eBook.de : Ihr Online Shop für eBooks, Reader, Downloads und Bücher
Connect 01/2015 eBook-Shops: Testsieger im epub Angebot, Testurteil: gut Die Welt: Kundenorientierte Internetseiten Prädikat GOLD
+49 (0)40 4223 6096
€ 0,00
Zur Kasse

Der Zopf meiner Großmutter

Roman.
Sofort lieferbar
Buch (gebunden)
Buch € 20,00* inkl. MwSt.
Portofrei*

Produktdetails

Titel: Der Zopf meiner Großmutter
Autor/en: Alina Bronsky

ISBN: 3462051458
EAN: 9783462051452
Roman.
Kiepenheuer & Witsch GmbH

9. Mai 2019 - gebunden - 224 Seiten

Meine Großmutter, mein Großvater, seine Geliebte und ich.
"Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Großvater sich verliebte. Es war klar, dass die Großmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht, ihn umzubringen, zum Beispiel, wenn er beim Abendessen das Brot zerkrümelte."
Kaum jemand kann so böse, so witzig und rasant von eigenwilligen und doch so liebenswerten Charakteren erzählen wie Alina Bronsky: Max' Großmutter soll früher einmal eine gefeierte Tänzerin gewesen sein. Jahrzehnte später hat sie im Flüchtlingswohnheim ein hart-herzliches Terrorregime errichtet. Wenn sie nicht gerade gegen das deutsche Schulsystem, die deutschen Süßigkeiten oder ihre Mitmenschen und deren Religionen wettert, beschützt sie ihren einzigen Enkel vor dem schädlichen Einfluss der neuen Welt. So bekommt sie erst als Letzte mit, dass ihr Mann sich verliebt hat. Was für andere Familien das Ende wäre, ist für Max und seine Großeltern jedoch erst der Anfang.
Ein Roman über eine Frau, die versucht, in einer Gesellschaft Fuß zu fassen, die ihr entgleitet. Über einen Mann, der alles kontrollieren kann außer seine Gefühle. Über einen Jungen, der durch den Wahnsinn der Erwachsenen navigiert und zwischen den Welten vermittelt. Und darüber, wie Patchwork gelingen kann, selbst wenn die Protagonisten von so einem seltsamen Wort noch nie gehört haben.
Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, lebt seit Anfang der Neunzigerjahre in Deutschland. Ihr Debütroman »Scherbenpark« wurde zum Bestseller, fürs Kino verfilmt und ist inzwischen beliebte Lektüre im Deutschunterricht. Es folgten die Romane »Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche« und »Nenn mich einfach Superheld«. »Baba Dunjas letzte Liebe« wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert und ein großer Publikumserfolg. Die Rechte an Alina Bronskys Romanen wurden in zwanzig Länder verkauft. Sie lebt in Berlin.
"Die Autorin erzählt mit einer Leichtigkeit, als würde sie eine Handbreit über dem Küchenboden schweben." Karin Grossmann Sächsische Zeitung 20190601
Kundenbewertungen zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Durchschnittliche Kundenbewertung
review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.1 19 Kundenbewertungen
Veröffentlichen Sie Ihre Kundenbewertung:
Kundenbewertung schreiben
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Berührendes Lesevergnügen - von bookloving - 07.07.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Mit ihrem großartigen Roman "Der Zopf meiner Großmutter " ist Alina Bronsky erneut eine berührende, bitterböse und unglaublich irrwitzige Geschichte über die Launen des Lebens, den Familienzusammenhalt, Entwurzelung und das Älterwerden gelungen. Mit ihrem unverwechselbaren temporeichen, witzigen und schwarzhumorigen Schreibstil erzählt sie die wendungsreiche, tragikomische Geschichte über eine russischen Auswandererfamilie, eine große Liebe und eine unverhoffte Patchwork-Familie. Überaus faszinierend sind Bronskys herrlich skurrile, sehr liebenswerte Charaktere gezeichnet, die in ihrer Vielschichtigkeit kaum unterschiedlicher sein könnten und außerordentlich unterhaltsam sind. Mit Maxims Großmutter steht erneut eine außergewöhnliche, äußerst charakterstarke Frauenfigur im Mittelpunkt ihrer Geschichte, die wir ausschließlich aus der Sicht des Enkels und Ich-Erzählers erleben. Als Kontingentflüchtlinge sind er und seine Großeltern aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen und leben seitdem in einem Wohnheim für Russlandflüchtlinge in einer Kleinstadt. Er ist ein sehr cleverer, aufgeweckter Junge, der allerdings in Augen seiner tyrannischen Großmutter zu einem kränklichen Weichling und lebensuntauglichen Idioten abgetan wird und der vor der bösen Welt und allen erdenklichen schädlichen Einflüssen bewahrt werden muss. Es ist unglaublich amüsant und fesselnd, diese Familie aus der naiv-unvoreingenommenen Perspektive von Max durch ihren Alltag zu begleiten. In absurden, bisweilen herrlich überspitzten Szenen erleben wir ihr bizarres und vermeintlich harmonisches Zusammenleben mit, schmunzeln und empören uns über