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Melmoth

Roman. Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
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Produktdetails

Titel: Melmoth
Autor/en: Sarah Perry

ISBN: 384790664X
EAN: 9783847906643
Roman.
Originaltitel: Melmoth.
Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
2. Aufl. 2019.
Übersetzt von Eva Bonné
Eichborn Verlag

1. Oktober 2019 - gebunden - 330 Seiten

Ein fesselnder und wunderbar unheimlicher Roman


Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth - einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern - und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?


Ein Buch, das einen packt und nicht mehr loslässt. Ein weiteres Meisterwerk von Sarah Perry.


Sarah Perry wurde 1979 in Essex geboren. Ihr letzter Roman "Die Schlange von Essex" war in Großbritannien das "Waterstones Buch des Jahres" und gewann den britischen Buchpreis für den besten Roman des Jahres. Ihre Werke wurden in zwanzig Sprachen übersetzt. Sie lebt in Norwich.


"Virtuos, angsteinflößend und intelligent." THE WASHINGTON POST


"Sarah Perry beweist aufs Neue, dass sie eine Meisterin der Atmosphäre ist." WALL STREET JOURNAL


"Eine unheimliche, markerschütternde Geschichte und zugleich ein Plädoyer für Wärme und Mitmenschlichkeit." THE NEW YORK TIMES BOOK REVIEW


"MELMOTH meistert das seltene Kunststück gleichzeitig extrem unterhaltend und tiefgründig zu sein. Eine der großen literarischen Meisterleistungen unseres jungen Jahrhunderts." THE GUARDIAN


"MELMOTH ist ein pulsierender und kraftvoller Roman über Liebe und Menschlichkeit. Das perfekte Heilmittel gegen die allzu glatte und haltungslose Literatur der letzten Jahre." NPR, Buch des Jahres 2018


"Unheimlich und unheimlich fesselnd." Guido, 11.2019
Kundenbewertungen zu Sarah Perry „Melmoth“
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Düster, melancholisch, erdrückend - von Marakkaram - 25.12.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
** Brennen die Flammen weniger heiß, weil sie gerecht sind? Ist das Messer stumpf, nur weil der Stich zu Recht geschieht? Glaubst du, du würdest weniger leiden, nur weil du gesündigt hast? ** Keine leichte Kost, der neue Roman von Sarah Perry und auch kein Roman, den man in eins wegliest. Es geht um Schuld und Sühne, Verrat, die Last des Gewissens und Vergebung. Dabei gibt es nicht nur einen Handlungsort und eine Geschichte, die Briefe und Tagebuchauszüge entführen ins England des 17. Jahrhunderts, ins Tschechien der Nazizeit, nach Manila und Kairo. Und immer geht es um ungeheuerliche Vergehen, Menschen, die schwere Schuld auf sich geladen haben. Diese Geschichten gingen mir zum Teil dermaßen unter die Haut... da zeigt sich das ganze Können der Autorin. Sie erzeugt eine wahnsinng beklemmende, aber auch emotionale Atmosphäre, die Gänsehaut durch eigentlich schlichte, oftmals sehr distanzierte Erzählungen erreicht. Das funktionierte für mich in der Gegenwart nicht immer. Helens Passagen vermochten mich anfangs nicht unbedingt zu fesseln. Prag ist düster, melancholisch und erdrückend. Es gibt keinen Hoffnungsfunken, keinen Lichtschimmer jedweder Art, selbst im Momenten der Heilung , nahm die Schwere keinen Jota ab. Und Sarah Perry`s Schreibstil ist gemächlich. Er hat seine eigene Form und wechselnden Takt. Die Charaktere sind vom Leben gebrochene Personen, sehr individuell, menschlich, aber auch selten sympathisch. Es ist schon oft ein sehr schmaler Grad, der sehr zum Nachdenken über den Abgrund in jedem von uns anregt. Melmoth ist ein Roman, der mich lange beschäftigt hat. Nicht nur, weil ich ein paar Tage länger zum Lesen brauchte. Es gab kurze Strecken, durch die ich mich fast quälen musste, andere Passagen wiederum haben mich dermaßen beeindruckt und mitgenommen.... Und je länger ich es sacken lasse, desto intensiver wirkt er nach. Fazit: Kein Mainstream und mit Sicherheit auch nicht jedermanns Geschmack. Man sollte bereit sein, sich auf die melancholische, düstere Grundstimmung, den gemächlichen Schreibstil und seine Personen einzulassen. Ein atmospärisch dichter Roman für lange, dunkle Winterabende....
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Wer war Melmoth ? - von Winniehex - 18.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Helen Franklin lebt auf eigenen Wunsch weit abgeschottet von der Stadt Prag. Eines Tages kommt ihr Freund Karel total aufgelöst zu Helen. Er spricht wirr, kommt aber bald auf den Punkt und zeigt ihr ein seltsames Manuskript. In diesem wir von einer mysteriösen Frau gesprochen namens Melmoth, Sie soll verdammt sein ewig auf der Erde zu wandeln. Sie beobachte die Menschen und schon bald fühlt sich auch Helen verfolgt und beobachtet. Um nicht ganz durch zu drehen versucht Helen herauszubekommen ob es Melmoth wirklich gegeben hat und welches Schicksal Sie ereilt hat. Die Geschichte beginnt direkt mit einem düsteren Einstieg, kurz wird geschildert worum es geht und schon ist man tief in der Story drin. Dunkel und düster, trotzdem voller Spannung, je mehr man las umso interessanter wurde die Geschichte. Ja, man wurde regelrecht in die Geschichte eingesogen. Was mir besonders gefiel war, dass in der Story zwischen Gegenwart und Vergangenheit spielt, dabei wird zum größten Teil zwischen Prag und England geswitcht. Dabei wurde genau drauf geachtet, dass auch die historischen Zeitalter immer gegeben waren, so dass man sich ein Bild zu der Zeit machen konnte. Meiner Meinung eine wirklich sehr spannende und lesenswerte Geschichte. Es wurden hier verschiedene Epochen und dessen Geschissene gut thematisiert. Die Autorin hat den Leser in einer sehr dunkel und mysteriöse Welt einrauchen lassen. Mir gefiel Sie ganz gut bis auf den Anfang, dort wurde kurz angerissen wie Helen nach Prag kam. Sie fühlt sich schuldig und meiner Meinung nach aalt Sie sich darin auch. Das ist der einzige Kritikpunkt an der ganzen Geschichte der mir persönlich jetzt nicht so gefiel. Ansonsten eine wirklich sehr lesenswerte Geschichte.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Melmoth - von Svanvithe - 13.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
"Melmoth" von Sarah Perry ist von dem erfolgreichen Schauerroman "Melmoth der Wanderer von Charles Maturin inspiriert. Dieser erschien im Jahr 1820 und stellt einen Mann in den Mittelpunkt, der für 150 Jahre seine Seele dem Teufel verkauft und dann auf der Suche nach jemanden ist, der seinen Platz einnimmt. Bei Sarah Perry ist Melmoth eine Frau, ein mystisches Wesen, das einer unglaublich düsteren und quälenden Dunkelheit verhaftet ist. Denn Melmoth ist Zeugin einiger historischer, wahrlich teuflischer Gräueltaten der Menschheit. Im Mittelpunkt des Geschehens im Winter des Jahres 2016/2017 steht die in Prag asketisch lebende und als Übersetzerin arbeitende Engländerin Helen Franklin: "Klein, unscheinbar, umweht von einer Traurigkeit, deren Ursache niemand errät; still erfüllt sie ihre Selbstbestrafung, pflichtbewusst, ohne Umschweife und voller Selbsthass." Unter ihrem Bett liegt ein grauer Pappkarton, in dem Helens ganzes Dasein auf dreißig mal zwanzig Zentimetern verstaut ist, so tief vergraben wie unter englischer Erde, begonnen vor zweiundvierzig Jahren in Essex in einem Haus mit Rauputzfassade und zweiundzwanzig Jahre später durch einen reinen Willensakt beendet. Er stammt aus einer Zeit, in der Helen wirklich lebendig war. Alles davor ist nur Prolog, alles danach eine Randnotiz gewesen. Trotzdem sie sich Vergnügen und Kameradschaft widersetzt, findet sie einen Freund: Dr. Karel Pražan. Durch ihn macht sie zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Mythos der Melmoth, Melmotte oder Melmotka, wie sie in Prag genannt wird, einer Frau, die dazu verdammt ist, auf nackten, blutigen Füßen die Welt zu durchstreifen, um Zeugnis abzulegen von der Gewalt und Grausamkeit der Menschheit und auf der Suche nach denjenigen, die in die Abgründe des Elends geraten sind. "Sie ist einsam. Ihre Einsamkeit ist uferlos und wird erst enden, wenn die Welt untergeht und Melmoth Vergebung erfährt. Sie erscheint den Menschen am Tiefpunkt ihres Lebens, und nur die Erwählten spüren ihren Blick. Sie heben den Kopf, und plötzlich steht die Zeugin vor ihnen. Angeblich streckt sie dann die Arme aus und sagt: Nimm meine Hand! Ich war so einsam!" Melmoth scheint Menschen zu mögen, die etwas zu verbergen haben. Wie Helen. Nach dem Verschwinden von Karel hinterlässt er ihr nicht nur seine Besessenheit von Melmoth, sondern auch ein Manuskript, das eine Sammlung primärer historischer Quellen enthält, die auf besondere Art Melmoth darstellen. Jene vielfältige Texte bieten ein klares und sorgfältiges, gleichwohl erschreckend erschütterndes Zeugnis: Da ist der tschechoslowakische Junge, der aus Unverständnis und Langeweile versagt und Schuld auf sich lädt, als er seine Nachbarn, eine jüdische Familie, denunziert. Wir erfahren von einem Bettler, dessen Arbeit als türkischer Beamter den Völkermord an den Armeniern 1915 begünstigt und einem Engländer, der sich im 17. Jahrhundert an der Verfolgung der Katholiken beteiligt. Und wir lernen eine junge Frau kennen, deren Körper durch eine Säureattentat ihres eifersüchtigen Freundes verbrannt wurde und sich nichts sehnlicher wünscht, als von ihrem qualvollen Leiden erlöst zu werden. Sarah Perrys Prosa ist üppig, malerisch und anspruchsvoll. Mit Scharfsinn und durchaus unheimlich anmutenden Bildern wie schwarzen Dohlen gelingt ihr die Verdichtung der detaillierten Ereignisse und die atmosphärische Einbindung des Lesers, der zudem immer wieder direkt angesprochen wird. Die Autorin formuliert ethische und philosophische Fragen, beispielsweise nach dem Unterschied zwischen dem, was gut, richtig oder gesetzmäßig ist. Lassen wir uns nicht zu sehr von Äußerlichkeiten ablenken, weil wir das Innere nicht kennen? Was sind unsere Pflichten in der Gemeinschaft? Reicht es aus, zu wissen und Zeugnis abzulegen, oder sind wir miteinander verbunden und involviert, so dass dies aktive Reaktionen hervorrufen muss? Sollten wir dem Wunsch nach Verdrängung, auch in Momenten der Schuld nachgeben oder Verantwortung übernehmen und uns das Gefühl von Anstand und Hoffnung auch im tiefsten Dunkel erhalten? Sarah Perry hat eine Antwort hierfür: Wir sind ganz allein, deswegen müssen wir tun, was Melmoth tun würde: Wir müssen hinsehen und bezeugen, was nicht in Vergessenheit geraten darf.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ungewöhnlich aber nicht uninteressant - von SaBineBe - 13.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Helen lebt seit einigen Jahren in Prag in einer Art selbst gewähltem Exil. Sie hat nur wenige Freunde, lebt sehr spartanisch. Eines Tages erzählt ihr Karel von Melmoth, einer schwarzen Gestalt, die ihn zu verfolgen scheint. So wie vorher Josef Hoffmann, der in einer Bibliothek stirbt und Karel all seine Unterlagen über Melmoth hinterlässt. Einige dieser Unterlagen gibt Karel an Helen weiter und verschwindet dann spurlos. Fortan fühlt sich Gehen beobachtet und verfolgt. Ist Melmoth nun auch hinter ihr her? Die Autorin greift hier den Mythos um Melmoth auf, einer gefallenen Gestalt, dir dazu verdammt ist ewig allein auf Erden zu wandeln und Zeugnis abzulegen über die Sünden und Verfehlungen der Menschen. Erzählt wird die Geschichte in mehreren Ebenen. So werden unter anderem alte Berichte und Geschichten zitiert, und wir erfahren die Lebensgeschichte von Josef Hoffmann. Anfangs ist das Buch genauso, wie ich spannende Bücher liebe. Man wird schon gleich nach ein paar Sätzen so neugierig, dass man am liebsten gar nicht mehr aufhören möchte mit lesen. Leider wird das Buch durch die teilweise doch recht langen Berichte etwas langatmig, und man kommt nur schleppend voran. Der Schreibstil in der Gegenwartsform und scheinbar aus Sicht eines neutralen Betrachters gefällt mir ausgesprochen gut. Auch die Beschreibung von Prag ist so bildhaft, dass ich mich an meinen Besuch in dieser wundervollen Stadt vor einigen Jahren erinnert fühlte. Insgesamt ein Buch, das ich nicht wirklich einordnen kann. Auf der einen Seite habe ich es gerne gelesen. Aber auf der anderen Seite fehlt mir dich das gewisse etwas. Wer hier, wie ich, aufgrund des Klappentextes und der Leseprobe einen spannenden Mystery- oder auch Gruselroman erwartet, wird hier unter Umständen enttäuscht sein. Hier ist eher ein sehr anspruchsvolles Buch mit einer Botschaft entstanden, die dich der Leser im Laufe der Geschichte auch ein bisschen selbst erarbeiten muss. Mit einigen Abstrichen durchaus empfehlenswert.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Düster und tiefgründig - von Julia Lindner - 12.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Im Leben von Helen geschehen seltsame Dinge: Die junge Frau, die ein enthaltsames, zurückgezogenes Leben in Prag führt hat nur wenige Freunde. Als einer dieser Freunde ein seltsames Manuskript erbt, beginnt dieser Text auch ihr Leben zu beeinflussen. Und so hört sie zum ersten Mal von Melmoth, der Zeugin... Sarah Perry hat mit diesem Buch einen Schauerroman geschrieben, der mit vielen seiner mysteriösen Elemente und vor allem seinem Schreibstil stark an alte Größen des Genres wie Bram Stoker erinnert. Die Atmosphäre packt einen schnell und lässt nicht mehr los, man kann den Nebel in den Straßen Prags fast auf der Haut spüren. Aber Melmoth begeistert mich nicht nur aufgrund der Stimmung. Sarah Perry hat eine sprachliche Kunstfertigkeit, die ihre Bücher zu einem besonderen Stück Literatur machen. Ihre Bücher lassen sich vielleicht nicht leicht lesen, man muss ihnen Raum und Zeit zum Wirken geben; sie verlangen die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Aber dafür treffen sie tief und wirken beinahe hypnotisierend. Abgesehen von ihrem literarischen Unterhaltungswert schaffen sie es aber auch, zum Nachdenken anzuregen. Melmoth, die Zeugin, steht für die Verantwortung aller Menschen, bei Untaten, seien sie klein oder groß, nicht wegzusehen oder untätig zu bleiben. Und vor allem sollen wir uns erinnern, an alle Opfer vergangener Auseinandersetzungen. Nein, Thea, es gibt keine Melmoth, niemand beobachtet uns. Wir sind ganz allein, deswegen müssen wir tun, was Melmoth tun würde: Wir müssen hinsehen und bezeugen, was nicht in Vergessenheit geraten darf. Ich befürchte, dass es Melmoth nicht leicht haben wird, Bewunderer zu finden. Dafür wirkt es manchmal zu sperrig und zu düster. Aber wenn man ihm die Chance gibt zu beeindrucken, wird es seine ganze Pracht entfalten.