eBook.de : Ihr Online Shop für eBooks, Reader, Downloads und Bücher
Connect 01/2015 eBook-Shops: Testsieger im epub Angebot, Testurteil: gut Die Welt: Kundenorientierte Internetseiten Prädikat GOLD
+49 (0)40 4223 6096
€ 0,00
Zur Kasse

Die Frau des Täuferkönigs

Historischer Roman. 1. Auflage. Mit zwei Karten.
Sofort lieferbar (Download)
eBook ePub

Dieses eBook können Sie auf allen Geräten lesen, die epub-fähig sind. z.B. auf den tolino oder Sony Readern.

Häufig gestellte Fragen zu epub eBooks und Watermarking

eBook € 7,99* inkl. MwSt.
Print-Ausgabe: € 9,99
Verschenken
Machen Sie jemandem eine Freude und
verschenken Sie einen Download!
Ganz einfach Downloads verschenken - so funktioniert's:
  1. 1 Geben Sie die Adresse der Person ein, die Sie beschenken
    möchten. Mit einer lieben Grußbotschaft verleihen Sie Ihrem
    Geschenk eine persönliche Note.
  2. 2 Bezahlen Sie das Geschenk bequem per Kreditkarte,
    Überweisung oder Lastschrift.
  3. 3 Der/die Geschenkempfänger/in bekommt von uns Ihre Nachricht
    und eine Anleitung zum Downloaden Ihres Geschenks!
Dieses eBook ist auch verfügbar als:

Produktdetails

Titel: Die Frau des Täuferkönigs
Autor/en: Michael Wilcke

EAN: 9783841206879
Format:  EPUB
Historischer Roman.
1. Auflage.
Mit zwei Karten.
Aufbau Digital

6. November 2013 - epub eBook - 390 Seiten

Amalia und die Wiedertäufer. Im Jahr 1534 trifft in Osnabrück eine Gruppe Gaukler ein, die sich beim Jahrmarkt ein gutes Geschäft erhoffen. Ihr Anführer ist Emanuel Malitz, der einen Handel mit gefälschten Reliquien betreibt. Doch alles geht schief. Everhard Clunsevoet, ein Gutsherr aus Rheine, dem sie das Haus angesteckt haben, nimmt sie gefangen und stellt sie vor die Wahl. Entweder befreien sie seine Tochter Amalia aus Münster, wo die Wiedertäufer die Macht an sich gerissen haben, oder er lässt die Gaukler grausam töten. Malitz bleibt nichts anderes übrig: Er muss sich auf dieses Himmelfahrtskommando einlassen. Dann erfährt er, dass Amalia mittlerweile eine der Ehefrauen von Jan Bockelson, dem selbsternannten König der Wiedertäufer, geworden ist... Ein packendes Epos über die Zeit der Wiedertäufer. Vom Autor des Bestsellers "Hexentage".
Michael Wilcke, Jahrgang 1970, lebt in der Nähe von Osnabrück und hat sich lange mit dem Hexenprozeß um die Apothekerin Anna Ameldung beschäftigt. Er arbeitet als Mediengestalter bei einer Zeitung. Bei Aufbau Taschenbuch liegen seine Romane "Der Glasmaler und die Hure", "Die Falken Gottes", "Der Bund der Hexenkinder", "Die Frau des Täuferkönigs" und "Hexentage" vor.Mehr zum Autor unter www.michael-wilcke.com

KAPITEL 1


Die Geschichte, die ich hier erzählen will, nimmt ihren Anfang nicht in Münster, sondern in Osnabrück, einer westfälischen Bischofsstadt, die sich im Nordwesten der deutschen Länder als wichtiger Handelsplatz für Leinenstoffe hervorgetan hat. Auch das übrige Handwerk florierte in Osnabrück. Vor allem das Brauwesen nahm hier eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu anderen Städten galt das Brauen in Osnabrück als freies Gewerbe. Jedem Bürger war es gestattet, in seinem Haus Bier zum eigenen Gebrauch herzustellen. Und in den Tavernen wurde ein Kräuterbier ausgeschenkt, das die Osnabrücker Grüsing nannten. Dieses würzige Gebräu mundete nicht jedem. Mir jedoch schmeckte es vorzüglich. Wann immer ich Osnabrück einen Besuch abstattete, führte mich mein Weg stets in die Schankwirtschaften, damit ich mich an diesem Höllentrunk laben konnte.

Natürlich war das Kräuterbier für mich nicht der eigentliche Grund, nach Osnabrück zu reisen. Es waren vielmehr besonders lohnende Feierlichkeiten, die mich lockten. Im Oktober des vergangenen Jahres hatte ich mich mit meinen Begleitern beim Fest zu Ehren von Crispin und Crispinian, den Schutzheiligen des Osnabrücker Domes, in der Stadt aufgehalten. Nun, im August des Jahres 1534, statteten wir Osnabrück erneut einen Besuch ab. Unsere Gemeinschaft bestand damals aus mir, meiner Tochter Mieke, dem Medikus Reynold sowie meiner Gefährtin Jasmin, die mich darin unterstützte, den Bürgern mehr oder minder nützliche Reliquien zu verkaufen.

Über eine holprige Handelsstraße schaukelte unser Wagen auf Osnabrück zu. Ich trieb die betagte Stute Brunhilde lautstark voran, doch das Tier blieb stur, setzte gemächlich einen Huf vor den anderen und hob zudem ihren Schweif, um mir trotzig einen übelriechenden Wind entgegenzuschleudern. P
ferde, so sagt man, haben das Furzen zu einer hohen Kunst entwickelt. Brunhildes rege Verdauung erwies sich als überzeugender Beweis für diese Behauptung.

Unter Fanfaren aus dem Pferdearsch erreichten wir also Osnabrück, wo wir uns auf dem Platz vor dem südlich gelegenen Johannistor niederließen. Viel Beachtung schenkte man uns nicht, denn die Bürger waren damit beschäftigt, diesen Platz für das Fest des Vogelschießens herzurichten. Inmitten einer Reihe von mit bunten Girlanden verzierten Zelten und Bretterbuden thronte ein großer Holzvogel, der an einem hohen Mast befestigt worden war. An ihm würden sich die Schützen der Stadt messen. Gewiss waren auch Männer aus den umliegenden Ortschaften nach Osnabrück gekommen, um bei diesem Wettstreit das letzte Stück des Vogels herunterzuschießen und als König der Schützen einen Preis zu erhalten.

Doch nicht nur junge Burschen mit ihren Armbrüsten und Hakenbüchsen lockte dieses Fest in die Stadt, auch zahlreiche Händler, Musikanten, Schausteller und Gaukler fanden sich in Osnabrück ein, darunter auch meine Gefährten und ich. Wir hatten vor, eine knappe Woche hier zu verweilen, danach würden wir zur nächsten Stadt weiterziehen.

Menschen wie uns nennt man Fahrende. Böse Zungen bezeichnen uns hingegen als Parasiten, Schmarotzer oder Strolche. Doch seien wir ehrlich: Was wären die Jahrmärkte und Volksfeste ohne die heitere Schar der Possenreißer, Taschenspieler, Kunstreiter oder Tänzer? Wohl nichts als eine Ansammlung halsstarriger Kaufleute und zerknirschter Bürger, die doch insgeheim allesamt nach Zerstreuung suchen.

Jedermann erfreut sich an unserem bunten Treiben, bestaunt das artistische Geschick und kichert über die frechen Reime der Komödianten. Ist es da im Grunde nicht verwunderlich, dass man uns Fahrende zu den verfemten Beru
fen zählt? Man stellt uns auf eine Stufe mit unehrenhaften Gesellen wie Abdeckern, Totengräbern, Hundeschlägern und Henkern und spricht uns jegliche Rechte ab. Überführt man uns einer geringen Verfehlung, so müssen wir mit den schlimmsten körperlichen Züchtigungen rechnen. Doch wird uns Ehrlosen ein Unrecht zugefügt, braucht der Übeltäter keine harte Strafe zu befürchten.

Vor einiger Zeit berichtete mir ein Taschenspieler, dass sein Weib bei einem Aufenthalt in Erfurt von einem wohlhabenden Zunftmeister geschändet worden war, als sie in seinem Haushalt einige Arbeiten verrichtet hatte. Der Taschenspieler erstattete Anzeige beim Rat, und tatsächlich wurde seiner Klage stattgegeben. Daraufhin wurde der Zunftmeister angewiesen, sich vor eine sonnenbeschienene Wand zu stellen, und der Taschenspieler erhielt die Erlaubnis, dem Schatten des Verurteilten dreimal an den Hals zu schlagen. Damit war die Schuld abgegolten.

