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Stella

Roman.
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Produktdetails

Titel: Stella
Autor/en: Takis Würger

ISBN: 3446259937
EAN: 9783446259935
Roman.
Hanser, Carl GmbH + Co.

1. Januar 2019 - gebunden - 224 Seiten

Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe.
Takis Würger, geboren 1985, hat an der Henri-Nannen-Journalistenschule das Schreiben gelernt und Ideengeschichte in Cambridge studiert. Er arbeitet als Redakteur für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. 2017 erschien sein Debütroman Der Club, der mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet wurde und für den aspekte-Literaturpreis nominiert war. Takis Würger lebt in Berlin.
"Von Daniel Kehlmann stammt der Satz, dass ein Roman besonders gut sein müsse, wenn er den Holocaust zum Gegenstand hat. Dies sei ein literarische, aber mehr noch eine moralische Verpflichtung eines jeden Autors. Takis Würger wird diesem Anspruch in seinem neuen Roman 'Stella' gerecht. Leise, glaubwürdig und ja, auch schonungslos, aber an keiner Stelle unempathisch, effekthascherisch oder gar reißerisch erzählt der Schriftsteller und Spiegel-Reporter die Geschichte der jüdischen 'Greiferin' Stella Goldschlag, der Unfassbares angetan wurde und die dann anderen Menschen selbst Unfassbares angetan hat." Philipp Peyman Engel, Jüdische Allgemeine, 16.01.19
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll ungewöhnlich - von BR - 12.03.2019 zu Takis Würger „Stella“
Die Vorstellung ist ungewöhnlich, dass man im Jahr 1942 ausgerechnet in Berlin einen Urlaub bzw. einen längeren Aufenthalt verbringen will. Es zeigt, dass der junge Schweizer Friedrich in seinem reichen, wohlbehüteten Elternhaus wenig von den katastrophalen Gegebenheiten in Europa mitbekommen hat. Ich hatte noch nie von Stella Goldschlag gehört und auch nichts darüber, dass es sowas wie Greifer unter der jüdischen Bevölkerung gab. Für mich ist es legitim, dass man rund um eine reale Person einen solchen Roman entwirft. Tatsächlich ist diese Begegnung mit Stella und diese Liebschaft in Luxus und abseits der Kriegsumgebung das, was Friedrich in Berlin gesucht hat. Ganz unangenehm berührt bin ich von den vielen, sehr negativen Rezensionen. Speziell diese aggressive und beleidigende Wortwahl finde ich wirklich unschön. Diese erscheinen mir nicht wie echte Einzelmeinungen, sondern lässt eine Hetzkampagne dahinter vermuten.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ohne die Diskussion nur eine lauwarme Liebesgeschichte - von carathis - 07.03.2019 zu Takis Würger „Stella“
Kann man sich heutzutage überhaupt vorstellen, wie es gewesen wäre zu Zeiten der Nationalsozialisten in Berlin zu leben - entweder auf der Seite der Juden, der Liberalen oder gar der Nazis selbst? Wahrscheinlich ist dies für viele wirklich schwierig. Gerade der Blickwinkel junger Leser unter 30 ist doch hauptsächlich geprägt durch Filme oder Schulunterricht. Und was lernt man daraus? Meist, dass es nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse gibt. In Stella ist das ganz anders. Man wird von Takis Würger ins Graue Zwielicht geführt, hinein in die Abgründe und Glanzseiten der Protagonisten, die auf den ersten Blick leicht in Kategorien einzuordnen sind. Doch dies ist nur ein Trugbild. Anhand einer Liebesgeschichte zwischen einem jungen, naiven Schweizer und einer ebenfalls jungen, aber so gar nicht unschuldigen Berliner Sängerin wird dem Leser ein Bild der tiefen Kluft zwischen Moral und Wahrheit aufgezeigt. Um seinem angestaubten Elternhaus zu entkommen, bricht Friedrich auf, um in der deutschen Hauptstadt, der kein gesund denkender Mensch in Kriegszeiten einen Besuch abstatten würde, das Leben zu spüren. Dort trifft er auf Kristin, die ihn magisch in ihren Bann zieht und dann nicht wieder los lässt. Die Beziehung der beiden ist in vielerlei Hinsicht rational nicht nachzuvollziehen. Die Handlungen der beiden teils absurd, teils widersprüchlich - aus der heutigen Sicht. Mich hat dabei oft ein Unwohlsein ergriffen, dass mich zweifeln ließ, an der Geschichte und an den Figuren. Aber letztlich bildet diese Liebe nur den Rahmen für das eigentliche Thema, die Verfolgung der Juden im Dritten Reich und die Rolle, die verschiedene Personenkreise darin innehatten. Für mich ist es wichtig hier zu unterscheiden, zwischen dem Offensichtlichen und dem dahinterliegenden Teil des Romans. Der stille, aber für mich grundlegende Part, die historischen Begebenheiten, die durch Zitate aus Gerichtsakten untermauert wurden, erschließt sich erst mit der Zeit. Er bedarf des Nachdenkens, des Hintergründe Recherchierens und einem offenen Geist. Dies vorausgesetzt, eröffnet Stella neue Blickwinkel auf schon oft Gehörtes und hat mir gezeigt, dass manchmal eindeutige Fakten, hinterfragt werden müssen. Leider muss man sagen, dass ab und zu die öffentliche Debatte um Bücher dazu führen kann, dass die Lektüre darunter leidet. In Diskussionen offen gelegte Hintergründe oder auf Klappentexten gedruckte Vorgriffe auf die Handlung haben mir hier die Freude beim Lesen ein wenig verdorben . Am Ende bleibt bei mir die historische Aufarbeitung hängen, das Abbild der Gesellschaft und die Auseinandersetzung mit falschen Persönlichkeiten. Das Wie, also die Liebesgeschichte, die ein wenig fades Beiwerk für die eigentliche Botschaft war, wird doch eher schnell in Vergessenheit geraten. Trotzdem empfehle ich dieses Buch Menschen, die sich aktiv mit der deutschen Geschichte auseinander setzen möchten, eine gewisse Vorbildung mitbringen und bereit sind, sich von harten Rollenbildern zu lösen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll unkonventionell - von monster - 07.03.2019 zu Takis Würger „Stella“
Stella war mein erstes Buch von Takis Würger. Die große Resonanz in den Medien und Foren hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und ich habe es mir von einer Freundin geliehen. Die Optik ist schlicht und ich fragte mich kurz, ob es ein tatsächliches Bild von Stella ist. Der Schreibstil war interessant. Man merkt, meiner Meinung nach, dass der Autor ein versierter Journalist ist. Er versteht sich darauf, mit relativ wenigen Worten auch komplizierte und dramatische Geschehnisse zu beschreiben. Die Kunst des Andeutens und Weglassens beherrscht er ebenso wie passende Beschreibungen und schnörkellose Wahrheiten. Meiner Meinung nach ist es in diesem Fall mal ausnahmsweise gar nicht schlecht, wenn an vorher etwas über die Hauptdarstellerin weiß, damit man ein bisschen reflektieren kann darüber, wie Takis Würger die Sache angeht, wie er erzählt, wie er sie darstellt und beschreibt. Anfangs fand ich das etwas dünn und blass aber nach und nach habe ich erkannt, dass hier vor allem die Ambivalenz von Stella erzählt wurde und die unterschiedlichen Gefühle, die sie in den Menschen auslöst, die von ihrem Leben und ihren Taten hören. Ein nicht ganz leicht verdauliches Thema, ungewöhnlich aufbereitet. Regt zum Nachdenken und Nachforschen an.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Hinter der Maske - von Julia Lindner - 03.03.2019 zu Takis Würger „Stella“
Dass dieses Buch so polarisiert, hätte ich im Vorfeld nicht gedacht. Ja, Takis Würger hat sich für seinen zweiten Roman ein wirklich schwieriges Thema ausgesucht, dem man sich mit Fingerspitzengefühl nähern muss. Dieses Buch zeigt eine (fiktiv abgeänderte) Momentaufnahme aus dem Leben einer jungen Berlinerin im Jahr 1942 und wird aus Sicht des jungen Schweizers Friedrich erzählt. Er trifft bei einem Besuch in Berlin auf die lebenslustige Deutsche Kristin, die sich von den Repressalien des Regimes nicht einschüchtern lässt und in Bars ihre Leidenschaft für Jazz, Zigaretten und Alkohol auslebt. Schnell verliebt er sich in sie und lässt sich von ihr in ihre (verbotene) Welt hineinziehen. Aus Liebe hält er auch weiter zu ihr, als sie ihm gesteht, dass sie eigentlich Jüdin ist, Stella heißt und von den Nazis vor eine unmögliche Wahl gestellt wird. Stella Goldschlag, die (reale) Hauptfigur dieses Buches, steht stellvertretend für jüdische Einzelschicksale, die zu Zeiten des Naziregimes in Deutschland von der Gestapo dazu gezwungen wurden, versteckte Juden aufzustöbern und auszuliefern. Mich zumindest hat das Buch sehr nachdenklich gestimmt. Wie weit würdest du selbst gehen, um deine Liebsten vor dem Tod zu schützen? Und können wir heute eine solche Entscheidung vor dem Hintergrund dieser 40er Jahre überhaupt realistisch bewerten? Können wir einschätzen, in welcher permanenten Angst die Menschen damals gelebt haben müssen? Und was würde ich tun wenn meine große Liebe in Stellas Situation stecken würde? Könnte ich zu ihr halten oder würde ich sie verurteilen? Wie würde das unsere Liebe verändern? Ich zumindest kann und will diese Fragen nicht beantworten. Allerdings zeigt dieses Buch nicht die ganze Person, die Stella ausmacht. Wenn man ein wenig recherchiert, eröffnet sich einem das ganze Ausmaß der Taten, die die Jüdin Stella Goldschlag begangen hat. Es gibt noch so viel mehr, was es über sie zu erzählen gibt. Wenn überhaupt, dann gibt Takis Würger aber zumindest einen Denkanstoß, mehr über die Frau und auch die Zeit herauszufinden. Und es zeigt, dass das, was man über Stella zu wissen meint, vielleicht nicht mehr als ihre selbst gewählte Fassade ist. Ihre eigentlichen Beweggründe und Gedanken dazu hat sie mit ins Grab genommen, als sie sich 1994 selbst umgebracht hat.
Bewertungsstern, voll Ich konnte mit dem Buch nichts anfangen und fand es eher belanglos - von schafswolke - 28.02.2019 zu Takis Würger „Stella“
Ich habe dieses Buch ohne große Erwartung gelesen, denn mich hat einfach das Thema angesprochen. Der Autor ist mir auch bisher nicht bekannt gewesen, genauso wenig habe ich dem angeblichen Hype etwas mitbekommen und so bin ich ganz unvoreingenommen in das Buch gestartet. Ich muss sagen, dass ich schon schnell von dem Schreibstil genervt war und das hat sich auch bis zum Endes des Buches nicht geändert. Die Sätze waren mir zu abgehackt und teilweise zusammenhanglos, so dass ich mich oft gefragt habe was will mir der Dichter damit sagen? . Stella ist in meinen Augen die Haupfigur, da sie ja auch die Namensgeberin des Titels ist. Sie selbst tritt recht spät in Erscheinung und so dreht sich die Geschichte hauptsächlich um Friedrich. Die Figuren bleiben blaß und auch zu der Umgebung oder damaligen Zeit kam bei mir kein Bild vor Augen auf. Nun geht es in dem Buch um die Jüdin Stella Goldschlag, die nachweislich andere Juden aufgespürt und verraten hat. Ihr angebliches Motiv war wohl die Rettung ihrer Eltern. Über die Motive möchte ich hier nicht weiter spekulieren, auch nicht über ihre Person oder Entscheidungen urteilen. Für mich geht es hier rein um den Roman an sich und der hat mich weder der Zeit noch den Personen oder Taten näher gebracht. Der Epilog am Ende enthält einige wenige Informationen zu den Personen, aber für mich bleibt alles zu oberflächlich und belanglos. Ich war froh, dass das Buch nur so wenig Seiten hatte und auch die sind nicht sehr üppig gefüllt, sonst hätte ich das Buch auch abgebrochen. Von mir gibt es nur einen Stern.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Schockierend - von Jonas1704 - 14.02.2019 zu Takis Würger „Stella“
Takis Würger erzählt die realle Geschichte der Stella Goldmann kombiniert mit fiktiven Aspekten und schafft es einen überaus realistischen Roman zu schreiben, der den Leser in die Vergangenheit deportiert und das Unerzählbare niederschreibt. Friedrich, geboren 1922, wächst mit seinen gut situierten Eltern in der Nähe von Genf auf und beschliesst im Berlin der 40er Jahre zu studieren. Dort lernt er Kristin kennen und lieben. Doch in Wahrheit heißt Kristin Stella und ist Jüdin. Sie ist hinzu novh bekannt als Greiferin, sie verrät um ihre eigene Familie undsich selbst zu retten, untergetauchte Juden. Für Friedrich, der wohlbehütet in seinem Elternhaus aufgewachsen ist, ist das Ganze unglaublich, für Stella ist es eine Überlebenschance. Der Roman ist derzeit der Hipp überhaupt, was ich teilweise verstehen kann, die negative Kritik jedoch finde ich übertrieben. Ich fand den Roman sehr interessant geschrieben, die Fälle der Judendeportatione, die kursiv im Buch erwähnt werden, mit namentlich gennanten Opfern, die Stella Goldschlag verraten hat gibt zu Denken, zu welchen Taten ein Mensch fähig ist, andererseits versucht Würger auch ein Hauch Mitgefühl für die Protagonistin zu erschaffen. Fakt ist, dass sie auch nach der Deportation ihrer Eltern weiterhin Juden für die Gestappo ausfindig machte, wohl um ihre eigene Haut zu retten. Was teilweise auch nicht kritisieert werden kann von Menschen, die diese Zeit nicht durchlebt haben und selbst nicht wissen, wie man unter solchen Druck reagiert. Ich fand den Roman jedenfalls sehr lesenswert, habe so einiges dazugelernt und mir viele Gedanken inmitten aber auch nach dem Lesen gemacht. Und dazu soll ein Buch auch imstande sein. Das hat Takis Würger definitv geschafft.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Berührender Anfang, aber dann enttäuschend - von Lia48 - 10.02.2019 zu Takis Würger „Stella“
INHALT: Friedrich wächst 1922 in der Villa seiner Eltern bei Genf auf. An Geld mangelt es ihm nicht. 1942 zieht es ihn trotz des Krieges nach Berlin. Er bewundert die Stärke der Deutschen. In der dortigen Kunstschule lernt Friedrich Kristin kennen, die ihn mit in die geheimen Jazzclubs nimmt. Friedrich ist fasziniert von dieser außergewöhnlichen Frau. So dauert es nicht lange, bis sie ein Paar werden. Doch mit der Zeit muss sich Friedrich eingestehen, dass Kristin noch eine andere, äußerst dunkle Seite in sich trägt. Plötzlich steht sie als die jüdische Stella schwer verletzt vor seiner Tür... Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. MEINUNG: Ich wollte mir gerne eine eigene Meinung zu diesem Buch bilden, nachdem in letzter Zeit so häufig darüber diskutiert wurde. Vom Anfang des Buches war ich ziemlich begeistert. Schließlich gefiel mir der Schreibstil sowie die Tiefe in manchen Sätzen. Ich konnte alles bildlich vor mir sehen. Und obwohl die Sprache recht einfach wirkt, haben mich die Schilderungen berührt. Ich hatte großes Mitgefühl mit dem Protagonisten Friedrich, dessen familiäre Lebensumstände mir sehr zu Herzen gingen. Viele Gefühle kamen in mir hoch. Deshalb war ich froher Hoffnung, dass mir das Buch auch weiterhin gefallen würde... Doch nach etwa 1/4 der Geschichte, mit der Ankunft von Friedrich in Berlin, muss ich leider sagen, dass das Buch für mich immer schwächer wurde. Ich empfand den Protagonisten als zu übertrieben dargestellt. Seine Naivität wurde mit der Zeit