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Kryptisch, lyrisch, anregend: Eine Erzählung vieler Arten von Schuld und Vergebu - von WriteReadPassion/Lidia - 11.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Bewertung: Die Autorin erklärt in einem Video (https://www.youtube.com/watch?v=UbF_aUt176E), wie aus Melmoth, der Wanderer hier Melmoth, die Zeugin wird. Das Video war für mich sehr wichtig, um das Konzept des Buches zu verstehen. Denn die aufgelisteten Primärquellen im Buch konnte ich größtenteils nicht im Internet nachrecherchieren. Bis auf Melmoth, der Wanderer von C. R. Martin und Der Schimmelreiter von Theodor Sturm lässt sich die Recherche der Autroin nicht zurückverfolgen. Somit muss ich einfach darauf vertrauen, dass das echte Quellen sind. Ich finde es sehr schade, da ich sehr gerne mehr über diese Quellen erfahren würde ... Es werden sieben Quellen zu Melmoths Erscheinen aufgeführt, von denen einige in der Erzählung bearbeitet werden. Es tauchen auch Szenen auf, bei denen ich nur den Kopf schüttele; es erscheinen die Toten Helen in ihrem Zimmer - ernsthaft? Neben Melmoth war die Geschichte bis dahin noch realistisch, aber ab hier wird es echt etwas lachhaft übertrieben. Es bleiben auch Fragen offen, die nicht geklärt wurden, leider. Insgesamt hat mir das letzte Drittel des Buches am allerbesten gefallen, weil er nicht so dermaßen kryptisch geschrieben ist und ich so gut wie alles verstanden habe. Dabei blieb aber auch nicht die lyrische Erzählweise aus. Ich hatte es sehr schnell durchgelesen, weil es mich gefesselt hat, was Helen so mit sich herumträgt. Das Wiedersehen mit einem alten Freund von Helen hätte ich mir viel ausgeschriebener gewünscht, mit mehr Raum für ihn. Das finde ich schade, da ich ihn sehr mag und er viel zu erzählen hätte. Das Ende ist offen gehalten, was aber nicht schlimm ist. Toll finde ich das Gesamtende, bei dem der Erzähler uns Leser persönlich anspricht. Erst hier wurde für mich auch klar, dass die zwischendurch Anreden mit Sie an uns gilt - was mir ja seit dem ersten Abschnitt Fragezeichen bereitete. Denn während der Erzählung springt der Erzähler zwischen der Anrede zu uns mit Sie zu einer normalen Erzählung hin und her. Ich fand alle Rückblende der vorkommenden Personen wichtig, um noch mal ein anderes Verständnis von Schuld zu bekommen. Ungewöhnlich ist, dass die Autorin verschiedene Aspekte von Schuld und Vergebung in dem Buch bearbeitet ... mal ist es eine einzelne Tat, dann wieder Massenmord - in diesem Fall sogar den Genozid der Armenier. Das hat mich überaus positiv überrascht, und ich finde es super, dass das mal von einer Autorin aufgegriffen wurde! Es gibt viele Wege, sich schuldig zu machen, wie auch zu vergeben. Die ganze Erzählatmosphäre kam mir eher vor als befänden wir uns im frühen 20. Jahrhundert. Zeitmäßig bin ich auch nicht klar im Kopf gewesen - mal dachte ich, wir hätten das frühe 20. Jahrhundert, dann wieder befänden wir uns in den 50ern. Besonders Helens Verhalten und Sitte hat für mich gar nichts mit den Jahren nach 1970 zu tun, obwohl sie in dieser Zeit geboren wurde. Fazit: Ich schwanke ja innerlich; mal ist Melmoth für mich der Gedanke im Kopf und manifestiert sich in der Sünde in einem, mal ist sie dann wieder eine lebendige Person, die ruhelos durch die Gegend zieht ... ich kann mir hier keine klare Meinung dazu bilden. Aber für mich kommt die Botschaft des Schuldvergehens und die Sehnsucht nach Vergebung deutlich rüber. Das Besondere am Buch ist, dass jeder meiner Lesekameraden etwas anderes aus dem Buch zieht - ich denke, das ist eines der vielen Intensionen der Autorin. Ich denke, dass das Buch es schwer haben wird, Liebhaber zu finden. Aber dafür ist es auch einfach viel zu kryptisch geschrieben. Ich selbst hatte Probleme damit und habe nicht alles an der Erzählung verstanden. Lyrische Poesie ist sehr schön, aber die kryptische dazu ist hier in meinen Augen einfach zu viel! Schon die lyrische Erzählart wird viele abschrecken ... Nur das letzte Drittel ist weniger kryptisch geschrieben und ich konnte soweit dann auch alles verstehen. Hier hat es sich die Autorin sich mit der Doppelbesetzung selbst schwer gemacht. Die Atmosphäre ist meistens sehr unheimlich, gar gruselig. Ich habe es fast durchgehend abends im Bett gelesen, was mich intensiver über die Quellen nachdenken ließ, die in der Erzählung auftauchen. Das Buch kann ich nur Lesern empfehlen, die sich konzentrieren können, sich an lyrisch-kryptischer Sprache erfreuen und nichts gegen mysteriösen Grusel haben. Das Buch ist somit nicht für jeden Leser lesenswert und verständlich. Die Erzählung hat aber eine enorme Ausdruckskraft und hallt nach. Ein besonderes Buch, das mit Wegfall der Kryptologie verständlicher wäre. Man kommt nicht drum herum, sich die Frage zu stellen: Was will das Buch mir mitteilen? Es geht um Schuld und Vergebung. Wer was aus der Erzählung für sich mitnimmt, ist individuell. Einig waren meine Lesekameraden und ich uns aber in einer Sache zum Fazit: Alles hat seine Konsequenzen. Taten und Nichttaten. Ich bedanke mich innigst beim Lesejury-Team und dem Verlag für die anregende Leserunde! Es ist eine Weile her, dass ich so ein besonderes Werk gelesen habe. Rezension abgekürzt!