
Die Buchreihe Linguistische Arbeiten (LA) trägt wesentlich zur aktuellen linguistischen Theoriebildung im Bereich der allgemeinen und einzelsprachlichen Linguistik bei. Veröffentlicht werden hochwertige Arbeiten, die aktuelle Fragestellungen bearbeiten und die Entwicklung der Sprachwissenschaft, synchron oder diachron, empirisch oder theoretisch orientiert, vorantreiben.
Over the past few decades, the book series Linguistische Arbeiten [Linguistic Studies], comprising over 500 volumes, has made a significant contribution to the development of linguistic theory both in Germany and internationally. The series will continue to deliver new impulses for research and maintain the central insight of linguistics that progress can only be made in acquiring new knowledge about human languages both synchronically and diachronically by closely combining empirical and theoretical analyses. To this end, we invite submission of high-quality linguistic studies from all the central areas of general linguistics and the linguistics of individual languages which address topical questions, discuss new data and advance the development of linguistic theory.
Die Studie zeichnet die großen Linien der Erforschung der Intonation im Deutschen und Italienischen nach und unterzieht ihre Ergebnisse einer Prüfung an einem umfangreichen Korpus aus deutschen und italienischen Alltagsgesprächen. Für den Sprachvergleich wird ein übereinzelsprachliches Kategoriesystem entwickelt. Als (funktionale) Vergleichskategorien werden sieben handlungslogische Kategorien vorwiegend aus dem Bereich der Gesprächsorganisation definiert. Als Beschreibungskategorien dienen die Töne eines als phonetisches Beschreibungsinstrument rekonstruierten ToBI-Systems. Für die Analyse werden Äußerungspaare gewählt, in denen Sprecher eigene Beiträge oder Beiträge der Gesprächspartner wiederholen oder geringfügig modifiziert reproduzieren, bei denen die grammatisch-lexikalische Information also sehr ähnlich oder identisch ist (intonatorische >Quasi-Minimalpaare<). In der Analyse (bestehend aus konversationsanalytischer Funktionsbestimmung, auditiver Konturzuweisung und exakter akustischer Quantifizierung) zeigt sich, daß die Gesprächsteilnehmer die Intonationskonturen der Bezugsäußerungen in Abhängigkeit von ihren Handlungsabsichten bearbeiten. Dabei bedienen sie sich geregelter >intonatorischer Verfahren<, deren Identifizierung den Entwurf eines dynamischen Modells der Intonation im Gespräch erlaubt: Die Produktion einer Zielkontur wird als kontextsensitiver Prozeß modelliert. Bei der Zuordnung der Verfahren zu den Vergleichskategorien zeigt sich eine weitgehende Identität von Deutsch und Italienisch.
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