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Kalte Herzen

Roman. Originaltitel: Harvest. 'Blanvalet Taschenbücher…
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Produktdetails
Titel: Kalte Herzen
Autor/en: Tess Gerritsen

ISBN: 3442358809
EAN: 9783442358809
Roman.
Originaltitel: Harvest.
'Blanvalet Taschenbücher'.
Übersetzt von Kristian Lutze
Blanvalet Taschenbuchverl

1. Januar 2003 - kartoniert - 383 Seiten



Als junges Mädchen musste Abby hilflos miterleben, wie ihr kleiner, herzkranker Bruder seinen Kampf auf Leben und Tod verlor. Damals schwor sie, später als Ärztin andere Kinder zu retten. Jahre danach gehört sie zum Top-Transplantationsteam eines Krankenhauses in Boston. Als jedoch eine keineswegs todkranke, aber reiche Frau trotz Abbys Widerspruch eines der raren Spenderherzen erhält, wird Abby misstrauisch. Sie forscht auf eigene Faust nach und stellt fest, dass dieses Herz aus dunklen Kanälen stammt ...



So gekonnt wie Tess Gerritsen vereint niemand erzählerische Raffinesse mit medizinischer Detailgenauigkeit und psychologischer Glaubwürdigkeit der Figuren. Bevor sie mit dem Schreiben begann, war die Autorin selbst erfolgreiche Ärztin. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit dem Thriller »Die Chirurgin«, in dem Detective Jane Rizzoli erstmals ermittelt. Seither sind Tess Gerritsens Thriller um das Bostoner Ermittlerduo Rizzoli & Isles von den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Maine.
Er war klein f'r sein Alter, kleiner als die anderen Jungen, die in der Unterf'hrung in Arbats-Kaya bettelten, doch mit elf hatte er schon alles ausprobiert. Er rauchte seit vier Jahren Zigaretten, stahl, seit er acht war, und ging seit zwei Jahren auf den Strich. Letzteres mochte Jakov nicht besonders, aber Onkel Mischa bestand darauf. Wie sollten sie sonst Brot und Zigaretten kaufen? Als kleinster und blondester von Onkel Mischas Jungen trug Jakov die Hauptlast des Gesch's. Die Freier bevorzugten immer die jungen und blonden. Das Fehlen seiner linken Hand schien sie nicht zu st'ren; die meisten bemerkten den verk'mmerten Stumpf gar nicht. Sie waren zu angetan von seinem zierlichen Wuchs, seinen blonden Haaren und seinen unerschrockenen blauen Augen. Jakov sehnte sich danach, zu alt f'r dieses Gesch' zu werden und sich seinen Lebensunterhalt durch Taschendiebst'e zu verdienen wie die anderen Jungen. Jeden Morgen, wenn er in Onkel Mischas Wohnung aufwachte, und jeden Abend vor dem Einschlafen packte er mit seiner gesunden Hand das Kopfteil seiner Pritsche und reckte sich in der Hoffnung, seiner Gr'' wenigstens ein paar Millimeter hinzuzuf'gen. Jakov war klein, weil er aus einer verk'mmerten Linie stammte. Die Frau, die ihn vor acht Jahren in Moskau allein zur'ckgelassen hatte, war auch verkr'ppelt gewesen. Jakov konnte sich kaum an die Frau erinnern, genausowenig wie an irgend etwas anderes von seinem Leben in der Stadt. Er wu'e, was Onkel Mischa ihm erz't hatte, und glaubte davon h'chstens die H'te. F'r das zarte Alter von elf Jahren war Jakov nicht nur kleinw'chsig, sondern auch ungew'hnlich helle.
Deshalb betrachtete er den Mann und die Frau, die mit Onkel Mischa am E'isch 'ber Gesch'e sprachen, auch mit nat'rlicher Skepsis.
Das Paar war in einem gro'n, schwarzen Wagen mit get'nten Scheiben vorgefahren. Der Mann hie'Gregor und trug einen Anzug mit passender Krawatte und Schuhe aus echtem Leder. Nadja, die Frau, war eine Blondine in einem Rock und einer Ja
cke aus edler Wolle. Sie trug einen Hartschalenkoffer. Nadja war keine Russin, das war allen vier Jungen in der Wohnung sofort klar. Vielleicht Amerikanerin oder Engl'erin. Sie sprach flie'nd russisch, aber mit einem Akzent. W'end die beiden M'er bei einer Flasche Wodka das Gesch'liche beredeten, wanderte der Blick der Frau durch die winzige Wohnung. Sie registrierte die an die Wand ger'ckten alten Feldbetten, die Haufen dreckiger Laken und die vier in 'stlichem Schweigen zusammengekauerten Jungen. Nadja hatte hellgraue Augen, sch'ne Augen, und sie musterte die Jungen nacheinander. Zuerst betrachtete sie Pjotr, der mit f'nfzehn der 'este war, dann den dreizehnj'igen Stepan und den zehnj'igen Alexei. Und zuletzt sah sie Jakov an.
Jakov war es gewohnt, von Erwachsenen auf diese Art gemustert zu werden, und er erwiderte ihren Blick ruhig. Ungewohnt war es, so rasch 'bergangen zu werden. Normalerweise ignorierten die Erwachsenen die 'eren Jungen, aber diesmal war es der hagere, pickelige Pjotr, der die Aufmerksamkeit der Frau auf sich zog.
"Sie tun das Richtige, Mikhail Isayevich", sagte Nadja zu Mischa. "Diese Kinder haben hier keine Zukunft. Wir bieten ihnen eine einmalige Gelegenheit!" Sie l'elte den Jungen zu.
Stepan, der Dummkopf, grinste zur'ck wie ein verliebter Idiot. "Sie wissen, da'sie kein Englisch sprechen", sagte Onkel Mischa. "Nur das eine oder andere Wort." "Kinder schnappen so was schnell auf, praktisch m'helos." "Sie werden Zeit brauchen zum Lernen. Die Sprache, das Essen - ".
"Unsere Agentur kennt die Anpassungsprobleme und Bed'rfnisse der Jungen. Wir arbeiten mit zahlreichen russischen Kindern, Waisen wie diese. F'r eine Weile werden sie eine Spezialschule besuchen, um die notwendige Zeit zur Umstellung zu erhalten."
"Und wenn sie es nicht schaffen?"
Nadja z'gerte. "Hin und wieder gibt es Ausnahmen, Kinder mit emotionalen Problemen." Ihr Blick wanderte 'ber die vier Jungen. "Gibt es einen, der Ihnen besondere Sorgen macht?" Jak
ov wu'e, da'er derjenige mit den Problemen war, von denen sie sprachen. Derjenige, der selten lachte und nie weinte. Derjenige, den Onkel Mischa sein "kleines Steinm'chen" nannte. Jakov wu'e nicht, warum er nie weinte. Wenn den anderen Jungen weh getan wurde, vergossen sie gro' Tr'n. Jakov dagegen schaltete einfach ab. Totale Mattscheibe, so wie im Fernsehen sp'bends, wenn die Sender abgeschaltet hatten. Kein Programm, keine Bilder, nur dieses beruhigende wei' Flimmern.
"Sie sind alle gute Jungen", versicherte Onkel Mischa. "Prachtburschen."
Jakov musterte die drei anderen Jungen. Pjotr hatte eine vorstehende Stirn und leicht vorgebeugte Schultern wie ein Gorilla. Stepan hatte komische Ohren, klein und faltig, dazwischen ein Hirn von der Gr'' einer Walnu' Alexei lutschte am Daumen.
Und ich, dachte Jakov und betrachtete den Stumpf seines Unterarms, habe blo'eine Hand. Warum nennen sie uns Prachtkerle? Doch genau das war es, was Onkel Mischa nicht aufh'rte zu beteuern. Und die Frau nickte. Ja, es waren gute Jungen, gesunde Jungen.
"Selbst ihre Z'e sind in Ordnung!" betonte Mischa. "Kein bi'hen verfault. Und sehen Sie, wie gro'Pjotr ist."
"Der da sieht ein bi'hen unterern't aus." Gregor zeigt auf Jakov. "Und was ist mit seiner Hand passiert?"
"Er wurde schon so geboren."
"Die Strahlung?"
"Ansonsten ist er vollkommen intakt. Ihm fehlt nur die Hand." "Das sollte kein Problem sein", sagte Nadja und erhob sich von ihrem Stuhl. "Wir m'ssen aufbrechen. Es wird Zeit." "Schon so bald?"
"Wir haben einen Terminplan einzuhalten." "Aber ihre Kleidung?"
"Die Agentur wird sie neu einkleiden. Und besser."
"Mu'denn alles so schnell gehen? Haben wir keine Zeit, uns voneinander zu verabschieden?"
Ein Anflug von Ver'erung blitzte in den Augen der Frau auf. "Aber nur einen Moment. Wir wollen unsere Anschl'sse nicht verpassen."
Onkel Mischa sah seine Jungen an, seine vier Jungen, die weder durch Blutsbande noch Liebe, sondern allein durch
gegenseitige Abh'igkeit und Bed'rftigkeit an ihn gebunden waren. Er umarmte einen nach dem anderen. Als er zu Jakov kam, dr'ckte er ihn ein wenig enger und l'er. Onkel Mischa roch nach Zwiebeln und Zigaretten. Es waren vertraute Ger'che, gute Ger'che. Doch Jakov zog sich instinktiv zur'ck. Er mochte es nicht, umarmt oder ber'hrt zu werden, von niemandem. "Denk immer an deinen Onkel", fl'sterte Mischa. "Wenn du reich bist in Amerika, denk daran, wie ich mich um dich gek'mmert habe."




"Tess Gerritsen gehört zu meinen absoluten Favoriten. Sie ist besser als Robin Cook und - ja wirklich! - besser als Michael Crichton. Behalten Sie Ihre Stromrechnung im Auge: Sie werden die ganze Nacht hindurch das Licht brennen lassen und lesen!"


Kundenbewertungen zu Tess Gerritsen „Kalte Herzen“

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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Da bleibt kein Herz kalt - von Krimimäuschen - 04.05.2011 zu Tess Gerritsen „Kalte Herzen“
Wer Tess Gerritsen kennt, weiß, dass sie gerne Kliniken in ihren Krimis außerhalb der Jane Rizzoli-Reihe verarbeitet. Aber gerade das macht diese Bücher für mich so reizvoll. Auch in diesem Krimi stehen die Personen und ihre Machenschaften/Intrigen im Vordergrund. Menschen mit viel Geld versuchen sich alles zu kaufen, auch Spenderorgane. Ob sie damit Erfolg haben, wird man gegen Ende des Buches sehen. Manche Dinge kann man sich jedenfalls nicht kaufen und so verliert Abby im Laufe der Story Job und Nähe zu einigen Menschen, gewinnt dafür aber andere, die ihr voll und ganz zur Seite stehen. Hochspannung pur, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und freue mich auf weitere Bücher der Autorin!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Beste Autorin der Welt :-) - von Anna R. - 30.03.2009 zu Tess Gerritsen „Kalte Herzen“
Ich selbst liebe die Bücher von Tess Gerritsen einfach, sie schreibt so detaliert was wirklich eine riesen Spannung erzeugt und man kann sich alles super vorstellen. Nun zum Buch, ich finde das Buch ist nicht gerade das Beste im Gegensatz zu "Scheintod".Das Buch "kalte Herzen" kam mir nach dem Buch Scheintod ein wenig langweilig vor. Aber na ja es war wie immer sehr detaliert und schön vorstellbar geschrieben, deswegen von mir 3 Sterne.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Auf dem Operationstisch - von Polar - 20.01.2009 zu Tess Gerritsen „Kalte Herzen“
Dieser Thriller ist nichts für jemanden, der nicht gerne zum Arzt geht und weißen Kitteln misstraut. Abseits der bewährten Serientäter, die Jane Rizzoli jagt, erzählt Tess Gerritsen in Kalten Herzen mitten aus dem Operationssaal, einem Bereich, in dem sie sich bestens auskennt. Und so führt die Autorin uns durch eine Welt, in der Entscheidungen über Leben und Tod gefällt werden, wo jegliche Moral am besten ausgeklammert wird, um Karriere zu machen und das Gewinnstreben zur obersten Maxime erklärt wird. Natürlich gibt es auch da Menschen, die sich einen Rest Mitgefühl bewahrt haben und Fragen stellen, die Kollegen unangenehm sind. Auch wenn gleich zu Beginn. der Plot um russischen Organhandel durchscheint, auf den Gerritsen ein Polizist aufmerksam gemacht haben soll, gelingt es ihr, der angehenden Chirurgin Abby zunehmend eine Schlinge um den Hals zu legen. Das Ganze beginnt, als sie sich entscheidet, einem Jungen zu helfen, der ohne Transplantation sterben würde, und die Erfahrung machen muss, dass man sich besser nicht gegen das eigene Krankenhaus stellen sollte, wenn ein reicher Ehemann auf Rache sind. Die Götter in Weiß sind nicht unangreifbar. Auch sie kann man mit fingierten Prozessen überhäufen. Brenzlig wird es erst wenn die Kollegen einen im Regen stehen lassen. Dem Plot fehlt es mitunter an Spannung, erinnert in ihrer Chefetagenkriminalität an Die Firma von Grisham doch die Innenansicht macht das platte Konstrukt wett. So abschreckend, dass man sich ernsthaft fragt, ob man seinen Spenderausweis noch bei sich tragen will. Als Ersatzteillager ohne Einfluss wandert eine Niere schon mal in den Müll, wenn sich zu gegebener Zeit kein Abnehmer findet, während vielleicht Herz und Leber auf Wanderschaft gehen. Allein der Gedanke, dass mit einem gehandelt wird, macht die Galle schon unbrauchbar.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Raffinierter Kriminalroman - von Frank Streibhardt - 14.07.2005 zu Tess Gerritsen „Kalte Herzen“
Das war mein erstes Buch von Tess Gerritsen und ich denke, dass es nicht das letzte war. Die Story ist außergewöhnlich und der Schreibstil gefiel mir auch. Für 5 Sterne reicht es nicht, weil mir das Buch teilweise etwas zu blutrünstig war (das bleibt bei einem Medizinthriller nicht aus, könnte aber auch etwas moderater sein). Und das Ende ist ein wenig kitschig.
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