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Die Schule am Meer

Roman.
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Produktdetails

Titel: Die Schule am Meer
Autor/en: Sandra Lüpkes

ISBN: 3463407221
EAN: 9783463407227
Roman.
6. Auflage.
Mit 1 s/w Karte und s/w Fotos im Vor-/Nachsatz.
Kindler Verlag

10. März 2020 - gebunden - 569 Seiten

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Eine Schule auf Juist, ein Traum von Gemeinschaft und Freiheit - doch die Welt steuert auf den Abgrund zu
Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?
Ein Roman über Wagemut und Scheitern, Leidenschaft und Missgunst, Freundschaft und Verrat. Eine große Geschichte - hervorragend recherchiert und packend erzählt.

Sandra Lüpkes ist Autorin zahlreicher Romane, Sachbücher, Drehbücher und Erzählungen. Mit "Die Schule am Meer" hat sie einen groß angelegten Gesellschaftsroman geschrieben über ein reformpädagogisches Internat auf Juist. Die ausgiebigen Recherchen zu den historischen Begebenheiten und realen Personen im Umfeld der Schule führten sie ins Tessin, nach Berlin und natürlich auch nach Juist, wo sie aufgewachsen ist und wo sie lange Jahre gelebt hat.

Detail- und kenntnisreich ... mit hohem erzählerischen Tempo, fein konturierten Charakteren und geschmeidigen Dialogen. Sven Weidner, Mare

Gute Unterhaltungsliteratur ausgiebig und akribisch recherchiert. Radio Bremen Zwei

Spannend und ausgesprochen gut recherchiert. ... Ein interessanter und vielschichtiger Roman. Sanne Birkner, NDR Info

Perfekter Romanstoff mit Zutaten wie Liebe, Hass, Freundschaft, Verrat ... Eine bewegende Geschichte aus einer bewegten Zeit. Katharina Wantoch, Emotion

Der spannende Gesellschaftsroman von Sandra Lüpkes (...) erzählt von Leidenschaft und Missgunst, von Wagemut und vom großen Scheitern. Luv & Lee

Sandra Lüpkes erzählt anschaulich vom Schulleben, weckt die realen Charaktere wieder zum Leben und erfindet sehr liebenswerte fiktive. Und beschreibt trotzdem deutlich, wie Antisemitismus und Nationalsozialismus auch vor einer kleinen Nordseeinsel nicht Halt machten. Neue Westfälische

Ein historisch und politisch relevanter Gesellschaftsroman, der Dichtung und Forschung auf die spannendste Weise verbindet. Birgit Kölgen, Schwäbische Zeitung

Ein richtig schöner Schmöker. Echo

Überaus gut recherchiert ... Der spannende Gesellschaftsroman erzählt von Leidenschaft und Missgunst, von Wagemut und auch dies von großem Scheitern. Bad Zwischenahn Journal

Ein Stück deutscher Geschichte, gesehen durch das Brennglas eines Inselromans.
Mit ihrem neuen Buch fügt die in Berlin lebende Autorin ihrer Sammlung an
Romanen, Sach- und Drehbüchern eine weitere Perle hinzu ... Von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Thomas Hoffmann, Rhein-Zeitung

Fesselnd. Siegener Zeitung

Ein fesselnder Roman Ostfriesischer Kurier

Ein beeindruckender Roman. Rhein-Zeitung

Ein historisches Juist-Panorama, wie es bisher nicht existierte. Ostfriesland Magazin

Ein vielschichtiger Roman, in dem auf erschreckende Weise deutlich wird, wie schnell sich nationalsozialistisches Gedankengut durchsetzen kann. Hildegard Lansing-Schürmann, Münsterland Zeitung

Die Autorin Sandra Lüpkes zeigt gute Geschichts-, Orts- und Stimmungskenntnisse. Mit ihrer einfühlsam eingebauten fiktionalen Ebene lässt sie ein überzeugendes Zeitbild entstehen. WDR 5 "Neugier genügt"

Idealismus, reformpädagogische Ideen und menschliche Abgründe eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Der Spiegel

Ein packendes Stück Zeitgeschichte ... Der Roman ist nicht nur wie ein literarisches Äquivalent zu Der Club der toten Dichter . Sandra Lüpkes schafft es auch, Anni Reiners, die als Jüdin aus dem Lehrerkollegium geworfen wurde, dem Vergessen zu entreißen. Freundin

Sandra Lüpkes hat leichthändig mit den Mitteln des Unterhaltungsromans Authentisches und Erfundenes gemischt. Der Spannungsbogen hält bis zum Ende. Maria Frisé, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein herrlicher Schmöker für den Liegestuhl. Flow

Große, wichtige Ideen, verpackt in großartige Unterhaltung. Donna

Die Autorin hat nicht nur bestens recherchiert und in ihren Roman zahlreiche reale Personen aus dieser Zeit aufleben lassen, es ist ihr auch gelungen, mit diesem wichtigen Zeitzeugnis zugleich einen lesenswerten Roman zu schreiben, der einen als Leser in den Bann zieht. Schwetzinger Zeitung

Ein brillant recherchierter Roman über Hoffnung und Abenteuer, Liebe und Verrat. Buch Aktuell "Erlesen"

Entlang der realen Geschichte der Schule am Meer auf der Nordseeinsel Juist entspinnt Sandra Lüpkes einen großen Gesellschaftsroman über Idealismus und Verrat zu Beginn des aufkeimenden Naziterrors. ... Sandra Lüpkes hat für ihren neuen Roman akribisch recherchiert. Buchjournal

Ein lesenswerter, gut geschriebener Roman. Aalener Kulturjournal

Spannend erzählt ... Historische Aufnahmen und die Karte des Schulgeländes finden sich im Inneren des lesenswerten gut geschriebenen Romans. Aalener Kulturjournal

