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Lied der Weite

Roman. Originaltitel: Plainsong.
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Produktdetails

Titel: Lied der Weite
Autor/en: Kent Haruf

ISBN: 3257070179
EAN: 9783257070170
Roman.
Originaltitel: Plainsong.
Übersetzt von Rudolf Hermstein
Diogenes Verlag AG

12. Januar 2018 - gebunden - 379 Seiten

Victoria, siebzehn und schwanger, wird von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt. Da überredet ihre Lehrerin Maggie die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt. Vom Autor des Bestsellers 'Unsere Seelen bei Nacht'.
Kent Haruf (1943-2014) war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers' Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award (für >Lied der Weite<) ausgezeichnet. >Unsere Seelen bei Nacht< ist sein letzter Roman, den er kurz vor seinem Tod beendete.
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Einfühlsam - von Anonym - 30.03.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Kent Haruf ist bekannt für seine Darstellungen ungewöhnlicher Beziehungen zwischen verschiedenen Personen sowie für seine feinfühligen Einblicke in die menschlichen Handlungsweisen. In seinem neu übersetzten Roman "Lied der Weite" steht gleich eine ganze Gruppe von Personen in Zentrum des Geschehens: die schwangere Schülerin Viktoria, die Lehrerin Maggi, der Lehrer Tom Guthrie, dessen Söhne Ike und Bobby, sowie die beiden alten Farmerbrüder McPheron. Alle haben mit ihren ganz individuellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viktoria wurde von ihrer Mutter aufgrund der Schwangerschaft vor die Tür gesetzt und auch der Vater des Kindes ist ihr nicht unbedingt wohlgesonnen. Maggi kümmert sich um ihren dementen Vater. Tom Guthrie lebt in Trennung von seiner depressiven Frau, was auch seine Kinder Ike und Bobby sehr belastet. Zusätzlich muss Guthrie sich mit einem aufmüpfigen Schüler herumschlagen, der letzten Endes auch seine Söhne misshandelt. Und auch die McPheron Brüder haben in ihrer Vergangenheit so einiges Leid erlebt als ihre Eltern bereits in jungen Jahren verstarben. Seit dem leben sie zurückgezogen und allein mit ihren Kühen auf ihrer abgelegenen Farm. Doch die festgefahrenen Konstellationen werden durchbrochen. Viktoria zieht auf die Farm der McPheron Brüder. Maggi und Tom entdecken ihre Zuneigung zueinander. Und die Kinder Ike und Bobby finden durch die Unterstützung ihres Vaters sowie durch eine Begegnung mit den McPherons ebenfalls ihren Weg. Alles wendet sich zum Guten, neue ungeahnte Wege eröffnen sich. Kent Haruf erzählt in seinem Roman von den Widrigkeiten des Lebens das jeden auf die eine oder andere Weise trifft. Doch die Personen des Romans haben ihre ganz eigenen Strategien damit umzugehen. Sie geben Hoffnungen und machen Mut etwas Neues zu wagen und sich frei von den Meinungen andere zu machen, seinen eigenen Weg zu finden. Ein einfühlsames und berührendes Buch.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Geradlinig, menschlich, bewegend - ein Roman, der mitten ins Herz trifft. - von Inge Weis - 27.03.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Wer die Weite sucht, ist in Colorado genau richtig. Wer gegen Konventionen verstößt, eher nicht. Das bekommt die 17 - jährige Victoria Roubideaux zu spüren, als sie schwanger wird. Ihre Mutter setzt sie vor die Tür. Lehrerin Maggie gelingt es, die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, zu überreden, Victoria bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt. Es dauert bis die drei miteinander können. Dann taucht der Vater des Babys auf.... Ein Fehltritt mit Folgen. Was für eine schöne, warme, großartige Geschichte, es geht in der liebevollen Erzählung um mehr: um Geborgenheit, Einsamkeit, Spießigkeit, Familienbande, Mut, Anpassung, Freiheit, Schicksalsschläge und vor allem um die altersunabhängige Liebe und Zuneigung. Über die heuchlerische Moral ihrer Umgebung sind sie erhaben. Eben diese Botschaft bringt Kent Haruf treffend zum Ausdruck. Die Geschichte entwickelt sich allmählich und zeichnet sich durch die besondere Erzählkunst sowie schöne Dialoge aus. Niemals ist sie kitschig oder sentimental. Vor allem ist sie eines nicht: Nicht zu Ende, wenn die letzte Seite gelesen ist. Sie werden sicher darüber nachdenken oder gar über diesen Fehltritt mit Folgen diskutieren wollen. Kent Haruf zeichnet detailreich und unterhaltsam sein Bild der fiktiven Kleinstadt Holt und ihrer Bewohner, vergisst aber nie die erzählerische Empathie. Ein Roman zum schmökern aber vorallem zum nachdenken. Klar, ohne großen Schnickschnack, aber dennoch mit so viel Gefühl zwischen den Zeilen. Diese Geschichte klingt lange nach. Eine kleine feine Lektüre bewegend und einfühlsam erzählt ...
