eBook.de : Ihr Online Shop für eBooks, Reader, Downloads und Bücher
Connect 01/2015 eBook-Shops: Testsieger im epub Angebot, Testurteil: gut Die Welt: Kundenorientierte Internetseiten Prädikat GOLD
+49 (0)40 4223 6096
€ 0,00
Zur Kasse

Loyalitäten

Roman. Originaltitel: Les loyautés. gebunden mit Lesebä…
Sofort lieferbar
Buch (gebunden)
Buch € 20,00* inkl. MwSt.
Portofrei*
Dieses Buch ist auch verfügbar als:

Produktdetails

Titel: Loyalitäten
Autor/en: Delphine de Vigan

ISBN: 3832183590
EAN: 9783832183592
Roman.
Originaltitel: Les loyautés.
gebunden mit Lesebändchen, Deutsche Erstausgabe.
mit farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen.
Übersetzt von Doris Heinemann
DuMont Buchverlag GmbH

17. September 2018 - gebunden - 173 Seiten

Der 12-jährige Théo ist ein stiller, aber guter Schüler. Dennoch glaubt seine Lehrerin Hélène besorgniserregende Veränderungen an ihm festzustellen. Doch keiner will das hören. Théos Eltern sind geschieden und mit sich selbst beschäftigt. Der Junge funktioniert und kümmert sich um die unglückliche Mutter und den vereinsamten Vater. Um ihren Sohn müssen sie sich keine Sorgen machen. Doch Théo trinkt heimlich, und nur sein Freund Mathis weiß davon. Der Alkohol wärmt und schützt ihn vor der Welt. Eines Tages wird ihn der Alkohol ganz aufsaugen, das weiß Théo. Doch wer sollte ihm helfen? Hélène, seine Lehrerin, würde es tun, wie aber soll das gehen, ohne dass er die Eltern verrät? Mathis beobachtet das alles voller Angst. Zu gerne würde er sich seiner Mutter anvertrauen, allerdings ist Théo sein einziger Freund. Und einen Freund verrät man nicht. Außerdem würde er damit auch demjenigen in den Rücken fallen, der den Minderjährigen den Alkohol besorgt. Und der ist es, der das gefährliche Spiel in dem schneebedeckten Park vorschlägt, bei dem Théo bewusst den eigenen Tod in Kauf nimmt.

Wer möchte nicht denen gegenüber loyal sein, die er liebt? In ihrem neuen Roman erzählt Delphine de Vigan von der manchmal gefährlichen Komplexität unserer Beziehungen. Dabei erweist sie sich einmal mehr als unbestechliche Chronistin zwischenmenschlicher Missstände.
Delphine de Vigan, geboren 1966, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman >No & ich< (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman >Nach einer wahren Geschichte< (DuMont 2016) stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Bei DuMont erschien 2017 ihr Debütroman >Tage ohne Hunger<. Die Autorin lebt mit ihren Kindern in Paris.
Doris Heinemann, geboren 1957, studierte Romanistik und Germanistik in Köln und Montpellier, arbeitete als Sprachlehrerin, als Übersetzerin im Generalsekretariat des EG-Ministerrats und übersetzt seit 1997 Literatur, u. a. von Christian Gailly, Gabriel Chevallier, Theresa Révay, Yann Queffélec, Jean-Claude Derey und Olivier Rolin.
"[Delphine de Vigan] ist wie Virginie Despentes und Annie Ernaux eine Vertreterin der radikal zeitgenössischen französischen Literatur, eine Seismografin gesellschaftlicher Gewalt."
Ute Cohen, DIE LITERARISCHE WELT

"Wie ein elektrischer Schlag"
Niklas Bender, FAZ

"Man kann wirklich ganz knallhart diese Abgründe in zwischenmenschlichen Strukturen und in der Gesellschaft [...] erkennen, sodass beim Lesen einem die Luft im Halse stecken bleibt und es ist faszinierend zu sehen, wie klar sie die Sachen auf den Punkt bringt."
Birgit Koß, DLF KULTUR

"Mit Annie Ernaux, Virginie Despentes, Leïla Slimani und Édouard Louis gehört Delphine de Vigan zur Liga französischer Literaten, die das Erzählen mit einer schonungslosen Gesellschaftsanalyse verbinden."
Martina Läubli, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

"Die französische Autorin kleidet innere Tumulte in klare Sprache."
Silke Müller, STERN

"Die unterschiedlichen Perspektiven, die sie einnimmt, [...] sind so präzise dargelegt, als könne sie sich als winzige Spionin in die Köpfe der unterschiedlichsten Menschen abseilen."
Jana Felgenhauer, SPIEGEL ONLINE

"Raffiniert lotet Delphine de Vigan auch die dunklen Seiten von Loyalität aus."
Luzia Stettler, SRF 52 Beste Bücher

"Ein großer Roman [...]: zeitgemäß, melancholisch und wahrhaftig."
Juliane Bergmann, NDR KULTUR

"Ein Roman, der einem lange nachgeht."
Sabine Grimkowski, SWR2 Lesenswert Kritik

"Delphine de Vigan seziert großartig eine komplexe Situation."
Martina Koch, GLAMOUR

"Der Roman ist total packend, am Ende ist man fassungslos."
Anna Eube, WELT.DE/ICONIST

"Beim Lesen lässt sich [das Drama, die Verlorenheit und die Ausweglosigkeit] nur deshalb ertragen, weil Vigan so unglaublich gut schreibt. Präzise, dabei empathisch und authentisch, gibt sie ihren Protagonisten eine Stimme, der man zuhören will."
Solveig Bach, NTV.DE

"Sie beschreibt präzise, drückt nicht auf die Tränendrüse und findet dennoch Formulierungen, die lange nachwirken. Ein Roman, der dazu auffordert, genauer hinzuschauen, ehrlich zu sich und anderen zu sein."
Anne Burgmer, KÖLNER STADT-ANZEIGER, BÜCHERMAGAZIN

"170 Seiten, die zeigen, wie Literatur auf höchstem Niveau geht."
Jutta Engelmayer, STADTRADIO GÖTTINGEN

"Beklemmend und zugleich raffiniert erzählt."
Katharina Bellgardt, WESTFÄLISCHER ANZEIGER