ziemlich anstrengend und ich hätte ihn so gerne von seiner rosaroten Wolke geschubst. Klar, er ist verliebt. Aber wie er so blind Kristin vertraut und die Ausmaße des Krieges dabei fast komplett ausblendet, das wirkte auf mich irgendwann leider nicht mehr authentisch, sondern unglaubwürdig. Ich konnte kein Mitgefühl mehr für ihn aufbringen und hatte das Gefühl, immer mehr Distanz zu den Figuren zu erlangen. Gegen Ende empfand ich auch manche von Friedrichs Handlungen als untypisch für ihn. Von Stella hätte ich gerne noch mehr erfahren, als das, was der verliebte Friedrich durch seine rosarote Brille an ihr wahrgenommen hat. Das sind meine Hauptkritikpunkte. Und dann gibt es da draußen noch die heißgeliebte Diskussion darüber, inwieweit man in so einem Buch Tatsachen und Fiktion miteinander vermischen darf. Schwierige Frage. Klar wird bei einem fiktiven Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht, einiges dazuerfunden. Aber warum ändert man z.B. die Jahreszahlen, wenn man als Autor den tatsächlichen Zeitpunkt des Geschehens doch vorher recherchiert hat? Wegen mir hätte sich das Buch gerne noch mehr an den Tatsachen orientieren dürfen... FAZIT: Das Buch fing sehr stark an, doch dann wurde es für mich leider immer schwächer, konnte mich nicht mehr berühren und der Protagonist wirkte auf mich nicht mehr authentisch genug. Außerdem hatte ich gehofft, noch deutlich mehr von Stella zu erfahren. Ein Buch, das meiner Meinung nach leider zu viele Schwächen aufweist. 2,5/5 Sterne.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Wie weit würde jeder von uns gehen? - von eleisou - 08.02.2019 zu Takis Würger „Stella“
Ein umstrittenes Buch, das nicht nur positive Kritiken bekommen hat. Das Buch befasst sich mit der Geschichte von Stella Goldschlag, selbst Halbjüdin, die während des Nationalsozialismus untergetauchte Juden verriet, um ihre Eltern und sich selbst vor dem Abtransport in die deutschen Konzentrationslager zu retten. Ausgerechnet im Jahr 1942 beschließt der Schwiezer Friedrich nach Berlin zu ziehen um dort zu Studieren. ein naiver, wohlbehüteter junger Mann, der den Klauen seiner Familie entgehen möchte, das die Beziehung vor allen zu seiner Mutter, sich immer schwieriger gestaltet. Dort lernt er die junge, hübsche und lebenslustige Stella kennen und lieben, die sich ihm aber als Kirstin vorstellt. Sie beider erleben eine leidenschaftliche Zeit und da Friedrich es sich finanziell leisten kann, gibt es keinerlei Mängel. Doch eines Tages kommt die Wahrheit ans Licht.. Takis Würger versucht in diesem Buch auch die menschliche Seite von Stella Goldmann hervorzubringen, denn natürlich ist der Verrat, den sie augeübt hat, verurteilungswürdig. Andererseits aber waren die Konditionen von damals nicht vergleichbar, und man weiss nicht wie jeder von uns reagieren würde um seine Familie und sich selbst zu beschützen. Friedrich dagegen ist der naive, reiche Junglin, der nach Berlin zieht um vom goldenen Käfig seiner Eltern zu entkommen, und der den Krieg anfangs nur nebenbei mitbekommt, da er priviligiert im Luxushotel wohnt und es sich leisten kann, sich in diversen Clubs und Lokale noch zu unterhalten. Er wird Stellen gegenüber hörig, da sie seine erste Liebe ist, seine erste reifere Beziehung zu einer Frau und sein erster Versuch richtig intensiv zu leben. Fesselnd und eindringlich erzählt Takis Würger etwas Zeitgeschichte kombiniert mit fiktivem Inhalt, der keinen Leser einfach ungerührt lässt. Entweder man liebt seinen Schreibstil oder man hasst ihn. Ich gehöre zur Gruppe eins,
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Sinn des Werkes erschließt sich mir nicht... Beim nächsten Mal wäre eine ... - von Sandra8811 - 06.02.2019 zu Takis Würger „Stella“
...Dokumentation besser! Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Ich kannte bereits die Geschichte von Stella Goldschlag und war interessiert, wie der Autor sie darstellen würde. Cover: Das Cover ist leider nicht so mein Fall... Mir ist vorhin aufgefallen, dass es das Buch theoretisch auch auf Vorablesen.de gab, da habe ich es aber übersehen. Ich finde es eher langweilig und hätte mir vielleicht noch was anderes als nur den Kopf gewünscht. Stella könnte ja theoretisch jeder sein. Inhalt: Friedrich kommt 1942 nach Berlin um dort die Wahrheit über den Krieg zu finden und um eine Kunstschule zu besuchen. Dort trifft er auf Kristin, die ihm hilft, dass es so wirkt als wären sie nicht im Krieg. Kristin schleicht sich jedoch immer weg und kommt sogar eines Tages mit etlichen Striemen am Körper zurück. Handlung und Thematik: Es handelt sich hierbei um ein sehr ernstes Thema, da Stella Goldschlag untergetauchte Juden denunziert hat und somit an ihrem Tod beteiligt war. Der Autor hat zwischendrin immer wieder Protokolle zu den Verhaftungen der Opfer mit eingebaut. Diese Protokolle sorgen zwar dafür, dass man in die Stimmung dazu kommt, es würde aber auch reichen, wenn nicht wirklich die Namen der Opfer genannt werden würden. Die Handlung an sich ist leider nicht ganz so fesselnd wie erwartet sondern plätschert nur so dahin. Charaktere: Friedrich ist ein armer Junge, ihm ergeht es in seiner Kindheit nicht gerade gut. Auch seine Eltern stehen nicht hinter ihm, seine Mutter trinkt und sein Vater reist viel. Anfangs hatte ich Mitleid, aber ich wurde irgendwie nicht wirklich mit ihm warm. Er ist naiv und ohne Hirn unterwegs. Kristin wirkt irgendwie kalt, hirn- und gefühllos. Auch ihre Gesprächsdialoge waren nicht wirklich sinnhaft. Schreibstil: Leider konnte mich der Schreibstil des Autors gar nicht fesseln. Zu Beginn war es toll, die einfachen Sätze und auch das Kurze half, dass man sich in Friedrichs Leben hineindeckt. Mit der Zeit war es aber viel zu wenig. Obwohl das Ganze aus der Ich-Perspektive von Friedrich geschrieben wurde, kamen absolut Null Gefühle oder Gedanken vor. Auch Stellas Hintergründe wurden nicht erläutert. Persönliche Gesamtbewertung: Leider ein sehr enttäuschender Roman! Mir erschließt sich im Nachhinein nicht, was der Autor mit diesem Werk bezwecken wollte. Man konnte weder Stellas mögliche Hintergründe erkennen, noch konnte man Friedrich verstehen, der ja mit ihr zusammen war. Wegen der Opfer-Erwähnungen in den Protokollen laufen aktuell ebenso hitzige Diskussionen, dies war das Einzige, das einem wirklich das Gefühl des zweiten Weltkrieges und der Ungerechtigkeiten gegenüber der Juden näherbringen hätte können und wenn ich sowas will, lese ich eine Dokumentation. Leider absolut gar nicht mein Fall. Keine Empfehlung von mir!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll sehr lesenswert - von brauchnix - 06.02.2019 zu Takis Würger „Stella“
Wenn man den Wikipedia-Eintrag über das Leben der Stella Goldschlag gelesen hat, dann weiß man, dass so ein dünnes Büchlein wie Stella von Takis Würger dem Leben dieser Frau nicht gerecht werden kann. Um zu verstehen, warum sie so und nicht anders gehandelt hat, bräuchte es viele psychologische Abhandlungen und viele Zeugenaussagen und Gespräche. Takis Würger umreißt hier eine Figur der nahen Zeitgeschichte, die unvorstellbares getan hat und deren Beweggründe er nur anreißt. Dennoch ist das Buch einen Blick wert. Stella war die vielleicht erfolgreichste jüdische Denunziantin des zweiten Weltkrieges. Man vermutet im schlimmsten Fall bis zu 3.000 Verhaftungen, die auf ihr Konto gingen. Die meisten dieser jüdischen Menschen kamen in Lagern um. Stella überlebte den Krieg und wurde 72 Jahre alt. Dies alles ist für das Buch nur am Rande von Bedeutung, denn darum ging es Takis Würger nicht wirklich. Er wollte nicht anklagen und wohl auch nicht erklären. Er wollte ins Gedächtnis rufen und erzählen. Und das tut er auf unnachahmliche Art und Weise. Er schildert aus der Sicht des jungen Schweizers Friedrich, wie der Berlin in den 40ger Jahren des letzten Jahrhunderts erlebt. Wie er Stella kennen- und lieben lernt und auch über die Anfänge und Gründe ihrer Arbeit für die Gestapo. Das Buch ist aufwühlend. Die klare Sprache, die Metaphern und Beschreibungen, die Gespräche, die mehr Abgründe offenbaren, als man glaubt zu verkraften. Ein gehaltvolles Buch. Schwer obwohl es so schmal ist. An einigen Stellen konnte ich Takis Würger nur widerwillig folgen. Nicht immer fand ich den Ton passend für das schwierige Thema. Dennoch würde ich es sehr empfehlen, denn einige Passagen waren wirklich großartig und lösten bei mir als Leser heftige Emotionen aus.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eine Geschichte über Angst und Hoffnung und über die Entscheidung, sich selbst z - von Inge Weis - 26.01.2019 zu Takis Würger „Stella“
Horrorfahrt in die Realität. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Takis Würger erzählt schnörkellos und kompromisslos die Geschichte von Friedrich und Stella in einer dunklen Zeit . Ein junger Mann auf der Suche nach der Wahrheit hat in diesem Roman eine ebenso abenteuerliche wie erschreckende Geschichte zu erzählen. Sie könnte ganz einfach sein. Aber sie spielt in Berlin im Jahr 1942. Friedrich ist äußerst behütet in einer wohlhabenden Familie am Genfer See aufgewachsen. Dann trifft er mit knapp 20 Jahren den Entschluß, für eine Weile nach Berlin zu ziehen. weil er wissen will, was tatsächlich in Deutschland vor sich geht. Das wäre gar nicht so bemerkenswert, wäre Deutschland nicht mitten im Krieg. Das stört Friedrich wenig, ist er doch durch seinen Schweizer Pass und das Geld seines Vaters vor der Willkür des Staates ebenso geschützt wie vor den schlimmen Folgen des Krieges im täglichen Leben. Wie unter einer Schutzglocke verbringt er einige Wochen in Berlin und ist schon kurz davor, wieder abzureisen, als sich alle seine Pläne ändern. Zufällig trifft er eine junge Frau, die ihn fasziniert und die sich auch für ihn interessiert. Kristin arbeitet als Modell in einer Zeichenschule und singt in einem eigentlich verbotenen Jazzlokal. Schon bald verbringt Kristin viel Zeit in Friedrichs Zimmer im Luxushotel. Sie ist geheimnisvoll, lebenshungrig und zeigt Friedrich, dem jungen Schweizer, das nächtliche Berlin mitten im Krieg. Kristin verrät ihrem Liebhaber so gut wie nichts über sich. Friedrich weiß nicht, wo sie wohnt oder wie sie Geld verdient. Aber er bemerkt, dass sie sehr gute Beziehungen zu den Mächtigen zu haben scheint. Durch sie lernt Friedrich einen Mann kennen, der eindeutig zu den Nazis gehört und sich ausschließlich um sein eigenes Wohlbefinden kümmert. Friedrich versteht die Wirklichkeit um ihn herum nicht einmal in Ansätzen. Bis zu dem Tag, an dem Kristin mit deutlichen Zeichen von Misshandlungen zu ihm ins Hotel kommt. Nun erfährt er, dass ihr wirklicher Name Stella ist und sie sich in einer Notsituation befindet. Sie lieben sich, aber Stella hat ein furchtbares Geheimnis. Sie hat sich mit der Gestapo auf ein schmutziges Geschäft eingelassen, um ihre Eltern vor dem KZ zu bewahren. Nun ist Friedrich in der Realität angekommen. Er versucht sogar, sich für Stellas Eltern einzusetzen, scheitert aberr an seiner Naivität. Er fühlt sich unwohl in Berlin, die Beziehung zu Stella hat ihre unschuldige Basis verloren. Aus der Liebesgeschichte ist eine Horrorfahrt in die Realität geworden. Der Autor versteht es sehr geschickt, Friedrichs naive Sicht auf die Welt mit der grauenhaften Realität zu kombinieren. Der wahre Horror der Geschichte geht viel tiefer, ein erheblicher Teil des Romans beruht auf Tatsachen. Es gab tatsächlich während des Zweiten Weltkriegs in Berlin eine Jüdin Stella, die mit der Gestapo zusammenarbeitete. Takis Würger erzählt mit Tempo und Wucht die Geschichte einer Liebe im Jahr 1942. Ich kenne wenige Autoren, die mit so viel Herzenswärme und feinem Humor schreiben. Wunderbar wehmütig und einfach schön erzählt. Einfühlsame Einblicke in ein nicht immer idyllisches Studentenleben. Ganz großes Kino!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Blondes Gift? - von milkysilvermoon - 23.01.2019 zu Takis Würger „Stella“
Berlin im Kriegsjahr 1942: Friedrich, ein stiller junger Mann aus wohlhabendem Haus, kommt nach Nazi-Deutschland. In einer Kunstschule trifft der Schweizer, dessen Mutter sich als Künstlerin definiert, die attraktive Kristin. Die Blondine nimmt Friedrich mit in die verbotenen Jazzclubs. Sie singt. Beide trinken und feiern zusammen. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Die beiden werden zu einem Paar. Doch eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht. Sie gesteht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt. Sie heißt Stella, ist Jüdin und hat ein furchtbares Geheimnis. "Stella" von Takis Würger ist ein sehr besonderer historischer Roman. Meine Meinung: Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Friedrich. Jedes Kapitel beginnt mit einer Aufzählung von historischen Ereignissen in diesem Monat. Eingebettet sind Briefe und die protokollierten Zeugenaussagen aus einem Prozess. Darüber hinaus endet der Roman mit einem Epilog. Dieser Aufbau funktioniert gut. Der Schreibstil wirkt recht reduziert und schnörkellos, aber dennoch intensiv und fesselnd. Mit nur wenigen Worten und Sätzen entfaltet sich immer wieder eine Sprachgewalt, die das Können des Autors eindrucksvoll demonstriert. Viel wörtliche Rede, eine dichte Atmosphäre und pointierte Formulierungen kennzeichnen den Roman. Mit Friedrich und Stella stehen zwei reizvolle, recht unterschiedliche Charaktere im Mittelpunkt. Beide habe ich als interessant empfunden. Auch die übrigen Personen wirken authentisch. Fakten und Fiktion werden auf gekonnte Weise miteinander verwoben. Gut gefallen hat mir, dass der Roman mit Stella Goldschlag eine historische Persönlichkeit in den Fokus nimmt: die jüdische Gestapo-Kollaborateurin, die während des Zweiten Weltkriegs versteckte Juden in Berlin aufspürte und sie denunzierte. Der Roman hat mich dazu inspiriert, mehr über diese Frau erfahren zu wollen. Darüber hinaus bietet die Geschichte viel Stoff zum Diskutieren und Nachdenken. Es geht um Schuld, Verrat, Moral, Liebe und den Kampf ums Überleben in einer grausamen Zeit. Immer wieder wird die Frage aufgeworfen: Wie hätte ich selbst gehandelt? Das macht den Roman zu einer anspruchsvollen und schwer verdaulichen, aber auch lohnenden Lektüre. Das kontrastreiche Cover und die tolle Aufmachung des Hardcovers sind äußerst gelungen. Auch der prägnante Titel passt gut zum Inhalt und trifft meinen Geschmack. Mein Fazit: "Stella" von Takis Würger ist ein sprachlich herausragender, aufwühlender und berührender Roman. Eine beeindruckende Lektüre, die ich wärmstens empfehlen kann und die noch eine Weile bei mir nachhallen wird.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Menschliche Abgründe literarisch aufgearbeitet - von anushka - 21.01.2019 zu Takis Würger „Stella“
Berlin, 1942: Den jungen Schweizer Friedrich zieht es nach Berlin. In seiner Heimat hat er Gerüchte über Möbelwagen gehört, die Juden abholen und abtransportieren sollen. Da Friedrich die Deutschen bewundert, reist er mitten im Krieg nach Berlin, um die Wahrheit herauszufinden. Er schreibt sich an einer Kunstschule ein und begegnet dort einer attraktiven, blonden jungen Frau, die sich ihm als Kristin vorstellt. Mit ihr und durch sein Schweizer Vermögen verbringt er mondäne Zeiten in Jazzclubs und mit geschmuggelten Delikatessen, während die Lebensmittel für die Bevölkerung zunehmend rationiert werden und untergetauchte Juden in Angst leben. Plötzlich verschwindet Kristin für mehrere Tage und als sie wieder auftaucht, zieren Striemen ihren Körper und sind ihre Haare abgeschnitten. Sie beichtet, dass sie in Wirklichkeit Stella heiße, Jüdin sei und nun für die Gestapo untergetauchte Juden jagen soll, um das Leben ihrer Eltern zu retten ... Takis Würger ist mit seinem Roman Der Club um eine Elite-Universität ein hochgelobtes Debüt gelungen. Dementsprechend sind die Erwartungen an seinen neuen Roman hoch. Mit Stella schlägt er genre-technisch eine ganz andere Richtung ein, denn es handelt sich um einen Roman, der während des Zweiten Weltkriegs spielt. Ihn als historischen Roman einzuordnen, würde dem Roman jedoch nicht ganz gerecht werden. In sehr literarischem Stil arbeitet der Autor die reale Geschichte um eine der bekanntesten Kollaborateurinnen der Nazis auf, wobei er sich jedoch nicht in Sentimentalität ergeht und eine Täterin zur Sympathieträgerin macht, sondern klischeefrei die Tragik transportiert und gleichzeitig die berechtigte Frage nach der moralischen Zwickmühle stellt. Der eigentliche Protagonist Friedrich ist eher Beiwerk, der nicht wissen und wahrhaben möchte, was nicht sein darf. Stella entzieht sich ihrem Liebhaber wie auch dem Leser immer wieder und bleibt in ihren Motiven schwer greifbar. Gerade dass es keine wirklichen Sympathieträger in diesem Buch gibt, macht die Zustände der damaligen Zeit umso eingängiger und zeigt umso deutlicher, wie schwer es war, das Richtige zu tun. Bei mir hat dieses Buch tiefen Eindruck hinterlassen, auch dadurch, dass die ganze Geschichte auf weniger als 300 Seiten und zudem noch so literarisch so eindringlich geschildert wurde. Nicht nur Friedrichs Sicht und seine Begegnungen mit Stella sind Gegenstand, sondern Stellas Abgründe werden besonders herausgestellt durch (reale) Protokollauszüge der späteren Gerichtsverhandlung. Zudem beginnt jedes Kapitel, das einen Monat des Jahres 1942 darstellt, mit einer kurzen Zusammenfassung wichtiger geschichtlicher Ereignisse. Das macht das Buch unheimlich faszinierend. Und ohne plakativ zu sein, kann der Autor Stellas Mentalität und ihrem aufkommenden Antisemitismus (wie natürlich auch den des Umfelds) nachspüren und so greifbar machen, wie sehr Stella ihre Glaubensgenossen und diesen Teil ihrer selbst hasst. Die hier dargestellte Stella lässt sich meiner Meinung nach gut vereinbaren mit dem, was man bei weiteren Recherchen nachlesen kann. Für mich ist dieses Buch definitiv eine Leseempfehlung, gerade in der heutigen Zeit.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Dieses Buch eine große Debatte ausgelöst- spricht für es - von Winfried Stanzick - 16.01.2019 zu Takis Würger „Stella“
Der Spiegelredakteur Takis Würger hat nach seinem vielgelobten Debütroman "Der Club", der 2017 bei Kein und Aber in Zürich erschien nun den Verlag gewechselt. Sein neuer Roman "Stella" wird von Hanser in München verlegt und hat schon kurz nach seinem Erscheinen in der Szene der Kritiker heftige Reaktionen ausgelöst. Dazu später einige Worte. Der Roman erzählt zunächst von der Kindheit und Jugend des 1922 in der Schweiz geborenen Friedrich, Sohn eines sehr reichen Samthändlers und einer alkoholabhängigen Mutter. Sein Vater erzieht ihn dazu, immer die Wahrheit zu sagen und ihr verpflichtet zu sein. Als er eines Tages mit anderen Jungen einen Kutscher mit Schneebällen bewirft und das auf dessen Vorhaltungen auch zugibt, verletzt dieser ihn schwer im Gesicht. Durch diese Verletzung, von der eine große Narbe an der Wange zurückbleibt, wird er farbenblind und kann fortan keine Farben mehr erkennen. Seine Mutter ist eine glühende Verehrerin von Hitler und seiner Bewegung. Erwachsen geworden zieht es Friedrich nach Berlin, wo er in einer Kunstschule Unterricht nimmt. Er will herausfinden, was es mit den angeblich so starken Deutschen auf sich hat, und ob die Gerüchte über die Möbelwagen stimmen, mit denen die Juden im Schanzenviertel abgeholt werden. Sein reicher Vater, der nach dem Ende seines lukrativen Samtgeschäftes nach Istanbul gezogen ist und dort die Sufis studiert, finanziert seinem Sohn Friedrich das ganze Jahr 1942 über (über diesen Zeitraum erstreckt sich auch die Handlung des kurzen Romans) einen Aufenthalt im teuersten Hotel Berlins, dem Adlon. Bei seinem Kunstunterricht lernt Friedrich in der ersten Stunde jene junge Frau kennen, die den Schülern Modell gestanden hat. Sie heißt Kristin und nimmt den unbedarften Friedrich mit in die Clubs Berlin, trinkt Champagner und Kognak mit ihm. Mit ihr hat der junge Schweizer seine ersten sexuellen Erfahrungen. Der Krieg, dessen Verlauf Takis Würger zusammen mit anderen mehr oder weniger wichtigen Ereignissen des jeweiligen Monats kapitel- und monatsweise dokumentiert, scheint weit weg. Eines Tages bleibt Kristin tagelang verschwunden, bevor sie an einem frühen Morgen, schwer verletzt und mit blutigen Striemen im Gesicht an Friedrichs Hotelzimmertür klopft und ihm gesteht, ihn bisher über ihre wahre Identität belogen zu haben. Sie ist Jüdin, heißt Stella Goldschlag und die Gestapo hat ihre falsche Identität enttarnt. Ihre Eltern sind verhaftet worden und nur wenn Stella als sogenannte "Greiferin" der Gestapo ihr bekannte Juden für die Verhaftung und Vernichtung zuführt, kann sie ihre Eltern vor der Deportation bewahren. Stella lässt sich darauf ein, und so wie die historische Stella Goldschlag wird sie auch weiter Juden verraten, auch nachdem ihre Eltern längst in einem KZ umgekommen sind. Friedrich, der sich in Stella verliebt hat, wie besessen von ihr ist und sich auch mit dem SS-Offizier Tristan van Appen, der Stella seit langem kennt, gut versteht, ist hin- und hergerissen zwischen seiner Selbstachtung und seiner Entrüstung darüber, was Stella da tut und seiner Liebe zu ihr. Mit Hilfe seines Vaters wird der den Leiter des KZ-Gefängnisses Walter Dobberke vergeblich versuchen zu bestechen. Am Ende wird er mit zwei Gefühlen in die Schweiz zurückfahren. Das erste ist die Erkenntnis, dass es sehr wohl so etwas wie Schuld gibt, obwohl sein Vater das in seiner Kindheit abstritt. Das zweite Gefühl ist Dankbarkeit Stella gegenüber: "Danke, dass du mir gezeigt hast, was Liebe ist." Immer wieder zitiert Takis Würger aus den originalen Protokollen eines Sowjetischen Militärtribunals über die hunderte von Fällen, in denen Stella Goldschlag Juden an die Gestapo verraten hat. Das Buch hat wie zu Beginn erwähnt, sehr schnell eine noch andauernde so schon lange nicht mehr geführte Kritikerdebatte ausgelöst, in der es keine Zwischentöne mehr zu geben scheint. Zugegeben, die Erfindung jenes doch ziemlich naiven jungen Schweizers, dem offenbar auch in diesen Zeit 1942 das Geld nicht ausgeht (schwer vorstellbar), der nach Berlin zieht und dort die historische Stella Goldschlag trifft und sich in sie verliebt, als Rahmen für ein Porträt dieser Frau und der Fragestellung der Bewertung ihrer Taten, scheint nur als Notlösung haltbar. Denn Stella Goldschlag selbst erzählen zu lassen, diesen Schritt hat der Autor nicht gewagt. Doch die sehr grundsätzlich und moralisch gestellte Frage geistert durch die Feuilletons, ob man ein solches Thema auf diese Weise darstellen darf und kann. Während die Kulturredaktion des NDR das Buch zum "Buch des Monats" gewählt hat, lehnen es andere zum Teil mit Empörung ab, so als hätte Takis Würger hier ein größtmögliches Sakrileg begangen. Es geht dabei um den Vorwurf der Effekthascherei, des Kitsches, die Tatsache, dass Würger beim Spiegel arbeitet, weckt bei vielen Assoziationen zum Fall Relotius. Letztlich geht es um die Frage: darf man in Deutschland über die Nazizeit und oder eine jüdische Hauptfigur auf eine so kurzweilige und unterhaltsame Weise schreiben? Darf ein Buch über ein solches Thema von einem Nichtjuden geschrieben werden und darf es unterhaltsam sein? Hannah Lühmann schrieb in der WELT: Warum sollte es denn verwerflich sein, einen kurzweiligen Roman auch über eine entsetzliche Zeit zu schreiben? Das habe ich mich beim Lesen und Schreiben auch gefragt. Dass man an der nun wirklich naiven männlichen Hauptperson einiges kritisieren kann, okay. Aber einem Autor quasi zu untersagen, eine solche Geschichte zu erfinden, grenzt an hypermoralische Zensur.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Das Unerzählbare in Worte gefasst - von Marakkaram - 14.01.2019 zu Takis Würger „Stella“
Weiße Lüge, Fritz. Er zwinkerte. Ja? Nur eine weiße Lüge. (S. 132) Takis Würger polarisiert, das ist keine Frage. Schon sein Erstling Der Club war anders, sperrig und mit Protagonisten, die nicht auf den ersten Blick Sympathieträger sind. Mich hat sein Debut begeistert und ich habe Stella mit Spannung erwartet. In diesem Land sind nur noch die schönen Geschichten Gerüchte. Die hässlichen sind alle wahr. (S. 162) Wie bereits in Der Club nimmt sich Takis Würger die Zeit seinen Protagonisten einzuführen. Auch hier erfährt man viel über Friedrichs Kindheit und Jugend in der Schweiz. Behütet, aber dennoch in einem nicht ganz unproblematischen Elternhaus aufgewachsen, wird für den Leser seine spätere Persönlichkeit nachvollziehbar: sensibel, zurückhaltend, naiv, ja fast schon ein wenig weltfremd, der bei Überforderung leidend und wie gelähmt, als Zuschauer durch sein Leben treibt. Ja, eigentlich ist es Friedrichs Geschichte, die wir lesen. Sein Aufbruch ins Berlin 1942, weil er mit eigenen Augen sehen möchte, ob wirklich Menschen in Möbelwagen abtransportiert werden, seine Liebe zu Kristin, einer Jüdin die andere Juden verrät.... Obwohl sich Stella auf die reale Person Stella Goldschlag bezieht, ist es nicht die Lebensgeschichte der Stella Goldschlag, sondern zum größten Teil ein fiktiver Roman, der ihre Geschichte als Grundlage nimmt. Fakt jedoch sind die immer wieder kursiv eingestreuten Auszüge aus den Gerichtsakten eines sowjetischen Militärtribunals. Stella ist weder ein klassischer Liebesroman noch eine Biographie und ich kann die Kritik, die Forderung nach mehr, vor allem mehr Tiefe (quasi ein Psychogramm der Stella Goldschlag) nicht wirklich nachvollziehen. Denn ganz ehrlich, das erwarte ich nicht von einem Takis Würger. Takis Würger ist ein Mann der Zwischentöne, der prägnanten, ausdrucksstarken Sätze mit einer sprachlichen Wucht, die einen manchmal fast erschlägt. Er gibt Anstöße, bohrt angstfrei und gnadenlos mit dem Finger in der Wunde und lässt seine Leser mit offener Haut zurück. Ich habe nicht nur beim Lied des Sturmsoldaten heftig geschluckt. Fazit: Stella ist kein Roman, den man mal eben so liest. Ich musste ihn öfter mal weglegen um das Gelesene sacken und wirken zu lassen. Eine Geschichte, die noch lange nachhallen wird und ein würdiger Nachfolger seines Debuts. Ich bin ein großer Fan von Takis Würger.
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