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Kind ohne Namen

Roman.
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Produktdetails

Titel: Kind ohne Namen
Autor/en: Christoph Poschenrieder

ISBN: 3257070004
EAN: 9783257070002
Roman.
Diogenes Verlag AG

27. September 2017 - gebunden - 288 Seiten

Nach einem Jahr an der Universität kommt Xenia in ihr Heimatdorf am Ende der Welt zurück. Sie ist schwanger, doch niemand soll das wissen. Als ein Dutzend Fremde aus dem Nahen Osten in der Schule einquartiert wird, gerät das Dorf in Aufruhr. Um den Frieden wiederherzustellen, lässt sich Xenias Mutter auf einen verhängnisvollen Handel mit dem gefürchteten Burgherrn ein. Was sie nicht weiß: Sie gefährdet damit das ungeborene Kind.
Christoph Poschenrieder, geboren 1964 bei Boston, studierte an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München. Danach besuchte er die Journalistenschule an der Columbia University, New York. Seit 1993 arbeitet er als freier Journalist und Autor von Dokumentarfilmen. Heute konzentriert er sich auf das literarische Schreiben. Sein Debüt >Die Welt ist im Kopf< mit dem jungen Schopenhauer als Hauptfigur erhielt hymnische Besprechungen und war auch international erfolgreich. Mit >Das Sandkorn< war er 2014 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Christoph Poschenrieder lebt in München.
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein unterhaltsames Buch, das den Leser ins Nachdenken bringen soll - von Winfried Stanzick - 07.12.2017 zu Christoph Poschenrieder „Kind ohne Namen“
In seinem neuen Roman erzählt der in München lebende Schriftsteller Christoph Poschenrieder von einem Dorf, das Angst vor Fremden hat. Seine Hauptperson ist Xenia, eine junge Frau, die nach dem Abitur sofort in die Großstadt flüchtet, um dort ein Studium der Literaturwissenschaft aufzunehmen: Mir tun die leid, die nicht auf dem Dorf aufwachsen; und die, die ihr ganzes Leben dort verbringen müssen. Sobald ich konnte, ging ich in die Stadt, weil ich dachte, nur dort finde ich die Welt. Doch bald schon tut sie schwer: Auf einmal musste ich das, was mir immer warm und vertraut in der Hand lag, mit Zangen und Pinzetten anfassen - und das Papier wurde starr und spröde, die Worte darauf bockig und verstockt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Voller Heimweh und ungewollt schwanger kehrt sie in das abgelegene Dorf zurück, wird von ihrer Mutter, die früher die Bürgermeisterin und Lehrerin des Dorfes war, gut aufgenommen und beginnt in der Dorfkneipe von Georg, der ihr heimlich den Hof macht, zu jobben. Sie hilft ihrer Mutter, das ehemalige Schulhaus für eine Gruppe von Flüchtlingen unterschiedlichen Alters herzurichten und engagiert sich auch beim Begrüßungsfest für die Flüchtlinge, das aber von den Einheimischen gestört wird. Sie schleudern Beuteln mit Hundekot auf die Tische und Xenias Bruder Josef, ein scharfer Nazi im Dienst des geheimnisvollen Burgherren, lässt Bananen regnen. Xenia hat Mitleid mit den Flüchtlingen und nähert sich einem Jungen namens Ahmed an: Einer der Jungs sah mich an, ich nahm seinen Blick und lenkte ihn weiter in Richtung Handyberg, unsichtbar über dem dunklen, stillen Wald. Fremder, der du hier eingehst, lass alle Hoffnung fahren, hätte ich auch sagen können. Er tat mir sofort leid, der Junge. Telefone, das sind die Luftwurzeln, die weit reichen, dorthin, woher sie gekommen sind, diese Leute. "Kind ohne Namen" ist nicht so sehr ein Flüchtlingsroman, denn ein Bild eines aussterbenden Dorfes, das sich radikalisiert und ein Porträt einer jungen selbstbewussten und kritischen Frau, die ihren Weg ins Erwachsensein sucht. Poschenrieder nimmt Anleihen bei der Novelle des Schweizer Pfarrers Jeremias Gotthelf "Die schwarze Spinne" aus dem Jahr 1842, in der eingebettet in eine idyllisch angelegte Rahmenerzählung alte Sagen zu einer gleichnishaften Erzählung über christlich-humanistische Vorstellungen von Gut und Böse verarbeitet werden. "Kind ohne Namen" Poschenrieders fünfter Roman, ist ein unterhaltsames Buch, das den Leser ins Nachdenken bringen soll. Dennoch reicht es für mich nicht ganz an seine Vorgänger heran.
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