"[Es gelingt] Delphine de Vigan durch ihre genauen Beobachtungen, ihre liebevollen Schilderungen von Théos zähem Kampf aus diesem 12-jährigen Jungen einen eindrucksvollen Helden zu machen."
Gabriele Knetsch, BAYERN 2 DIWAN

"Delphine de Vigan schreibt leise, vielschichtig und eindringlich über menschliche Abgründe und innere Kämpfe ganz normaler Menschen."
Jeannette Villachica, ALLGEMEINE ZEITUNG

"Erschreckend nüchtern - [...] Das Buch kommt wie eine ort- und zeitlose Fallstudie daher und enthält doch alles, was den Menschen ausmacht. Große Literatur auf kleinem Raum."
Stephan Hermsen, NEUE RUHR ZEITUNG

"Gerade diese Beobachtung, dass trotz aller Liebe und vieler Bemühungen umeinander, jeder seine Geheimnisse behält und mit ihnen leben muss, macht 'Loyalitäten' so lesenswert."
Anne Simon, GALORE LITERATUR

"Fesselnd entwirft Delphine De Vigan in inneren Monologen der Beteiligten das Bild eines emotional vernachlässigten Jungen."
Carsten Schrader, KULTURNEWS

"Delphine de Vigans in Frankreich vielfach ausgezeichneten Romanfiguren brennen sich ins literarische Gedächtnis, ich kann sie einfach nicht vergessen."
Marc Iven, GEISTESBLÜTEN

"Offen, ehrlich, schonungslos und direkt. 'Loyalitäten' ist ein dichtes und intensives Buch, dass mit nicht loslässt und mir noch lange zu denken geben wird."
Alexandra Stiller, BUECHERKAFFEE.DE

"Jeder Satz sitzt bombenfest, kein Wort ist überflüssig. [...] Delphine de Vigan hat mit 'Loyalitäten' ein verdammt gutes Buch geschrieben."
Monika Drummer, BUCHUNDWORT.DE