die Marotten der temperamentvollen Großmutter. Die Geschichte lebt von den überaus witzigen, bissigen Dialogen und den verschrobenen Ideen und Verhaltensweisen der übergriffigen, autoritären und tyrannischen Großmutter, die mit ihrer erdrückenden Dominanz nicht nur über ihren Enkel "Mäxchen" sondern über ihr gesamtes Umfeld bestimmen möchte. Schonungslos, bösartig und schockierend sind bisweilen ihr Verhalten und ihre verbalen Rundumschläge, wenn sie beispielsweise antisemitische Sprüche gegen die Juden loslässt ober sich über das deutsche Schul- und Gesundheitssystem echauffiert. Man bringt dieser absolut gewöhnungsbedürftigen Figur äußerst zwiespältige Gefühle entgegen, die von amüsiertem Schmunzeln, über tiefe Empörung und Ablehnung bis hin zu Mitleid reichen. Es dauert eine Weile bis man die tragischen Hintergründe für ihr unmögliches Verwalten begreift und hinter ihrer ruppigen Fassade viel Warmherzigkeit, Liebe und große Verletzlichkeit entdeckt. So nimmt die wendungsreiche, tragikomische Geschichte ihren Lauf, gewinnt mit den sich verdichtenden Handlungssträngen allmählich immer mehr an Tiefe und stimmt mit seiner tragischen Reichweite auch sehr nachdenklich. FAZIT Ein großartiger Roman mit einer witzigen, bitterbösen und zugleich tragikomischen Geschichte und herrlich skurrilen, liebenswerten Charaktere. Ein außerordentlich unterhaltsames und berührendes Lesevergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Meine Großmutter, mein Großvater, seine Geliebte und ich. - von Inge Weis - 27.06.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Alles eine Frage der Disziplin. Die Oma ist ein Alptraum. Sie ist antisemitisch, herrschsüchtig, unbelehrbar, besserwisserisch und traut keinem über den Weg. Nicht mal ihrem geliebten Mann, den sie regelmäßig mit dem Tod bedroht, wenn er nicht spurt. Er heißt Tschingis, ist Mongole und schon vor Jahren verstummt. Aber sie ist auch clever und höchst pragmatisch. Für die Familie tut sie alles, erfindet sogar jüdisch-deutsche Wurzeln für sich, damit sie als Kontingentflüchtlinge aus der zerfallenden Sowjetunion herauskommen. Doch von Deutschland ist sie dann total enttäuscht: Schulsystem, Bonbons, Luft, Gemüseangebot, Ärzte - alles Mist. Das schmutzige Wohnheim ist ein Graus, die Nachbarn sind alle schrecklich. Überleben ist halt nichts für Angepasste. Enkel Max ist der Erzähler dieser herrlich skurrilen, liebevoll-bösen Geschichte über das Ankommen und den harten Kampf ums Überleben in einer fremden Welt. Max ist Großmutters Augenstern und zugleich Opfer. Sie hält ihn für lebensuntüchtig, dichtet ihm alle möglichen Allergien an und verbietet den Umgang mit virenbefallenen Einheimischen. Eigentlich ein Horrorszenario und nah dran an Kindesmisshandlung. Aber eben nur eigentlich. Denn Max weiß es einzuschätzen: Die Oma versucht bloß, ihn zu beschützen und alle durchzubringen. Als sie endlich mitkriegt, dass der Großvater sich eine Freundin zugelegt hat, läuft sie zur Hochform auf. Max konnte sich genau an den Moment erinnern, als sein Großvater sich verliebte. Er war in seinen Augen ein uralter Mensch - die fünfzig bereits überschritten -, und sein neues, zartes Geheimnis überrollte Max mit einer Welle der Bewunderung, in die sich Schadenfreude mischte. Es war klar, dass die Großmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht, ihn umzubringen ¿ So bekommt sie als Letzte mit, dass ihr Mann sich verliebt hat. Doch dies bedeutet mitnichten das Ende der Familie, sondern den Anfang eines turbulenten Zusammenlebens unter neuen Vorzeichen. Nein, kein Mord. Im Gegenteil. Mit Verständnis, Engagement und Liebe schafft die Großmutter, was nur wenigen gelingt. Lebenskünstler. Urlaub mit den Eltern. Kindheit mit einer übergriffigen Großmutter. Dreiecksbeziehung mit einem Androiden. Und zwei bemerkenswerte Chroniken. Hier ist zwischenmenschlich schwer was los zwischen den Seiten! Diese wundersame Geschichte zeigt Der Zopf meiner Großmutter ist ein spannender Roman mit jeder Menge Fantasie. Vielschichtig und toll erzählt- die Idee dahinter ist super.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Versteckte leise Töne - von Julia Lindner - 23.06.