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll tolles Leseerlebnis - von bblubber - 02.03.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
"Das Lied der Weite" heißt das neue Buch von Kent Haruf. Was mir daran gefallen hat? Das Cover passt gut zum Setting. Irgendwo in der Mitte der Vereinigten Staaten. Pferde und Rinder sind Bestandteil des Lebens dieser Menschen. Und die Weite der Felder. Die Protagonisten der Geschichte sind sympathisch. Mit großem Interesse verfolgt man die Geschehnisse. Dabei ist für jede Generation etwas dabei. Es gibt das junge Mädchen, welches ungewollt schwanger wird und - nachdem sie keine Unterstützung von der eigenen Mutter bekommt - bei einer Lehrerin Hilfe sucht. Es gibt den Vater, der sich alleine um seine Söhne kümmern muss, da die Mutter die Familie wegen psychischer Probleme verlässt. Es gibt zwei Farmer, die schon gut über 70 noch immer ihre Ranch alleine bewirtschaften und eigentlich ganz zufrieden mit ihrem einsamen unspektakulären Leben sind, bis sie einwilligen, dem Mädchen und dem Baby Unterkunft in ihrem Haus zu geben. Nach und nach werden all diese Geschichten miteinander verwoben. Dies geschieht ganz leise und unauffällig. Ohne viel Worte. Erfrischend sind die Dialoge. Hier zeigt sich, wie gut Haruf seine Charaktere beschreiben kann. Das bringt zum Lachen, aber berührt auch. Am Ende bleibt manches ungesagt und dennoch ist man zufrieden und hofft, dass sich alles weiter zum Positiven entwickelt. Was mir nicht so gefällt? Das Buch ist vom Diogenesverlag und gewohnt hochwertig aber auch ziemlich dünn. Dafür ist es wirklich sehr teuer. Dafür gibt es natürlich keinen Stern Abzug aber ich denke, so manchen könnte der Preis abschrecken, was schade ist, denn es ist ein echtes Leseerlebnis.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Fasziniert mit ruhigem Schreibstil - von Bambisusuu - 26.02.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Der verstorbene amerikanische Autor Kent Haruf hat den berührenden Roman Lied der Weite geschrieben, welcher im Diogenes Verlag erschienen ist. Umhüllt von Leinenband beinhaltet die Geschichte 384 Seiten. Mit 17 Jahren wird Victoria vor die Tür gesetzt. Sie ist schwanger, verlassen worden von ihrem Freund und seither einsam. Ihrer Lehrerin Maggie bietet ihr eine Bleibe bei den Brüdern McPheron, zwei Viehzüchter. Das Leben von sieben Menschen wird in der Kleinstadt Holt in Colorado komplett auf den Kopf gestellt. Nach dem Bestseller Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf ist auch dieser Roman neu aufgelegt worden. Der unverkennbare, ruhige Schreibstil ist in der Handlung erhalten geblieben. Anders als bei klassischen Belletristik-Büchern gelingt es Kent Haruf Spannung aufzubauen ohne viel Schnickschnack. Die fiktive Kleinstadt Holt in Colorado bildet den Mittelpunkt seiner Geschichte. Eine einfache und ruhige Stadt, die aber den Alltag von sieben Menschen umkrempelt und vielfältiger nicht sein könnte. Bei dem Schreibstil fällt dabei die Eintönigkeit auf. Die wörtliche Rede wird ohne Anführungszeichen geführt und verschwimmt mit der Erzählung. Das wollige Gefühl wird dadurch nicht gestört. Bei sieben Charakteren ist die Tiefgründigkeit auf 384 Seiten keine Leichtigkeit, was aber Kent Haruf mit Bravur meistert. Victoria erfährt zu Beginn in ihren jungen Jahren starke Schicksalsschläge. Die Ablehnung der Mutter, kein Dach über dem Kopf und dann ein neues Leben schaffen. Die Brüder McPheron sind nachvollziehbar skeptisch und wissen nicht, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Der Zwiespalt und die Emotionen werden schlicht verpackt, treffen aber direkt und sind mitreißend. Mitfühlend erlebt man das Zusammenleben. Tiefgang entsteht ebenfalls durch den Wechsel der Protagonisten. Die Gefühle von Victoria und Einblicke in das Leben ihrer Lehrerin werden offen gelegt. Gleichzeitig kämpfen Tom Guthrie und seine Söhne Ike und Bobby Guthrie für ein normales und bodenständiges Leben. Die Charaktere werden hierbei liebenswert beschrieben. Schicksale, Sorgen, Ängste und andererseits Freude, Liebe und Zuneigung, die die Mitbewohner der Kleinstadt Holt widerfahren. Als Leser liest man die Zeilen und hat das Gefühl, als wäre man vor Ort. Sieben Menschen und dessen Erlebnisse werden mit Tiefgründigkeit emotional beschrieben. Ein faszinierender Roman mit typischem Schreibstil des Autors Kent Haruf!