"Kurz und knapp: eines der Bücher des Jahres, schon vor
Kundenbewertungen zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Durchschnittliche Kundenbewertung
review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.3 16 Kundenbewertungen
Veröffentlichen Sie Ihre Kundenbewertung:
Kundenbewertung schreiben
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Wunderschön geschrieben! - von Lia48 - 26.01.2019 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
INHALT: Lehrerin Hélène macht sich große Sorgen um einen ihrer Schützlinge. Denn der 12-jährige Théo hat sich verändert. Er ist noch stiller geworden und seine Konzentration im Unterricht lässt zu wünschen übrig. Hélène hat ein ungutes Gefühl, doch damit ist sie erst mal allein... Seitdem sich seine Eltern getrennt haben, wohnt Théo abwechselnd bei seiner Mutter und bei seinem Vater. Die Eltern pflegen keinen Kontakt mehr miteinander, haben ihre eigenen Sorgen und scheinen auch nicht zu bemerken, dass es ihrem Sohn nicht gut geht. Dieser greift immer öfter zur Flasche. "Eines Tages möchte er gern das Bewusstsein verlieren, völlig. Sich für ein paar Stunden oder für immer in das dicke Gewebe der Trunkenheit fallen, sich davon bedecken, begraben lassen, er weiß, dass so etwas vorkommt. (S.14) Nur Mathis weiß, dass sein bester Freund regelmäßig Alkohol konsumiert. Anfangs macht er selbst noch mit. Doch als Théo langsam aber sicher die Kontrolle zu verlieren scheint, bekommt er es allmählich mit der Angst zu tun... MEINUNG: Vom ersten Satz an war ich mal wieder geplättet von Delphine de Vigans wunderschönem Schreibstil! Sie schreibt unglaublich berührend und eindringlich und benötigt dabei nicht viele Worte, um beim Leser Emotionen hervorzurufen. Eine Kunst für sich, wie ich finde! Mehrere Perspektiven wechseln sich ab, so dass die Situation von verschiedenen Seiten beleuchtet wird und schließlich ein ganzes Bild ergibt. Hierbei war mir lediglich Mathis Mutter etwas weniger greifbar, zu ihr konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen. Bei allen anderen Figuren ist der Autorin dies jedoch mit Bravour gelungen. So habe ich vor allem mit Théo und Hélène mitgefiebert und mitgelitten. Der 12-Jährige hat es nicht einfach und befindet sich seit der Trennung der Eltern in einem Loyalitätskonflikt, der im Verlauf des Buches gut zur Geltung kommt. Unterschiedliche (zum Teil problembehaftete) Beziehungen von Kindern, Eltern, Schülern und Lehrern, kommen zur Sprache. Mit der Zeit wird einem die Bedeutung des Titels immer klarer - er passt wunderbar zum Inhalt, ebenso das Cover. Durch die gewählte Thematik entsteht eine eher gedrückte und teilweise auch traurige Atmosphäre. Mir persönlich tat das Lesen manchmal richtig weh. Théos Leid und Schmerz konnte ich beinahe selbst spüren, wodurch ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste. Das Ende der Geschichte finde ich - ohne zu viel zu verraten - sehr passend, da es zum weiteren Nachdenken anregt und das Buch so noch eine Weile in einem nachhallt... FAZIT: Ein wunderschön geschriebenes und unglaublich einfühlsames Buch, das eher etwas traurig ist und zum Nachdenken anregt. Klare Leseempfehlung und 4,5/5 Sterne!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Loyalitäten - von Fornika - 07.12.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Biologielehrerin Hélène ist sich sicher, dass ihr Schüler Théo nicht einfach nur ein etwas verschlossenes Kind ist, sondern ein echtes Problem hat. Doch was, das weiß sie nicht. Mathis, Théos bester Freund dagegen schon. Schließlich stehlen sie sich jede freie Minute in ein Versteck der Schule, um sich zu betrinken. "Loyalitäten" ist ein recht kurzer Roman, der es trotzdem in sich hat. Théos Verfall ist nicht leicht mit anzusehen, seine Verzweiflung, aber auch seine vergeblichen Bemühungen an der familiären Situation etwas zu ändern. Die ist wirklich zerfahren, die Eltern geschieden, seit Jahren sprechen sie kein Wort mehr miteinander, der Vater versinkt in Einsamkeit. Ich konnte mich mit der Haltung der Mutter bis zum Schluss nicht anfreunden, mir erschien sie zu unrealistisch; das hat mich dann doch oft aus dem Lesefluss gerissen. Sehr gut gelungen ist die Darstellung von Hélènes Bemühungen, allgemein die Reaktionen im Schulsystem empfand ich als sehr authentisch. Trotz dieser aufwühlenden Thematik beobachtet man als Leser das Geschehen doch eher distanziert, ich hätte mir mehr Emotionen, mehr Nähe gewünscht. Delphine de Vigan hat einen leisen Weg gewählt, um ihre Geschichte zu erzählen, für mich wurde hier allerdings Potential verschenkt, weil oft die Distanz zur Handlung zu groß war.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Delphine de Vigans Bücher sind wahrhaftig. - von Inge Weis - 27.10.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Sucht und Sehnsucht. Loyalitäten. Das sind die unsichtbaren Verbindungen, die uns mit den anderen - den Toten wie den Lebenden - verbinden, leise gemachte Versprechungen, deren Auswirkungen wir nicht kennen, still gehaltene Treue, das sind Verträge, die wir zuallermeist mit uns selbst geschlossen haben, Befehle, die wir hingenommen, aber nie gehört haben, und in den Nischen unserer Erinnerungen nistende Schulden. Das sind die Gesetze der Kindheit, die in unseren Körpern schlummern, die Werte, in deren Namen wir uns aufrecht halten, die Fundamente, die es uns ermöglichen, Widerstand zu leisten, unlesbare Grundsätze, die an uns nagen und uns einschließen. Unsere Flügel und unsere Fesseln. Das sind die Sprungbretter, auf denen sich unsere Kräfte entfalten, und die Gruben, in denen wir unsere Träume begraben. Wenn Eltern mit sich selbst beschäftigt sind, können ihre Teenager- Kinder in heftige Probleme hineingeraten. Theos Eltern sind geschieden und merken beide nicht, wie sehr der Junge darunter leidet, Mutter und Vater seelisch versorgen zu müssen. Der 12-jährige beginnt heimlich Alkohol zu trinken, sein Freund Mathis beobachtet die Sucht mit großer Sorge. Théo ist ein stiller, aber guter Schüler. Dennoch glaubt seine Lehrerin Hélène besorgniserregende Veränderungen an ihm festzustellen. Doch keiner will das hören. Seine Eltern sind geschieden und mit sich selbst