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Ich habe den Sommer mit meinem ersten Bronsky-Buch eingeläutet und bin zu 95% begeistert. Dieses Buch ist tiefschwarze Gesellschaftskritik und hat mich mit seiner Geschichte über eine extrem unangepasste Großmutter, die kein Blatt vor den Mund nimmt und mit ihren Aussagen die Leute permanent vor den Kopf stößt und überrumpelt sehr erschüttert. Wie eine graue (wenn auch absolut nicht stille) Eminenz überwacht sie das Leben ihrer Familie und ganz besonders ihren Enkel und steuert (nicht nur) sein Leben nach Belieben. Obwohl man merkt, dass sie es nur zu seinem Besten tut, fühlt man sich von ihrer Art schockiert und abgestoßen; ihre überbehütende Art grenzt beinahe an Misshandlung. Verstärkt wird diese Wirkung noch dadurch, dass die Geschichte aus Sicht des jungen naiven Enkels Mäxchen erzählt wird, der nicht immer die Intention aller Handlungen und Gespräche versteht, die er wiedergibt. Obwohl die Großmutter fast übermenschlich stark wirkt, scheint im Laufe des Buches auch ihre Unsicherheit und Zerbrechlichkeit durch, die sie hinter ihren Mauern verbirgt. Frau Bronsky zeichnet ein sehr komplexes Gesellschaftsbild, dem ich zwar nicht immer ganz folgen kann, das mich aber trotzdem vollkommen beeindruckt. Fazit: Auch wenn ich mit dem Ende des Buches nicht ganz zufrieden bin, hat es doch einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen erobert.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Alte Zöpfe neues Leben - von simi159 - 21.06.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Mit seinen Großeltern kommt der kleine Maxim nach Deutschland. Sie sind Kontingentjuden und vor allem die Großeltern erhoffen sich hier ein besseres Leben als in der Sowjetunion. Maxim erzählt in chronologischen Episoden, was in ihrem neuen Leben so passiert. Seins wird vor allem durch die Kontrolle der Großmutter beherrscht. Das fängt beim Essen an, Maxim bekommt nur durchgekochtes Gemüse, keine Süßigkeiten, kein Brot, keine Nudeln, denn diese verträgt er angeblich nicht und würden ihn nach dem Verzehr umbringen. Die Großmutter geht mit ihm zu unzähligen Ärzten, die nach all den Untersuchungen zu dem Schluß kommen, das Kind ist gesund. Was die Großmutter dennoch weiter in Frage stellt. Sie macht vor gemeinsamen Schulbesuchen nicht halt und nachdem ihr der Stoff zu kompliziert wird, engagiert sie eine Mitschülerin als Spitzel. Der Großvater wird ebenfalls von ihr kontrolliert und herum kommandiert. Doch er sucht sich seine Flucht, findet diese auch und macht sein eigenes Dingt, bis die Großmutter sich wieder einmischt¿. Fazit: "Der Zopf meiner Großmutter" ist eine ungewöhnliche Geschichte, die man und bedingt lesen sollte. Denn die Charaktere sind so anders, dass man sie schon nach wenigen Seiten ins Herz schließt und unbedingt wissen will, wie es mit den Dreien weiter geht. Alle drei versuchen in diesem neuen Land anzukommen. Die Großmutter doch Kontrolle, die sie mehr und mehr verliert. Der Großvater durch eine neue Liebe und Maxim durch vermitteln zwischen den beiden Welten und dabei gleichzeitig erwachsen werden. Alina Bronsky will nicht , dass ihre Charaktere auf den ersten Blick gefallen. Man kann sich an den drei reiben, sich seine eigenen Gedanken zu ihnen machen und sich fragen, warum handeln sie so. Vor allem zur Großmutter, denn diese ist so grantig, kontrollsüchtig und gleichzeitig beschützend, dass man beim Lesen den Kopf schüttelt, sie erst nicht leiden mag und gleichzeitig tief ins Herz schließt. Warum sie so ist, wie sie ist und wie sich das auflöst, läßt einen lesen und lesen und dabei tief in diese ungewöhnliche Beziehung und ihre Sicht der Dinge eintauchen. Und dabei hat man jede Menge Spaß. Alina Bronsky kann es einfach, Charaktere und Settings erschaffen, die anders, ungewöhnlich und zugleich sehr lebensnah sind. Ohne Klischees, voller Liebe hofft man schon nach wenigen Seiten, dass diesen Buch nie zu Ende geht. 5 STERNE
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll sperrige Großmutter - von gagamaus - 21.06.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Ich mag die Bücher von Aliena Bronsky. Sie hat eine etwas sperrige Art, wie sie ihre Heldinnen kreiert. Die namensgebende Großmutter mit dem langen Zopf ist diesmal aber schon eine ganz eigene Hausnummer. Sie war mir von Anfang an unsympathisch und ihre überhebliche laute oberflächlich-lieblose Art, vor allem mit Enkel Max umzugehen - vom Ehemann mal ganz zu schweigen - ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Ja, ich habe natürlich rausgelesen, dass sie eine verletzte Seele hat und einen guten Kern. Aber der ist wirklich ganz ganz tief drinnen versteckt und ich sie ist mir die meiste Zeit wie ein Elefant im Porzellanladen vorgekommen, der alle die, die sie eigentlich lieben sollten, rücksichtslos niedermacht. Der kleine Max, der Erzähler, soll der Gegenpol sein. Aber das funktioniert leider nur bedingt. Der Junge kann seiner Oma wenig entgegensetzen und der Großvater flüchtet sich in sein Schweigen. Fazit: Nicht mein Lieblingsbuch der Autorin.