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll hohe Erzählkunst - von gagamaus - 16.02.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Das Lied der Weite besticht durch eine edle Optik und einen verheißungsvollen Titel. Wer Harufs Geschichten kennt, weiß, dass die meisten wohl in der selben Gegend in den Vereinigten Staaten spielen. Eine eher ländliche Gegend, eine Kleinstadt, Viehzüchter und Bauern im weiten Umkreis. Dort sind die Männer noch wortkarg und bärbeißig und die Frauen stark und selbstständig obwohl der Mann hier noch das Sagen haben möchte. Wieder hat Kent Haruf eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft ersonnen. Wieder sind auch ältere Menschen wichtige Protagonisten in einer Geschichte voll kleiner und großer Alltagsdramen. Eine depressive Mutter verlässt Mann und Kinder und ein Teenager erwartet ein Kind und wird deshalb von der hartherzigen Mutter hinausgeschmissen. Mütter kommen in diesem Buch nicht unbedingt gut weg. Dagegen gibt es zwei ältere Herren, Brüder, alleinstehende Rinderzüchter, die im Laufe der Erzählung zu Höchstform auflaufen und aus ihrem Alltagstrott ausbrechen um dem jungen Mädchen aus ihrer Not zu helfen. Starke Charaktere bevölkern dieses Buch. Und stark sind auch die Entwicklungen, die sie durchmachen. Dabei setzt der Autor auf einen sehr verhaltenen zurückgenommenen Betrachtungsstil und beobachtet das Geschehen aus einer gewissen Distanz, die aber nie kühl sondern immer wohltuend neutral rüber kommt. Man spürt die Gefühle der Protagonisten obwohl er wenig Worte darum macht. Haruf beherrscht für mich die hohe Kunst des Erzählens hervorragend. Ein rundherum gelungenes Buch mit einem stimmigen Plot.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Zauber des Alltäglichen - von fuechslein - 14.02.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Kent Haruf schrieb unaufgeregte Geschichten. Die Helden leben ihren Alltag in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado. Wir beobachten sie bei ihren täglichen Verrichtungen, spüren ihre Sehnsucht, ihre Sorge und ihren Schmerz. Aber auch die Freude und die Liebe, die bei Haruf manchmal außergewöhnliche Wege findet. In Lied der Weite begegnen wir sieben Hauptpersonen, deren Leben in der kleinen Stadt auf wundersame Weise miteinander verwoben wird. Bobby und Ike, die 9- und 10-jährigen Söhne von Guthrie, lassen uns teilhaben an ihrem Leben, das aus gemeinsamen Mahlzeiten, Zeitungen austragen, Schule und den auf dem Lande üblichen Abenteuern kleiner Jungs besteht. Guthrie selbst, Lehrer, kümmert sich um die Jungs, da die Mutter Ella dazu nicht in der Lage scheint. Victoria, eine 17-jährige Schülerin Guthries, ist schwanger von einem längst vergangenen Sommerflirt mit einem Jungen aus Denver. Herrlich kauzig die alten Brüder McPherons, die seit ewigen Zeiten allein mit ihren Rindern und Pferden auf der alten Farm weit draußen vor der Stadt leben. Und Maggie Jones, ebenfalls Lehrerin und Kollegin von Guthrie, eine Frau, die es gewohnt ist, ihr Leben und manchmal auch das Anderer, selbst in die Hand zu nehmen. Hier geht es auf ganz alltägliche Weise um Leben und Tod. Tiere werden geboren und andere sterben. Bei den Menschen ist es ebenso. Auch wenn ich die Farmszenen teilweise etwas zu direkt fand, so beschreibt der Autor doch nur das, was tagtäglich passiert, in Holt, Colorado, und anderswo auf der Welt. Anfangs hatte ich ein bisschen Probleme mit der zeitlichen Einordnung. Da aus wechselnder Perspektive der verschiedenen Personen erzählt wird, kommt es zu kleineren Zeitsprüngen vor und zurück. Die Spannung der Geschichte ergibt sich aus den Handlungen der Personen. Sie treffen manchmal mutige Entscheidungen, machen Fehler, werden ungerecht behandelt oder spüren plötzlich, dass da jemand ist, der es gut mit ihnen meint. So macht »Lied der Weite«, wie auch die anderen Bücher des Autors Lust auf das Leben, auf die täglichen kleinen Schritte, die vielleicht zum großen Glück führen können. Und es bleibt der Trost, dass ein kleines Glück auch okay ist, falls wir nur bis dahin kommen sollten. Fazit: 5***** und absolute Leseempfehlung für eines meiner Lieblingsbücher. Wem »Das Lied der Weite« gefallen hat, empfehle ich »Unsere Seelen bei Nacht«, ebenfalls von Kent Haruf.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Wunderbar zeitlos und real - von LadyIceTea - 11.02.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