beschäftigt. Der Junge funktioniert und kümmert sich um die unglückliche Mutter und den vereinsamten Vater. In ihren Augen ist also so weit alles gut. Doch Théo trinkt heimlich, und nur sein Freund Mathis weiß davon. Der Alkohol wärmt und schützt ihn vor der Welt. Eines Tages wird ihn der Alkohol ganz aufsaugen, das weiß Théo. Doch wer sollte ihm helfen? Hélène, seine Lehrerin, würde es tun, doch wie soll das gehen, ohne dass er die Eltern verrät? Mathis beobachtet das alles voller Angst. Zu gerne würde er sich seiner Mutter anvertrauen, aber Théo ist sein einziger Freund. Und einen Freund verrät man nicht. Außerdem würde er damit auch seinem großen Bruder in den Rücken fallen, denn der besorgt den Alkohol für die Minderjährigen. Und er ist es auch, der das gefährliche Spiel in dem schneebedeckten Park vorschlägt, bei dem Théo bewusst den eigenen Tod in Kauf nimmt. Beim lesen bekommt man Gänsehaut, denn so nah ist man als Gesunder dieser Krankheit selten gekommen. Es gelingt Delphine de Vigan, auch Leser in ihren Bann zu ziehen, die sich vorher noch nie mit dem Thema Alkoholismus bei Kindern und Jugendlichen auseinandergesetzt haben. Gewohnt brillant erzählt die Autorin in diesem einfühlsamen Roman die Geschichte des 12-jährigen Théo und erweitert mit dem Satz "Wie konnte es nur so weit kommen , den Horizont, in diesem Fall ganz besonders. Berührend bis zur letzten Seite. Sie trifft mit diesem grossartigen Roman absolut den Zahn der Zeit. Loyalitäten ist aus meiner Sicht ein wichtiges Buch, das zum Denken und Umdenken anregt. Das bei einem solch schwierigen Thema zu schaffen, hat durchaus Respekt verdient. Am Rande der Wahrheit findet Delphine de Vigan ihre Geschichten. Realität und Fake, Autobiografie und Fiktion. Der Roman rüttelt wach und bietet einen bewegenden Ausflug in ein krankes, aber heilbares Leben. Und er gibt Kraft! Eine ganz außergewöhnliche und wertvolle Geschichte, die unter die Haut geht und nicht nur Betroffenen Mut zum Leben vermittelt. Wow. Sehr intensiv.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Keine leichte Kost - von Julia Lindner - 05.10.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Dass Loyalitäten kein Wohlfühlroman ist, lässt ja schon der Klappentext erahnen. Aber dass es so schwer verdaulich ist, hätte ich nicht gedacht. Dabei würde ich es schon als Liebesroman bezeichnen. Nur beleuchtet er eben die dunklen, verborgenen Ecken der Liebe, in die man abrutscht, wenn die Liebe zwischen den Partnern aus dem Gleichgewicht kommt. Und ich meine nicht nur die amouröse Liebe, sondern auch die zwischen Freunden oder die Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern. Mit den Folgen dieses Ungleichgewichts wie Verwahrlosung, Gewalt und psychische Quälerei bis hin zur Selbstaufgabe wird der Leser auf nur wenigen Seiten konfrontiert. Die Eindrücken prasseln in unglaublicher Eindringlichkeit auf einen ein und wirken durch die gefühlte Machtlosigkeit umso realer. Ein packendes Buch, das noch lange in meinem Inneren nachhallen wird.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein tragisches Schülerschicksal einfühlsam erzählt - von anushka - 01.10.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Hélène ist Lehrerin. Zunehmend bemerkt sie Veränderungen an dem 12-jährigen Theo. Der sonst ruhige, aber gute Schüler wirkt zunehmend unbeteiligt und übermüdet. Doch als Lehrerin sind ihr die Hände gebunden und die Schulleitung reagiert nur zögerlich auf ihre Bitten, ein genaueres Auge auf ihn zu haben. Währenddessen trifft Theo sich mit seinem besten Freund in geheimen Ecken der Schule und trinkt zunehmend mehr Alkohol, Kommt Hélène hinter sein Geheimnis, bevor etwas Schlimmes passiert? Delphine de Vigans neues Buch hat mich zutiefst berührt. Auf nur rund 180 Seiten erzählt sie eine intensive Geschichte vom Versagen von Eltern, ihre Kinder bedingungslos zu lieben; von einem System, das mehr Angst vor Regressansprüchen von Eltern hat, als dass seine Untätigkeit das Wohl eines Kindes gefährdet; von einem Kind, das von den Problemen der Erwachsenen heillos überfordert ist; und von einer Freundschaft unter Kindern, die uneingeschränkt loyal ist. In intelligenter Schreibe und aus drei verschiedenen Perspektiven beleuchtet die Autorin verschiedene Positionen in dieser Geschichte: die von Theo, die von Hélène und die der Mutter von Theos bestem Freund. Dadurch kennt man zwar schon vorab Theos Geheimnis, doch muss erstaunt feststellen, wie schwer es für das Umfeld ist, die Zeichen in diese Richtung richtig zu deuten. Und auch so bietet die Geschichte dennoch ausreichende Überraschungen. Die Geschichte geht sehr behutsam mit den Figuren um und behandelt das Thema sehr sensibel. Gerade dadurch wird es so eindringlich und die ganze Tragik des Geschehens bewusst. Die Autorin macht damit auf eine Thematik aufmerksam, die bislang meiner Meinung nach noch keinen prominenten Weg in die Erwachsenenliteratur gefunden hat, die aber unbedingt bewusst gemacht werden sollte. Ohne zu moralisieren zeigt die Autorin dabei auf, wo Versäumnisse geschehen und wo Handlungsmöglichkeiten bestünden, sowohl für ihre Figuren als auch im realen Leben. Die Geschichte endet letztlich eher als eine Episode aus dem Alltag einer Lehrerin, aber auch aus dem tragischen Leben eines jungen Schülers. Das Ende können Pessimisten dabei in die eine, Optimisten in die andere Richtung deuten. Ich hätte mir hier gern noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Andererseits gibt gerade das Ende dem Buch noch einmal Wucht und einen ziemlichen Effekt, sodass ich hierfür keine Abstriche vergeben möchte. Auf jeden Fall hat mich dieses Buch mit jeder Seite gepackt und berührt und ich empfehle es unbedingt weiter. Zum einen aufgrund seiner literarischen Qualität, aber auch aufgrund der absolut zeitgemäßen Thematik und der unglaublichen Einfühlsamkeit der Autorin.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Man kann das Buch und vor allen Dingen die Personen lange nicht vergessen - von Winfried Stanzick - 20.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Das neue Buch von Delphine de Vigan hat mich tief beeindruckt und bewegt. Sie erzählt daran von Menschen, die allesamt eine Bürde mit sich herumtragen, die aber nicht offensichtlich werden darf. Ihr Leiden am Leben und ihrem Schicksal, ihre Scham, ihre Lügen anderen gegenüber und die Geschichten, die sie erzählen, um andere nicht zu verletzen, sie zu schützen und um selbst irgendwie zu überleben -all das sind "Loyaliäten", denen sie sich unausgesprochen verpflichtet wissen und die sie an den Rand ihrer Kräfte bringen. Die Hauptpersonen des kleinen Romans, dem es gelingt auf knappem Raum mehr zu erzählen als so mancher dicker Wälzer, sind der 12-jährige Theo, seine Lehrerin Helene, seine Mutter Cecile und sein Freund Mathis. Abwechselnd lässt de Vigan diese Personen in einer fortlaufenden, sich durchaus spannend zuspitzenden Handlung erzählen, wobei die beiden Erwachsenen in der Ich-Form berichten. Helene, der Lehrerin, fällt der neue Schüler Theo Lubin bald auf. Sie spürt, dass mit dem Jungen irgendetwas nicht in Ordnung ist, und bemüht sich, in Gesprächen mit dem Schulleiter zu erklären, was sie spürt. Auch einem befreundeten Kollegen namens Frederic öffnet sie sich, doch der, durchaus auch beunruhigt, hält ihren seelischen Zustand für "kurz vor dem Zerspringen" und rät ihr, alles nicht so ernst zu nehmen. Helene ist nicht überzeugt, zumal sie bei Theo die ganze Zeit der Handlung über immer mehr besorgniserregende Veränderungen feststellt. Doch sie scheint in den Loyalitäten ihrer Schulbürokratie gefangen und als sie endlich durchbricht, scheint es zu spät. Auch mit den Eltern hat Helene gesprochen, aber die sind geschieden und scheinen nur mit sich selbst beschäftigt. Theo indes, ein ruhiger und guter Schüler, kümmert sich (Loyalitäten!) um die unglückliche Mutter und den vereinsamenden und verwahrlosenden Vater. Theo ist mit allem überlastet und trinkt heimlich Alkohol. Der wärmt ihn und schützt ihn vor der ihm als unwirtlich erscheinenden Welt. Nur sein Freund Mathis weiß von Theos immer stärker werdendem Alkoholkonsum, schweigt aber. Theo weiß genau, was der Alkohol schlussendlich mit ihm machen wird, doch er ist hilflos. Er spürt, dass seine Lehrerin Helene ihm helfen möchte, aber er kann doch nicht seine Eltern verraten! Auch Mathis würde gerne seiner Mutter von seiner Angst um Theo erzählen, doch er ist doch sein einziger Freund. Außerdem würde er dann seinen älteren Bruder bloßstellen, der den Alkohol für Theo und andere Minderjährige besorgt. Immer mehr spitzt sich die Lage zu, keiner wagt wirklich einzugreifen, zu viele Loyalitäten stehen dagegen. Und als Mathis` Bruder ein Spiel im schneebedeckten Park vorschlägt, ist Theo bereit, seinen eigenen Tod in Kauf zu nehmen und zu suchen. Das Spiel läuft aus dem Ruder und als die endlich von Mathis informierte Helene im Park ankommt, und zwei Mal zu dem leblosen Theo sagt: "Ich bin da", weiß man nicht, ob es nicht schon längst zu spät ist. Delphine de Vigans Roman dieselt wie auch ihrer früheren Bücher sehr lange im Leser nach. Er geht ihm unter die Haut. Man kann das Buch und vor allen Dingen die Personen lange nicht vergessen. Wie viele Theos und Mathisse sitzen da in unseren Klassenzimmern und wie viele Lehrer nehmen überhaupt noch wahr, was mit ihnen los ist?
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Unsichtbare Verbindungen - von milkysilvermoon - 19.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Théo Lubin ist erst zwölfeinhalb Jahre alt und hat bereits ein Alkoholproblem. Seine Eltern haben sich scheiden lassen. Nun kümmert sich der Junge um die unglückliche Mutter und den vereinsamten Vater. Théos Lehrerin Hélène bekommt mit, dass etwas mit dem stillen Schüler nicht stimmt. Doch ihre Beobachtungen nimmt niemand so richtig ernst. Auch Thèos Freund Mathis Guillaume weiß nicht, was er tun soll, denn sein eigener älterer Bruder besorgt den Alkohol und plant ein gefährliches Spiel, das Théo das Leben kosten könnte¿ "Loyalitäten" ist ein berührender Roman von Delphine de Vigan. Meine Meinung: Der Roman besteht aus einigen kurzen Abschnitten. Im Wechsel werden die Kapitel aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt: Lehrerin Hélène (Ich-Perspektive), Théo, Mathis und Cécile (ebenfalls Ich-Perspektive). Dieser Aufbau ist gut durchdacht. Der besondere Schreibstil ist eindringlich, einfühlsam und gleichzeitig intensiv. In sprachlicher Hinsicht tritt das ganze Können der Autorin zutage. Schnell entfaltet die Geschichte eine Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte, sodass ich das Buch nur ungern zur Seite gelegt habe. Die Charaktere wirken sehr lebensnah, haben sie doch alle ihre Ecken und Kanten. Durch den Perspektivwechsel kann man sich gut in sie hineindenken und ihr Verhalten nachvollziehen. Auch inhaltlich konnte mich der Roman überzeugen, denn trotz der eher wenigen Seiten mangelt es ihm nicht an Tiefgang. Eine Stärke ist es, dass gesellschaftskritische Komponenten nicht fehlen. Dabei geht es nicht nur um die Alkoholkonsum von Minderjährigen. Auch wichtige zwischenmenschliche Aspekte wie Liebe, Treue, Vertrauen, Schuld und andere Verflechtungen werden beleuchtet. Dabei dreht es sich um die Folgen der Loyalitäten, jene unsichtbare Verbindungen, die alle Personen betreffen. Dadurch regt die Geschichte zum Nachdenken an. Trotz der ernsten Themen wird die Handlung nicht langweilig, sondern bleibt bis zum Ende spannend und fesselnd. Zudem gelingt es der Autorin, mit der Geschichte zu bewegen und betroffen zu machen. Das schlichte, aber ansprechende Cover und der kurze, prägnante Titel, der sich stark am französischen Original ("Les loyautés") orientiert, passen nach meiner Ansicht dazu hervorragend. Mein Fazit: "Loyalitäten" von Delphine de Vigan ist ein gelungener Roman über Themen, die uns alle angehen. Eine empfehlenswerte Lektüre, die nachdenklich macht und noch eine Weile bei mir nachklingen wird.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Augen auf für ganz alltägliche zwischenmenschliche Missstände - von Silke Schroeder, hallo-buch.de - 18.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