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Der kluge Maxim und seine Großeltern - Humorvolle Geschichte mit Tragik - von booklover2011 - 11.06.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Inhalt (dem Klappentext entnommen): Meine Großmutter, mein Großvater, seine Geliebte und ich. »Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Großvater sich verliebte. Es war klar, dass die Großmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht, ihn umzubringen, zum Beispiel, wenn er beim Abendessen das Brot zerkrümelte.« Kaum jemand kann so böse, so witzig und rasant von eigenwilligen und doch so liebenswerten Charakteren erzählen wie Alina Bronsky: Max¿ Großmutter soll früher einmal eine gefeierte Tänzerin gewesen sein. Jahrzehnte später hat sie im Flüchtlingswohnheim ein hart-herzliches Terrorregime errichtet. Wenn sie nicht gerade gegen das deutsche Schulsystem, die deutschen Süßigkeiten oder ihre Mitmenschen und deren Religionen wettert, beschützt sie ihren einzigen Enkel vor dem schädlichen Einfluss der neuen Welt. So bekommt sie erst als Letzte mit, dass ihr Mann sich verliebt hat. Was für andere Familien das Ende wäre, ist für Max und seine Großeltern jedoch erst der Anfang. Ein Roman über eine Frau, die versucht, in einer Gesellschaft Fuß zu fassen, die ihr entgleitet. Über einen Mann, der alles kontrollieren kann außer seine Gefühle. Über einen Jungen, der durch den Wahnsinn der Erwachsenen navigiert und zwischen den Welten vermittelt. Und darüber, wie Patchwork gelingen kann, selbst wenn die Protagonisten von so einem seltsamen Wort noch nie gehört haben. Meinung: Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Maxim/Mäxchen geschrieben, so dass man seine Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann. Die authentischen und (mehr oder weniger) sympathischen Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen sowie Gefühlen gut dargestellt und beschrieben worden, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufühlen. Vor allem auch durch die Ich-Perspektive und was er alles erlebt habe ich insbesondere Maxim in mein Herz geschlossen und finde es toll, wie er sich trotz der Umstände entwickelt hat und sich Freiräume erkämpft. Das Buch hat sich sehr gut lesen lassen, die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich habe auch immer wieder Lachen müssen. Doch leider ist mir der Spaß auch oft vergangen, weil ich das Verhalten von Maxims Großmutter ihm gegenüber schlimm fand. Ihre Beweggründe werden im Laufe der Geschichte deutlicher, doch es lässt mich trotzdem nicht vergessen, wie sie sich Maxim gegenüber verhalten hat. Zudem sind zwei, drei kleinere Fragen offen geblieben und es ging mir zum Schluss hin einfach zu schnell voran, so dass ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht hätte. So gibt es noch knapp 4 von 5 Sternen und ich werde sicherlich wieder ein Buch von der Autorin lesen, denn ihr komödiantisches Talent und die herrlich skurrilen Charaktere haben mir sehr gefallen. Fazit: Eine einerseits sehr humorvolle Geschichte, die aber auch tragisch und schmerzhaft ist. Es wird sicherlich nicht das letzte Buch der Autorin gewesen sein, welches ich lese.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eine ungewöhnliche Familie - von cosmea - 30.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Im Mittelpunkt von Alina Bronskys neuem Roman "Der Zopf der Großmutter" steht eine ungewöhnliche Familie, bestehend aus Großmutter Margarita Iwanowna, Großvater Tschingis Tschingisowitsch und Enkel Maxim. Sie durften wegen ihrer angeblich jüdischen Herkunft nach Deutschland einreisen und leben in einem Flüchtlingsheim, obwohl nur der kleine Junge Halbjude ist. Die Großmutter ist eine sehr dominante Frau mit rabiaten Umgangsformen, die in der Familie das Sagen hat und auch außerhalb keinen Konflikt scheut. Sie lässt kein gutes Haar an ihrer neuen Heimat und weigert sich, die deutsche Sprache zu lernen. Dem Enkel, den sie Max oder Mäxchen nennt, gern aber auch Idiot oder Krüppel, dichtet sie alle möglichen Krankheiten an, obwohl er nach Aussage eines deutschen Arztes kerngesund ist. Die Großmutter hat eine panische Angst vor Bakterien und ernährt ihn ausschließlich mit selbstgekochtem Brei. Sie rechnet mit seinem baldigen Ableben. Der Junge ist jedoch nicht nur völlig gesund, sondern auch sehr intelligent. Er hat schnell Deutsch gelernt und kommt in der Schule gut zurecht. Nur Max bemerkt, dass sich der Großvater in die Nachbarin Nina verliebt, die mit Tochter Vera ebenfalls im Heim lebt, dann aber in eine eigene Wohnung zieht, wo der Großvater, die "asiatische Fresse", viel Zeit verbringt. Nina wird schwanger und bekommt einen kleinen Tschingis, den die Großmutter eigentlich am liebsten