Christoph Martin Wieland zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des Rokoko und der Aufklärung. Er gilt als Begründer des Bildungsromans und als Wegbereiter der Weimarer Klassik. Diese erste Gesamtedition seines Werkes umfasst 36 Bände. Sie präsentiert seine poetischen Werke und maßgebenden Übersetzungen in chronologischer Reihenfolge. Jeder Textband wird durch einen Kommentarband ergänzt.
Seit ihrem ersten Erscheinen vor 225 Jahren gilt Wielands Lukian-Übersetzung als die beste Übertragung dieses nunmehr fast 1900 Jahre alten griechischen Erzählers, Pamphletisten und Satirikers. Immer wieder wurde sie in Teilen nachgedruckt. Spätere deutsche Lukian-Übersetzer haben Wielands Meisterschaft in der Wiedergabe von Lukians Tonfall neidlos anerkannt. 1827 hat August Pauly Wielands Treffsicherheit in der Erfassung von Lukians Leichtigkeit und Laune ausdrücklich gewürdigt und offen bekannt, unnachahmlich gelungene Stellen der Wieland'schen Übertragung, besonders im leichten und lebendigen Flusse des Dialogs in seine eigene Übersetzung übernommen zu haben. Bis heute kann Wielands Lukian dem deutschen Leser einen vorzüglichen Eindruck von der stilistischen Geschliffenheit und Spritzigkeit des Originals vermitteln und damit ein Lesevergnügen bereiten wie kaum eine andere Übersetzung eines griechischen Klassikers. Seit ihrer Erstveröffentlichung wird Wielands Übersetzung der Satiren des Lukian, die vollständigste deutschsprachige Ausgabe bis heute, nun in ihrer Gesamtheit in den Bänden 22 bis 24 der Oßmannstedter Ausgabe historisch-kritisch kommentiert im Neudruck zugänglich gemacht.