Lyman Frank Baum wurde 1856 in einem kleinen Ort im Staat New York geboren. Er arbeitete als Reporter, stellte Schmieröl her, leitete ein Warenhaus und züchtete Hühner jahrelang, ohne Erfolg. Seinen Durchbruch als Schriftsteller hatte er schließlich um 1900, als er eine jener Gutenachtgeschichten aufschrieb, die er für seine Kinder erfand: »Der Zauberer von Oz«. Er starb 1919 in Los Angeles.
Frances Hodgson Burnett (1849 1924) wurde in Manchester geboren und wanderte mit ihrer Familie 1865 in die USA aus. Nach ersten Kurzgeschichten, die in Zeitschriften veröffentlicht wurden, schrieb sie im Laufe ihres Lebens über 40 Kinder- und Jugendromane. Zu ihren bekanntesten Romanen, die auch mehrfach verfilmt wurden, gehören »Der kleine Lord«, »Sara, die kleine Prinzessin« und »Der geheime Garten«.
Charles Lutwidge Dodgson (1832 1898), besser bekannt unter seinem Pseudonym Lewis Carroll, gilt als einer der bekanntesten Vertreter der »englischen Nonsens-Literatur«. Der Dozent für Mathematik und Logik am Christ Church College in Oxford schrieb »Alice s Adventures in Wonderland« (dt. »Alice im Wunderland«) 1864 ursprünglich für die kleine Tochter seines Dekans, Alice Pleasance Liddel. Die Geschichte entwickelte sich in Kürze zum Weltbestseller und zählt heute zu den Meisterwerken der Kinder- und Jugendliteratur. Bereits 1871 setzte er die Abenteuer von Alice mit »Through the Looking-Glass« (dt. »Alice hinter den Spiegeln«) fort.
Carlo Collodi, der mit bürgerlichem Namen Carlo Lorenzini hieß, wurde am 24. November 1826 in Florenz geboren. Sein Künstlername ist abgeleitet vom Geburtsort seiner Mutter. Er arbeitete als Schriftsteller, Journalist und Präfekturangestellter. Weltberühmt wurde er erst nach seinem Tod am 26. Oktober 1890 durch seinen Roman »Le Avventure di Pinocchio«.
Daniel Defoe, geboren 1660 in London, arbeitete als Kaufmann, Journalist und Publizist. Mit seinem Roman »Robinson Crusoe« wurde er weltberühmt. Er gilt als Begründer des modernen englischen Romans. Weitere Werke aus seiner Feder sind u. a. »Moll Flanders« und »Kapitän Singleton«. Defoe starb 1731 in London.
E. T. A. Hoffmann (1776 1822) studierte Rechtswissenschaft, schlug sich aber anschließend als Zeichner, Theaterkomponist, Bühnenbildner und Musiklehrer durch, bevor er zu schreiben begann. Auf der Suche nach einem höheren Sein stellte er in seinem Werk realistische Alltagsgeschichten neben eine spukhafte Geisterwelt. Beeinflusst von Ludwig Tieck und Novalis wurde er zu einem der Hauptvertreter der Hochromantik. Typisch für das Denken seiner Zeit ist Hoffmanns Beschäftigung mit einer Welt jenseits der Wirklichkeit. Mit seinen Kriminal- und Spukerzählungen wurde Hoffmann zum Begründer der literarischen Detektiv- und der modernen Kurzgeschichte. Sein fantastischer Realismus beeinflusste die europäische Literatur nachhaltig, noch heute gehört sein Œuvre mit Erzählungen wie »Der Sandmann« (1816/17) oder Romanen wie die »Lebensansichten des Katers Murr« (1819/21) zur deutschen Schullektüre.
Robert Louis Stevenson kam am 13. November 1850 in Edinburgh zur Welt. Er studierte erst Maschinenbau, dann Jura, erkrankte an Tuberkulose und verließ seine Heimat, weil ihm das Klima nicht bekam. Stevenson reiste um die Welt, liebte die Südsee und arbeitete als Schriftsteller. Er schrieb Essays, Gedichte, Reisebücher und Romane. Für seinen Stiefsohn Lloyd zeichnete er die Karte einer Insel und dabei fiel ihm die Geschichte Die Schatzinsel ein. Er schrieb sie auf und las Lloyd jeden Nachmittag vor, was er am Morgen geschrieben hatte. Das fertige Buch erschien 1883. Es wurde mehrmals verfilmt. Die letzten Jahre lebte Robert Louis Stevenson in Samoa. Dort starb er mit nur 44 Jahren Ende 1894.
Pamela L. Travers (1899 1996) gehört zu den wenigen Autor*innen, die mit Kinderbüchern in die Geschichte der Weltliteratur eingegangen sind. Der 1934 veröffentlichte Roman »Mary Poppins« sowie die drei Nachfolger beschworen die magische Phase der Kindheit herauf, die Fähigkeit, die Wunder hinter der Wirklichkeit des Alltags zu erkennen. Die Erwachsenen schneiden bei Pamela L. Travers nicht so gut ab: Sie reden mit ihren Kindern, als ob sie nicht recht bei Verstand wären.
Mark Twain (1835 1910) wurde als Samuel Langhorne Clemens im amerikanischen Bundesstaat Missouri geboren. Als sein Vater starb, musste er mit zwölf Jahren die Schule abbrechen und in die Lehre gehen. Er arbeitete als Lotse auf dem Mississippi und als Silbersucher in Nevada. Noch bevor er 20 Jahre alt war, begann er, Reisegeschichten zu schreiben, später dann Romane. »Die Abenteuer des Huckleberry Finn« sollte eine Fortsetzung von »Tom Sawyer« sein. Heute gilt es jedoch als das wichtigere der beiden Bücher. Ernest Hemingway sieht in »Huckleberry Finn« den Wegbereiter der modernen amerikanischen Literatur. Mark Twain zählt zu den Großen der Weltliteratur.
Jules Verne (1828 1905) war ein begeisterter Beobachter. Er lebte in einer Zeit, in der sich die Welt rasant veränderte. Auf allen Wissensgebieten, Physik, Chemie, Mechanik, wurden neue Entdeckungen und Erfindungen gemacht. Jules Verne ließ sich von der Stimmung des Umbruchs und des Fortschritts mitreißen. Nichts schien den Menschen damals unmöglich! Genau das regte den Schriftsteller zu seinen weltberühmten Abenteuerromanen an. Er gilt heute noch als einer der »Erfinder« der Science-Fiction.