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Der Schlaf und das Flüstern

Roman. 1. , Erste Auflage.
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Produktdetails

Titel: Der Schlaf und das Flüstern
Autor/en: Stefan Petermann

ISBN: 3941639021
EAN: 9783941639027
Roman.
1. , Erste Auflage.
asphalt & anders Verlag

22. Januar 2010 - gebunden - 266 Seiten

Zwei Perspektiven, eine Geschichte. Von Pola, die die Zeit anhalten kann. Von Janek, der hinter ihr Geheimnis kommt. Von Lange Sömme, einem Ort, in dem die Straßen auch nachts noch nach Kamilleblumen riechen. Von Schmetterlingen, die getötet werden müssen, um ihre Schönheit zu bewahren. Von verschwundenen Vätern. Und von roten Flugzeugen, aus denen man springen muss, um ein Leben zu erfahren, welches so magisch wie die Summe allerWirklichkeiten ist.
Eins

Zwei
Pola. Das Schmetterlingszimmer.
Janek. Lange Sömme.
Pola. Ein zeitlich begrenzter Ausnahmezustand.
Janek. Das goldene Zeitalter.
Pola. Vom Schweigen.
Janek. Vom Sprechen.
Pola. Die Summe derWirklichkeit.
Janek. Das Zittern ihrer Lippen.
Pola. DieWindhose.
Janek. Nach dem Feuer.
Pola. Der Schlaf, das Flüstern.
Janek. Ein blinder Fleck.
Pola. Esther.
Janek. Polaroid.
Pola. Ein Montag.

Drei
Stefan Petermann wurde 1978 in Werdau geboren. Studium in Weimar. Seine Erzählungen "nebenan" und "Der Zitronenfalter soll sein Maul halten" wurden verfilmt und auf internationalen Festivals aufgeführt. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, darunter zuletzt den Publikumspreis und den 3. Platz beim 14. MDR-Literaturwettwerb. Stefan Petermann lebt in Weimar. Siehe auch www.stefanpetermann.de
Eins Im Gras lag ein Körper, zwischen salzweiß blühenden Kamillen. Die Arme geöffnet, die Beine gespreizt, das Gesicht, von einem kaum wahrnehmbaren Lächeln gezeichnet, dem Himmel zugewandt. Der Körper unberührt, die Kleidung unversehrt. Keine Knöpfe, die fehlten, kein Hosenbein, das gerissen war. Die Schnürsenkel der roten Stoffturnschuhe doppelt gebunden. Um den Hals ein buntes Tuch geschlungen, das dichte Haar von hölzernen Spangen gehalten. Neben dem Körper, auf einem dreibeinigen Metallgestell, ein Fernrohr. Das Objektiv auf einen unsichtbaren Punkt in den Wolkenbergen gerichtet. Vor dem Fernrohr ein alter Stuhl. Über die hellgrünen Rispengräser der Wiese, die an den Rändern sanft in ein Tal überging, trieb der Wind Wellen. Grillen zirpten, Fliegen verfingen sich in Spinnennetzen, Schmetterlinge landeten auf Kamillenblüten, um Nektar zu saugen. Aus dem Gräsermeer erhob sich ein Arm und streckte sich langsam dem Himmel entgegen. Wie in Zeitlupe öffnete sich die zur Faust geballte Hand, bis der Handteller parallel zum Horizont stand. Bewegung kam in die Pflanzen. Sie schüttelten sich, raschelten aufgebracht und legten sich schließlich zur Seite. Das Gesicht eines Mannes in den mittleren Jahren tauchte auf. Es war ein Gesicht, das vor vielen Jahren Schönheit getragen hatte. Auch wenn noch immer tiefblaue Augen dicht beieinanderstanden, wenn neben den Nasenflügeln Überreste von Sommersprossen zu erkennen waren, wenn das halblange Haar zerzaust, aber nicht ungepflegt in die Stirn fiel, so fehlte dem Gesicht jegliche Spannung, jede Form von Energie, von Kraft. Man konnte so weit gehen zu sagen, dem Gesicht fehlte Leben. Müde blickte der Mann sich um. Er hatte sich aufgesetzt, vom Wind getrieben trommelten Gräser gegen seine Brust. Er fuhr durch seine Haare, doch nicht um sie zu ordnen. Unscharf nahm er die Umgebung wahr. Sah auf die Wiese, wie sie ruhig und friedlich dalag. Nur Sonnenstrahlen, Wolkenfetzen und ein Fernrohr. Janek tastete seinen schmalen Körper ab. Er schien unverletzt. Vorsichtig streckte er sich. Von seiner Brust glitten die Gräser ab. Sein Blick verschob sich. Noch bevor er zum Stehen kam, wurde ihm schwindelig. Die Beine gaben nach und er taumelte, ohne das Gleichgewicht halten zu können, stürzte zurück ins Grün. Benommen blieb er liegen. Verlor das Bewusstsein, für ein, zwei Minuten. Öffnete die Augen, blinzelte in den Himmel. Bemühte sich, nicht in die Sonne zu schauen. Schillernde Trapeze formten sich, tanzten wie aufgescheuchte Mückenschwärme vor seinen Augen. Janek drehte sich zur Seite. Kühl umfingen ihn die Gräser. Die Wiese fiel ins Tal hinab. Dort begann das Dorf. Wie hinter einem Vorhang versteckt lag es. Nur ein dumpfes Flimmern von Geräuschen war zu hören, nichts Eindeutiges, nichts, das auf die unmittelbare Anwesenheit von Menschen hindeutete. Allein stand Janek auf dem Plateau, tat vorsichtig seine ersten Schritte. Immer noch fühlte er sich schwach. Er wusste nicht, wie er hierher geraten war. Er wusste nicht, wohin er gehen sollte, wonach er suchen musste. Vielleicht hundert Meter von ihm entfernt war das Gras niedergedrückt. Taumelnd umkreiste Janek die Stelle, entfernte sich davon und stolperte wieder näher, bis er sie schließlich erreichte. Eine Erinnerung, mehr die Ahnung einer Erinnerung, durchzuckte ihn, viel zu schnell, um sie halten zu können. Er hielt inne. Dann sah er.
"Unablässig blies Wind. Brannte Sonne. In der Ferne das Rauschen des Dorfes. In den Augenwinkeln sah Janek etwas glänzen. Er lief, stolperte darauf zu. Die Gräser raschelten, wenn er sie niedertrat. Manchmal blieb er stehen und hielt sich benommen den Kopf. Das Glitzern änderte seine Intensität. Janek erreichte das Fernrohr. Doch als er ankam, weckte nicht mehr das Fernrohr seine Aufmerksamkeit. Er betrachtete
nicht die silberne Ummantelung, die, obwohl sie an vielen Stellen zerschrammt war, gepflegt wirkte. Er drückte nicht sein Auge gegen das Okular, um zu sehen, worauf das Fernrohr gerichtet war. Auch die orangefarbenen Luftkissen, die von dieser Stelle aus sichtbar waren, interessierten ihn nicht. Stattdessen setzte sich Janek erschrocken, erstaunt und fassungslos zugleich auf den Holzstuhl neben dem Fernrohr. Und als er saß und sah, kam die Erinnerung wieder. Im Gras lag ein Körper, und Janek kannte diesen Körper."


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