selbst aufziehen würde. Trotz ihrer Grobheit und überaus derben Sprache hat sie ein großes Herz und hält die kleine Gruppe zusammen. Diese sechs Personen bilden eine Art Patchwork-Familie. Die ungewöhnliche, teilweise aberwitzige Geschichte wird aus der Perspektive des Jungen erzählt, der nur allmählich Antworten auf die Frage nach seiner Herkunft bekommt. Seine Mutter Maya ist das große Tabuthema der Großeltern mit gegenseitigen Schuldzuweisungen. Seinem Vater, dem rothaarigen Juden, wird über Jahre der Kontakt zu seinem Sohn verwehrt. Der Roman ist sprachlich brillant, witzig und zugleich auch tieftraurig, mit der für Bronsky typischen sehr gelungenen Charakterisierung der Protagonisten, vor allem der Figur der Großmutter. Die Autorin zeigt die gravierenden kulturellen Unterschiede auf, die es neben sprachlichen Problemen Übersiedlern oft schwer machen, in einem anderen Land Fuß zu fassen. Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen und bleibe auch weiterhin ein Fan der Autorin.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Verrückte, bitter-böse Familiengeschichte - von forti - 27.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Alina Bronskys neueste Geschichte Der Zopf meiner Großmutter spielt ein weiteres Mal unter russischen Kontingentflüchtlingen und wieder mal hat sie eine dominante Großmutterfigur geschaffen, die keinesfalls sympathisch ist, mir aber dennoch ans Herz wuchs. Max Großmutter hat die kleine Familie fest im Griff, dominiert mit ihren Verrücktheiten den eigenen Ehemann und Enkel. Beide nehmen das recht lakonisch hin - auch nachdem der Großvater sich in eine andere Frau verliebt und das sowieso schon ungewöhnliche Familienleben auf den Kopf stellt. Nach und nach entwickelt sich aus Vergangenheit und Gegenwart eine Familiengeschichte, in deren Vergleich die eigene Familie auf einmal ganz normal wirkt - egal wie verrückt sie sein mag. Anders erzählt, wäre diese ungewöhnliche Familiengeschichte wohl ganz schon dramatisch und entweder zu übertrieben oder aber langweilig. Alina Bronsky zeichnet die Figuren aber liebevoll, sodass sie mir alle ans Herz gewachsen sind. Im Zentrum dieser herrlich verrückten Geschichte steht die Großmutter, die das beste will, dabei aber ständig über das Ziel hinaus schießt. Man kann ihr nicht wirklich böse sein - auch die anderen Protagonisten sehen zwar ihre krankhafte Dominanz, schaffen es aber dennoch nicht, sich von ihr zu lösen und nehmen ihr ihre Art nicht wirklich übel. Bevor die Geschichte und vor allem die Großmutter doch irgendwann anstrengend werden könnten, ist das verhältnismäßig schmale Buch auch schon beendet. Für mich war das genau das richtige Maß. Der Witz in diesem Buch ist bitter-böse. Wenn man das mag und am besten noch einen kleinen Osteuropa-Faible hat, wird man hier prächtig unterhalten. Das Buch liest sich sprachlich locker und flüssig.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Oma die Beißzange - von Lesemone - 27.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Alina Bronsky hat hier eine Großmutter skizziert, welche man so nicht haben möchte. Stellt man sich Großmütter doch im Allgemeinen lieb und herzlich vor, so wird man in diesem Buch mit einer richtigen Beißzange konfrontiert. Max tat mir das ganze Buch hinweg einfach nur leid. Seine Oma macht ihn verbal mit sehr bissigen Kommentaren fertig und beschimpft ihn ständig als Taugenichts. Der Opa sagt dazu gar nix und irgendwie leben die drei so vor sich hin. Die Oma eckt überall an. Sprachlich war das Buch nicht schlecht, aber ich tat mir mit der Autorin etwas schwer. Leider erkenne ich keinen Sinn hinter dem Buch und es gab auch keinerlei Erklärungen, warum die Oma so skurril agierte. Ich bin mit der Geschichte leider nicht so ganz warm geworden.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bissige Großmutter - ungewöhnlich & unterhaltsam - von Tara - 25.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
"Der Zopf meiner Großmutter" ist ein bemerkenswerter Roman über ein ungewöhnliches Familienkonstrukt der aus Russland stammenden Autorin Alina Bronsky. Gemeinsam mit seinen Großeltern ist Mäxchen aus Russland nach Deutschland gekommen. Die Großmutter bestimmt den Tag und der Großvater ordnet sich ihr unter. Max muss unter ihr so einiges aushalten, wird beschimpft, überwacht, als krank abgestempelt und darf eigentlich nichts. Auch von seinem Großvater bekommt er keine Unterstützung. Dennoch liebt Mäxchen seine Oma. Der Schreibstil der Autorin ist einfach toll. Schnell ist man mitten im Geschehen. Oft wusste ich nicht ob ich lachen oder einfach nur entsetzt sein sollte. Die Großmutter ist so boshaft und zynisch, dass ich mich immer wieder gefragt habe, warum der Großvater das mitmacht und nicht eingreift. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Mäxchen erzählt. Zu Beginn ist er gerade mal sechs Jahre alt und man obwohl man bei seinen Erlebnissen direkt dabei ist, erhält man immer nur die Informationen, die ein Kind wahrnimmt, erhält nie den kompletten Überblick und die Hintergründe und Zusammenhänge erfährt man erst nach und nach. Ich habe dieses ungewöhnliche und zum Teil auch skurrile Buch sehr gerne gelesen. Es hat mich gut unterhalten und mir ein Familienkonstrukt vor Augen geführt, das ich so nicht für möglich gehalten hätte.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll alte Zöpfe - von Anonym - 21.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Der kleine Max ist nach Ansicht seiner Großmutter Margo ein krankes und geistig zurück gebliebenes Kind um dass man sich, seit dem Tod ihrer Tochter Maya, ständig kümmern muss. Um ihm eine bessere Zukunft zu bieten - und sich selbst auch - nimmt sie die Gelegenheit wahr und geht von Russland als jüdische Flüchtlinge nach Deutschland. Mit ihrem asiatisch-russischen Mann Tschingis zieht sie in eine kleine Wohnung ins Flüchtlingsheim gleich neben der jungen Nina und deren Tochter Vera. Vera ist in Max Alter, die beiden werden zeitgleich eingeschult. Vera bekommt von Margo den Auftrag sich um Max zu kümmern doch schon bald stellt sich heraus, dass Max keinerlei schulische Probleme hat und dass ihm auch Erdbeereis und Schokolade und der Dreck der Straße nicht umbringen werden. Er ist ein ganz normales, gesundes Kind. Tschingis, der in Margos Auftrag der allein stehenden Nina helfen soll, verliebt sich schnell in diese freundliche Frau, die so ganz anders ist als die grobe und keifende Margo. Das Kind aus dieser Beziehung sieht genauso aus wie damals Maya und sogleich greift Großmutter Margo helfend und bestimmend ein. Wir erleben die Schulzeit und Jugend Max und sein neues Leben in Deutschland. Die kulturellen Unterschiede werden kaum angesprochen, mehr das paranoische Wesen und die Härte der Großmutter, die in alten Werten verankert sind. Es wird Zeit, die alten Zöpfe abzuschneiden.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein Roman mit Tiefgang und Humor - von vielleser18 - 16.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Schon das Buch Baba Dunjas letzte Liebe von Alina Bronsky hat mir so gut gefallen, dass es klar war, dass ich auch ihr neues Buch lesen muss. Wieder wurde ich nicht enttäuscht, sondern im Gegenteil es hat mich wieder sehr gefesselt. Aus Sicht des heranwachsenden Enkels Max erzählt die Autorin den Alltag und das Leben über einige Jahre einer ungewöhnlichen Familie, bestehend aus der hypochondrischen Großmutter Margo, die allzeit das schlimmste beführchtet, kritisiert und scheinbar nur unzufrieden ist, und dem stillen Großvater Tschingis, der sich scheinbar alles gefallen lässt und antriebslos erscheint. Alle drei sind als Kontigentflüchtlinge durch geschicktes taktieren der Großmutter nach Deutschland gekommen und versuchen nun Fuß zu fassen. Das gelingt dem einen mehr als dem anderen. Sie lernen NIna und ihre Tochter Vera kennen. Ein sehr interessantes und ungewöhnliches Beziehungsgeflecht untereinander entsteht. Die Figuren sind speziell, skurril, verschroben, sonderbar, witzig, traurig, ernsthaft, aber auch so normal - alles gleichzeitig. Alle sind so lebendig dargestellt, als wären es meine Nachbarn, bei denen man über die Schulter schauen kann. Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen und habe die Figuren am Ende nur mit Wehmut ziehen lassen, ich hätte noch gerne weiter von ihnen gelesen. Der Roman bietet kurzweilige Unterhaltung mit Tiefgang, Humor und einem tollen Erzählstil, daher volle Leseempfehlung von mir.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Dysfunktional funktioniert auch irgendwie... - von LaberLili - 12.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Ach, Mäxchen als Kind kommt der Ich-Erzähler dieser Novelle in Begleitung seiner Großeltern nach Deutschland, wobei nicht nur der Großvater, sondern vor Allem auch der kleine Maxim, völlig unter der Fuchtel der bestimmten (und bestimmenden) Großmutter stehen. Sie schreibt ihrem Enkel alle möglichen Krankheiten zu, obschon es diesem auf den ersten Blick sehr gutgeht, und hält dann auch die deutschen Ärzte prompt für inkompetent als diese dem kleinen Max beste Gesundheit bescheinigen; auch Lehrkräfte werden später von ihr abgekanzelt - schlimmer: Vor Allem ihr Enkel wird von ihr ständig abgekanzelt und auch im Beisein Anderer verbal gedemütigt. Die zudem antisemitische, rassistische, sexistische, schwulenfeindliche Großmutter spricht allenfalls gebrochen Deutsch, während Maxim sich schnell mit und in der neuen Sprache arrangiert; ständig muss er für seine Oma dolmetschen, die ihm daraufhin stets eröffnet, er könne ja gar nicht wissen, was da gesagt wurde, weil er habe doch keine Ahnung von der Sprache, er sei dumm, er sei schwächlich, während sie zugleich anhaltend darüber lamentiert, wie sehr sie sich doch für ihren Enkel aufopfere, dass dieser ohne sie völlig verloren sei. Abgesehen davon, dass sie ihm immerfort beteuert, er würde ohnehin nicht besonders alt werden (können). Maxim lässt alles stoisch über sich ergehen; auf seine mangelnde Gegenwehr angesprochen antwortet er später, dass diese dann doch nur endlos wäre und er den "Aufwand" darum von vornherein scheut. Damit sind sowohl Maxim als auch seine Großmutter ebensolche tragischen Gestalten wie der Großvater, der von der Großmutter stets als untauglicher Nichtsnutz deklassiert wird; "Der Zopf meiner Großmutter" zeichnet kein einfaches Bild einer übergesiedelten Familie, sondern das einer dysfunktionalen Familiengemeinschaft, was auf mich als Leserin eine ganz seltsame, düstere Faszination ausübte. Durch den Tunnelblick des Ich-Erzählers, der auch eher objektiv berichtet als dass er tatsächlich seine Gefühle direkt beschreibt, bleibt letztlich auch Einiges offen; die familiäre Symbiose mit Nina, die sich letztlich ergibt, habe ich beispielsweise nicht so recht nachvollziehen können, weil es für mich unverständlich blieb, dass Nina (nicht nur) sich so unter die Fittiche der Großmutter Maxims nehmen ließ. Da hätte ich es durchaus auch interessant gefunden, wenn noch einige der Ereignisse aus der Sicht des Großvaters oder eben auch Ninas erzählt worden wären. Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen - wobei ich nicht ausschließen wollen würde, dass da auch ein wenig Sensationsgier mitgespielt haben mag; denn so wie mit ihm umgesprungen wurde, hatte ich auch bereits damit gerechnet, dass Maxim noch zum Amokläufer werden konnte. Für mich klang die Geschichte derart unheilvoll, dass mich tatsächlich hauptsächlich interessierte, ob Max noch aus diesem ungesunden Familienkonstrukt ausbrechen können würde.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Oma mit Biss - von Fornika - 12.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
Max lebt bei seinen Großeltern, die mit ihm von Russland nach Deutschland auswandern. Dort landen sie zunächst in einem Wohnheim. Die Großmutter führt den Haushalt mit strenger Hand und wacht gluckenhaft über den Enkel. Er darf nicht allein in die Schule, bekommt ein Hausmittelchen nach dem anderen, zu essen gibt es nur leichtverdauliche Gemüsepampe. Sie beschützt ihn mit allen Mitteln vor jeglichem echtem oder auch eingebildetem Übel. Dabei verliert sie leider den eigenen Mann etwas aus den Augen. Alina Bronsky hat mit "Baba Dunjas letzte Liebe" schon gezeigt, dass ihr die älteren Damen als Protagonisten sehr gut gelingen. Auch in ihrem aktuellen Roman liegt der Fokus klar auf der Großmutter, selbst wenn Enkel Max als Erzähler dient. Die Großmutter ist wirklich eine anstrengende Figur; sie changiert zwischen leicht schräg, besorgt um den Enkel, rücksichtlos-verletzend und völlig überdreht. Langweilig wird es mit ihr nie, bis zum Schluss kann man noch neue Seiten an ihr entdecken und ich hatte viel Spaß mit ihren kleinen und großen Schrullen. Max und sein Opa fungieren als Gegenpole, zum Glück gehen die zwei unter der großmütterlichen Fuchtel nicht völlig unter. Bronsky erzählt ihre aberwitzige Story recht locker und mit einem gewissen Charme. Ein flottes Tempo wird passend zum Charakter der Großmutter vorgelegt, und so ziehen die Jahre (und damit die Seiten) quasi unbemerkt dahin. Die Handlung lebt nicht nur von ihren Charakteren, sondern es gilt auch das eine oder andere Geheimnis zu lüften, und so bleibt man als Leser dran an dieser außergewöhnlichen, tragisch-komischen Geschichte. Volle Leseempfehlung!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein Lebensjahr zählt für zwei - von jenvo82 - 10.05.2019 zu Alina Bronsky „Der Zopf meiner Großmutter“
"Mich überraschte, dass sie neuerdings von mir in der abgeschlossenen Vergangenheitsform sprach, als sei ich kein Problemfall mehr und dürfte leben, essen und atmen wie ein normaler Mensch." Inhalt Maxim, liebevoll Mäxchen gerufen zieht mit 6 Jahren gemeinsam mit seinen Großeltern nach Deutschland. Ursprünglich stammt er aus Russland und ist mit einer äußerst resoluten, kampflustigen Großmutter gesegnet, die alle Fäden straff in der Hand hält. Nicht nur ihre äußerst explizite Einstellung zu angeblichen Erkrankungen des Jungen macht sie so einprägsam, nein auch ihre schillernde Vergangenheit als Balletttänzerin und ihre milde Nachsicht mit ihrem Mann Tschingis, der eigentlich überhaupt nichts zu melden hat. Und obwohl Maxim sehr viel unter seiner dominanten Oma aushalten muss, hat er sie dennoch lieb, selbst wenn sie mal wieder den Unterricht überwacht oder sein Essen püriert. Erst als sich der Großvater in Maxims Klavierlehrerin Nina verliebt, schwant dem Jungen, dass Großmutter nun reagieren muss. Erst recht, als sie in den Kinderwagen der jüngeren Frau schaut und dort das Abbild ihres Mannes entdeckt. Doch Margarita Iwanowna hegt zwar immensen Groll gegen Gott und die Welt, doch auf den unehelichen Sohn ihres Gatten lässt sie dennoch nichts kommen, denn eines steht fest, ein neues Kind in der Familie bedarf eindeutig ihrer Anleitung und Präsenz - ganz egal wie die Mutterschaftsverhältnisse auch sein mögen. Meinung Dies war bereits mein zweites Buch der aus Russland stammenden Autorin Alina Bronsky, welches ich nach ihrem für den Buchpreis nominierten Roman "Baba Dunjas letzte Liebe" (2015) gelesen habe und mittlerweile bin ich regelrecht verliebt in ihre Art des Erzählens und den bittersüßen Humor, den ihre Geschichten alle gemeinsam zu haben scheinen. Ganz gewiss werde ich nun gezielt nach ihren anderen literarischen Werken Ausschau halten, weil man sich auch Lieblingsautoren warmhalten muss. Das wunderbare an diesem kleinen Buch ist der warmherzige Erzählton des Enkelsohnes, der von seiner Großmutter absolut angetan ist, selbst wenn diese nichts anderes zu sein scheint als der alternde Hausdrachen, den man jeden Tag aufs Neue von der Leine lässt. Margarita, die sich selbst gerne Margo nennt und von ihrem Gatten nur "Ritalein" gerufen wird, ist im besten Sinne des Wortes exzentrisch und schillernd. Angefangen von ihrem rot gefärbten Haarschopf, bis hin zu ihrer ständigen Überwachungsmanie, so kommt beim Leser jedoch ein ganz anderer Tenor an, nämlich die Tatsache, dass sich diese Frau kümmert, für die Familie engagiert und mit resoluter Hand die Geschicke aller Angehörigen leitet. Wäre sie nicht so, wie geschildert, dann ergäbe die Geschichte selbst und ihr Verlauf eigentlich gar keinen Sinn - so jedoch, meint man diese Margo ganz genau zu kennen und kauft ihr es sogar ab, dass sie den Sohn ihres Mannes, den dieser mit einer jüngeren Frau gezeugt hat, doch tatsächlich als ein weiteres Kind annimmt. Ein ebenso unschlagbarer Fakt der Erzählung ist die angesprochene Entwicklung verschiedener Kinder in einer gelungenen Patchworkfamilie, denn als solche kann man die bunte Mischung aus Großelternpaar, Enkel, angenommener Enkeltochter im gleichen Alter, akzeptierter Geliebter und dem gemeinsamen neugeborenen Sohn tatsächlich bezeichnen. Gerade für Maxim öffnet sich dadurch die Lücke und er kann dem präsenten Einfluss seiner Oma hin und wieder entkommen, während andere in der Bevormundung durch Margarita endlich zu mehr Entschlusskraft gezwungen werden. Fazit Ich vergebe begeisterte 5 Lesesterne für diese ungewöhnliche, nicht unbedingt nachvollziehbare Familiengeschichte, die von lebendigen Charakteren, aussagekräftigen Bildern und einer guten Portion Lebensweisheit gespeist wird und die auch nach dem Lesen Zufriedenheit bei mir hinterlässt. Und so ist auch der Schwerpunkt des Buches gewählt: Große Nörgler, die an allem etwas auszusetzen haben und sich über ihr angeblich schweres Schicksal beklagen, finden hin und wieder doch die innere Nähe zu Menschen, die sie in der Tiefe ihres Herzens lieben. Und so kann es Margarita nichts anhaben, wenn bei ihr jedes Lebensjahr wie zwei zählt, denn sie hat vor sehr lange zu leben, länger als alle anderen zusammen. Unbedingte Empfehlung für humorvolle Lesestunden mit Unterhaltungswert und Scharfsinn.
Alle Rezensionen anzeigen Zur Rangliste der Rezensenten
Unsere Leistungen auf einen Klick
Unser Service für Sie
Zahlungsmethoden
Bequem, einfach und sicher mit eBook.de. mehr Infos akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal mehr Infos
Geprüfte Qualität
  • Schnelle Downloads
  • Datenschutz
  • Sichere Zahlung
  • SSL-Verschlüsselung
Servicehotline
+49 (0)40 4223 6096
Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 18.00 Uhr
Chat
Ihre E-Mail-Adresse eintragen und kostenlos informiert werden:
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
Bei als portofrei markierten Produkten bezieht sich dies nur auf den Versand innerhalb Deutschlands.

** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.
eBook.de - Meine Bücher immer dabei
eBook.de ist eine Marke der Hugendubel Digital GmbH & Co. KG
Folgen Sie uns unter: