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Ein anderer Takt

Roman. Originaltitel: A Different Drummer.
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Produktdetails

Titel: Ein anderer Takt
Autor/en: William Melvin Kelley

ISBN: 3455006264
EAN: 9783455006261
Roman.
Originaltitel: A Different Drummer.
Übersetzt von Dirk van Gunsteren, Dirk van Gunsteren
Hoffmann und Campe Verlag

4. September 2019 - gebunden - 299 Seiten

"Der vergessene Gigant der amerikanischen Literatur" The New Yorker

Die kleine Stadt Sutton im Nirgendwo der Südstaaten. An einem Nachmittag im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und macht sich auf den Weg in Richtung Norden. Ihm folgt die gesamte schwarze Bevölkerung des Ortes. William Melvin Kelleys wiederentdecktes Meisterwerk "Ein anderer Takt" ist eines der scharfsinnigsten Zeugnisse des bis heute andauernden Kampfs der Afroamerikaner für Gleichheit und Gerechtigkeit.
Fassungslos verfolgen die weißen Bewohner den Exodus. Was bringt Caliban dazu, Sutton von einem Tag auf den anderen zu verlassen? Wer wird jetzt die Felder bestellen? Wie sollen die Weißen reagieren? Aus ihrer Perspektive beschreibt Kelley die Auswirkungen des kollektiven Auszugs. Liberale Stimmen treffen auf rassistische Traditionalisten. Es scheint eine Frage der Zeit, bis sich das toxische Gemisch aus Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit entlädt. Mal mit beißendem Sarkasmus, mal mit überraschendem Mitgefühl erzählt hier ein schwarzer Autor vom weißen Amerika. Ein Roman von beunruhigender Aktualität.
William Melvin Kelley wurde 1937 in New York geboren. Mit vierundzwanzig Jahren veröffentlichte er seinen bis heute gefeierten Debütroman A Different Drummer. Nach mehrjährigen Aufenthalten in Paris und auf Jamaika kehrte er mit seiner Familie 1977 nach New York zurück und unterrichtete am Sarah Lawrence College Kreatives Schreiben. Für seine Romane, Kurzgeschichten, Essays und Filme wurde Kelley vielfach ausgezeichnet. Er starb 2017 in Harlem.
"Ein spannender Roman." Maike Albath Deutschlandfunk Kultur, 21.09.2019
Kundenbewertungen zu William Melvin Kell… „Ein anderer Takt“
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein immer noch aktuelles Thema - von leseratte1310 - 27.09.2019 zu William Melvin Kelley „Ein anderer Takt“
Der junge schwarze Farmer Tucker Caliban macht eines Tages im Jahr 1957 etwas Unerhörtes. Er streut Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh und brennt sein Haus nieder. Dann verlässt er mit Frau und Kind den kleinen Ort Sutton und macht sich auf den Weg in Richtung Norden. Im folgen die anderen Schwarzen des Ortes, dann die der umliegenden Orte. Fassungslos beobachten die weißen Bewohner von Sutton das Geschehen. Während sich manche freuen, sind andere erschüttert, denn wer soll nun die Arbeiten erledigen. Der Autor William Melvin Kelley erzählt diese Geschichte fast ausschließlich aus der Perspektive der weißen Bewohner. Seit eh und je hatte die weiße Bevölkerung Sklaven, die sie als ihren Besitz betrachteten. Sie als Menschen zu sehen, kam ihnen nicht in den Sinn, und schon gar nicht als Menschen mir Rechten. Warum dieser Exodus so plötzlich stattfand, bleibt unklar. Der Schreibstil ist glar und gut zu lesen. Allerdings erfordert das Lesen des Romans auch die volle Aufmerksamkeit. Auch die Charaktere sind gut und authentisch dargestellt. Der Rückblick am Anfang des Buches ist schon sehr erschütternd. Was aber hat die Schwarzen nun dazu bewogen, alles hinter sich zu lassen? Die Weißen spekulieren über die Gründe. Auch wenn sie glauben, dass sie verstanden haben, so wollen sie doch nicht begreifen, dass ihr Verhalten und ihre Sicht daran schuld sind. Sie benötigen die Schwarzen, damit ihre Felder bestellt werden können. Ihre Hilflosigkeit verwandelt sich in Wut. Die Sklaverei wurde zwar bereits 1865 in den Vereinigten Staaten durch einen Zusatzartikel zur Verfassung abgeschafft, aber erst 1868 erhielten sie die Bürgerrechte. Das war die eine Seite, doch die Realität war anders. Aber auch in den Staaten, wo man die Schwarzen nicht auf Plantagen benötigt wurden, wurden sie diskriminiert. Seither hat sich einiges geändert und dennoch hat sich viel zu wenig geändert. Man muss nur einmal die Berichte in den Medien verfolgen. Dieses Buch ist ein beeindruckendes Plädoyer gegen Rassismus und Diskriminierung.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Vergessener Roman von Relevanz - von dozzeline - 23.09.2019 zu William Melvin Kelley „Ein anderer Takt“
Tucker Caliban, ein junger schwarzer Mann aus der kleinen Stadt Sutton im Süden der USA, brennt seinen Hof nieder, tötet sein Vieh und kehrt mit seiner Familie dem Bundesstaat den Rücken. Ihm folgen innerhalb weniger Tage alle schwarzen Bewohner Suttons. Ratlos beobachten ihre weißen Nachbarn das Geschehen und machen sich ihre ganz eigenen Gedanken¿ Mit "Ein anderer Takt" erscheint dieses Jahr eine Neuauflage von William Melvin Kelleys erstem Roman "A Different Drummer", der seit seiner Erstveröffentlichung 1962 zunehmend in Vergessenheit geraten ist und dabei leider kaum an Relevanz verloren hat. Dem eigentlichen Roman vorangestellt ist ein kurzes Vorwort von Kathryn Schulz, das das Leben und vor allem das Gesamtwerk Kelleys beleuchtet und den entsprechenden Kontext für die Lektüre liefert. Mit Sutton schuf Kelley eine relativ durchschnittliche Südstaatenkleinstadt der 60er Jahre. Es existiert eine unausgesprochene Zwei-Klassen-Gesellschaft; die Nachfahren der Sklaven arbeiten zu einem großen Teil noch für dieselben Familien, denen ihre Vorfahren dienen mussten. Das Wort "Nigger" ist in besseren gesellschaftlichen Kreisen zwar inzwischen verpönt, begegnet dem Leser aber doch alle Nase lang. Auffallend ist, dass die afroamerikanischen Bewohner Suttons mit ihrem "Auszug aus Ägypten" zwar die Akteure der Geschichte darstellen - erzählt wird diese aber ausschließlich aus Sicht der weißen Bevölkerung, die damit auch die Deutungshoheit über die Ereignisse für sich beansprucht. Geschildert werden die einzelnen Kapitel aus Sicht unterschiedlicher Charaktere, so kommen außer der Familie Willson, für die die Calibans seit Generationen arbeiten, auch die einfachen Männer aus der Stadt zu Wort. Empathisch zeichnet Kelley jeden einzelnen seiner Charaktere. Besonders herausgestochen haben für mich jedoch die Kapitel aus Sicht des achtjährigen Mister Leland. William Melvin Kelley versteht es, den Leser mit seinem schlichten und doch poetischen Schreibstil zu fesseln. Des Öfteren musste ich beim Lesen eine kurze Pause einlegen, um mir einzelne Sätze noch einmal auf der Zunge zergehen zu lassen. Das Beeindruckendste an diesem Roman ist für mich jedoch die Differenziertheit, mit der Kelley den Rassismus in Sutton zeichnet, der sich während der Erzählung auf einer feinen Linie zwischen subtil und brutal bewegt, und den Leser so immer tiefer in das soziale Gefüge der damaligen Zeit zieht. Einmal aufgeschlagen hat mich dieses Buch definitiv in seinen Bann geschlagen und bietet auch nach der letzten Seite noch mehr als genug Stoff zum Nachdenken. Absolute Leseempfehlung!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll ungewöhnliche Geschichte - von brauchnix - 05.09.2019 zu William Melvin Kelley „Ein anderer Takt“
Ein ungewöhnlicher Roman, denn er beschreibt eine Situation, die so nie stattgefunden hat ist aber kein SF oder Fantasy-Roman sondern einer, der das Zeitgeschehen nur in ein neues Gewand verpackt. Das Ganze spielt sich in der kleinen fiktiven Stadt Sutton im Süden der USA ab und beginnt im Juni 1957 als sämtliche schwarzen Mitbürger ihre Habseligkeiten packen, alles Haus und Gut vernichten und dann geschlossen die Stadt und den Staat verlassen. Ohne Angabe von Gründen, ohne dass man erkennt, warum sie dies tun und wer sie dazu veranlasst hat. Die Weißen beobachten diesen Exodus verwirrt, überrascht später verstört und erschrocken, denn nun droht alles in der kleinen Stadt zusammenzubrechen, denn die Schwarzen, haben die Stadt am Laufen gehalten und niemand weiß, was zu tun ist. Eine ungewöhnliche Geschichte erzählt aus der Sicht der zurückbleibenden Weißen. Ich musste fast schmunzeln über ihr Verhalten, ihre dümmliche Art dies alles abzutun und dann zu erkennen, dass sie jetzt erst merken, was sie an den schwarzen Mitbürgern hatten und was sie ihnen vorenthalten haben. Das Buch liest sich schnell und hinterlässt ein Gefühl, dass die Geschichte sich auch heute noch in vielen Städten der USA so ähnlich ereignen könnte. Also immer noch aktuell.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ungewöhnliche Geschichte - von brauneye29 - 04.09.2019 zu William Melvin Kelley „Ein anderer Takt“
Zum Inhalt: An einem Nachmittag im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und macht sich auf den Weg in Richtung Norden. Ihm folgt die gesamte schwarze Bevölkerung des Ortes. Meine Meinung: Das war schon eine etwas eigentümliche Geschichte, die einen aber trotzdem schnell gefangen nimmt. Das Buch ist nicht chronologisch erzählt, passt aber irgendwie gut. Der Schreibstil ist besonders, klar und gut formuliert ohne viel Schnickschnack, aber irgendwie auf den Punkt gebracht. Der Rassismus wird schonungslos dargestellt. Der Autor scheut sich auch nicht das Wort Neger oder gar Nigger zu verwenden. Ein Buch, das eine gute und ungewöhnliche Geschichte erzählt, ein Buch dass nachdenklich macht. Fazit: Ungewöhnliche Geschichte.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein wiederentdecktes Juwel der amerikanischen Literatur - wenn auch nicht konsta - von Dark Rose - 03.09.2019 zu William Melvin Kelley „Ein anderer Takt“
Ein wiederentdecktes Juwel der amerikanischen Literatur - wenn auch nicht konstant auf einem Level "Ein anderer Takt" ist keineswegs eine Neuerscheinung im klassischen Sinne. Das Buch ist in den USA bereits 1962 erschienen, mitten in einer Zeit, in der sich die USA keineswegs durch ihren Umgang mit der farbigen Bevölkerung des Landes hervortaten. Im Gegenteil, genau diese Missstände der damaligen Zeit greift Kelley in seinem Debütroman auf und zeichnet eine kontrafaktische Geschichte, die zum Nachdenken anregt, vor allem da das Thema Rassismus und Diskriminierung heute wieder so aktuell ist, wie schon lange nicht mehr. Letztlich sorgte die Gewalt gegen die Bürgerrechtsaktivisten dafür, dass der aufstrebende Schriftsteller Kelley mit Frau und Kind das Land verließ. Dieser Roman, der erst vor kurzem wiederentdeckt wurde, erschien nun, 57 Jahre später auf Deutsch und ist leider in gewissem Sinne sehr aktuell. Das Buch beginnt mit einem Vorwort, in dem die Zusammenhänge erläutert werden. Wer war William Melvin Kelley? Welchen Hintergrund hatte er? Wie wurde sein Buch damals aufgenommen?   1957, in einer fiktiven Stadt, in einem fiktiven Staat, zwischen Alabama und Mississippi, mitten in den Südstaaten der USA gelegen, verstreut der farbige Farmer Tucker CalibanSalz auf seinen Feldern, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und verlässt den Staat gen Norden. Ihm folgen immer mehr und mehr Farbige, ein richtiger Exodus setzt ein und schließlich ist der Staat der einzige, in dem es keine farbigen Einwohner mehr gibt.  Zunächst bekümmert dies die Weißen nicht sonderlich, immerhin wollten sie sie ja eh nicht in ihren Schulen, in ihren Läden und allgemein nicht in ihrem Staat. Der Gouverneur verkündet: "Es gibt keinen Grund zur Sorge. Wir haben sie nie gewollt, wir haben sie nie gebraucht, und wir werden sehr gut ohne sie zurechtkommen; der Süden wird sehr gut ohne sie zurechtkommen. Auch wenn unsere Bevölkerungszahl um ein Drittel verringert ist, werden wir prima zurechtkommen. Es sind noch immer genug gute Männer da." (William Melvin Kelley: Ein anderer Takt (Leseexemplar), S. 36.) Doch irgendwann wird den Weißen klar, dass nun niemand mehr da ist, der die Läden fegt oder die anderen Arbeiten macht, für die sich die nicht farbige Bevölkerung zu fein war. Was wird nun aus diesem Staat, ohne Farbige?   Die Handlung ist beinahe ausschließlich aus der Sicht der Weißen Bevölkerung erzählt und springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, je nachdem, welchem Charakter gerade gefolgt wird.  Mich hat das Buch am Anfang total begeistert. Ich muss vorneweg schicken, dass ich eine große Schwäche für kontrafaktische Geschichten habe, also "was wäre, wenn"-Szenarien. Ich liebe es sie selbst im Kopf durchzuspielen aber noch mehr liebe ich es, sie zu lesen.  Der Erzählstil ist sehr durchmischt. Er ist an jeden einzelnen Charakter angepasst. Man merkt teilweise gar nicht, wie die Seiten verfliegen. Teilweise zieht es sich aber auch sehr. Vor allem die Kapitel in der Vergangenheit haben sich für mich manchmal wie Kaugummi gezogen. Natürlich sind sie auch interessant und wichtig, immerhin sucht man ja nach Hinweisen auf das "Warum". Aus heutiger Sicht fallen besonders bestimmte Sätze auf, in denen der unterschwellige Rassismus deutlich wird, die jeweiligen Protagonisten des Kapitels, sich dessen aber überhaupt nicht bewusst werden. An dieser Stelle muss ich auch dem Übersetzer, Dirk van Gunsteren, ein großes Kompliment aussprechen! Es war bestimmt nicht einfach, diese vielen Stile so rüberzubringen.   Fazit: Dieses Buch ist ein unglaublich eindringliches Buch, dass einen vor allem am Schluss den Kopf schütteln lässt und für Gänsehaut sorgt. Ich fand es allerdings sehr schade, dass der Hauptfokus nicht auf der Zeit des Exodus oder kurz danach lag, sondern vorwiegend auf der Vorgeschichte aller Charaktere, die am Schluss anwesend sind. Was da passiert kann ich natürlich nicht verraten. Besonders die Kapitel über den Exodus und die Zeit kurz danach gefielen mir extrem gut. Wäre das restliche Buch auch so ausgerichtet gewesen, hätte es von mir ganz klare 5 Sterne bekommen. So hat es aber dazwischen sehr viele Längen. Die Kapitel sind wichtig, ganz klar, sonst versteht man die Charaktere und deren Handeln am Ende nicht, aber für mich haben sie sich gezogen wie Kaugummi. Von mir bekommt das Buch deswegen 3 Sterne.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein Buch, das ganz viel Aufmerksamkeit braucht! - von R. S. - 31.08.2019 zu William Melvin Kelley „Ein anderer Takt“
William Melvin Kelley ist einer dieser Autoren, die erst nach dem Tod Bekanntheit erlangen - jedoch nicht annähernd in der Form, wie er es verdient hätte. Im Vorwort wird er in einem Satz mit James Baldwin und anderen großen Weltliteraten genannt, allerdings nur bezogen auf sein Schreibtalent, nicht auf seine Popularität. "Ein anderer Takt" gilt gemeinhin als sein bekanntestes Werk, was umso erstaunlicher ist, da es sich hier um ein Debüt handelt und zu einer Zeit erschien, in der die Rassentrennung immer noch ein großes Thema war (nicht, dass sie das nicht heute auch noch wäre). In seinem Roman entwirft Kelley ein Szenario, das sich für mich absolut neu las. Aufgrund eines Ereignisses verlassen alle dunkelhäutigen Menschen den Süden und streifen ihre Ketten ab, angefangen in der Kleinstadt Sutton. Dabei fokussiert sich der Roman darauf, wie es zu dem Ereignis kam. Die Konsequenz daraus nimmt nur einen geringen Teil ein und wird zum Schluss kurz abgehandelt. Was schade war, für mich bietet dieses Szenario wahnsinnig viel Potential und ich hätte gern mehr darüber gelesen. "Schweigend saßen sie da und dachten darüber nach, was das alles mit jedem Einzelnen von ihnen zu tun hatte und wie sich der nächste Tag, die nächste Woche, der nächste Monat vom vergangenen Tag, der vergangenen Woche, dem vergangenen Monat, von ihrem ganzen bisherigen Leben unterscheiden würde. Keiner war imstande, es zu Ende zu denken. Es war, als würde man versuchen, sich das Nichts vorzustellen, etwas zu erfassen, das noch nie jemand gedacht hatte. Keiner von ihnen verfügte über einen Bezugspunkt, an dem er das Konzept einer Welt ohne Neger hätte festmachen können." (S. 271) Interessant hierbei ist, dass die Geschichte pro Kapitel aus einer anderen Perspektive geschrieben ist und wir so einen Rundumblick erhalten und zudem, dass jede Perspektive die eines weißen Protagonisten ist. Vor allem die Perspektivwechsel empfand ich als wahnsinnig gelungen und machten aus der eh schon spannenden Prämisse ein hervorragend durchdachtes und toll inszeniertes Buch. Kelley denkt sich dabei erstklassig in seine Figuren hinein und verwebt deren Gedanken und Handlungen zu einem stimmigen großen Ganzen. Auch wenn wir hier in einer Zeit sind, in der die farbigen Menschen nicht mehr als Eigentum galten, so ist der Rassismus in den Köpfen doch allzu präsent, auch bei denen, die sich eigentlich auf der anderen Seite wähnen. Wenn die Tochter einer gut betuchten Familie davon spricht, welche Vorteile es bringt mit einer farbigen Frau befreundet zu sein, da diese bei Männern unbegehrt sind und keine Konkurrenz darstellen oder wie seltsam es ist, einen farbigen Menschen nach seiner Meinung zu fragen, dann hat mich das erst einmal wütend gemacht. Von einem anderen Protagonisten zu lesen, dessen Gedanken sind: "Es war seltsam, mit so vielen Negern in einem Wagen zu sitzen, auch wenn es meine Freunde waren." (S. 179) zeigt es, dass die Trennung in den Köpfen der Menschen allgegenwärtig ist. Zwar gibt es auch die Seite, die sich innerlich dagegen ausspricht, aber die Dinge trotzdem geschehen lässt. Kelley hat hier ein Buch entworfen, über das ich noch gerne lange sinniere und das in seiner Form unvergleichlich ist. Ich kann nur hoffen, dass diesem Autor post mortem die Wertschätzung widerfährt, die er verdient hat. Ein grandioses Buch!
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