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Poetry Slam in Deutschland

Theorie und Praxis einer multimedialen Kunstform. 2. , erwe…
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Produktdetails

Titel: Poetry Slam in Deutschland
Autor/en: Stefanie Westermayr

EAN: 9783828856103
Format:  EPUB
Theorie und Praxis einer multimedialen Kunstform. 2. , erweiterte Auflage.
Tectum Verlag

15. November 2013 - epub eBook - 212 Seiten

Das Standardwerk zu Poetry Slam in Deutschland!

Interviews mit Slammern und Veranstaltern, ausgiebige Hintergrundrecherchen sowie eigene Langzeit-Beobachtungen der deutschen Slam-Szene vermitteln einen detailreichen Einblick in den modernen Dichterwettstreit Poetry Slam und die dazu gehörige Subkultur. Neben den frühen, oft improvisierten Anfängen der Spoken-Word-Dichtung und den Einflüssen aus Rap und HipHop beleuchtet Stefanie Westermayr auch den Ablauf eines Slams selbst und welche Faktoren seinen Erfolg beeinflussen. Diese literaturwissenschaftliche Pionierarbeit erläutert in einer kompetenten Themen- und Sprach-Analyse die vielen verschiedenen Slams und zeigt die Weiterentwicklung des Poetry Slams in den neuen Medien.

"Stefanie Westermayr hat mit "Poetry Slam in Deutschland. Theorie und Praxis einer multimedialen Kunstform" das erste deutsche Standardwerk zum Thema vorgelegt. Westermayr erklärt darin die Spielarten & Funktionsweisen des Slams, erläutert kenntnisreich bis in die Gegenwart die Geschichte der deutschen Veranstaltungen & Publikationsorgane, gewährt Ausblicke auf neue Formate & bietet sogar einzelne Textinterpretationen. Mehr kann man wirklich nicht wissen."
Marc Degens, Literaturredakteur, Satt.org

2. Die Traditionen der gesprochenen Worte

2.1 Genese in den USA

Weit ab vom etablierten Literaturbetrieb entstand in den USA der fünfziger Jahre Spoken Word. Diese alternative Ausdrucksform von Dichtung fand in den folgenden Jahrzehnten viele Anhänger. Spoken Word bot Raum für künstlerische Experimente und passte sich dem jeweiligen Zeitgeist an: Dadurch konnten moderne Formen wie Poetry Slam und HipHop entstehen.

2.1.1 Spoken-Word-Dichtung

Schon früh bewahrten die indigenen Völker Amerikas sowie die afrikanischen Sklaven ihre Tradition des mündlichen Erzählens über Generationen hinweg, förderten und pflegten damit Ursprünge ihrer Kultur. Die ersten Sklaven, die aus Westafrika in die USA verschifft wurden, brachten den ursprünglichen Sprechgesang »Tassu« mit, der zu Festen, wie zum Beispiel Hochzeiten, vorgetragen wurde.6

In der Welt der amerikanischen Ghettos, in denen die marginalisierten ethnischen Gruppen nach Ausdrucksformen für sozialkritischen Protest suchten, formierte sich eine multikulturelle literarische Bewegung mit Mündlichkeit als spezifischem Merkmal, die unter dem Begriff Spoken Word bekannt wurde. Diese gesprochene Poesie wurde seit den fünfziger Jahren mehrheitlich von afroamerikanischen und hispanischen Minoritäten in Amerika gepflegt. Da diese Minderheiten vom allgemeinen akademischen Literaturbetrieb de facto ausgeschlossen waren, pflegten sie die alte Tradition der gesprochenen Literatur und kehrten somit zu den Wurzeln der Dichtung zurück.7

Spoken Word wurde über die Ghettos hinaus bekannt: Anfang bis Mitte der sechziger Jahre entwickelte sich eine immer größer werdende »Poetry-Reading«8 Szene in Dutzenden Cafés und Lofts in Manhattan, besonders in dem Stadtteil, der als Lower East Side bekannt i
st. Es entstand eine alternative9 poetische Gemeinschaft, abseits vom akademischen Literaturbetrieb. »The readings served as self-consciously inscribed meeting grounds, think tanks, and community spades for poets working outside the mainstream of contemporary American poetry.«10

Die Lesungen fanden im »Tenth Street Coffeehouse«, »Les Deux Mégots Coffeehouse« oder beim »Poetry Project« in der »St. Mark’s« Kirche statt. Einen besonderen Einfluss auf die Dichter hatte der Jazz. Nicht nur war die Musik Teil der Veranstaltung, auch die Autoren begannen, sich der Sprache des Jazz anzunehmen. Sie nannten ihre Gedichte »set«11, um ihre Verbundenheit mit schwarzen Künstlern zu zeigen.12 Bei so genannten »offenen« Lesungen gab es nur einige wenige Regeln, an die sich die Künstler halten sollten: Es durften höchstens drei »sets« gelesen werden, mit jeweils fünf Minuten Lesezeit.13 Hier entstanden Vorreiter dessen, was später als Poetry Slam in die Literatur- und Kulturgeschichte eingehen sollte.

Ende der siebziger Jahre zeichnete sich eine Krise14 in der amerikanischen Dichterbewegung ab: Die Dichtung wurde »schal und altbacken«15. Junge und experimentelle Dichter suchten einen Ausweg: Aus der performativen Kunst entstand die performative Dichtung. Als 1980 zwei Künstler, Jim Desmond und Jerome Sala, in einer Chicagoer Bar einen heftigen Disput über ihre jeweiligen Werke austrugen, wurde der Dichter Al Simmons auf die beiden aufmerksam, und sinnierte über die Konfrontation: »I should do poetry bouts. Let ’em put up or shut up. We’ll have judges, a boxing ring, ring girls etc.«16 Nach diesen Überlegungen fand er Terry Jacobus als Mitstreiter, und es wurde die »World Poetry Association«, kurz WPA, gegr&uu
ml;ndet. Im Frühjahr 1981 wurde der erste »Heavyweight Poetry Champion«17 gesucht. Es traten die beiden Streithähne Jim Desmond und Jerome Sala in zehn Runden gegeneinander an, »poem vs. poem, song vs. verse«18. Die Wertung wurde nach dem »World Poetry Association« Zehn-Punkte-System vorgenommen: Zehn Punkte für den Gewinner, neun oder weniger für den Verlierer. Da sich dieser und auch die nachfolgenden »Kämpfe« in unregelmäßigen Abständen in Chicago abspielten, waren sie nur einem kleinen Kreis von Künstlern und Publikum bekannt. Al Simmons und vor allem Terry Jacobus merkten, was für eine Energie und Intensität diese »Dichter-Wettkämpfe« verbreiteten, und so schien für sie diese Art von Wettkampf gerade richtig für den ersten »Poetry Circus« in Taos geeignet. Eine kleine Gruppe kreativer Künstler begann mit Spoken Word zu experimentieren, hatte jedoch kein Publikum.19 Um die Menschen wieder zur Dichtung zu bringen, gründeten sie zusammen 1982 im kleinen Dorf Taos in New Mexico den »Taos Poetry Circus«, ein sechstägiges Literatur-Festival, das sich durch reine Mündlichkeit und performative Dichtung auszeichnete.

To experience a poem »spoken« by the poet is to be present at the moment of creation, for once a poem has been composed, »written,« the energy of its creation is accessible anew each time it’s spoken aloud. For the audience, this shared experience is also an intimate connection with the poet (a word whose etymological root is »maker«) as the poem is created in the listener’s mind in the moment of its pronouncement.20

Das Dorf wurde von den Initiatoren ausgesucht, weil in diesem Gebiet die Wurzeln für eine lange mündliche literarische Tradition liegen21, ausgehend von den ur
sprünglichen Bewohnern New Mexicos. »Poetic orality is not a novelty here. It exists in the soul of rural New Mexico, an organic connection to its long past.«22 Mit Allen Ginsberg, Gregory Corso und Peter Orlovsky wurden namhafte Dichter eingeladen, und es fand ein Dichter-Wettstreit zwischen Terry Jacobus und Gregory Corso statt: »The World Championship Poetry Bout«.

Jacobus gewann den Titel, da Corso angeblich »von dem Wahnsinn der Veranstaltung und von Jacobus’ aggressiver Taktik überwältigt war«.23

Das Hauptanliegen der Veranstalter des »Poetry Circus« lag darin, den so genannten Minderheiten des Landes24 eine Vortragsmöglichkeit anzubieten. Gleichzeitig wollten sie aufzeigen: »[…] the heart of the modern American poetry lies not in academic connection to the Old World as much as in the bubbling cauldron of the New.«25 Der »Taos Poetry Circus« wird auch heute noch veranstaltet. Autor und Herausgeber Mark Eleveld subsumiert die performative Art von Spoken Word: »[…] Spoken word encompasses many movements, yet they all share a common credo – namely, that their poetry is designed to be performed in front of an audience.«26

2.1.2 Entstehung der Kunstform Poetry Slam

Mitte der Achtziger Jahre war der in Chicago als Bauarbeiter tätige Marc Smith regelmäßiger Hörer von Live-Jazz und Blues-Sessions. Genauso gerne besuchte er Lesungen in Universitäten und Buchhandlungen. Er war zwar von der Stimmung bei Jazz-Konzerten in den Clubs begeistert, fand dagegen die Lesungen langweilig und schlecht umgesetzt:

Was ich jedoch niemals verstehen konnte, war die Art der Textvorträge und die Orte, an denen sie abgehalten wurden. Wie konnte jemand etwas, was ihm offensichtlich wichtig erschien, derart schlecht vorbereitet vortragen, und dieses dann auch
noch in einer derart sterilen Atmosphäre eines nüchternen weißen Raums mit Stuhlreihen von derselben Farbe, ohne Bar, ohne eine Flair erzeugende Beleuchtung […] Hier hinkte die Dichtung den […] Jazz- und Blues-Konzerten in Chicagos Clubs noch um Meilen hinterher […].27

Marc Smith verfolgte ein Ziel: Er wollte Lesungen mit ähnlicher Publikumsbegeisterung abhalten wie bei Jazz-Konzerten. Er fing 1985 an, eine kleine Lesereihe in der Chicagoer Vorstadt-Jazzbar »Get Me High Lounge« abzuhalten. Seine Intention beschreibt Smith folgendermaßen:

I was an outsider … and I thought I had something to say, like a lot of outsiders do. There were a lot of people snubbing me who shouldn’t have been snubbing me. So I just ended up doing my own way, like a lot of people do […]

When I started, nobody wanted to go to poetry readings. Slam gave it life … a community where you didn’t have to be a special something, feel bad that you weren’t educated a special way … I think when poetry went from the oral tradition to the page, someone should’ve asked, is that really poetry? I think slam gets poetry back to its roots, breathing life into the words.28

Allmählich begannen sich in der »Get Me High Lounge« im Chicagoer Bucktownviertel Poeten um Smith zu versammeln, die wie er Dichtung zu einem Erlebnis machen wollten.29 Smith veranstaltete Open Mike-Lesungen, bei denen jeder ambitionierte Dichter ans Mikrofon treten durfte, sowie Poetry-Jazz-Mixturen, die er »Pong Jams« nannte, und gründete 1985 mit einer Reihe von anderen Dichtern das »Chicago Poetry Ensemble«, das die »Team Pieces«, von mehreren Personen vorgetragene Werke, erfand.30 Mit der Zeit wurden die Veranstaltungen immer populärer, die Lokalpresse berichtete und eine kleine Zeitschrift, »The Open Mi
ke«, entstand. Da der Publikumsandrang immer größer wurde, zog die Veranstaltung 1986 in den legendären Jazzclub »Green Mill« um. Smith fing an, seine Texte auswendig vorzutragen. Bald ging ihm der eigene Vortragsstoff aus. Die beste Lösung für die Zukunft seiner Lesungen war, andere Autoren auftreten zu lassen. Auch das war von Erfolg gekrönt. Smith entwickelte einen wöchentlich stattfindenden Poetry-Abend, der aus drei Veranstaltungsblöcken bestand: einem Open Mike, einem Block mit geladenen Dichtern aus den gesamten USA sowie einem Auftritt des »Chicago Poetry Ensemble«. Da es jedoch zu mühsam war, jede Woche ein neues Programm mit dem Ensemble einzustudieren, wurde schließlich der...


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