In der kleinen Stadt Holt in Colorado wird die 17jährige Victoria schwanger und prompt von Zuhause verstoßen. Sie wendet sich in ihrer Not an ihre Lehrerin Maggie. Maggie überredet die alten Brüder McPheron, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Zunächst ein wenig befremdet, finden die drei doch zueinander und sind bald wichtiger füreinander, als sie es erwartet hätten. Ich habe zuvor Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf gelesen und war erfreut, seinen Schreibstil in Lied der Weite wiederzufinden. Kent Haruf versteht sich darin, Geschichten zu erzählen, die durch die fast schon knappen Gespräche und absolut normalen Ereignisse, einfach real wirken. So als wären sie im Dorf um die Ecke vor kurzem erst passiert. Und auch das zeichnet sein Buch aus. Denn auch wenn man an einigen Punkten eine ungefähre Jahreszahl ausmachen kann, könnte die Geschichte genauso gut auch letzte Woche passiert sein. Das Verhalten der Menschen und die Gespräche sind einfach wunderbar zeitlos. Jede seiner Figuren ist einzigartig gezeichnet und in diesem Buch habe ich besonders die beiden McPheron Brüder ins Herz geschlossen. Seine Figuren sind unglaublich greifbar und wirken überhaupt nicht beschönigt. Kent Haruf versucht keine überdramatisierte oder extra schöne Geschichte, mit perfekten Charakteren zu schreiben. Er erzählt lieber Geschichten, wie das Leben sie schreiben könnte. Ich bin nach diesem Buch wirklich zu einem Fan seiner Werke geworden und hoffe, dass bald noch seine anderen Bücher übersetzt werden.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Von Menschen, Möglichkeiten und Neuanfängen - von jenvo82 - 11.02.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
"Schauen Sie sich doch an. Eines Tages werden Sie sterben, ohne jemals im Leben genug Sorgen gehabt zu haben. Jedenfalls nicht die richtige Sorte. Das ist ihre Chance." Inhalt Für Victoria, die mit 17 schwanger ist und von ihrer Mutter nicht mehr unterstützt wird, stellt sich die Frage, wohin sie soll, in ihrem Zustand und dann bald noch mit einem Baby. Ihre Vertrauenslehrerin Maggie hat da eine passable Idee: Am Stadtrand von Holt wohnen zwei ältere Herren, beide Farmer und ohne Familie. Sie ist der Ansicht, dass die beiden Männer und das junge Mädchen eine gelungene Zweckgemeinschaft werden könnten und konfrontiert die Herren, mit ihrem Vorschlag. Tatsächlich sind diese bereit, sich darauf einzulassen und so kann das Leben weitergehen. Doch in Holt gibt es noch mehr Baustellen. Männer, die von Frauen verlassen wurden, Kinder, die ohne Mutter aufwachsen, Schüler die andere ausbeuten und solche, die anderen helfen. Alte und Junge, Starke und Schwache, Schlaue und Dumme - das Kleinstadtleben mit all seinen Vorteilen aber auch den unvermeidlichen Nachteilen, geprägt von Menschen jeglicher Art ist das Herzstück dieses Romans und zeigt, wie es aussehen könnte ¿ das Leben. Meinung Der im Jahre 2014 verstorbene amerikanische Autor Kent Haruf hat die idyllische Kleinstadt Holt eigens für seine Geschichten erdacht und nimmt den Leser nun mit auf eine Reise ins Zentrum seines kleinen Universums. Dort, wo die Landschaft noch urig ist, die Menschen bodenständig leben und ihrer geregelten Arbeit nachgehen, dort wo der Ackerbau und die Viehzucht als Wirtschaftszweige dominieren, treffen wir Menschen aller Art, deren Charakterstärken und Ambitionen ebenso zu Tage treten wie ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten. Dieser Roman ist eine sehr liebevoll gezeichnete, unaufgeregte Menschenstudie über das Zusammenleben mehrerer Bewohner dieser Kleinstadt und gleichermaßen die Erzählmöglichkeit, wie es sein kann, wenn sich nicht jeder selbst am nächsten steht, wenn fast Fremde bereit sind, nur durch den ein oder anderen Kompromiss einne Neuanfang zu wagen, um den Gemeinschaftssinn zu stärken. Zunächst einmal besticht der Roman durch einen humorvollen, ambitionierten Schreibstil, der ebenso Raum lässt für Gefühle wie Einsamkeit, Traurigkeit und Zuversicht als auch für ganz alltägliche, wenn auch leicht abschreckende Abläufe im ländlichen Tagesablauf. Mensch und Tier bildet eine Einheit, ist voneinander abhängig und wirkt aufeinander ein. Das Sterben, die Geburt, Krankheiten und Sorgen, die erste Liebe, der erste Verrat, das schlechte Gewissen, die elementare Wut - ganz egal was es ist, der Leser kann es nachvollziehen, selbst wenn der Autor aus einer übergeordneten Erzählperspektive heraus agiert und ersichtlich wird, das viele Menschen lieber schweigen als ihren Wünschen Ausdruck zu verleihen. Mein persönlicher Kritikpunkt bezieht sich im Wesentlichen auf recht lose Erzählstränge, die immer wieder wechseln und dann doch recht oberflächlich aus der Außenperspektive schildern, was den Menschen widerfährt. Inhaltlich konzentriert sich die Geschichte auf mehrere Aspekte und Menschen, die mir durch den häufigen Wechsel nicht so recht ans Herz wachsen konnten. Am meisten gestört hat mich dabei die fehlende Reflexion über die Gefühlsebene. Der Leser weiß genau, wie viel Mut oder Überwindung hinter einer entsprechenden Verhaltensweise steckt, aber er entdeckt das nur über die Handlung, nicht über die inhaltliche Auseinandersetzung. Bereits nach der Hälfte des Buches war ich mir sicher, dass mich das Geschehen in einer verfilmten Variante noch mehr angesprochen hätte, da dort auch zwischenmenschliche Töne, wie Körpersprache oder Stimmvariationen wirken können. Fazit Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen stillen, aber eindringlichen Roman, der Menschlichkeit und Aufopferungsbereitschaft fokussiert. Ich mag Bücher, in denen man eine echte Aussage, eine Botschaft findet und die man mit einem Lächeln zuklappen kann und all das bietet dieses Buch. Es zeigt, auf einfühlsame Art und Weise, wie Nähe entstehen kann, wenn man bereit ist, sie zuzulassen. Der große Vorteil des Buches ist seine leichte Hand, mit der es geschrieben scheint und deshalb auch so wirkt - gleichermaßen interessant wie verständlich, ebenso erschütternd wie aufrüttelnd und doch in sich geschlossen und mit einem hoffnungsfrohen Ende. Ich empfehle den Roman all jenen, die gerne Erzählungen hören, die viele Wahrheiten und lebensnahe Momente aufgreifen und dabei auch noch unterhalten.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Achterbahn der Gefühle - von Biest - 03.02.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Inhalt: Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Die siebzehnjährige Victoria Roubideaux ist schwanger. Den Vater des Kindes, eine Sommerliebe, kennt sie kaum. Aber sie will das Kind unbedingt zur Welt bringen, auch wenn ihre Mutter sie deswegen aus dem Haus geworfen hat. Durch die Vermittlung ihrer Lehrerin Maggie Jones kommt Victoria auf der Farm von Raymond und Harold McPheron unter, zwei rauhbeinigen, unverheirateten alten Viehzüchtern, die mehr Ahnung von Kühen als von Menschen haben. Doch je größer Victorias Bauch wird, desto weniger klar wird gleichzeitig, wem mit diesem Arrangement mehr geholfen ist: dem Mädchen oder den alten Herren. Es ist möglich, die Einsamkeit zu durchbrechen - auch für Maggie, die ihren betagten Vater pflegt, auch für ihren Lehrerkollegen Tom Guthrie und seine beiden Söhne, die von ihrer Mutter verlassen wurden. Davon erzählt auf ergreifende Weise Kent Harufs bekanntester Roman. Meine Meinung: Kent Haruf entführt seine Leser in die fiktive Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Die Umgebung ist total klasse beschrieben, mit vielen liebevollen Details, so fühlt man sich als Leser sofort mittendrin. Die Charaktere waren sehr abwechslungsreich und interessant dargestellt. Besonders gut haben mir die McPheron-Brüder gefallen. Man kann sich in sie hineinversetzen und ihre unglaubliche Entwicklung hautnah miterleben. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Aber auch die anderen Figuren waren zum größten Teil toll gezeichnet. Vicky wächst einem mit jeder gelesenen Seite auch immer mehr ans Herz, genauso wie Ike und Bobby. Weniger gut gefallen hat mir dagegen Tom Guthrie, der Vater von Ike und Bobby. Er blieb mir zu blass und zu fremd. Die vielen unterschiedlichen Themen, wie Schwangerschaft, Depressionen, Demenz und viele andere, hat der Autor grandios in eine unterhaltsame, teils auch sehr amüsante Geschichte gepackt. Man geht beim Lesen durch Höhen und Tiefen, spürt die Verzweiflung und die Hoffnung der Menschen. An manchen Stellen muss man sich ein Tränchen verkneifen, an anderen könnte man sich vor lauter Unverständnis und Wut die Haare raufen. Sprachlich hat mich dieses Buch total begeistert. Es liest sich super flüssig. Anfangs hat mir die Wörtliche Rede ein bisschen gefehlt, aber daran gewöhnt man sich schnell. Jeder Protagonist hat seine eigenen Kapitel, die meist relativ kurz sind. Dies ist ein Grund, warum man nur so durchs Buch fliegt. Man kanns kaum abwarten bis es bei der gewünschten Figur weitergeht, ein wahrer Pageturner. Fazit: Hier kann ich euch nur ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Mir hats bis auf ein paar Seiten, die ich einfach überflüssig für die Geschichte fand, sehr gut gefallen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Traurige Melodie - von BR - 25.01.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Meine Favoriten in dieser Geschichte waren die beiden Brüderpaare: Ike und Bobby Guthrie sind erst neun und zehn Jahre alt. Ihre Mutter ist ganz in einer Depression gefangen und die Brüder müssen ohnmächtig zusehen, wie ihre Mutter immer weniger am Familienleben teilnimmt. Schließlich verlässt sie die Familie endgültig, die Jungs bleiben beim Vater zurück und leiden sehr unter dem Weggang der Mutter. Die Brüder Raymond und Harold McPheron sind beide unverheiratet geblieben und führen zusammen die Farm ihrer Eltern weiter. Mittlerweile sind sie alt und kauzig geworden. Trotz des Altersunterschieds gibt es einige Parallelen im Leben der beiden Brüderpaare: Sie versuchen gemeinsam ihr oft mühseliges Leben zu meistern und können sich ganz aufeinander verlassen. Und sie stehen oft sprachlos und unbeholfen vor den Ereignissen. Ich habe es genossen, die Geschichten dieser Menschen aus Holt zu begleiten, auch wenn die Einsamkeit, Traurigkeit und Ungerechtigkeit manchmal schwer auszuhalten war. Schön zu wissen, dass es weitere Geschichten über die Menschen aus Holt gibt. Dieser melancholische Schreibstil, der besondere Menschen zeichnet, hat mich sehr angesprochen. Deshalb hoffe ich, dass nach dem großen Erfolg der aktuellen Bücher auch die anderen von Kent Haruf ins Deutsche übertragen werden.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein warmherziges, stellenweise den Leser sehr bewegendes Buch - von Winfried Stanzick - 17.01.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Im vergangenen Jahr hatte ich mit vielen anderen überraschten Lesern das Glück, den amerikanischen Schriftsteller Kent Haruf mit seinem letzten Roman kennenzulernen, der wohl auch zur großen Überraschung des Diogenes Lektorats sich zu einem großen Verkaufserfolg mit begeisterten Kritiken entwickelte und 2017 verfilmt wurde. "Unsere Seelen bei Nacht" erschien in den USA als Kent Harufs fünfter Roman, kurz bevor er starb. Nun legt Diogenes nach dem großen Erfolg den zuerst 1999 erschienenen Roman "Plainsong" unter dem deutschen Titel "Lied der Weite" vor und zeigt, dass er beabsichtigt, in den nächsten Jahren alle Bücher von Kent Haruf zu verlegen. Ich begrüße das sehr. Als im Jahr 2001 bei btb das gleiche Buch unter dem Titel "Flüchtiges Glück" erschien, hat es kaum jemand bemerkt. Kent Harufs Romane spielen alle in der fiktiven Kleinstadt Holt in der Prärie des US-Bundesstaats Colorado, die wahrscheinlich viel Ähnlichkeit hat mit der Stadt, in der er mit seiner Familie als Lehrer und Autor lebte. Mit "Lied der Weite" begann Kent Haruf seinen fünfteiligen Zyklus über das Leben, Leiden und Lieben von unterschiedlichen Menschen in einer ganz normalen amerikanischen Kleinstadt. Es geht mit vielen Nebenhandlungen und -personen um das Schicksal des 17- jährigen Mädchens Victoria Roubideaux, die ungewollt schwanger geworden, von ihrer tendenziell asozialen Mutter aus dem Haus geworfen wird. Victoria flüchtet sich zu Maggie Jones, eine Lehrerin ihrer Schule, die sie zunächst tröstet und verständnisvoll aufnimmt. Zur gleichen Zeit gerät die Ehe vom Maggies Lehrerkollegn Guthrie in die Krise und Haruf verfolgt sehr einfühlsam, wie sich die Krankheit der Mutter auf den Vater und seine beiden Sohne Ike und Bobby auswirkt. Etliche Meilen außerhalb von Holt leben die beiden älteren Brüder McPherson relativ abgeschieden und schlicht auf einer Farm, mit der sie mit Viehzucht seit Jahrzehnten ihren Lebensunterhalt bestreiten, nachdem die Eltern gestorben waren. Maggie Jones verfolgt nun zielstrebig und schlußendlich auch erfolgreich ihren Plan, Victoria Roubideaux bei diesen beiden alten Männern unterzubringen, bis sie ihr Kind zur Welt gebracht hat und sich mehr darüber klar geworden ist, wie ihr Leben weiter gehen soll. Zunächst eher widerstrebend, willigen die beiden Männer in Maggies ungewöhnliches Begehren ein, doch dann geschieht nicht nur mit den beiden, sondern auch mit Victoria und den anderen beschrieben Protagonisten Guthrie, Maggie, Ike und Bobby etwas ganz Ungewöhnliches. Aus einem Akt der Güte werden liebevolle und heilende Beziehungen, die die daran beteiligten Menschen wohl für ihr ganzes Leben verwandeln werden. Ein warmherziges, stellenweise den Leser sehr bewegendes Buch über Liebe und sozialen Zusammenhalt, über menschliche Stärken und Schwächen und über Menschlichkeit und Hoffnung, die man nie aufgeben darf, egal was passiert und gleich, wie ausweglos die Lage scheint.