Aber ich will nicht über dieses Unrecht jammern. Im Grunde gefällt mir mein Leben als Verfemter. Was bleibt mir auch anderes übrig? Ich habe kein Handwerk erlernt, und meine einzige Begabung ist es, die Menschen galant mit Worten und Gesten zu umschmeicheln, so dass es mir häufig gelingt, ihnen jeglichen Unrat für eine gute Münze zu verkaufen.

Ein Trost ist es mir, dass meine Begleiter in keinem besseren Licht stehen. Reynold, der rund zwanzig Jahre älter ist als ich, bezeichnet sich als Arzt, doch ich habe niemals miterlebt, dass er einem Kranken helfen konnte. Zumeist verkauft er auf den Jahrmärkten nur seinen als alchemistische Universalarznei angepriesenen Theriak – ein nutzloses Gebräu aus Wasser, Anis und Kümmel. Oder er bietet den Männern und Frauen gegen ihre Leiden absonderliche Mittel zur Vertreibung der Krankheitsdämonen an, die er aus unappetitlichen Bestandteilen wie gedörrten Kr&o
uml;ten, verbrannten Maulwürfen, Ziegenkot oder Schlangenfett zusammenmischt.

Sein äußeres Erscheinungsbild weckt nicht unbedingt Vertrauen. Da ihm ein Ohr fehlt, zieht er zumeist eine Gugel über seinen Kopf. Die hässlichen gelben Zahnstümpfe und sein fauliger Atem lassen sich allerdings nicht so leicht verbergen. Zudem bringt ihn sein loses Mundwerk immer wieder in arge Schwierigkeiten. Ich bin mit diesem Kerl gewiss nicht immer einer Meinung, aber Reynold begleitet mich, seitdem ich vor nunmehr zehn Jahren mehr oder minder freiwillig den Entschluss gefasst habe, als Vagant über das Land zu ziehen. Trotz unserer häufigen Streitigkeiten ist er für mich immer ein Vertrauter und Freund geblieben.

Auch meine Gefährtin Jasmin weist kein besonderes Talent auf. Dennoch ist sie mir beim Verkauf meiner Reliquien eine wertvolle Hilfe. Dies ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass in Jasmins Adern ein Anteil orientalisches Blut fließt und ich sie den Schaulustigen darum als Prinzessin aus dem Heiligen Land präsentiere. Wenn sie nicht auf unserer Bühne steht, gibt sie allerdings keineswegs das Bild einer wohlerzogenen Dame ab. Sie spuckt ungeniert auf den Boden, und ihre Wortwahl ist beizeiten so derb, dass es selbst einem hartgesottenen Landsknecht die Schamesröte ins Gesicht treibt.

Wenn es aber darum geht, den Schaulustigen auf den Jahrmärkten meine Reliquien aufzuschwatzen, verwandelt sich Jasmin in eine schillernde Gestalt aus dem fernen Morgenland. Auf der Bühne trägt sie ein seidenes, mit Glöckchen und Bändern geschmücktes Kleid sowie eine kupferne Krone. Mit etwas Schminkpulver lasse ich den bronzefarbenen Ton auf ihren Wangen deutlicher hervorstechen. Alles in allem kann ich der staunenden Menge so eine überzeugende orientalische Prinzessin präsentieren, die angeblich unter den widrigsten Umständen eine weite Reise auf sich geno
mmen hat, um eine Truhe mit heiligen Reliquien aus dem fernen Jerusalem auf diesen Markt zu schaffen. Es erstaunt mich immer wieder, dass nur selten einer der Umstehenden laut seine Zweifel daran äußert, dass eine Dame aus dem Morgenland solche Anstrengungen unternommen hat, nur um auf einer morschen Bretterbühne in Osnabrück, Minden, Warendorf oder anderen recht unbedeutenden Orten diese wundersamen Schätze zum Verkauf anzubieten.

Wahrscheinlich zieht Jasmins Anblick die Menschen ganz einfach in ihren Bann. Wenn sie der Menge dann noch einige fremdartig klingende Wörter zuruft, die sie im Kindesalter von ihrer orientalischen Mutter aufgeschnappt hat, dauert es zumeist nicht lange, bis die ersten Neugierigen herantreten und mir ihre Münzen für den nutzlosesten Tand überlassen.

Wenn es ein Mitglied unserer kleinen Gemeinschaft gibt, das tatsächlich mit einer besonderen Begabung gesegnet ist, dann ist da wohl meine zehnjährige Tochter Mieke zu nennen. Das Mädchen besitzt die geschicktesten Diebesfinger, die mir je zu Augen gekommen sind. Flink und unbemerkt greift sie in die Taschen der reichen Pfeffersäcke und hat auf diese Weise schon einige Münzen ergattert, die uns an so manchen Abenden vor dem Hunger bewahrt haben. Hin und wieder plagt mich die Sorge, dass es irgendwann einmal ein schlimmes Ende mit meiner Tochter nehmen wird, doch im Grunde macht es mich auch stolz, dass sie diese Fertigkeit besitzt.

Das also waren die Gefährten, mit denen ich in Osnabrück auf dem Festgelände vor dem Johannistor eintraf. Bedauerlicherweise kamen wir zu spät an, um einen der begehrten Plätze im Schatten des Stadtwalles zu ergattern, was einen Nachteil für uns bedeutete, denn die meisten der Schaulustigen würden sich in der brütenden Sommerhitze nicht lange in der Sonne aufhalten. Zumindest aber konnten wir unseren Wagen und damit unsere Bühne so
aufstellen, dass sie den vorüberziehenden Männern und Frauen sofort ins Auge fiel.

Am Vortag hatten wir die letzten Vorräte aufgebraucht. Mit leeren Mägen machten wir uns nun daran, alles für die Vorstellung vorzubereiten, die am Nachmittag beginnen sollte und uns hoffentlich genügend Münzen für eine sättigende Abendmahlzeit einbringen würde.

An der Seite des Wagens klappte ich eine Plattform aus, die ich mit mehreren Stangen...


Dieses eBook wird im epub-Format geliefert und ist mit einem Wasserzeichen versehen. Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Für welche Geräte?
Sie können das eBook auf allen Lesegeräten, in Apps und in Lesesoftware öffnen, die epub unterstützen:

  • tolino Reader
    Laden Sie das eBook direkt auf dem Reader im eBook.de-Shop herunter oder übertragen Sie das eBook auf Ihr tolino Gerät mit einer kostenlosen Software wie beispielsweise Adobe Digital Editions.

  • Sony Reader und andere eBook Reader
    Laden Sie das eBook direkt auf dem Reader im eBook.de-Shop herunter oder übertragen Sie es mit der kostenlosen Software Sony READER FOR PC/Mac oder Adobe Digital Editions.

  • Tablets und Smartphones
    Installieren Sie die tolino Lese-App für Android und iOS oder verwenden Sie eine andere Lese-App für epub-eBooks.

  • PC und Mac
    Lesen Sie das eBook direkt nach dem Herunterladen mit einer kostenlosen Lesesoftware, beispielsweise Adobe Digital Editions Sony READER FOR PC/Mac.

Die eBook-Datei wird beim Herunterladen mit einem nicht löschbaren Wasserzeichen individuell markiert, sodass die Ermittlung und rechtliche Verfolgung des ursprünglichen Käufers im Fall einer missbräuchlichen Nutzung der eBook-Datei möglich ist.

Bitte beachten Sie: Dieses eBook ist nicht auf Kindle-Geräten lesbar.

Ihr erstes eBook?
Hier erhalten Sie alle Informationen rund um die digitalen Bücher für Neueinsteiger.

Kundenbewertungen zu Michael Wilcke „Die Frau des Täuferkönigs“
Noch keine Bewertungen vorhanden
Zur Rangliste der Rezensenten
Veröffentlichen Sie Ihre Kundenbewertung:
Kundenbewertung schreiben
Unsere Leistungen auf einen Klick
Unser Service für Sie
Zahlungsmethoden
Bequem, einfach und sicher mit eBook.de. mehr Infos akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal mehr Infos
Geprüfte Qualität
  • Schnelle Downloads
  • Datenschutz
  • Sichere Zahlung
  • SSL-Verschlüsselung
Servicehotline
+49 (0)40 4223 6096
Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 18.00 Uhr
Chat
Ihre E-Mail-Adresse eintragen und kostenlos informiert werden:
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
Bei als portofrei markierten Produkten bezieht sich dies nur auf den Versand innerhalb Deutschlands.

** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.
eBook.de - Meine Bücher immer dabei
eBook.de ist eine Marke der Hugendubel Digital GmbH & Co. KG
Folgen Sie uns unter: