaten ausgemacht. Doch dann überrascht ihn Sérieuse mit einem Vorschlag: er solle sie doch töten. Seit fünf Jahren bereits ist sie unglücklich und hat den Eindruck, nie mehr etwas fühlen zu können. Der Tod wäre eine Erlösung und durchaus in klassischer Tradition und somit verzeihlich. Wie kann der Graf aus dieser unsäglichen Geschichte entkommen? Amélie Nothombs aktueller Roman ist ein herrliches Spiel mit den Klassikern der Literatur. Sie macht sich gar nicht erst die Mühe, dies groß zu verschleiern, sondern spielt ihre Persiflage en détail aus. Der verarmte Graf, geradezu ein Musterbeispiel einer Figur, die gerade zu der Commedia dell¿arte entsprungen sein könnte in ihrer Schablonenhaftigkeit und Eindimensionalität der verarmten Noblesse. Er weiß um die Konventionen und was man von ihm erwartet und zelebriert die Kunst des Gastgebens in extremo, so dass diese Absurdität kaum mehr zu überbieten ist. Seine Kinder nennt er Oreste und Électre - beide schuldig gewordene Figuren der griechischen Mythologie, doch er schreckte davor zurück die Jüngste nach Iphigénie zu benennen, die durch die Hand des Vaters starb - doch wo endet er? Genau wie Agamemnon sieht er sich schon als Kindsmörder. Doch auch der Grundkonflikt ist ohne Verschleierung übernommen, die Autorin treibt ihren Spaß sogar so weit, dass sie Neuville die Geschichte Oscar Wildes um das Verbrechen von Lord Arthur Savile lesen lässt, dem von einem Wahrsager ein Mord angekündigt wurde. Ob er in Anbetracht der Hiobs-Botschaft zum Mörder zu werden wohl in der Bibel Trost und Hilfe finden kann? Hätte sie ihren Roman in fünf Akten geschrieben, er wäre in bester Tradition sehr gut auf der Bühne aufgehoben gewesen. Doch auch zu lesen macht eine herrliche Freude nicht nur ob der zahlreichen Anspielungen und Figuren, sondern auch die gelungenen Formulierungen sind ein Genuss: Neuville weiß um seinen Status und seine Perfektion als Gastgeber: "Ich bin der letzte Vertreter dieser altmodischen Höflichkeit und exquisiten Kunst des Zusammenseins. Nach mir wird es nur noch Events geben." Und Kritik an der Namensgebung seines Nesthäkchens weist er deutlich von sich und verweist darauf, dass "Ernest" auch nichts Anderes bedeute als Sérieuse, die zwar selbst auch nicht hübsch, aber wenigstens bezaubernd sei und damit nicht wie ihre Eltern einen Namen wie "Hinz und Kunz" trage. Ein kurzer Spaß, der in der französischen Ausgabe mit dem Satz « Ce qui est monstrueux nest pas nécessairement indigne. » begleitet wird. Nur weil etwas monströs ist, muss es nicht würdelos sein. Die Figuren wahren den Schein und die Contenance. Der Leser bekommt ein riesiges Bouquet, in dem er vieles wiederkennen kann oder an dessen äußerer Erscheinung er sich einfach erfreut.
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