Adalbert Stifter: Bunte Steine. Ein Festgeschenk
Noch in der Berufungsphase zum Schulrat verö ffentlicht Stifter 1853 seine Sammlung von sechs Erzä hlungen » Bunte Steine« . In der berü hmten Vorrede bekennt er, Dichtung sei fü r ihn nach der Religion das Hö chste auf Erden. Das sanfte Gesetz des natü rlichen Lebens schwebt ü ber der idyllischen Welt seiner Erzä hlungen, in denen ü berraschende Gefahren und ausweglose Situationen lauern, denen nur durch das sittlich Notwendige zu entkommen ist.
Erstdruck: Pest (Heckenast) 1853.
Vollstä ndige Neuausgabe mit einer Biographie des Autors.
Herausgegeben von Karl-Maria Guth.
Berlin 2015, 2. Auflage.
Textgrundlage ist die Ausgabe:
Adelbert Stifter: Gesammelte Werke in sechs Bä nden, [herausgegeben von Max Stefl,] Band 3, 6. 10. Tausend der Gesamtausgabe, Wiesbaden: Insel, 1959.
Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgefü hrt.
Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Adalbert Stifter, Im Gosautal, 1834.
Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt.
Ü ber den Autor:
In kargen Verhä ltnissen wä chst Adalbert Stifter im Bö hmerwald auf, bevor er nach Wien ü bersiedelt, wo er zwischen bü rgerlicher Berufstä tigkeit und seinem kü nstlerischen Schaffen als Maler und Schriftsteller schwankt. Zeitweilig als Novellist sehr erfolgreich, stü rzt er nach vernichtenden Kritiken u. a. von Hebbel in tiefe Krisen. 1854 findet er als Schulrat ein wirtschaftliches Auskommen, das ihn geistig unterfordert und ihn seine kü nstlerische Gegenwelt erschaffen lä sst. Von jahrelangem Alkoholmissbrauch gesundheitlich angeschlagen, nimmt Stifter sich im Januar 1868 das Leben. Die ethische Kraft des » sanften Gesetzes« im Wechselspiel von Hö hen und Tiefen der Natur und des Menschen ist sein zentrales Motiv. Seine detailgetreuen Erzä hlungen zä hlen zu den Hauptwerken des Realismus.