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Rezension zu Melmoth - von Zsadista - 10.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Helen Franklin lebt in Prag. Sie arbeitet dort. Eines Tages bekommt sie ein seltsames Manuskript. Es erzählt von Melmoth die dazu verdammt ist, ewig auf der Erde zu wandeln. Helen glaubt die Geschichte nicht. Noch nicht. Denn langsam beginnt sie, dunkle Schatten zu sehen. Ist das Melmoth, die sie verfolgt? "Melmoth" ist ein Roman aus der Feder der Autorin Sarah Perry. Das Cover mit den glänzenden Federn ist so wunderschön und Geheimnisvoll, dass es mich sofort angesprochen hat. Die Inhaltsangabe hört sich dann auch sehr spannend und voller Geheimnisse an. Die Story selbst fand ich ziemlich schwer. Um ehrlich zu sein, es war überhaupt nicht meine Welt. Ich schätze, ich bin für solche Bücher und Themen nicht gemacht. Den Schreibstil fand ich schwierig für mich, aber für Liebhaber gehobener Belletristik ist er mit Sicherheit grandios. Dass ich hier nicht viel verstand, wird dann wohl an mir liegen. Die ganze Dramatik und Melancholie lag mir auch nicht. Stellenweise konnte ich mich erst gar nicht auf den Text konzentrieren. Ich fand das Buch auch nicht spannend oder sehr geheimnisvoll. Vielleicht bin ich auch einfach nicht religiös genug, um den tieferen und genialen Hintergrund des Buches zu erkennen. Als ich den Roman beendet hatte, konnte ich mich kaum an den Anfang erinnern. Daher kann ich auch nicht viel über das Buch sagen. Deswegen halte ich meine Rezension hier auch kurz, da ich eigentlich nicht viel sagen kann. Ich vergebe auch drei anstatt zwei Sterne, da ich zwar nicht damit klar kam, das Werk aber trotzdem auch seine Stärken hatte.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Alte Sünden - von milkysilvermoon - 09.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Es ist Winter in Prag und die Übersetzerin Helen Franklin (42) ist gerade zu Fuß in der Stadt unterwegs, als sie auf Dr. Karel Pražan, einen guten Freund, trifft. Er hat ein seltsames, in deutscher Sprache verfasstes Manuskript dabei, das das Leben der Engländerin verändern wird. Es handelt von Melmoth, einer mysteriösen Frau in Schwarz. Laut einer Legende ist sie dazu verdammt, ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern. Sie fühlt sich verfolgt. Doch gibt es die Gestalt wirklich? Und, falls ja, was hat diese mit Helens Vergangenheit zu tun? "Melmoth" ist ein Roman von Sarah Perry. Meine Meinung: Der Roman beginnt mit einem Prolog, der aus einem mysteriösen Brief besteht. Im Anschluss ist die Geschichte in drei Teile untergliedert. Erzählt wird aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers, der den Leser immer wieder persönlich anspricht und einige Vorausdeutungen macht. Darüber hinaus gibt es auch eine Geschichte in der Geschichte, da auch Teile des Manuskripttextes enthalten sind. Und es sind ein Auszug aus einem Tagebuch, Briefe und andere Quellen eingefügt. Die Struktur des Romans ist also recht komplex. Dennoch erschließt sich der Aufbau schnell. Der besondere Schreibstil konnte mich begeistern. Die bildgewaltige und poetische Sprache sind eine große Stärke des Romans, der atmosphärisch dicht ist. Viele Metaphern und Symbole sind im Text zu finden. Ein aufmerksames Lesen empfiehlt sich. Allerdings fiel mir der Einstieg in die Geschichte nicht schwer. Im Vordergrund stehen drei Protagonisten. Neben Helen und Karel spielt der Deutsche Josef Adelmar Hoffmann eine wichtige Rolle, der das Manuskript geschrieben hat. Die Charaktere sind allesamt etwas sonderbar und speziell, aber auch interessant. Inhaltlich verfügt das Buch zwar über viel Tiefe, hat mich jedoch zum Teil ein wenig enttäuscht. An einigen Stellen fällt die zuvor aufgebaute Spannung immer wieder ab und die Handlung wird langatmig. Thematisch finde ich den Roman darüber hinaus leider etwas überfrachtet, vor allem angesichts der recht überschaubaren Anzahl von kaum mehr als 300 Seiten. Gleichwohl kann mich die Grundthematik der Geschichte begeistern. Die Sagengestalt Melmoth ist zwar in der Literatur keine gänzlich neue Figur. Dennoch ist sie ein reizvolles Sujet. Gut gefallen hat mir auch, dass die Aspekte Schuld und Sühne ebenfalls im Fokus stehen. Insgesamt hatte ich allerdings den Eindruck, dass die Autorin ein bisschen zu viel wollte und daher noch einiges mehr nur anreißt, was die Lektüre bisweilen verwirrend macht. Optisch ist die gebundene Ausgabe ein äußerst hübsches Schmuckstück. Die etwas düstere und doch sehr geschmackvolle Gestaltung passt gut. Schön finde ich auch, dass sich das Federmotiv nicht nur auf dem Schutzumschlag findet. Der prägnante Titel bietet sich an und wurde 1:1 vom englischsprachigen Original übernommen. Mein Fazit: "Melmoth" von Sarah Perry ist ein in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlicher Roman. Zwar konnte mich die Geschichte nicht in allen Punkten überzeugen. Dennoch wird die Lektüre wohl noch einige Zeit nachhallen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll - von forti - 08.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Melmoth von Sarah Perry ist ein vielschichtiger Roman. Die Geschichte wird mit unterschiedlichen Erzählweisen und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. So gibt es Briefe, Tagebücher und Berichte aus der Zeit vom 17. bis ins 21. Jahrhundert. Anders als der Klappentext vermuten lässt, steht Helen nicht im Mittelpunkt der Geschichte, sondern dient eher als verbindendes Element zwischen den anderen Personen. Trotz des komplexen Aufbaus gelingt es der Autorin das Ganze übersichtlich zu gestalten - ich hatte nie das Gefühl, den Überblick über Personen und Zeit zu verlieren. Ich fürchte fast alles, was ich hier zum konkreten Inhalt sagen könnte, würde man mir als Spoiler auslegen, deshalb nur so viel: die Geschichte um die fiktive biblische Figur Melmoth entwickelt auch durch die Sprünge zwischen Zeiten, Personen, Erzählweisen einen subtil-spannenden Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Auch wenn einige wenige Exkurse etwas gewollt erschienen, habe ich mich gut und intelligent unterhalten und zum Nachdenken angeregt gefühlt.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Wenn Melmoth dich aufsucht - von Buecherseele79 - 03.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Helen Franklin lebt in Prag, als Übersetzerin. Doch Helen umgibt ein Geheimnis was sich keinem so offenbart. Eine aufregende Wende erhält das Leben von Helen als ihr Freund Karel ihr ein Dokument in die Hand drückt, es geht um die schwarze Frau, um Melmoth, in anderen Sprachen und Ländern auch Melmotte oder Melmat genannt. Während die Frau von Karel, Thea, an diese Geschichte nicht glaubt, versinkt Helen in den Dokumenten und es wird ihr klar - Melmoth ist auf der ganzen Welt bekannt, sie taucht überall auf, mit ihren blutigen Füßen und reicht einem die Hand... zeigt einem seinen unverzeihlichen Fehler und möchte dass man sie begleitet... Ich war bei dem ersten Buch der Autorin "Die Schlange von Essex" noch etwas hin und hergerissen, die ersten guten 100 Seiten zogen sich etwas und machten den Einstieg schwer. Doch auch hier besticht Cover, Klappentext und der Titel und ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Ich kann sagen dass es sich hier auf jeden Fall lohnt, schon der Einstieg ist unheimlich spannend, düster und packend, die Autorin wird zurecht für ihre Beschreibungen der Atmosphäre gefeiert. Helen Franklin lebt in Prag, stammt ursprünglich aus England, und lebt ein bescheidenes und sehr zurückgezogenes Leben. Dies ändert sich als sie in der Bibliothek Karel kennenlernt, sie freunden sich an und sie wird öfter von ihm und seiner Frau Thea zum Essen bei ihnen eingeladen. Doch dann verhält sich Karel merkwürdig und händigt Helen die Dokumente aus... Dokumente die er von einem älteren Herren erhalten hat, mit dem er sich angefreundet hatte. Auch Karel verändert sich und verschwindet. Bei Helen war immer dieses Unbekannte, das Mysteriöse um ihre Figur herum denn die Autorin deutet schnell und öfter an dass mit Helen irgendwas passiert ist, es ist lange im Dunkeln und ich war oft am raten was denn passiert sein könnte. Und hat sie vielleicht die Figur Melmoth auch durch ihre Tat heraufbeschworen? Trotzdem empfand ich Helen nie als langweilig oder unsympathisch, sondern eben durch ihre Schuld, ihre Bürde zurückhaltend und ruhig, unauffällig um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Die Situation spielt in Prag, 2016, zum Winter, alleine hier merkt man die Kälte, das Dunkle, diese veränderte Natur und dazu passt die Geschichte bzw. Erscheinung der Schwarzen Frau perfekt. Beim lesen hatte ich immer wieder Gänsehaut und irgendwann wird man schon etwas paranoid und schaut öfter zum Fenster, zu der offenen Türe, ob sich im Blickwinkel nicht ein schwarzer Fleck "versteckt", bei genaueren Hinsehen ist dieser verschwunden. Diese Gefühl, man wird beobachtet und kann diese Person oder was auch immer einfach nicht ausfindig machen... das hat die Autorin so düster, spannend, bedrohlich und doch packend in die Geschichte von Melmoth gepackt. Wer Melmoth ist möchte ich hier so nicht erwähnen, ich habe diese Gestalt gegoogelt, wenn ich ehrlich bin, aber so ganz fündig wurde ich nicht, aber die Geschichte zu ihr war trotzdem genial umgesetzt, ich bin schlichtweg begeistert! Durch Geschichten, Erzählungen und Tagebucheinträge wird man Zeuge dass nicht nur Helen auf der Spur von Melmoth ist, sondern dass diese Gestalt schon viele Leute in verschiedenen Zeiten aufgesucht hat, auch was ihre Aufgabe ist, was ihre Stärke, was die Menschen auch die schlechten Seiten haben. Und doch, ja, wir haben eine schlechte, eine düstere Seite, aber man kann sie mit Hoffnung, Liebe und Vertrauen auch wieder ins Lot bringen, aber Melmoth ist gekonnt wenn sie einen umgarnt und mit ihren blutigen Füßen vor dir steht und ihre Hand anbietet... es ist Vorsicht geboten. Trotzdem spreche ich für dieses geniale Buch mit dieser packenden Story eine klare Leseempfehlung aus!