In "Loyalitäten" geht es der französischen Autorin Delphine de Vigan genau um diese: um Loyalität, und zwar auf einer ganz persönlichen Ebene. Theo, der tragische jugendliche Held ihrer Geschichte, fühlt sich sowohl seinem Vater verpflichtet, der mangels Lebensperspektive zusehends in die Verwahrlosung abdriftet, als auch seiner Mutter, die immer mehr verhärmt. Mit niemandem kann er über seine Situation reden, denn stets würde er dabei einen seiner beiden Elternteile verraten. Die unglückliche Dynamik dieser Zwickmühle schildert die Autorin mit geradezu analytischer Distanz, aber sehr lebendig und einfühlsam aus mehreren Sichten: Aus der Ich-Perspektive der jungen Lehrerin und aus der Sicht von Theo, seinem Freund Mathis und dessen Mutter. Mit "Loyalitäten" erweist sich Delphine de Vigan einmal mehr als genaue Beobachterin, die uns die Augen für ganz alltägliche zwischenmenschliche Missstände öffnet.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ernst zu nehmendes Thema - von Lesemone - 17.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Die Autorin hat das Buch nicht nur aus der Sicht Theos geschrieben, sondern sie wechselt zwischen der Lehrerin Helene, seinem Freund Mathis und dessen Mutter Cecile. Dadurch kommt sie mit ganz wenig wörtlicher Rede aus, ohne dass es langweilig wird. In sehr kurzen Kapiteln kommen sowohl Theos Gedanken, Wünsche, Ängste und Sorgen ans Licht, aber auch von den anderen Erzählern die Sorgen und Ängste um Theo und die Lage spitzt sich immer mehr zu, bis sie in einem dramatischen Showdown endet. Das Buch war an keiner Stelle langweilig. Ich fand es zwar vom Thema sehr traurig, aber Delphine de Vigan hat hier eine hervorragende Sprache gebraucht und versteht es, den Leser zu fesseln. Dadurch, dass es immer mehr gescheiterte Ehen und Beziehungen gibt, ist das Thema des Buches aktueller denn je. An einigen Stellen musste ich innehalten und erst mal schlucken. Die Auswirkungen auf unschuldige Kinder sind enorm und viele Eltern machen sich überhaupt keine Gedanken, welche Auswirkungen ihr Verhalten auf ihre Kinder hat. Das Buch wirkt definitiv nach und regt sehr zum nachdenken an. Sehr gesellschaftskritisch wird hier anhand von Theo ein sehr schwieriges Thema angesprochen, aber durch die Leichtigkeit, die die Autorin durch ihre Schreibweise hinein brachte, ist das Buch angenehm zu lesen. Ein Highlight dieses Jahr unter den vielen Büchern, die geschrieben wurden.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eine Geschichte, die zu Herzen geht! - von Heidi Leifgen - 17.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Théo, ein zwölfjähriger Schüler fällt seiner Lehrerin Hélène auf. Sie meint bei ihm besorgniserregende Veränderungen wahrzunehmen. Doch keiner glaubt Ihr. Théo ist das Kind geschiedener Eltern, die mehr mit sich selber beschäftigt sind, als sich um das Wohlergehen Ihres Kindes zu kümmern. Er kümmert sich um seine unglückliche Mutter und um seinen vereinsamten Vater. Er selber findet seine Geborgenheit im Alkohol, welcher Ihn von innen wärmt und vor der Realität beschützt. Nur sein bester Freund Mathis weiß darüber Bescheid. Hilfe ist auch nicht in Sicht, da Thèo seinen Eltern nicht verraten will und Mathis nicht seinen besten Freund. Kritisch wird es, als Théo sich auf ein gefährliches Spiel einläßt, dessen Ausgang ungewiss ist. Eine sehr tolle Geschichte, die uns die Autorin dort erzählt. Es geht um Liebe und Loyalität. Das Thema ist sehr gut umgesetzt, obwohl ich vom Ende der Geschichte sehr überrascht war. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Die furchtbaren Folgen einer Scheidung für das Kind - von Anonym - 16.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Ein absolut lesenswerter Roman der Autorin, die ich bereits durch ihr ebenso lesenswertes Buch "Nach einer wahren Geschichte" kannte. Protagonist ist der zwölfjährige Théo. Er ist Scheidungskind und lebt im wöchentlichen Wechsel bei seinem verarmten, depressiven Vater und seiner Mutter, die nur noch Hass für ihren Ex-Mann verspürt. Théo trinkt regelmäßig hochprozentigen Alkohol bis zur Besinnungslosigkeit. Im Wechsel mit drei weiteren Romanfiguren kommt er zu Wort. Sein einziger Freund Mathis trinkt zunächst aus Solidarität mit, bis ihm Bedenken kommen. Ihre Lehrerin Hélène hat in ihrer eigenen Kindheit Gewalt erfahren und hat nun eine feine Antenne dafür, dass mit Théo irgendetwas nicht stimmt. Sie vermutet Misshandlungen und ist schon fast besessen davon, die Sache aufzuklären. Cécile ist die Mutter von Mathis, Tochter eines Alkoholikers. Sie entdeckt ein Geheimnis ihres Mannes. Der Buchtitel "Loyalitäten" ist passend gewählt. Alle Romanfiguren wollen sich auf irgendeine Weise loyal gegenüber anderen verhalten. Théo will es beiden Elternteilen recht machen; Mathis will gegenüber seinem Freund loyal sein und geht sogar so weit, dass er noch schweigt, als Théo in eine lebensbedrohliche Situation gerät; Cécile will sich selbst und Hélène ihren Schülern gegenüber loyal sein. Das behandelte Thema eines an der Scheidung seiner Eltern zerbrechenden Kindes, das sich in den Alkohol flüchtet, macht betroffen und nachdenklich. Die Erzählsprache ist dem Thema entsprechend angemessen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eines der wichtigsten Bücher des Jahres - von lesebiene - 15.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Meine Meinung : Wenn man dieses Jahr nur ein Buch liest, dann dieses ! Delphine de Vigan ist seit Jahren eine meiner liebsten Autorinnen aus Frankreich. Ein Punkt den ich besonders an ihr schätze, dass sie es fast spielerisch versteht, ihre literarische Qualität mit einer Leichtigkeit zu verpacken und dabei nie die gesellschaftskritischen Aspekte außer acht zu lassen und genau das schafft sie auch dieses Mal. In diesem Buch beschäftigt sich De Vigan mit einem der wichtigsten und interessantesten Themen überhaupt, wie ergeht es Kindern, die in einer kaum funktionierenden und zerrütteten Familie aufwachen, geprägt von den Eltern, gebunden an Loyalitäten und gefangen in Ängsten. Die Geschichte schafft es, diese unterschiedlichen Blickwinkel, der einzelnen Personen so überzeugend, vielschichtig, glaubhaft und berührend zu erklären, dass einem als Leser häufig der Atem stockt, oder man aufgrund von neuen Aspekten atemlos vor dem Buch sitzt und von der offenbaren Weisheit der Geschichte einfach nur berührt ist. Ist dieses Buch eröffnet uns als Leser, eine Gesellschaftskritik, dies sich ganz ehrlich und ohne erhobenen Zeigefinger bildet und zeigt, dass Veränderungen und Besserung erst im kleinsten Rahmen der Familie passieren müssen. Doch vor allem erzählt sie ein Schicksal eins jungen Théo so warmherzig, berührend und schonungslos ehrlich, dass einen diese wenigen Seiten so viel mehr packen, einnehmen und emotional berühren, als es 1000 Seiten je könnten. Nebenbei ist diese Geschichte von einer literarischen Qualität, die keine Erklärung braucht. Fazit: Für mich eines der wichtigsten Bücher des Jahres. Nur ein Wort, lesen! !!!!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Unsere Flügel und unsere Fesseln - von jenvo82 - 09.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
"Übrigens seltsam, dieses Gefühl einer Besänftigung, wenn schließlich das hervorkommt, was man nie sehen wollte, obwohl man wusste, dass es ganz in der Nähe vergraben war, dieses Gefühl von Erleichterung, wenn sich das Schlimmste bestätigt." Inhalt Ausgehend von der Erzählung der Lehrerin Hélène lernen wir den 12-jährigen Theo Lubin kennen, er lebt jeweils eine Woche beim Vater und die andere bei seiner Mutter. In der Schule ist er ein stiller Junge, der nur einen einzigen Freund hat und mit dem all seine Zeit verbringt. Hélène beobachtet ihre Schüler sehr genau und entdeckt an Theo Veränderungen, die niemand sonst sehen will. Der Junge scheint ein echtes Problem zu haben, und sie möchte ihm gerne helfen, doch Theo lässt sich darauf nicht ein, immer wieder beteuert er Erwachsenen gegenüber einfach nur müde zu sein und unter Schlafstörungen zu leiden. Körperliche Verletzungen kann nicht einmal die Schulschwester entdecken und der Lehrerin sind gewissermaßen die Hände gebunden. Es bleibt ihr nicht viel mehr, als den Jungen weiter zu beobachten und das Gespräch mit den Eltern zu suchen. Mathis, Theos Freund weiß, was ihn wirklich bedrückt, doch er möchte ihn nicht verraten, will nicht erzählen, dass Theos Vater immer mehr abrutscht und der Sohn alles vertuschen muss, damit sein imaginäres Familienmodell nicht einstürzt. Im Alkohol versucht Theo all sein Leid zu vergessen, er möchte nur einmal die Schwelle zum Koma überschreiten, abtauchen und von jeder Last befreit sein. Die einzige die den Alkoholmissbrauch der Jungen bemerkt ist die Mutter von Mathis, doch diese hadert mit dem eigenen Leben und bringt nicht die Kraft auf, auch noch den Freund des Sohnes aus dem Sumpf zu holen. Und so nimmt ein gefährliches Spiel seinen Lauf ¿ Meinung Die preisgekrönte französische Autorin Delphine de Vigan greift in ihrem aktuellen Roman ein Tabuthema auf, ohne jedoch weiter auf das Phänomen des Alkoholmissbrauchs unter Jugendlichen einzugehen. Sie setzt ihr Augenmerk vielmehr auf die zwischenmenschliche Komponente, die zeigt, wie dicht und komplex das Beziehungsgeflecht diverser Personengruppen ist und wie schwierig es für den Einzelnen ist, eine falsche Entwicklung nicht nur zu erkennen, sondern vor allem aufzuhalten. Der Titel des Buches ist sehr treffend gewählt, denn Loyalitäten können zwar einerseits Flügel verleihen, weil sie Kräfte entfalten, die nur mit Treue und Hingabe erreichbar sind, doch sie können ebenso vernichtend wirken, wenn man in schwierigen Situationen derart an seine Versprechungen gebunden ist, dass es schier unmöglich wird, einen Schlussstrich zu ziehen. Dieser Roman hat mich irgendwie geplättet, nicht nur auf Grund der bemerkenswerten, durchaus ungewöhnlichen Thematik, die hier sehr einprägsam beschrieben wird, sondern vielmehr wegen seiner Perspektivenvielfalt und der Verflechtung einzelner Lebenswege. Manchmal sind es eher die Banalitäten, die so immense Bedrückung auslösen. Ein Trennungskind zu sein, ist keine Schande, doch zum Spielball zwischen den zerstrittenen Elternteilen zu werden eine echte Last. Noch schlimmer, wenn die Eltern nicht mehr in der Lage sind, ihr Kind als das wahrzunehmen, was es ist, wenn sie selbst in einem Sumpf aus Vorwürfen und Abgründen versinken. Und dann natürlich das Unvermögen, sich als Kind aus dieser Situation zu befreien, ohne andere Menschen mit hineinzuziehen, ohne jemanden zu verletzen, ohne Hilfe für sich selbst beanspruchen zu wollen. Der Leser entdeckt Theo immer wieder neu, in jedem Satz und sieht ihn doch nach und nach Verschwinden, sieht seinen persönlichen Weg des Abschiednehmens von der Normalität. Gleichzeitig wird auch die Berührungsachse mit seinen Mitmenschen sichtbar, die eben jene Entwicklung immer wieder verdrängen, ihr kaum Bedeutung beimessen und sie schönreden. Ganz nach dem Motto: "Ein Junge, der keine Probleme macht, kann auch keine haben." Der fatale Verlauf des Geschehens macht wiederrum deutlich, welch Trugschluss sich dahinter verbirgt. Auf erschreckend ehrliche Art und Weise vermag es die Autorin, den Leser in eine sehr alltägliche Situation hineinzumanövrieren, die sich fast nebenbei ergibt. Kleinere Unstimmigkeiten bringen doch keine Welt zu Fall! Nur gelingt es ihr ganz hervorragend, diese einfache Sicht auf die Dinge zu widerlegen, ihr eine Dominanz zu verleihen, die danach schreit, Gehör zu finden, ohne jemals laut zu werden. Der Roman sensibilisiert, bereitet Bauchschmerzen, lässt Mitleid wachsen und Verständnis keimen, weckt Hoffnungen und rüttelt wach. Sehr faszinierend, ausgesprochen einprägsam und vernichtend in der Gesamtaussage: "Was macht das Menschsein aus, wenn jeder nur wegschaut und die Schwachen aus dem eigenen Gedankengut verbannt, wenn Kinder keine Kraft mehr haben, wenn niemand mehr zuhört und keiner nachfragt?" Fazit Von mir gibt es eindeutig 5 begeisterte Lesesterne für diesen wachrüttelnden, sozialkritischen Roman, der Realitäten einfängt und Missstände aufdeckt. Ein nahezu perfektes Buch, bei dem jeder Satz wirkt und jede Handlung eine Lawine an Reaktionen auslöst. Die Kommunikation oder auch ihr Fehlen ist neben vielen persönlichen Verfehlungen die Spitze des Eisberges, bei dem es allerdings existentiell erscheint, ihn in all seinen Schichten abzutragen, wenn man jemals zum Kern gelangen möchte. Mein Tipp: Lest dieses Buch und geht aufmerksamer durch die Welt!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Alkohol, ein falscher Freund ¿ - von Herbstrose - 07.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Der 13jährige Théo hat gewaltigen Stress. Seine Eltern sind geschieden, und deshalb lebt er, laut Abmachung, eine Woche beim Vater und eine Woche bei der Mutter. Diese Umstellung ist für ihn kaum zu verkraften, dazu kommen noch die Anforderungen in der Schule. Um alles einigermaßen zu bewältigen hat er zwei Freunde, Klassenkamerad Mathis - und den Alkohol. Schon seit einiger Zeit trinkt er regelmäßig und hat sich mittlerweise so daran gewöhnt, dass er ohne Hochprozentigem beinahe nicht mehr funktioniert. Er sucht darin die Wärme, die er sonst nirgends bekommt. Während beide Eltern noch ahnungslos sind und vor den Tatsachen die Augen verschließen, fällt Theos verändertes Verhalten seiner Lehrerin Hélène und auch Cécile, der Mutter seines Freundes Mathis, auf. Doch beide haben ihre eigenen Sorgen und Probleme, die zuerst bewältigt werden müssen Delphine de Vigan ist eine französische Schriftstellerin. Sie wurde 1966 in Paris geboren und lebt heute noch mit ihren beiden Kindern in dieser Stadt. Seit 2001 hat sie mehrere Romane veröffentlicht, für die sie einige bedeutende französische Literaturpreise erhielt. Trotz der Problematik der Geschichte und der überwiegend bedrückenden Atmosphäre liest sich das Buch sehr gut. Der Autorin gebührt ein großes Lob für ihren präzisen Schreibstil, der sehr gefühlvoll, aber dennoch sachlich fundiert ist. De Vigan schreibt aus Sicht von vier beteiligten Personen. Dadurch wird das Geschehen von mehreren Seiten beleuchtet und gibt dem Leser Gelegenheit, tief in die Psyche der Beteiligten einzutauchen. Man ist hautnah dabei, möchte eingreifen, möchte helfen, wenn es denn irgendwie möglich wäre. Théos Nöte, seine Überlastung und seine Hilflosigkeit rauben einem beim Lesen den Atem und lassen uns hilflos zurück. Wie weit darf Loyalität gehen? Muss man jemandem gegenüber, den man gern hat, loyal sein oder wäre es nicht besser, ihn zu seinem Nutzen zu verraten? Théo würde sich gerne seiner Lehrerin anvertrauen, doch dann müsste er ja seine Eltern verraten - seine Mutter, die nach der Scheidung recht seltsam geworden ist und sein Vater, der sich seit dem Verlust seines Arbeitsplatzes vernachlässigt. Théos Freund Mathis würde auch gerne mit seiner Mutter reden - doch dann müsste er seinen Freund verraten. Lehrerin Hélène versucht verzweifelt, die anderen Lehrkräfte von ihrem Verdacht zu überzeugen - und stößt dabei auf taube Ohren. Dann trifft Théo einen verzweifelten Entschluss Fazit: Ein einfühlsamer, außergewöhnlicher Roman, der im Leser noch lange nachklingen und ihn beschäftigen wird. Sehr empfehlenswert!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Nicht wegschauen, handeln - von cosmea - 02.09.2018 zu Delphine de Vigan „Loyalitäten“
Im Mittelpunkt von Delphine de Vigans neuem Roman "Loyalitäten" stehen die zwölfjährigen Jungen Théo Lubin und Mathis Guillaume, ihre Eltern sowie ihre Lehrerin Hélène. Théos Eltern sind geschieden und erbitterte Feinde. Der Junge lebt im wöchentlichen Wechsel bei Vater und Mutter und wird zwischen beiden aufgerieben. Théo darf über den jeweils anderen nicht sprechen. Dabei ist der desolate Zustand seines Vaters, eines arbeitslosen Alkoholikers und Tablettensüchtigen, der unter Depressionen leidet und in seiner vermüllten Wohnung kaum noch das Bett verlässt, für den Jungen eine schwere Bürde. Théo verschafft sich täglich durch größere Mengen hochprozentigen Alkohols Erleichterung. Sein Freund Mathis trinkt aus Solidarität zunächst mit. Nur Hélène, die Lehrerin der Jungen, spürt aufgrund ihrer eigenen traumatischen Kindheitserfahrungen, dass mit Théo etwas nicht stimmt. Sie versucht, ihre Kollegen zu sensibilisieren und an die Eltern heran zu kommen - vergeblich. Weil sie sich bei ihren Bemühungen zu helfen zu weit aus dem Fenster lehnt, bringt sie sich selbst in Schwierigkeiten. Cécile, die Mutter von Mathis, bemerkt aufgrund einschlägiger Erfahrungen den Alkoholkonsum ihres Sohnes, ist aber in ihrer kriselnden Ehe zu sehr mit eigenen Problemen beschäftigt. Sie ist im Computer auf eine bisher unbekannte verabscheuungswürdige Seite ihres Mannes gestoßen. Die Lage spitzt sich immer mehr zu. Nur Mathis weiß Bescheid und muss sich entscheiden, was genau in dieser Situation Loyalität bedeutet: Hilfe suchen oder schweigen. Die Geschichte wird aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt: Théo und Mathis, Cécile und Hélène, wobei die beiden Frauen als Ich-Erzählerinnen fungieren. Dadurch wird sehr deutlich, dass alle vier beschädigte Persönlichkeiten sind. Der Roman enthält eine gute Portion Gesellschaftskritik. In einer Zeit, in der Arbeitslosigkeit, Armut, Alkoholismus, das Zerbrechen von Familien, Gewalt und Missbrauch verbreitete gesellschaftliche Probleme sind, darf niemand wegschauen. Die Autorin stellt überzeugend dar, welche Verheerungen diese Missstände bei Kindern und Jugendlichen anrichten. Für die Autorin heißt sich loyal verhalten aktiv werden, sich kümmern. Der kurze Roman, den ich keineswegs schwächer finde als die Vorgänger, bringt den Leser zum Nachdenken - nicht zuletzt durch sein offenes Ende. Gibt es eine Rettung für Théo? In meinen Augen bestätigt die Autorin ihren Ruf als eine der wichtigsten Stimmen der französischen Gegenwartsliteratur.
Alle Rezensionen anzeigen Zur Rangliste der Rezensenten
Unsere Leistungen auf einen Klick
Unser Service für Sie
Zahlungsmethoden
Bequem, einfach und sicher mit eBook.de. mehr Infos akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal mehr Infos
Geprüfte Qualität
  • Schnelle Downloads
  • Datenschutz
  • Sichere Zahlung
  • SSL-Verschlüsselung
Servicehotline
+49 (0)40 4223 6096
Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 18.00 Uhr
Chat
Ihre E-Mail-Adresse eintragen und kostenlos informiert werden:
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
Bei als portofrei markierten Produkten bezieht sich dies nur auf den Versand innerhalb Deutschlands.

** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.
eBook.de - Meine Bücher immer dabei
eBook.de ist eine Marke der Hugendubel Digital GmbH & Co. KG
Folgen Sie uns unter: