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Nur wenn du allein kommst

Eine Reporterin hinter den Fronten des Dschihad. Original…
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Produktdetails

Titel: Nur wenn du allein kommst
Autor/en: Souad Mekhennet

ISBN: 3406711677
EAN: 9783406711671
Eine Reporterin hinter den Fronten des Dschihad.
Originaltitel: I Was Told To Come Alone: My Journey Behind the Lines of Jihad.
gebunden.
Übersetzt von Sky Nonhoff
Beck C. H.

12. Oktober 2017 - gebunden - 384 Seiten

Was passiert hinter den Fronten des Jihad? Wie ticken Warlords und jugendliche Attentäter? Spannend wie in einem Krimi berichtet Souad Mekhennet von ihren teils lebensgefährlichen Recherchen in den No-go-Areas des Terrors, allein, ohne Handy, bekleidet mit einer schwarzen Abaya. Die Journalistin Souad Mekhennet verfügt über ungewöhnliche Verbindungen zu den Most Wanted des Jihad - und über ein einzigartiges investigatives Talent.
Sie deckte die Entführung und Folterung des Deutsch-Libanesen Khaled al-Masri durch die CIA auf, interviewte den Führer von al-Qaida im Maghreb, obwohl ihr die Geheimdienste auf den Fersen waren, lernte ein ägyptisches Foltergefängnis unfreiwillig von innen kennen, enttarnte den berüchtigten IS-Henker "Jihadi John" und wusste nach den Pariser Anschlägen schon vor der Polizei, wer der in Saint Denis erschossene Attentäter war. Ihre meisterhaften Nahaufnahmen lassen uns die Kämpfe und Wünsche der islamischen Welt besser verstehen und führen uns heilsam vor Augen, dass sich der Clash zwischen Islam und Westen in Wirklichkeit nur in den Köpfen abspielt.
Prolog: Verabredung mit ISIS
Türkei, 2014 1. Fremde in einem fremden Land
Deutschland und Marokko, 1978-1993 2. Die Hamburger Zelle
Deutschland, 1994-2003 3. Ein Land mit gespaltener Seele
Irak, 2003-2004 4. Ein Anruf von Khaled el-Masri
Deutschland und Algerien, 2004-2006 5. Selbst wenn ich heute sterben sollte
Libanon, 2007 6. Die Verlorenen von Zarqa
Jordanien, 2007 7. Der Wert eines Lebens
Algerien, 2008 8. Guns & Roses
Pakistan, 2009 9. Mukhabarat
Ägypten, 2011 10. Das ist kein Arabischer Frühling
Deutschland und Tunesien, 2011 11. Bedrohungen
Bahrain, Iran und Deutschland, 2011-2013 12. Nachwuchs für das Kalifat
Deutschland, 2013 13. Bräute für das Kalifat
Deutschland und Frankreich, 2014-2015 14. Auf der Suche nach einem islamistischen Beatle oder Wie ich Jihadi John enttarnte England, 2014-2015 15. Die Radikalisierten
Österreich, Frankreich und Belgien, 2015-2016 Epilog: Mitten ins Herz
Deutschland und Marokko, 2016 Dank Anmerkungen
Souad Mekhennet hat ihr Leben lang zwischen den Welten gelebt. Die Tochter einer türkischen Mutter und eines marokkanischen Vaters ist in Deutschland aufgewachsen, recherchiert seit dem 11. September 2001 über den islamistischen Terror und ist Mitglied des Investigativteams der Washington Post. Sky Nonhoff, 1962 geboren, ist Kulturjournalist, Autor (Die dunklen Säle, Don't Believe the Hype) und Kolumnist beim MDR.
"Ein ganz besonderes Buch, eine herausragende Autorin." Susanne El Khafif, Deutschlandfunk, 4. Dezember 2017 "Berichtet spannend wie in einem Krimi von ihrem Leben und ihren Recherchen." hr1 talk, 22. Oktober 2017 "Ungeschönt und hautnah lassen ihre Recherchen die Konflikte dieser Welt nachvollziehen." Verena Krippner, taz, 10. Oktober 2017 "(Souad Mekhennet) kann mit wenigen Worten eine ganze Welt aufmachen." Friederike Grabitz, Galore Literatur-Beilage, Oktober 2017 "Spannend wie ein Krimi." Nina Brunner, 3sat Kulturzeit, 22. September 2017 "Souad Mekhennet erzählt von ihrer Reporterreise ins schwarze Herz des Dschihadismus (...) Anschaulich berichtet sie aus ihren Begegnungen mit Kämpfern und Ideologen." Christian Meier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2017 "Ein faszinierendes Memoir über ihre Arbeit als Reporterin hinter den Linien des Dschihad." Nils Minkmar, Der Spiegel, 17. Juni 2017 "Eine herausragende Journalistin nimmt mich mit auf ihren eigenen, gefährlichen, schwierigen Weg zu den Quellen des Weltkonflikts, der unsere Zeit zu beherrschen scheint: der Glaubenskrieg des 21. Jahrhunderts. Ihr großartiges Buch hat mich nicht nur Fakten gelehrt sondern das, was uns offenbar mehr als alles andere fehlt: Verständnis." Claus Kleber "Mehr als eine großartige Erzählung: (...) eine Geschichte für unsere Zeit, ein erhellender Blick auf die Wurzeln des Islamismus von einer begnadeten, ungewöhnlich kühnen Journalistin." Joby Warrick, Pulitzer-Preisträger "Souad Mekhennet hat ein faszinierendes Memoir geschrieben, das auf zwei Ebenen funktioniert: Auf der einen ist sie die Tochter muslimischer Immigranten in Deutschland, die nach Brücken zwischen beiden Welten sucht. Auf der zweiten Ebene ist sie eine unerschrockene Journalistin, die einige der gefährlichsten und wichtigsten Storys der letzten Jahre recherchiert und einen beispiellosen Zugang zu führenden Jihadisten bekommt. Beide Ebenen zusammen machen ihr Buch unwiderstehlich." Peter Bergen, Journalist und CNN-Terrorismus-Experte "Wenn doch nur jeder Journalist mit Souad Mekhennets Kulturen überspannender Perspektive und ihren Verbindungen ein so scharfsinniges Buch schreiben würde! Es wird Sie nicht mehr loslassen." Azadeh Moaveni, iranisch-amerikanische Journalistin und Autorin "Ein mutiges, einfühlsames, äußerst kenntnisreiches Buch über den gegenwärtigen militanten Islam. Von einer Reporterin, die wiederholt bewiesen hat, dass sie eine der besten in diesem Geschäft ist, darf man nicht weniger erwarten." Jason Burke, Journalist und Buchautor "Nur wenn du allein kommst liest sich wie ein Thriller, in dem uns Souad Mekhennet ins Herz der islamischen Welt führt. Sie ist eine westliche Journalistin, eine Frau und Muslima, was ihr Kontakte verschafft, von denen andere nur träumen. Mit ihren Augen sehen wir, wie sich der Terrorismus entwickelt und dass es auf keiner Seite Sieger gibt. Ihre Einblicke sind ernüchternd, aber zutiefst weise, und heute besonders dringlich." Jessica Stern, Terrorismus Expertin an der Boston-University und für die Hoover Institution "Little in this distressing, revealing book portends hope for bridge building, but Mekhennet provides an eye-opening picture." Kirkus Reviews, 2. April 2017
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein sehr lesenswertes Buch. Highlight in diesem Lese-Herbst. - von Wedma - 17.09.2017 zu Souad Mekhennet „Nur wenn du allein kommst“
Auf rund 350 Seiten in 15 Kapitel, chronologisch aufgebaut, plus Prolog und Epilog aufgeteilt, erzählt Souad Mekhennet spannende Dinge von ihren Begegnungen mit führenden Persönlichkeiten des Jihad, die sie ihren außergewöhnlichen Kontakten zu verdanken hat. Man reist mit ihr nach Jordanien und Libanon in 2007 (Kap. 5 und 6), nach Algerien in 2008 (Kap. 7), Pakistan in 2009 (Kap. 8), Ägypten, Tunesien, Bahrain, Iran in 2011 (Kap. 9-11). In England 2014-2015 ist man mit ihr auf der Spur von Jihadi John, dessen Identität und Werdegang dann offengelegt werden. Anfangs ist man mit der kleinen Souad in Deutschland und Marokko in 1978-1993 und im Prolog in der Türkei 2014, wo sie mit einem ganz hohen Anführer des IS sprach. Es ist eine bemerkenswerte Reise, die nicht nur im geografischen Sinne spannend ist, bei der es hier und da beschrieben wird, was man dort für Sitten pflegt und was auf den Tisch kommt, wie z.B. im Kap. 8, vielmehr ist es eine Reise durch die Weltanschauung der radikalen Islamisten, bei der sie ihren Werdegang, ihre Überzeugungen und Motive in Gesprächen mit Souad offenlegen. Klar wird dabei, dass diese Menschen, mit ethnischen Wurzeln in arabischen, nordafrikanischen, etc. Ländern, die in Westeuropa großgeworden sind und einige ihre Studienabschlüsse dort erworben haben, nun erbittert gegen den Westen kämpfen, der ihnen seine politische Federführung und noch einiges mehr aufzudrängen versucht, so ihre Auffassung; im Gegenzug aber keine Möglichkeit eingeräumt hat, sich in den westlichen Ländern zu integrieren und auf einer Augenhöhe über die gegenwärtigen Probleme zu reden. Sprache wäre da nicht das Problem. Diese Leute sind in der Regel gut gebildet und mehrsprachig. Klar ist auch, dass diese Menschen die hegemoniale Führung der USA nicht länger akzeptieren wollen und auch gegen diese nun aktiv ankämpfen, s. z.B. S.12, 165, 194, 233, 320. Souad redet mit diesen Kämpfern, um ihren Standpunkt zu verstehen, um ihren Lesern zu zeigen, wer hinter IS steht und warum sie ihre Interessen ausschließlich auf kriegerischem Wege durchzusetzen versuchen. Aber nicht alles dreht sich um Politik. Manches liest sich wie ein gutes Stück Literatur. Hin und wieder gibt es auch humorige Momente, z.B. als sich ein Sultan in Souad verliebt und ihr die Stelle seiner zweiten Frau, die seiner ersten im Haushalt und bei der Kindererziehung aushelfen sollte, bei einem üppigen Dinner in Pakistan angeboten hat. Parallel erzählt Souad ihre eigene Geschichte, sowie das Leben ihrer Eltern, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen: Mutter aus der Türkei, Vater aus Marokko; auch die Lebensgeschichten ihrer Großeltern. Über ihre Großmutter, eine starke Frau in Marokko des XX Jh., die ihre drei Kinder allein großgezogen hatte, über das Leben und Sitten dort, die Souad als Kleinkind vermittelt bekam, habe ich gern gelesen. Hier las sich das Buch wie ein historischer Roman, wie auch an einigen anderen Stellen: Die Lebensgeschichten der Einwanderer nach Deutschland, zwischen denen Souad und ihre Schwestern aufgewachsen waren, spiegeln einen Teil der europäischen Geschichte dieser Zeit. Hier war kaum etwas erfunden. Die Personen und ihre Lebensgeschichten waren echt. Souad erzählt personennah und familienbetont, sie lässt die Leser bei ihren Familiengesprächen teilhaben, um zu zeigen, dass die meisten Probleme wie Sunniten/Schiiten Konflikt, der auch in ihrer Familie präsent ist (Mutter Schiitin, Vater Sunnit), auch ohne Blutvergießen lösbar sind, wenn man einander zuhört. Souad versucht nicht, ihre Leser mit grauenvollen Schilderungen der Blutbäder der Terroranschläge zu beeindrucken. Die Spannung, die sie aufbaut, ist viel subtiler Natur. Souad teilt ihre Erfahrungen, die sie während ihrer Arbeit gesammelt hatte. Und da lauerte die Gefahr fast an jeder Ecke. Wie viel Mut und Fingerspitzengefühl war nötig, um auf der Messers Schneide so souverän auftreten zu können! Souad schließt mit: "Die Welt steuert keinem Krieg der Zivilisationen oder Kulturen entgegen, sondern einer Konfrontation zwischen den Vermittlern, die Brücken bauen wollen, und denjenigen, für die alles stets schwarz oder weiß ist, die Hass verbreiten und Spaltung betreiben. Und so schwierig der Brückenbau sein mag: in jeder Generation gibt es Menschen, die Gemeinsamkeiten finden und Einigkeit schaffen wollen. Meine Eltern und meine Großeltern haben mich gelehrt, was alles möglich ist." S. 362. Souad hat durch ihre Arbeit bewiesen, dass sie eine überzeugende Brückenbauerin im Sinne der Tradition ihrer Familie geworden ist. Sie schreibt auch weiter: "Wer legt die Regeln fest? Diese Frage stellt sich nicht nur für die muslimische Welt; sie ist ebenso ein Problem des Westens. Man kann keine Toleranz erwarten, wenn man sie anderen nicht zugesteht. In dem Moment, in dem jemand unbedingt recht behalten will, ist jede Grundlage für einen weiteren Dialog verloren." S. 363. Man kann noch viel über diese Buch schreiben, aber es ist besser, man liest es selbst. Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch, das sich manchmal wie ein Thriller und manchmal wie ein Roman liest. Man muss sich nicht groß für Politik interessieren, um Gefallen an diesem Werk zu finden. Das Buch ist sehr zugänglich und verständlich für alle, in einfacher, ausdruckstarker Sprache geschrieben worden. Menschenschicksale stehen dabei oft im Vordergrund und erzählen ihre bewegenden Geschichten. Hut ab vor Souad, dieser mutigen Frau, die auch in dieser vertrackten Situation versucht, den Dialog aufrechtzuerhalten und die Brücken zu schlagen. Auch wenn Pulitzer Preis 2017 bereits anderweitig vergeben ist, verdient dieses Werk eine ähnlich hohe Auszeichnung. Für mich ist dieses Buch das erste Highlight in diesem Lese-Herbst. 5 wohl verdiente Sterne und ein klare Leseempfehlung!
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