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Melmoth - von Fornika - 03.10.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Helen ist Mitte 40, arbeitet als Übersetzerin von Bedienungsanleitungen in Prag, und bleibt gerne für sich. Karel, einer ihrer wenigen Freunde in der fremden Stadt ist es dann auch, der sie auf die Legende von Melmoth aufmerksam macht. Melmoth, die einsame Frau, die auf der Suche nach Mitreisenden durch die Lande zieht. Angezogen von Unglück, Unrecht und vor allem Schuld. Helen ist fasziniert, und gräbt in Bibliotheken nach weiteren Hinweisen auf Melmoth. Denn über ihrem eigenen Leben liegt ebenfalls ein Schatten. Sarah Perry überzeugt mit einer wirklich runden Geschichte, die jedoch sicherlich nicht für jeden etwas ist. Helens Geschichte in gerade zu Beginn undurchsichtig, man erfährt nicht sonderlich viel über sie, und sie bleibt einem bis zum Schluss etwas fremd. Die wenigen anderen Figuren sind ebenfalls nicht hundertprozentig ausgearbeitet, bleiben so dezent auf ihre Funktion reduziert, was mich aber überhaupt nicht gestört hat, weil es einfach zu der etwas geheimnisvollen Aura der Handlung gepasst hat. Mir war die Legende von Melmoth bis dato nicht bekannt, ich fand es aber sehr spannend mehr darüber zu erfahren. Eine außergewöhnliche und düstere Erzählung, die eine gute Basis für diesen Roman bildet. Ein großer Teil der Handlung wird von Erfahrungsberichten und Briefen mit und über Melmoth bestimmt; für mich hätte das etwas kürzer ausfallen dürfen, gerade im Mittelteil verliert die Handlung dadurch etwas von ihrem schaurigen Glanz. Apropos schaurig¿ sooo schaurig wie zuvor vermutet/erhofft war es leider doch nicht, da hätte es für mich ein bisschen mehr sein dürfen. Sprachlich ist dieses Buch allerdings wirklich ein Genuss. Sehr poetisch, lebendig und bildgewaltig entführt die Autorin den Leser nach Prag. Jede Schneeflocke, jeden Papierschnipsel am Wegesrand macht sie zum Ereignis. Ich mochte ihren Stil schon bei der Schlange von Essex sehr, doch hier hat Perry sich noch einmal gesteigert. Gerade die letzten Kapitel fand ich unglaublich gut geschrieben. Auch wird man als Leser immer wieder direkt angesprochen, was mich natürlich erst recht in die Geschichte gesogen hat. Insgesamt mochte ich diesen Roman mit kleinen Abstrichen sehr gerne, und ich bin schon jetzt gespannt wohin uns die Autorin als nächstes entführt.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Nichts für ausgesprochene Mainstream-Leser - von Ute K. - 30.09.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Im Rahmen eines Lesertests wurde mir das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst nicht meine Meinung über das Buch. Wer mit "Melmoth" von Sarah Perry aufgrund des Klappentextes einen normalen Mainstream-Roman erwartet, wird beim Lesen enttäuscht sein. Dieses Buch erfordert Zeit, Intellekt und Offenheit, manchmal ein Zurückblättern und erneutes Lesen. Schon die Bestimmung des Genres fällt nicht leicht. So sind Elemente einer Gothic Novel genauso vorhanden wie die einer Metafiktion oder eines Epos. Es ist weitaus mehr als ein Roman und wirkt teilweise metaphysisch. Wovon handelt dieses Buch? Angeregt von anderen Autoren und Büchern, die zu Beginn im Roman direkt Erwähnung finden, erzählt "Melmoth" mehrere Geschichten in unterschiedlichen Schreibstilen mit jeweils einem eigenen Aspekt. Es geht um Menschen, um Entscheidungen, um eine Haltung zum Schicksal. Es geht darum, Zeugnis abzulegen. Wieviel Aufmerksamkeit schenken wir unserem Leben, unseren Entscheidungen? Sind wir Täter oder Opfer oder gar beides? Denn egal ob gute oder schlechte Entscheidungen getroffen werden, sie alle ziehen Konsequenzen nach sich - meist für jemand anderen, manchmal für einen selbst. Gehen wir sehenden oder blinden Auges durch die Welt? Übernehmen wir die Verantwortung oder überlassen wir es anderen? Wandeln wir auf Erden selbstbestimmt oder wird unser Leben fremdbestimmt? Gibt es ein Schicksal und können wir ihm gar entfliehen? Dennoch entsprechen die Geschichten und Erlebnisse dem Zeitgeist und kommen "harmlos" daher in einer modernen, unterhaltsamen und leicht verständlichen Sprache. Sie bieten dem Leser sehr viel Raum für Interpretationen und eigene Schlussfolgerungen. Der Phantasie werden keine Grenzen gesetzt. "Melmoth" kann mehrmals hintereinander gelesen werden und man wird immer wieder neue Aspekte entdecken. Spannung im Buch entsteht unter anderem durch Andeutungen und Auslassungen in allerbester Hitchcock-Manier, wenn z.B. Dohlen in der Erzählung auftauchen. Dohlen gelten ja im Volksmund als Vorboten von Unglücken. Gruselig wird es auch manchmal beim Spiel mit Licht und Schatten, denn damit wird die Anwesenheit von Melmoth beschrieben. Aber wer oder was ist Melmoth überhaupt, der/das dem Buch den Titel gibt? Nun, das sollte jeder für sich selbst beim Lesen herausfinden. Mein Fazit zum Buch: Ich wünsche dem Buch von ganzem Herzen die breite Beachtung, die es verdient. Allerdings wird es die Leserschaft Zwiespalten, die einen werden es lieben, die anderen werden enttäuscht sein. Es ist ein Buch mit tiefgründigem Unterhaltungswert. Das mag ich sehr. Von mir gibt es daher eine eindeutige Leseempfehlung.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Die Zeugin - von leseratte1310 - 30.09.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Nachdem mich Sarah Perry mit "Die Schlange von Essex" durch ihren außergewöhnlichen Schreibstil, der voller Bilder ist, begeistert hat, wollte ich natürlich auch dieses Buch lesen. Aber aufgrund des Klappentextes hatte ich wohl wieder etwas ganz anderes erwartetDie Autorin greift das Thema "Melmoth the Wanderer" auf, ein Schauerroman des irischen Schriftstellers Charles Robert Maturin, der 1820 veröffentlicht wurde. Die 42-jährige Helen Franklin lebt seit etwas zwanzig Jahren in trostlosen Verhältnissen in Prag. Sie hat nur wenige Freunde, einer von ihnen ist Karel Pražan. Von ihm erhält sie ein seltsames Manuskript, das von Josef Adelmar Hoffmann stammt und sich mit Melmoth der Zeugin beschäftigt. Von nun an wird Helens Leben durcheinandergebracht. Sie fühlt sich verfolgt. Oder liegt es an ihrer eigenen Vergangenheit? Denn Helen fühlt sich schuldig. Ich habe mich wirklich schwer getan mit diesem Buch, auf das man sich einlassen und konzentriert lesen muss. Der Schreibstil ist - wie erwähnt - sehr außergewöhnlich. Der Leser wird immer wieder direkt angesprochen. Die Stimmung ist die ganze Zeit über recht düster und geheimnisvoll, manchmal etwas gruselig. die Charaktere - es tauche noch eine ganze Reihe in dieser Geschichte auf - sind sehr eigenwillig dargestellt und meist nicht besonders sympathisch. Vieles erfahren wir aus Manuskripten, Briefen und Aufzeichnungen. Dazu gibt es viele Zeitensprünge und ein ständiger Wechsel zwischen den Personen. Helen Franklin ist Übersetzerin und lebt unter spartanischen Verhältnissen. Sie gönnt sich nichts und ist menschenscheu. Nachdem sie das Manuskript gelesen hat, macht ihr die Vergangenheit immer mehr zu schaffen. Welche Schuld sie so belastet, erfahren wir erst am Ende des Buches. Aber auch bei den anderen Personen geht es immer wieder um Schuld und Gewissen. Das Buch ist tiefgründig und macht es einem nicht leicht, die Botschaft ist etwas kryptisch verpackt. Mich hat es nicht so begeistert.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Mystisch, packend, lesenswert - von Tara - 29.09.2019 zu Sarah Perry „Melmoth“
Mit "Melmoth" konnte mich die Autorin Sarah Perry wieder einmal überraschen. Schon bei "Die Schlange von Essex" konnte sie mich fesseln und hat mich mit einem komplett anderen Buch als ich ursprünglich erwartet hatte, gefesselt und großartig unterhalten. Das Gleiche ist ihr mit "Melmoth" wieder gelungen. Die 42-jährige Helen Franklin lebt in Prag in einem kargen Zimmer und gesteht sich nur das Nötigste zu. Als einer ihrer wenigen Bekannten -Karel Pražan - ihr ein Manuskript, in dem es um Melmoth - einer mystischen schwarzen Frau, die dazu verdammt ist über die Erde zu wandern - gibt, verändert sich ihr Leben. Helen fühlt sich verfolgt von ihren eigenen Schuldgefühlen und von Melmoth. Der Schreibstil von Sarah Perry ist einzigartig, keineswegs einfach zu lesen, teilweise fast kryptisch und trotzdem so poetisch und wortgewaltig, dass sie mich damit gefesselt und fasziniert hat. Obwohl man sich schon zu Beginn fragt, was sich Helen zu Schulden kommen lassen und warum sie sich selbst eine Strafe auferlegt hat, muss man lange warten, um Näheres zu erfahren. Stattdessen erfährt man durch das Manuskript über Augenzeugenberichte und Tagebuchauszüge bruchstückhaft immer mehr über Melmoth. Durch diese Sprünge und Brüche in der Handlung muss man sich konzentrieren. Die Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg und dem 19. Jahrhundert ebenso grausam wie erschreckend und es bleibt lange unklar, worauf die Autorin abzielt. Mit Melmoth bringt sie eine mystische Atmosphäre in die Handlung, die für Gänsehaut sorgt und eine düstere Stimmung verbreitet. Trotz der kleinen Kritikpunkte war das für mich ganz großartiger Lesestoff, absolut kein Mainstream sowohl inhaltlich als auch stilistisch. Sarah Perry hat ihre Botschaft durch Melmoth ein wenig kryptisch verpackt, so dass ich fürchte, dass es schwierig wird eine große Leserschaft dafür zu begeistern. Mich hat das Buch gefesselt und ich bin gespannt auf weitere Werke der Autorin.
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