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Familie neu definiert - von Marianne - 15.01.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Dieses Buch beschreibt das Leben in einer Kleinstadt in Amerika. Zwei Brüder, die vor der Schule die Zeitung austragen. Ihr Vater, ein Lehrer, der trotz Druck von oben gerechte Noten vergeben will. Ihre Mutter, gefangen in einer Depression. Ein schwangeres Teenagermädchen, das von ihrer Mutter rausgeschmissen wird. Zwei alleinstehende, ältere Männer, deren ruhiges Leben auf den Kopf gestellt wird. Eine Lehrerin, die versucht zu helfen und zu vermitteln. Die Geschichten dieser Menschen stehen teilweise nebeneinander, teilweise sind sie miteinander verwoben. Der Leser begleitet diese sympathischen Menschen durch ihren Alltag. Dabei kommt dieses Buch mit wenigen dramatischen Wendungen aus, aber weil die Menschen darin dem Leser so ans Herz wachsen, ist das Lesen dieses Buchs ein Genuss. In ruhigen, fast melancholischen Tönen werden die ländliche Umgebung und die alltäglichen Geschehnisse geschildert. Die Bewohner dieser Kleinstadt wachsen zusammen, und werden sich gegenseitig zur Familie. Trotz der nüchternen Sprache, erlebt der Leser die Entwicklung der Charaktere dieses Buchs. Mir sind vor allem die älteren Brüder ans Herz gewachsen, die ihr Zuhause öffnen, um ein heimatloses Mädchen aufzunehmen. Sie sind zu allem bereit, damit diese junge Frau sich bei ihnen wohl fühlt. Ihre große Liebe und Großzügigkeit äußern sie recht unbeholfen, was sie nur noch liebenswerter macht. Ein wirklich gelungenes Buch. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr von diesem Autor lesen!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Tiefe Einblicke, denen Spannung fehlte - von bücherbelle - 13.01.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
"Das Mädchen sah müde und traurig aus, sie hatte die Decke um die Schultern gewickelt wie jemand, der ein Zugunglück oder eine Überschwemmung überlebt hat, trauriges Überbleibsel einer Katastrophe, die ihren Schaden angerichtet hat und weitergezogen ist." (S. 37) Kent Harufs "Lied der Weite" verspricht eine unterhaltsame Geschichte vor dem Hintergrund einer amerikanischen Kleinstadt, in der das Schicksal eines Mädchens das Leben anderer Stadtbewohner auf den Kopf stellt. "Ihre Augen hatten immer noch eine wunde Direktheit, als wären Trauer und Zorn nur knapp unter die Oberfläche gesunken." (S. 104) Auf den ersten Seiten dieses Romans konnten mich Sprache, Figuren und vor allem die Stimmung des Textes ziemlich nachhaltig fesseln, deswegen wollte ich es auch unbedingt lesen. Die vorgestellten Personenkonstellationen und Hintergründe versprachen einen spannenden Verlauf mit vielen potentiellen Reibungspunkten, auf den ich mich echt gefreut habe; rückblickend hätte ich zumindest die ein oder andere Anstrengung voraussehen können. Insbesondere die fehlenden Anführungszeichen in der wörtlichen Rede machten mir das Lesen schwerer als gedacht, und auch die abgehackten Sätze, die zu Beginn reizvoll erschienen, begannen irgendwann zu nerven: "Seit acht Tagen war die Schule aus. Aber das Freibad war noch nicht geöffnet. Die Baseball-Sommersaison hatte noch nicht angefangen. Und auch auf dem Rummelplatz würde es erst in der ersten Augustwoche losgehen." (S. 253) Zu all dem kam, dass mir nicht klar war, worauf der Autor hinauswollte. Das kann natürlich genauso gut auch an mir gelegen haben, sodass diese Feststellung allein mich nicht dazu bringen würde, vom Lesen dieses Romans abzuraten, doch eine Erwähnung ist es mir wohl wert. Auch bei dem Satz "In der Spüle stand kein Geschirr, der Tisch war geschrubbt, auf den Stühlen war nichts mehr von den Lappen und Maschinenteilen zu sehen, und der Boden wirkte so sauber gefegt, als hätte eine Immigrantin den Besen geschwungen." (S. 114) musste ich doch sehr schlucken und gleichzeitig überlegen, was damit gemeint sein könnte. Zuletzt hatte ich den Eindruck, dass es Haruf zu viel Aufwand war, den Brüdern unter seinen Figuren eigenständige Charaktere zu verleihen: Besonders die beiden Jungen hatten kaum eine eigene Persönlichkeit und Absätze wie "Oben im Bad kämmten sie sich mit nassem Kamm, zogen ihr Haar zu Wellen hoch und lockerten es mit den hohlen Händen auf, bis es über der Stirn steil nach oben stand. Wasser tröpfelte ihnen auf die Wangen und hinter die Ohren. Sie trockneten sich ab gingen auf den Flur hinaus und blieben zögernd vor der Tür stehen[¿]" (S. 19) sorgten in meinem Kopf für zugegebener Maßen amüsante Episoden von sich synchron bewegenden Kindern. Insgesamt fehlt mir leider das, was im Klappentext versprochen wird: Dass das Schicksal des Mädchens, dass die gute Tat der Brüder, die sie aufnehmen, "das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt" (Zitat Klappentext). Ja, wir können in sehr gemächlichem Tempo einer gewissen Entwicklung folgen, wir kommen den Bewohnern dieser Kleinstadt auch sehr nahe, doch leider hatte ich nie das Gefühl, dass wirklich etwas passierte.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Plainsong - von Pedi - 11.01.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Ich muss zugeben, dass mich Kent Harufs im Frühjahr 2017 erschienener und begeistert bejubelter Kurzroman "Unsere Seelen bei Nacht" enttäuscht hat. Was als Schlichtheit und Dezenz gelobt wurde, war für mich nur Belanglosigkeit und das berührende Thema erreichte mich auch nicht, konnte ich doch gar nicht nachvollziehen, warum sich erwachsene, gestandene Menschen durch ihre Umwelt so in ihrem Leben einschränken lassen. Da Kent Haruf auch in den USA so gelobt wird, wollte ich ihm gerne nochmal eine Chance einräumen (oder auch mir, je wie man es betrachtet). Und um es gleich zu sagen, mit "Lied der Weite" klappte es besser, auch wenn das Buch ähnlich gestrickt ist. "Plainsong" im Original, weist es sowohl auf die "Great Plains" Amerikas, die großen Weiten, in denen das kleine Holt/Colorado, in denen Harufs Romane spielen angesiedelt sind, hin, als auch auf die Liedform des Chorals, einfache, einstimmige Melodien aus der Kirchenmusik. Solche einfachen Melodien, von der schwangeren Teenagerin Victoria, der Lehrerin Maggie Jones, dem von seiner Frau verlassenen Tom Guthrie und den McPherons Brüdern setzt Haruf hier zusammen und singt das große Lied von der Vereinzelung und Vereinsamung, vom Elend des Schweigens und von der Hoffnung und Erlösung durch Gemeinschaft und Familie, und sei sie auch eine selbst zusammengestellte. Wie gesagt, die Geschichte überzeugte mich deutlich mehr als das Vorgängerbuch, vielleicht, weil sie sich auch eindeutig mehr Zeit nimmt. Im Fazit ist aber auch sie mir in vielen Passagen zu einfach gestrickt und auch ein wenig rührselig.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Am Ende steht eine neue Familie - von Anonym - 06.01.2018 zu Kent Haruf „Lied der Weite“
Wie schon der erfolgreiche Roman "Unsere Seelen bei Nacht" ist auch diese Geschichte des Autors, die im Original bereits 1999 erschienen ist, in der fiktiven Stadt Holt im amerikanischen Bundesstaat Colorado angesiedelt. Viel Handlung gibt es nicht. Vielmehr geht es um zwischenmenschliche Beziehungen und werden Impressionen von dem Leben in einer landwirtschaftlich geprägten Kleinstadt vermittelt. Sieben Romanfiguren stehen im Vordergrund - der Lehrer Tom Gruthie mit seinen neun und zehn Jahre alten Söhnen, seine Kollegin Maggie, die alten Viehzüchter und eingefleischten Junggesellen Harold und Raymond sowie die schwangere 17jährige Victoria. Letztere wird von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt und dank Maggie findet sie Aufnahme bei Harold und Raymond. Die Gruthies müssen sich gerade damit einrichten, dass die depressive Mutter sie verlassen hat. Alles wird in einer sehr ruhigen und beschaulichen Sprache erzählt. Da wörtliche Reden weder durch Anführungszeichen noch Spiegelstriche kenntlich gemacht werden, erfordert das Lesen eine gewisse Konzentration, um das Gesprochene den richtigen Personen zuordnen zu können. Es sind auch durchaus humorvolle Passagen eingearbeitet, vor allem soweit es um das Zusammenleben der alten Viehzüchter mit dem jungen Mädchen geht. Als etwas unpassend habe ich demgegenüber die Schilderung einiger grausamer Erlebnisse der beiden Gruthie-Jungen empfunden (wie das Auffinden einer verstorbenen Frau, die Beobachtung von Sexspielen unter Jugendlichen und der Obduktion eines Pferdes). Das Buch hat mir recht gut gefallen.
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