Spannender Gesellschaftsroman mit historischem Hintergrund. Neue Presse

Sandra Lüpkes nimmt die Leser mit auf eine spannend und unterhaltsam erzählte Zeitreise. ... Es ist eine der Stärken des Romans, dass Lüpkes aus verschiedenen Perspektiven atmosphärisch dicht und dialogreich von der gelebten Vision auf dem kargen Eiland erzählt. ... Die 570 Roman-Seiten kommen auch bei hartem Packeis-Winter und öffentlichem Gegenwind angenehm luftig und leicht daher, denn Lüpkes hat ganz unprätentiös einen Gesellschaftsroman geschrieben, der in einer gut balancierten Mischung aus historischem und fiktivem Material, aus Spannung, Drama, Humor und Liebesknistern zum Weiterlesen anregt. Die Wirtschaft

Ein schöner, gut recherchierter und sehr lesenswerter Roman, der insbesondere jetzt zum Nachdenken anregt! der-kultur-blog.de

Fundiert recherchiert und authentisch aufgearbeitet. Ostfriesischer Kurier

Atmosphärisch dicht ... vortrefflich erzählt Peter Sauer, Münstersche Zeitung
Kundenbewertungen zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eine historisch interessante Geschichte - von Alexander Bittner - 27.05.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Das Buch ist halb Fiktion halb Realität und befasst sich mit dem Thema Bildung in den frühen 30er Jahren. Die Pädagogen Anni und Paul ziehen im Jahr 1925 mit ihren Kindern auf die kleine Nordseeinsel Juist und gründen dort ein Internat um neue pädagogische Ideen umzusetzen. Wichtigste Prioritäten sind Gleichberechtigung und Lernen im Einklang mit der Natur. Doch so manche sehen das Ganze mit Argwöhn und als der Nationalsozialismus an Vehrerern gewinnt, eng sich die Situation ein, vor allem für die jüdischen Schülerinnen. Die Schule auf Juist hat es tatsächlich gegeben, die Personen gab es jedoch nicht alle wirklich. Trotzdem passt der Schreibstil und die Atmosphäre von Abenteuer die er verstreut sehr zu dem Schulleben. Hinzu kommen die detaillierten und äußerst bildhaften Beschreibungen, die den Lesern den Wind, die Wärme und das Meer fast spüren lassen. Mir hat dieser historische, lebendige Roman sehr gefallen und zudem habe ich etwas dazugelernt, vom dem ich noch nicht wusste. Die historischen Fotos im Innenteil haben mir darüber hinaus auch sehr gefallen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eine ganz besondere Schule am Meer - von Rebecca Kiwitz - 20.05.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Im Sommer 1925 reist Anni Reiner zusammen mit ihren Kindern nach Juist um dort zusammen mit ihrem Mann und weiteren Mitstreitern "Die Schule am Meer" zu gründen. Viele auf Juist wissen nicht was sie von dieser unkonventionellen Schule halten sollen und so muss die Schulgemeinschaft viele Hindernisse überwinden. Ich persönlich lese wirklich sehr gerne Romane die auf wahren Begebenheiten basieren. Hier bei diesem Roman dachte ich lange Zeit, es wäre nur die Schule und der Rest der Handlung wäre dann fiktiv, aber dem ist gar nicht so. Viele der Figuren haben wirklich auf Juist gelebt und sich in den Schulalltag eingebracht, andere Figuren waren dann fiktiv und haben sich auch gut in die Geschichte eingefügt. Von der ersten Seite an habe ich mich sehr schwer getan in die Geschichte mich einzufinden und zu 100% ist mir dies Leider nicht so ganz gelungen. Zum einen habe ich mich mit dem Erzählstil sehr schwer getan und die vielen wechselnden Handlungsstränge haben mich mehr als einmal im Lesefluss gehindert. Auch fand ich es erschreckend wie recht die Nation in den 1920er Jahren schon war, da ich dies so dann doch nicht erwartet hätte und ja einiges an der Schule bzw. in der Ausübung empfand ich fast schon befremdlich und das sage ich obwohl ich in der Waldorfschule war und dort einiges erlebt habe. Obwohl es mir manchmal etwas schwer gefallen ist konnte man dem Handlungsverlauf schon folgen, nur mit vielen der getroffenen Entscheidungen war ich nicht einverstanden auch wenn es damals eine andere Zeit war. Der Spannungsbogen war wirklich bis zum Schluss gespannt und ja mit einigen Ereignissen hätte ich so nun doch nicht gerechnet. Die wirklich vielen Figuren des Romans konnte man sich alle durch die sehr detailgetreuen Beschreibungen während des Lesens vorstellen. Hier hatte ich während der ganzen Lektüre keine Lieblingsfigur war ich ehrlich Schade finde. Man konnte sich alle Handlungsorte recht gut vorstellen und es gab ja auch noch einen Lageplan wo man die genaue Lage der Gebäude der Schule sehen konnte. Leider bin ich bis zum Schluss nicht wirklich mit dem Roman warm geworden und so habe ich Lange überlegt wie viele Sterne ich vergebe und habe mich letztendlich für drei Sterne entschieden.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eine Schule am Rande der bewohnbaren Welt - von Lese-katze92 - 17.05.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Juist 1925: Voller Hoffnung, aber zugleich auch erfüllt mit tiefstem Respekt blickt Anni, Lehrerin und Mutter dreier Töchter, auf ihre neue Heimat Juist, die wahrlich am Rande der Welt zu liegen scheint. Sie weiß, dass es nicht leicht werden wird, doch auch freut sie sich auf diese Zeit. Doch wie wird es ihr, ihrer Familie, ihren Freunden, ihren Schülern und auch dem Personal auf Juist wohl ergehen? Werden sie alle dort wie eine große Gemeinschaft zusammenwachsen und somit sich ihre Vision bewahrheiten, dort ihr eigenes kleines Paradies zu errichten, fernab der strengen und oft sehr steifen Schulen, die es im Inland so zahlreich gibt? Kann man auf Dauer glücklich werden, wenn sich am Horizont schon bedrohlich dunkle Wolken auftürmen? Auch einer ihrer Schüler, Maximilian Mücke, welcher aber stets nur Moskito genannt wird, sucht sein Glück am Rande der Welt, dies jedoch nicht freiwillig. Sein Vater, welcher eine Zinnmine in Bolivien besitzt, traf die Entscheidung für ihn und seine schulische Bildung, jedoch plagen Moskito seither nicht nur schreckliches Heimweh, auch die morgendlichen Rituale der Schule am Meer sind für ihn gewöhnungsbedürftig. Doch bald schon erkennt er, dass die Schule am Meer für ihn mehr ist, als eine Schule, die sich ein wenig von den anderen unterscheidet.  Denn neben einem Lernkonzept, in welchem Gleichberechtigung, praktisches Lernen und die Vermittlung menschlicher Werte vordergründig sind, werden aus einfachen Mitschülern und Lehrern bald mehr als nur Freunde und Respektspersonen und bald schon steht man vor der Frage, ob man vorher je die richtige Bedeutung des Wortes Familie erfasst hat. Als Eduart Zuckmayer sich eine Auszeit auf der Insel genehmigt, ahnt er noch nicht, dass sein Leben sich danach von Grund her ändern wird. Statt großer Konzerthallen tritt er eine Anstellung als Musiklehrer an, fernab jeder Konvention und jener Erinnerungen, die sich so schmerzhaft in sein Gedächtnis gegraben haben. Doch kann man vor etwas wegrennen, was man so gar nicht greifen kann und wird er dort mehr Erfüllung finden, als in seinem bisherigen Leben? Auch Kea Joosten träumt von einem besseren Leben, als sie die Stelle der Hauswirtschafterin in der Schule am Meer annimmt. Jedoch nicht nur für sich, vorwiegend für ihr Patenkind Marje, welche es einmal besser haben soll, als sie es hatte. Doch bald holt die Vergangenheit sie ein und nichts ist mehr, wie es einmal war. Wird es ihnen allen trotzdem gelingen, neben dem Glück und dem Unglück anderer, ihr eigenes Leben in Zufriedenheit und Erfüllung zu leben? Eines steht fest, wenn ein Sturm aufzieht, dann halten sie zusammen, doch können sie auch der rechten Sturmflut trotzen, die vom Festland naht? Beeindruckend und mit einem tollen Schreibstil erzählt die Autorin Sandra Lüpkes aus dem Leben der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer der Schule am Meer. Aber auch das Personal erhält eine Stimme, ebenso wie ein kleiner Teil der Inselbewohner selbst, was der Handlung, welche teilweise fiktiv aber zu großen Teilen auf wahren Begebenheiten basiert, sehr viel Authentizität und Charakter verliehen hat. Oft wechselte die Erzählung ohne vorherige Kapitelüberschrift oder sonstiges die Sichtweise, was jedoch nicht störte, sondern bei besonders spannenden oder vielleicht auch witzigen Momenten nur die Vorfreude steigern konnte. Zudem hat es vieles greifbarer und auch nachvollziehbarer erscheinen lassen, aber auch ermöglicht, die Protagonisten zum Teil ins Herz zu schließen und mitzufiebern. Neben dem tollen Schreibstil Lüpkes empfand ich die Handlung zu keinen Zeitpunkt langweilig oder langatmig. Mit viel Liebe zum Detail erzählt sie die Geschichten von Anni Reiner, Maximilian Mücke oder auch genannt Moskito, Eduard Zuckmayers und die der Angestellten Kea Joosten, welche untrennbar miteinander verwoben sind. Besonders hervorzuheben ist hierbei, wie sehr sie sich dabei jedem einzelnen Protagonisten zugewandt hat und sie somit unglaublich lebendig hat erscheinen lassen. Positiv überrascht hat mich die Gestaltung des Buches. Während die Handlung ohne viel Aufhebens oder unnötige Schnörkel verpackt wurde, befinden sich im Vorder- und Hinterdeckel des Buches Fotografien, die auf ihre ganz eigene Art und Weise das Leben in der Schule am Meer spiegeln und zugleich anregend auf die Vorstellungskraft des Lesers wirken. Auch die Umschlaggestaltung wirkt durch ihre Schlichtheit sowie den abgedruckten Schwarzweißfoto, welches durch die Farbwahl des Umschlages beinahe wie eine Sepiaaufnahme wirkt, sehr edel und nicht überladen. Durch die Einfachheit der Gestaltung bekommt man schon einen guten ersten Eindruck über das Leben der Protagonisten, welches zwar sehr einfach und stellenweise auch entbehrungsreich war, dennoch aber auch Momente des Glücks aufweisen konnte. Insgesamt ist Sandra Lüpkes mit ihrem Werk Die Schule am Meer eine bildgewaltige und sehr authentische Geschichte gelungen, welche mich nicht nur von Anfang bis Ende begeistern sondern zugleich auch überzeugen konnte.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Lesenswertes, eindrucksvolles Zeitdokument - von bookloving - 10.05.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Bei dem historischen Roman "Die Schule am Meer" der deutschen Autorin Sandra Lüpkes handelt es sich um einen groß angelegten, sehr interessanten Gesellschaftsroman, in dessen Mittelpunkt die wechselvolle Geschichte der titelgebenden "Schule am Meer" steht, einem reformpädagogischen Landerziehungsheim, das zur Zeit der Weimarer Republik von 1925 bis 1934 auf der Nordseeinsel Juist existierte. Es ist zugleich eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Enthusiasmus, Leidenschaft und Mut, aber auch über Missgunst, Verrat, Verlust und Scheitern. Gekonnt verwebt die Autorin die sorgsam recherchierten Fakten zur Reformschule auf Juist, Details aus dem Leben der historischen Personen und dem Zeitgeschehen mit ihrer fiktiven Geschichte zu einem fesselnden historischen Roman. In ihrem sehr aufschlussreichen Nachwort widmet sich Lüpkes der Entstehungsgeschichte ihres Romans, erläutert ausführlich interessante Hintergründe zu ihren umfangreichen Recherchen und nimmt Stellung zu den realen Geschehnissen und den künstlerischen Freiheiten, die sie sich in ihrem fiktiven Roman genommen hat. Untermalt wird das Ganze von den sehr ansprechenden, im Vorsatz abgedruckten Original-Schwarz-Weiß-Fotografien, die das Umfeld der Schule und viele der geschilderten Personen lebendig werden lassen. Sehr hilfreich ist zudem die dem Roman vorangestellte Skizze des Schulgeländes. Hervorragend ist es der von der Nordseeinsel Juist stammenden Autorin gelungen, die besondere Atmosphäre auf der Insel stimmungsvoll einzufangen, die örtlichen Begebenheiten und die einzigartige Landschaft authentisch und anschaulich darzustellen. Eingebettet in eine kurze, einen Prolog und Epilog umfassende Rahmenhandlung, die im Schweizer Tessin im Jahre 1962 angesiedelt ist, erstreckt sich der zeitgeschichtliche Haupt-Handlungsstrang über einen Zeitraum von 1925 bis 1934 und deckt eine Zeitspanne von immerhin neun Jahren ab. Mit einem angenehmen, leicht zu lesenden Schreibstil schafft es die Autorin, ihre Leser direkt von der ersten Seite mitzunehmen. Erzählt wird die eher beschaulich verlaufende Geschichte mit vielen überlieferten Anekdoten und interessanten Episoden aus unterschiedlichen, ständig wechselnden Perspektiven. Zum einen erlebt der Leser die Ereignisse rund um die Schule am Meer aus der Sicht der historisch verbürgten Persönlichkeiten wie der jungen Lehrerin Anni Reiner, die aus reichem jüdischen Elternhaus stammt und als Gründungsmitglied gemeinsam mit ihrem Ehemann Paul an der Schule unterrichtet, oder dem jungen Pianisten und Dirigenten Eduard Zuckmayer, der eher zufällig als Musiklehrer engagiert wird. Zum anderen wird die Handlung auch aus der Perspektive einiger fiktiver Figuren wie Kea, der Hauswirtschafterin der Schule, oder den beiden jungen Schülern Moskito und Marje, Keas cleverer Patentochter, erzählt. Zudem sind auch Passagen aus Sicht der jungen Hotelierstocher Therese und ihrem Geliebten, dem Kellner Gustav Wenniger eingestreut, die als eingefleischte Insulaner der modernen Bildungseinrichtung keineswegs wohlwollend gegenüber stehen und der Lehrerschaft später als Anhänger des Nationalsozialismus das Leben schwer machen. Dank der sehr anschaulichen und lebendigen Schilderungen können wir mühelos in den damaligen Schulalltag eintauchen. Neben Schilderungen von den kleinen und großen Problemen im zwischenmenschlichen Miteinander, witzigen Anekdoten und allerlei alltäglichen Kleinigkeiten haben wir auch Anteil an wichtigen Entwicklungen in der Schulgemeinschaft und an zeitgeschichtlich verbürgten Geschehnissen wie beispielsweise der harte, folgenschwere Eiswinter im Jahr 1929. In den unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet die Autorin die Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern, die durch ein gleichberechtigtes Miteinander geprägt waren, und gibt zudem eher beiläufig interessante Einblicke in das besondere reformpädagogische Konzept dieser einzigartigen Schule, das einen Schwerpunkt auf dem praktischen Lernen im Einklang mit der Natur legte und auch großen Wert auf bildende Kunst, Schauspiel und Musik legte. Gelungen zeigt die Autorin aber auch auf, dass die enthusiastischen Gründungsmitglieder immer wieder mit einigen Widrigkeiten, persönlichen Rückschlägen und dem mehrfach drohenden finanziellen Ruin zu kämpfen hatten. Durch den Wechsel der verschiedenen Sichtweisen, Handlungsstränge und Schauplätze versteht es Lüpkes ihre Geschichte abwechslungsreich zu gestalten und den Leser trotz der ruhigen Erzählweise mit kleineren, spannungsvollen Höhepunkten zu unterhalten. Zudem hat die Autorin das politische Geschehen in Deutschland sehr anschaulich in ihre Geschichte eingearbeitet und thematisiert den heraufziehenden Antisemitismus und Nationalsozialismus, der allmählich bei immer mehr Insulanern Anklang findet und zunehmend die Schulgemeinschaft als "Hort für Kommunisten und Juden" bedroht. Leider werden einige Ereignisse und Themen im Handlungsverlauf nur angerissen, sehr oberflächlich abgehandelt oder bleiben sogar unausgesprochen, während andere Passagen gewisse Längen aufweisen. Lüpkes lässt in ihrem Roman eine Fülle von interessanten Charakteren auftreten, über die man glücklicherweise stets den Überblick behält. Insgesamt ist ihr die einfühlsame, tiefgründige Zeichnung vieler Charaktere gelungen, die authentisch und lebendig wirken und einem im Laufe der Geschichte an Herz wachsen. Bei einigen Figuren ist es mir allerdings etwas schwer gefallen, mich in ihr Innenleben hineinzuversetzen und ihre Entwicklung nachzuvollziehen. FAZIT Ein eindrucksvoller und lehrreicher historischer Roman über die wechselvolle Geschichte der "Schule am Meer" - einer faszinierenden, reformpädagogischen Schule auf der Nordseeinsel Juist zu Zeiten der Weimarer Republik.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Nahe am Wasser - von ulrike rabe - 02.05.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Juist in den 1920ern: Das Ehepaar Reiner gründet auf der Nordseeinsel eine reformpädagogische Schule. Ihr Unterrichtsansatz ist neu und beruht auf den Grundsätzen von Gleichbehandlung und koedukativer Erziehung. Im Mittelpunkt des Romans stehen vor allem die jüdisch geborene Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der junge Maximilian Mücke, genannt Moskito. Skeptisch beäugen die Einheimischen den bunten Haufen an Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern. Nicht alle sind der Schule und ihren Mitgliedern wohlgesonnen und die Vorurteile reichen von "Idealisten" bis "Kommunisten". Mit dem immer stärker aufkeimenden Nationalsozialismus kippt die positive Stimmung, bis die Schule 1935 schließen musste. Die Schule am Meer gab es wirklich. Die Logbücher des Schulleiters Martin Luserke dienten der deutschen Schriftstellerin Sandra Lüpkes als Vorlage für diesen Roman. Das Buch steckt voller kleiner Geschenke, warmherzig berührender Momente und Charakteren, die man von Anfang an ins Herz schließen möchte. Da ist der kleine "Moskito", der über die Jahre vom unsicheren Jungen zu einem bemerkenswert klugen und reifen jungen Mann reift. Oder der stille schüchterne Eduard "Zuck" Zuckmayer, der Bruder des Schriftstellers Carl, der im Musikunterricht seine Berufung findet. Die liebevolle und überraschend mutige Anni Reiner mit ihrem Mann Und den Töchtern, die sich wenn es sein muss kein Blatt vor den Mund nimmt. Die patente Kea, Köchin der Schule und ihre (Paten)Tochter, die als einzige Inselbewohnerin am Unterricht teilnimmt. Eigentlich muss man alle mögen. Nur nicht den einstigen Saisonkellner und politischen Emporkömmling Gustav Wenniger, der glühender Nazi wird und alles gegen die Schule unternimmt, die seiner verqueren Ideologie entgegen steht. Aus den Erinnerungen Luserkes setzt Sandra Lüpkes mit großer Erzählfreude ein buntes Mosaik aus Fakten und Fiktion zusammen. Ein kleines feines Beispiel dafür ist das Zusammentreffen von Moskito und Erich Kästner bei der Bücherverbrennung 1933 am Berliner Opernplatz. Die Schule am Meer hat wirklich nahe am Wasser gebaut. Die sanfte Brandung wird zur Ruhe vor dem Sturm und wenn man es nicht besser wüsste, würde man sich wünschen, dass alles anders enden würde. Ist es wirklich schon fast 100 Jahre her, dass die Welt kurz vor dem Abgrund stand, oder sind wir heute schon einen Schritt weiter?
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Internatsgeschichte mit historischem Hintergrund - von Jonas1704 Stergios Mavridis - 24.04.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Anni und Paul haben zusammen einen Traum, sie möchten gemeinsam mit anderen Pädagogen ein Internat errichten, eine reformierte Schule um Kinder und Jugendlichen mit ihren innovativen pädagigischen Ideen zu erziehen. Und dieser Traum wirklich auf Juist Wirklichketi mit dem Namen Schule am Meer. Wir erfahren viel über das Unterrichtsgeschehen, die politische Lage der damaligen Zeit und lernen die Protagonisten kennen. Die neu errichtete Schule stößt aber bei den Insulanern nicht nur auf positive Kritik, es gibt zahlreiche einwohner die das ganze Geschiehen kritisch beäugen. Mit der Zeit gewinnt der Nationalsozialismus immer mehr Befürworter und die Sachlage ändert sich auf für das Internat. In dem Roman erfahren wir viel über den reformirten Unterricht, die politische Lage der damaligen Zeit und die aufkommenden Probleme. Es war sehr interessant die Handlung über eine Zeitspanne von 1925 bis 1934 mitzubeobachten wobei es die Schule auf Juist tatsächlich gegeben hat. Eine Leseempfehlung meinserseits und vier Sterne.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein ungewöhnliches Internat - von Furbaby_Mom - 28.03.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Bereits am Cover, auf dem eine verblasste Photographie abgebildet ist, lässt sich das Genre erahnen; zudem stimmen die (Original-)Bilder im Innenumschlag dieses hochwertigen Hardcover-Exemplars die Leserschaft im Vorfeld auf den Romaninhalt ein. Auch eine Skizze des Handlungsortes ist enthalten. Das Ehepaar Anni und Paul Reiner hatte eine Vision - auf der Nordseeinsel Juist wollten sie eine Schule gründen, in der jedes Kind willkommen sein sollte; eine Lehranstalt, die sich mit innovativen Lehrmethoden auszeichnen, in der jedem Kind die nötige Aufmerksamkeit und individuelle Förderung zukommen sollte. Voller Tatendrang gehen sie ans Werk. Musik nimmt einen hohen Stellenwert ein, ebenso die Verbundenheit zur Natur. Die Lehrer/innen sind jemand, zu dem man aufblickt, von dem man inspiriert wird - keine Schreckenspersonen mit Rohrstock. In diesem reformpädagogischen Inselinternat, das es einst tatsächlich so auf Juist gegeben hat, steht die Gemeinschaft im Vordergrund. Dieser Zusammenhalt ist auch bitter nötig, denn vielen Bewohnern der Insel ist die Tatsache ein Dorn im Auge, dass die Schule als Hort für Juden und Kommunisten gilt. Zu Beginn habe ich ein klein wenig mit der Vielzahl der Figuren gehadert, es waren tatsächlich einige Namen. Für spätere Ausgaben des Werkes wäre ein Personenregister eine sinnvolle Ergänzung. Erzählt wird abwechselnd aus mehreren Perspektiven - Schulpersonal, Schüler/innen, Insulaner/innen¿auch in die Gedanken des Antagonisten taucht man regelmäßig ein. Hierdurch lernt man viele Charaktere gleichermaßen intensiv kennen, sympathisiert mit dem einen oder anderen, während man gewissen Protagonisten am liebsten gehörig die Meinung geigen würde. Insgesamt blieben mir dennoch die meisten von ihnen eher fremd; ihr Schicksal berührte mich zwar, doch wirklich mitgelitten, mitgefiebert habe ich nicht. Meine Favoritin war Anni Reiner, vor dieser Frau muss man einfach Respekt haben. Mit Moskito hingegen wurde ich partout nicht warm. Den größten Teil der Handlung nimmt das Internatsleben selbst ein: die alltäglichen Erlebnisse des Lehrpersonals (wobei der Unterricht selbst eher oberflächlich skizziert worden ist), vor allem aber Freizeiterlebnisse der Schüler/innen stehen im Vordergrund - Mutproben, Freundschaft, erste Liebe¿ Geschichtliche Ereignisse fließen eher am Rande in die Rahmenhandlung ein. Es ist kein rasanter Roman mit unheimlich nervenaufreibenden Passagen - vielmehr erschien es mir, als würde man hier an einem Stück Vergangenheit teilhaben dürfen. Es erinnert mich entfernt an eine Art Familien-Saga. In aller Ruhe beschreibt die Autorin die Inselschönheit, die lokalen Begebenheiten der Schule und des Ortes, lässt uns am Entwicklungsprozess der Charaktere teilhaben. Man muss sich Zeit nehmen für dieses Werk, damit sich dessen volle Wirkung entfalten kann und das ist auch gut so. Der Schreibstil ist gut verständlich, ebenso angenehm wie anspruchsvoll und voller detaillierter Beschreibungen. Es wird deutlich, welch intensive Recherche Autorin Sandra Lüpke betrieben hat; mühelos verknüpft sie wahre historische Hintergründe, Personen, Begebenheiten mit Fiktion. Alles in diesem Roman, von den Dialogen bis hin zur Szenerie, der Inselatmosphäre und den Charakteren wirkt ungemein glaubwürdig und authentisch. Manche Passage des beinahe 600 Seiten umfassenden, in ungewöhnlich lange Kapitel eingeteilten Romans hätten etwas kompakter ausfallen können - oder wären idealerweise zu einer ausführlicheren Schilderung des eigentlichen Schulkonzepts genutzt worden; auch mehr Details zu geschichtlichen Begebenheiten wären möglich und durchaus interessant gewesen, so hätte ich z.B. gerne mehr über den Eiswinter gelesen. Hinsichtlich Waldi ahnte ich von Anfang an, welche Entwicklung folgen würde und fand diese absolut unnötig - musste das wirklich noch sein? Alles in allem überwiegt ein eher schwermütiger Ton, der hier und da durch die wundervolle Sprachkunst der Autorin abgemildert und durch humorvolle Anekdoten etwas aufgelockert wird. Nun ja, immerhin war die Realität damals tatsächlich kein Zuckerschlecken, es waren harte Jahre. Fazit: Ein auf wahren Tatsachen basierender Internatsroman, der vor einem interessanten geschichtlichen Hintergrund angesiedelt ist. Der Fokus liegt ganz klar auf der persönlichen Entwicklung der Figuren sowie auf dem allgemeinen Internatsalltag - weniger auf dem historischen Aspekt. Ein Aufbau mit ein, zwei Perspektiven weniger hätte wahrscheinlich mehr Nähe zu den verbleibenden Figuren bewirkt. Tolle Grundidee, hervorragende sprachliche Umsetzung, Handlungsinhalt nicht mitreißend, aber unterhaltsam.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Gut gelungen - von Küchenqueen - 27.03.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Im Jahre 1925 gründet eine Gruppe von Lehrern auf der Nordseeinseln Juist ein Internat. Es ist etwas Besonderes, denn es gibt Gärten, Seewasseraquarien und eine Theaterhalle. Die Bewohner bilden eine Gemeinschaft, doch bald schon bilden sich Spannungen zwischen den Bewohnern und den Insulanern. Doch dann kommt der katastrophale Eiswinter des Jahres 1929 und die Insel ist vom Festland abgeschnitten. Auf Juist rückt man zusammen. Doch wie geht es weiter? Dieser historische Roman zeichnet ein Stück deutscher Geschichte an einem Ort nach, der ansonsten eher bei diesem Thema im verborgenen bleibt. Dadurch wird er zu etwas besonderem. Wer weiß schon, was damals auf Juist geschah? Die Charaktere sind sehr gut gestaltet, sie spiegeln die Gesellschaft wieder. Die Autorin hat hier sehr gut historisches in eine erdachte Geschichte verpackt. Das Buch ist eine Bereicherung!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Durch ein Ziel verbunden - von ikatzhorse2005 - 22.03.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Die Schule am Meer ein Roman von Sandra Lüpkes (Kindler-Rowohlt Verlag) ... Wenn es regnet und der Wind so weht wie heute, ist es besonders schlimm. Die meisten machen einfach einen Satz ins Wasser und tauchen unter, um es hinter sich zu haben. Jeden Morgen einmal mit dem Kopf in der Nordsee, von April bis Oktober, das ist der Alltag in der Schule am Meer, ... Die Lehrer nennen es Mystisches Tauchbad , angeblich härtet es Körper und Geist ab. Hier zeigt sich, sagen die alle, wer mutig ist und wer nicht. ... Die ostfriesische Insel Juist, 1925: Eine Gruppe von Lehrern und Vorreiter ihrer Zeit gründet auf der Nordseeinsel eine Schule mit Internat. Ihr Ziel, geschlechterübergreifendes Lernen ohne Angst in einer respektvollen Gemeinschaft und freundschaftlichen Miteinander. Ihre wegweisenden Ideale kollidieren unter dem geschichtlichen Aspekt mit den Ansichten der heimischen Insulaner. Die bestehende Gemeinschaft stemmt sich gegen die Spannungen und der Leser bekommt tiefe Einblicke in die Routine der Inselbewohner und den Schulalltag sowie das Miteinander von Lehrern und Schülern. Das Heranwachsen und die Entwicklung der jungen Protagonisten sind gespickt mit Abenteuern, Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch mit Konflikten, Hindernissen und ganz rührenden Momenten. Fern der Heimat wächst eine neue Familie zusammen und die Schule am Meer gibt den jungen Protagonisten ein neues Zuhause. Sandra Lüpkes schreibt wunderbar mitreißend, authentisch, in einer guten Mischung aus Dialogen und erzähltem Text. Sie baut historische Fakten und Personen sowie fiktive Erzählungen gekonnt in eine spannenden Geschichte ein. Hinter dem Aspekt der wahrer Begebenheiten und basierend auf Tatsachenberichten wirkt diese faszinierende Geschichte doppelt berührend. Die kleinen Anekdoten lockern das Geschehen trotz der Schwere und teils traurigen Stellen auf. Die hervorragende Recherche der Autorin macht das Gelesene mit jeder Zeile glaubwürdig. Die Fotos im Einband und die Skizze der Gebäude der Schule am Meer ergänzen das Gelesene und unterstreichen die Stimmung des Buches. Die 569 Seiten sind wahrlich keine leichte Kost, doch lohnt sich dieser Gesellschaftsroman und bereichert den Leser mit bewegten Stunden.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Historisch interessant, aber eine kompaktere Darstellung wäre gefälliger - von Anonym - 22.03.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Die Autorin behandelt in diesem doch immerhin 568 Seiten langen Roman ein historisch interessantes schulpolitisches Thema, nämlich die in den 1920er Jahren tatsächlich neu gegründete und zum Abitur führende Internatsschule auf Juist. Diese vertrat reformpädagogische Ziele mit Koedukation, Gleichberechtigung zwischen Schülern und Lehrern sowie der Schüler untereinander, Lernen im Einklang mit der Natur, Musikerziehung als wichtiges Fach. Es wundert somit nicht, dass sie auf beträchtliche Vorbehalte bei den Einheimischen und natürlich der zunehmend an Bedeutung gewinnenden nationalsozialistischen Gemeinde stieß und als Juden- bzw. Kommunistenschule verschrien war. Erzählt wird aus der Perspektive einiger weniger beteiligter Lehrer, Schüler, Mitarbeiter, Insulaner, wodurch Abwechslung beim Lesen einkehrt. Es gibt große Zeitsprünge, da zwischen den einzelnen Erzählsträngen in der Regel mehr als ein Jahr liegt. Mir persönlich ist die Darstellung des besonderen Schulkonzepts zu kurz gekommen und es wird mit epischer Breite auf am Rande liegende Ereignisse eingegangen. Der historische Hintergrund mit dem erwachenden Nationalsozialismus ist sehr interessant, ebenso die vielfältigen Schwierigkeiten finanzieller und persönlicher Art der Schulgründer, die den einen oder anderen an dem Reformkonzept verzweifeln lässt. Unterhaltsam, eher dreieinhalb als vier Sterne.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Die Schule am Meer - von leseratte1310 - 21.03.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Nachdem es an ihrem alten Arbeitsplatz unliebsame Vorgänge gegeben hat, gründet das Lehrerpaar Anni und Paul Reiner mit weiteren Kollegen eine Schule auf Juist. Sie haben ein ganz besonderes Konzept, dass sie hier verwirklichen wollen. Das Lernen soll naturnah erfolgen und es soll ein gleichberechtigtes Miteinander geben. Doch sie spüren schon bald den Gegenwind, der ihnen aufgrund der politischen Verhältnisse immer mehr entgegenweht. Den Bewohnern der Insel ist es ein Dorn im Auge, dass ein erheblicher Teil der Lehrer und Schüler Juden sind oder Kommunisten. Als 1929 der Eiswinter zuschlägt, ist die Insel von der Außenwelt abgeschnitten; umso mehr ist Zusammenhalt gefragt. Die Schule am Meer hat es in der Zeit von 1925 bis 1934 tatsächlich auf Juist gegeben. Die Autorin Sandra Lüpkes, die selbst von der Insel stammt, hat dieses Thema aufgegriffen und in ihrem Roman verarbeitet. Wir lernen die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Zum einen berichtet Anni Reiner, dies aus einem gutsituierten jüdischen Elternhaus stammt und mit dem Arier Paul verheiratet ist. Sie sorgt mit ihren finanziellen Mitteln für die Schule. Paul verliert über seinem Einsatz für die Schule die Familie ein wenig aus dem Blick. Einen weiteren Blick gibt es von Eduard Zuckmayer, der zufällig dazustößt und Musiklehrer an der Schule wird. Aber auch der Schüler Moskito gewährt uns einen Einblick aus seiner Sicht. Die Charaktere sind gut und lebendig beschrieben. Während es sich bei den Lehrern um reale Personen handelt, sind die Schüler fiktiv. Es ist eine bunt gemischte Gesellschaft. Ich habe den Tatendrang bewundert, mit dem die Begründer der Schule an die Sache herangegangen sind. Umso schrecklicher ist es, dass Anni am Ende alles aufgeben und flüchten muss, um ihre Familie zu schützen. Es geht doch einigermaßen beschaulich zu auf Juist, so dass man als Leser nicht allzu viel Spannung erwarten darf. Man ist auf der Insel vom politischen Geschehen auf dem Festland entfernt und doch ist der Einfluss auch auf Juist zu spüren. Trotzdem ist es ein sehr interessanter und gut zu lesender Roman. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Historisch interessant - doch recht oberflächlich erzählt - von Marakkaram - 12.03.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
** Aeschli schlug seinen Aktenordner auf. Der Bürgermeister mag uns leider nur, wenn er der Schule irgendwelche Zahlungen aufbrummen und Hochachtungsvoll drunterschreiben kann. ** 1925: Anni Reiner und ihr Mann Paul gründen gemeinsam mit anderen Lehrerkollegen eine Schule auf Juist. Sie wollen mit Gleichgesinnten neue Wege gehen; mit praktischem Lernen in der Natur, gleichberechtigtem Miteinander und musikalischer Grunderziehung. Bei den Einheimischen stösst das nicht unbedingt auf Gegenliebe und die Schule ist schnell als Hort für Kommunisten und Juden verschrien. Diese Schule am Meer, die Sandra Lüpke als Grundlage für ihren Roman dient, gab es tatsächlich von 1925-1934 auf Juist. Sie war ein reformpädagogisches Landerziehungsheim und die erste reguläre deutsche Freiluftschule, die bis zum Reifezeugnis führte. Deswegen war ich unheimlich gespannt auf ihre mit Sicherheit nicht immer einfache Geschichte, die Einführung einer neuen Lernstruktur, die Schwierigkeiten mit den Juistern etc. Enttäuschenderweise gab es das jedoch immer nur am Rande und auf 568 Seiten passierte oft erstaunlich wenig. Die Autorin erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, der von Anni Reiner und des Musiklehrers Eduard Zuckmayer sowie des fiktiven Schülers Moskito und der Köchin Kea und auch die Juister kommen zu Wort. Doch dabei konzentriert sie sich hauptsächlich auf Nebensächlichkeiten, die viel intensiver und ausführlicher thematisiert werden, als die wirklich wichtigen Ereignisse. Ich wäre zudem auch gerne tiefer in das aussergewöhnliche Schulkonzept eingestiegen, aber bis auf morgendliches Winterschwimmen und eine Schulstunde am Meer, kommt da nicht so viel. Mir persönlich fehlte damit ein Hauptbestandteil. Selbst der harte Eiswinter 1929, in dem die Insel wochenlang von der Aussenwelt abgeschnitten war, wird recht oberflächlich abgehandelt. Die ständig wechselnden Perspektiven und der Hang zu ausschweifenden Nebensächlichkeiten, bremste den Bezug und die Nähe zu den Protagonisten weitestgehend aus. Mir blieben selbst Anni und Kea in ihren dunkelsten Zeiten relativ fremd. Moskito war mir hingegen schlicht zu kindlich und ich habe die Stimmen anderer Schüler*innen ein wenig vermisst. Der Schreibstil von Sandra Lüpke ist gewohnt flüssig und angenehm, hat aber diesmal für mich auch so einige Längen auf seinen 568 Seiten.. Fazit: Die Schule am Meer ist eine Geschichte über Mut und Leidenschaft, Konflikte, Freundschaft und Zusammenhalt. Die Autorin verwebt ihre fiktive Story gekonnt mit den historischen Figuren und Fakten, doch für mich konzentriert sie sich leider zu viel auf uninteressante Nebensächlichkeiten.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Historischer Gesellschaftsroman - lesenswert - von Tara - 06.03.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
"Die Schule am Meer" ist ein gut recherchierter historischer Roman der Autorin Sandra Lüpkes, die selbst lange Zeit in Juist gelebt hat und dort aufgewachsen ist. Eine Gruppe von Lehrern gründet 1925 auf Juist ein Internat. Ihre Pläne und Ideen sind ungewöhnlich, sie wollen etwas Außergewöhnliches schaffen und heben sich von denen der Standard-Schulen ab. Es kommt die Unstimmigkeiten zwischen den heimischen Inselbewohnern und den Lehrern. Der Schreibstil der Autorin ist ruhig, aber dennoch fesselnd. Durch die Perspektiven aus Sicht der einzelnen Charaktere bekommt man einen umfassenden Eindruck über die Ereignisse. Stellenweise ist das Buch durch die damaligen Begebenheiten sehr ernst und bedrückend, es gibt aber auch amüsante Szenen, ein Wechsel der Stimmungen wie im echten Leben. Die einzelnen Charaktere werden detailliert und authentisch dargestellt. Sie sind sehr verschieden und die unterschiedlichen Entwicklungen, die sie durchmachen sind interessant beschrieben. Der Flair der Insel hat trotz der schweren Zeiten etwas Zauberhaftes. Interessant sind auch die historischen Persönlichkeiten, die sich zu dieser Zeit auf Juist aufgehalten haben. Das Nachwort, sowie die Fotos der Innencover und die Skizze der Schule runden das Buch zu einem gelungenem Leseerlebnis ab. Insgesamt ist es ein gut recherchierter Roman, der ein Stück der Geschichte der Insel Juist ausgiebig beleuchtet und die Atmosphäre und den Zeitgeist der damaligen Zeit gekonnt einfängt.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Lesenswerter Roman - von Leserin - 05.03.2020 zu Sandra Lüpkes „Die Schule am Meer“
Hat ein Internat auf Juist, das 1925 entstehen soll überhaupt eine Chance? Eine Gruppe von Lehrern will tatkräftig und voller Ideale etwas ganz besonderes schaffen. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Allen voran die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian sowie die resolute Insulanerin Kea, die gute Küchenfee. Kann das gut gehen? Bald kommt es schon zu Spannungen zwischen den Inselbewohnern und den Lehrkräften. Dann kommt der schlimme Eiswinter 1929 und wochenlang ist die Insel vom Festland getrennt. Alle rücken in der Not zusammen. Kann das weiterhin gutgehen, wenn sonst das Chaos herrscht? Das Buch ist sehr gut geschrieben und auch verständlich. Es hat den Leser gleich in den Bann gezogen. Die Charaktere waren sehr gut beschrieben und entwickelten sich auch weiter. Gut fand ich dass tatsächliche Vorkommnisse und Fiktion kombiniert wurde. Die Schule gab es wirklich. Beim Lesen war alles geboten: z.B. Nachdenken, lächeln, sich wundern, und einfach nur lesen und genießen. Ein empfehlenswerter Roman
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