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Von der Kunst, liebevoll zu erziehen

Sinnvoll Grenzen setzen und gute Laune bewahren.
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Produktdetails

Titel: Von der Kunst, liebevoll zu erziehen
Autor/en: Eva Kessler

EAN: 9783406669330
Format:  EPUB
Sinnvoll Grenzen setzen und gute Laune bewahren.
Illustriert von Josefine Graf
Beck C. H.

13. Mai 2014 - epub eBook - 287 Seiten

Eva Kessler, bekannt durch ihre Vorträge und Seminare, hat auf Wunsch ihrer Zuhörer aufgeschrieben, was sie als die Essenz einer zeitgemäßen Kindererziehung erachtet. Nur wenn wir verstehen, wie Kinder erleben und fühlen, können wir sie auch richtig erziehen - souverän und mit guten Gefühlen ihnen gegenüber.
Kontakt ist für Kinder so wichtig wie Atmen, Essen und Schlaf. Fehlt es daran, so fühlen sie sich verloren und bekommen Angst. Gerade bei kleinen Kindern kann dieser Zustand extrem bedrohliche Formen annehmen. Viele Kinder und Jugendliche, die unter einem Mangel an Körper-, Blick- oder sprachlichem Kontakt leiden, machen auf sich aufmerksam, indem sie Grenzen überschreiten.
Wer diese Zusammenhänge kennt und erkennt, kann auch die unbewußten Verhaltensstrategien von Kindern nachvollziehen. Viele Provokationen, Störungen, Auffälligkeiten und Konflikte erscheinen dann in einem neuen Licht. Sie lassen sich nun nicht nur verstehen, sondern auch positiv beeinflussen - durch einen liebevollen Erziehungsstil, der den Kindern viel Spielraum zum Erleben der Welt, aber genauso Halt und Geborgenheit gibt. Der sich darüber hinaus auch nicht scheut, Entscheidungskraft zu beweisen und den Kindern begründete, sinnvolle Grenzen zu setzen, die ihnen dabei helfen, sich in der Welt zu orientieren.

1;Cover;1 2;Titel;4 3;Impressum;5 4;Inhalt;6 5;Für meine Kinder ...;11 6;Einleitung;12 6.1;Dieses Buch und seine grafische Gestaltung;13 6.2;Einige kurze Bemerkungen zum Gebrauch dieses Buches;14 7;1. Die Aufgabe des Erziehens;16 7.1;Sich für Kinder entscheiden;16 7.2;Sich einlassen;17 7.3;Erziehungsziele;20 7.4;Der gesellschaftliche Aspekt;22 8;2. Vom Sinn des Grenzensetzens;24 9;3. Grenzen überschreiten beweist Neugier und Mut;26 10;4. Vom Sinn des Grenzenüberschreitens;29 10.1;Schimpfwörter Kinder stellen Fragen;29 10.2;Vom Umgang mit Tabus;31 10.3;Einige Bemerkungen zur Sexualerziehung;33 11;5. Der Widerstand des Kindes gegenüber dem Erwachsenen;36 11.1;Der Unterschied;36 11.2;Das Ich;37 11.3;Identität;39 11.4;Der Widerstand im Jugendalter;41 12;6. Die besondere Art, wie Kinder ihre Eltern wahrnehmen;43 12.1;Die hohe Bedeutung der nonverbalen Kommunikation;43 12.2;Verborgene Botschaften;44 13;7. Die Grenze als Schutz;48 14;8. Sicherheit und Geborgenheit;50 15;9. Zuordnungssysteme;54 15.1;Positionen;54 15.2;Der Familientisch;55 15.3;Trennung der Eltern und Patchworkfamilien;58 15.4;Gesprächssituationen;63 15.5;Das Zimmer;64 15.6;Die Geschwisterkonstellation;65 16;10. Wirkungsvolle Grenzsetzungen;70 16.1;Das nonverbale Ausdrucksverhalten eines entschiedenen Erwachsenen;70 16.2;Das böse Gesicht;72 17;11. Entscheidungen;75 17.1;Das Hin und Her;76 17.2;Auf den Punkt kommen;77 17.3;Entscheidungen zum Wohle der Kinder;78 17.4;Verantwortung;79 18;12. Das Begründen von Grenzsetzungen;81 19;13. Die Unabhängigkeit von Erwachsenen;83 19.1;Prüfung der Motive des Erwachsenen;83 19.2;Beispiele;85 20;14. Unterschiede im Erziehungsstil zwischen Vater und Mutter;90 20.1;Positives Streiten;91 20.2;Toleranz;92 20.3;Zuständigkeiten;93 20.4;Balance;94 20.5;Ausspielen ist fragen;95 21;15. Die Zusammenarbeit der Eltern mit Kindergarten und Schule;97 22;16. Grenzen setzen mit Fairness;99 22.1;Kritik;99 22.2;Anerkennung;100 23;17. Die verflixten Aber-Sätze;102 23.1;Erst das eine, dann da
s andere;103 23.2;Rechtfertigungen;104 23.3;Das Aber als Flucht vor Verantwortung;106 24;18. Strafe, Lob, Belohnung und andere Erziehungsmaßnahmen;107 24.1;Logische Folgen wirken lassen;107 24.2;Strafe;110 24.3;Mit der Klugheit des Kindes rechnen;111 24.4;Häusliche Pflichten;112 24.5;Belohnung;113 24.6;Lob;115 25;19. Erwartungen der Eltern an ihre Kinder;117 25.1;Nicht altersgemäße Erwartungen;117 25.2;Welt der Kinder Welt der Erwachsenen;118 25.3;Das Kind im Zwiespalt unterschiedlicher Erwartungen;120 25.4;Enttäuschte Erwartungen;121 25.5;Die Wirkung elterlicher Befürchtungen;123 25.6;Ein Gegengift gegen Enttäuschung;125 25.7;Die Übung mit Zauberkraft;125 26;20. Bedürfnisse von Kindern;127 26.1;Exkurs: Depression;128 26.2;Das Herauswachsen aus der Bedürftigkeit;132 26.3;Die Phase zunehmender Selbständigkeit;132 26.4;Angst und Verlustgefühle;133 26.5;Das Begleiten der kind lichen Angst;134 26.6;Verlust des Gebrauchtwerdens;138 26.7;Verwöhnung;138 27;21. Selbständigkeit im Kindesalter;141 27.1;Das Selbständigwerden begleiten;143 27.2;Beispiele;144 27.3;Tatsachen achten;145 28;22. Selbständigkeit und Unselbständigkeit im Pubertätsalter;147 28.1;Überversorgung;147 28.2;Förderung der Selbständigkeit;150 28.3;Der Familienrat;151 28.4;Die gute Erziehung geht auf Tauchstation;152 29;23. Essen;155 29.1;Nicht über das Essen reden;155 29.2;Vorlieben und Abneigungen;156 29.3;Zu viel essen;157 29.4;Das falsche Essen;158 29.5;Süßigkeiten;159 30;24. Schutz vor Überforderung;161 30.1;Spielen in reizarmer Umgebung;161 30.2;Spielsachen auswählen;162 30.3;Spielen statt Fernsehen;162 30.4;Alternativen zu den Medien;163 30.5;Dosierter Medienkonsum;165 30.6;Nachrichtensendungen;166 30.7;Übertriebener Medienkonsum als Symptom;167 30.8;Normaler Umgang mit Medien im Jugendalter;168 31;25. Exkurs: Das Daseinsgefühl des Kindes und der Kontakt zu den Erwachsenen;170 31.1;Die Strategie der Erwachsenen;171 31.2;Die Strategie der Kinder;172 32;26. Kontakt;177 32.1;Körperkontakt;177 32.2;Blickkon
takt;178 32.3;Der Sorgenblick;178 32.4;Der Enttäuschungsblick;180 32.5;Der Anerkennungsblick;180 32.6;Sprachlicher Kontakt;181 32.7;Die Bedeutung des Kontaktes für die gesamte Erziehung des Kindes;182 33;27. Hyperaktivität und Wahrnehmungsstörungen;183 33.1;Viele Missverständnisse;184 33.2;Überreizung;186 33.3;Zu wenig Reize;186 33.4;Was ist das Problem?;187 33.5;Wie können Erwachsene die Kinder unterstützen?;188 33.6;Hilfe zur Selbsthilfe;192 33.7;Die wichtige Aufgabe der Eltern;192 34;28. Das Erlebnis der Grenze;194 34.1;Beispiele;195 35;29. Die Rolle der Wut;197 35.1;Trennung des Gefühls der Wut von der Sache, um die es geht;197 35.2;Die Wut des Kindes auf den Erwachsenen;198 35.3;Die Wut verstehen und zum Ausdruck bringen lassen;198 35.4;Die Auflösung der Wut;200 35.5;Der Erwachsene als Vorbild;201 36;30. Der Erziehende als Konfliktpartner Der Erziehende als Begleiter in Konflikten;202 36.1;Geschwisterstreit ist sinnvoll;202 36.2;Der Erwachsene in der Rolle des Konfliktpartners;204 36.3;Der Erwachsene in der Rolle des Begleiters;206 36.4;Eskalationen;207 36.5;Konfliktvorbeugung;209 36.6;Aus Konflikten aussteigen;210 37;31. Provozieren: Wut und Gegenwut;211 37.1;Fliegenverscheuchen;212 37.2;Fragen von provozierenden Kindern;214 37.3;Sinnvolle Reaktionen auf Provokationen;215 38;32. Konflikte, die sich wiederholen (Machtspiele);216 38.1;Die Situation selbst;218 38.2;Das berechtigte Bedürfnis;219 38.3;Die emotionalen Hintergründe eines Machtspiels;220 38.4;Entscheidungen für die Situation fällen;222 38.5;Der richtige Zeitpunkt;223 38.6;Das Auflösen von Machtspielen;224 38.7;Das Kind trifft eine empfindliche Stelle des Erwachsenen;225 38.8;Wie verhindert man das Entstehen von Machtspielen?;226 38.9;Ich habe einen Termin mit meinem Kind;226 39;33. Lügen;231 39.1;Was ist die Wahrheit?;231 39.2;Phantasiegeschichten;232 39.3;Erwischt werden;233 39.4;Unbewusste und bewusste Strategien;233 39.5;Ethische Werte;235 40;34. Stehlen;237 40.1;Besitzverhältnisse;237 40.2;Kontakt
bedürfnis;238 40.3;Stehlen als Symptom;238 40.4;Hilfreiche Maßnahmen;241 40.5;Stehlen in der Pubertät;241 41;35. Unordnung;243 41.1;Die Ausweitung des Territoriums;243 41.2;Eine praktikable Lösung;245 41.3;Unordnung im Zimmer des Kindes;245 42;36. Schuldgefühle bei Eltern;247 42.1;Schuldgefühle nach unangemessenen Reaktionen von Erwachsenen;247 42.2;Schuldgefühle als Alarmsignal;250 42.3;Sich auf die Gegenwart konzentrieren;252 42.4;Exkurs: Einige Bemerkungen zum Begriff der Liebe;253 43;37. Ideensammlung für nicht böse Erziehungsmaßnahmen;257 44;38. Exkurs: Selbsterziehung der Erwachsenen;259 44.1;Erwachsene übernehmen Verantwortung für sich selbst;259 44.2;Wie gehen die Erwachsenen mit ihren eigenen Grenzen um?;261 44.3;Fragen zur Selbsterziehung der Erwachsenen;261 45;39. Gute Laune;263 45.1;Humor;263 45.2;Ausgewogenheit zwischen Erziehung und Beziehung;264 45.3;Ein guter Zeitplan;266 45.4;Gesunde Distanz;267 45.5;Entspannungsübungen;269 45.6;Urlaub von der Familie;270 45.7;Selbstachtung;271 45.8;Partnerschaft;273 46;40. Zusammenfassung;276 47;Anhang;278 47.1;Dank;280 47.2;Quellen;281 47.3;Literaturverzeichnis;282 47.4;Stichwortverzeichnis;285 48;Zum Buch;289 49;Über die Autorin;289


Eva Kessler, Jahrgang 1953, ist seit 1993 in freier Praxis als Erziehungs- und Familienberaterin tätig. Daneben arbeitet sie als Supervisorin für pädagogische, sozialpädiatrische, kinder- und jugendpsychiatrische sowie heilpädagogische Einrichtungen in Schleswig-Holstein. Sie leitet Fortbildungsseminare und hält Vorträge zu pädagogischen Themen. Sie hat selbst zwei Kinder großgezogen.

1 Die Aufgabe des Erziehens


Unsere Kinder sind die Zukunft.

Eines Tages, wenn sie erwachsen geworden sind und wir unser Leben beenden, werden wir die Welt in ihre Hände legen, und sie werden viele Probleme bewältigen müssen, die wir oder unsere Vorfahren produziert haben. Es wird darauf ankommen, dass wir unser Bestes gegeben haben, um sie mit dem auszustatten, was sie brauchen, um ihr Leben zu meistern und den Aufgaben gewachsen zu sein, die auf sie zukommen.

Es ist eine sehr wichtige Aufgabe, Kinder erziehen zu dürfen, denn damit gestalten wir die Zukunft. Wir können uns beschenkt fühlen, wenn wir Kinder bekommen, und wir sollten sie so liebevoll und aufmerksam erziehen, wie es uns nur irgend möglich ist.

Sich für Kinder entscheiden


Seit einigen Jahrzehnten sind wir Bewohner der westlichen Welt immer besser dazu in der Lage, uns frei zu entscheiden, ob wir Kinder bekommen wollen. Wenn wir uns für sie entscheiden, so lassen wir uns bewusst auf ein interessantes, lebendiges, vielseitiges, aber auch manchmal anstrengendes Vorhaben ein, das mindestens achtzehn Jahre lang unsere volle Aufmerksamkeit und alle unsere Begabungen, Kräfte und schöpferischen Ideen fordert. Wir müssen uns der Verantwortung bewusst sein, die mit dieser Entscheidung verknüpft ist. Unsere Kinder brauchen unser waches Interesse, unsere Hingabe und Präsenz, unsere Liebe und Anerkennung. Selbstverständlich müssen wir auch unseren Beruf meistern und andere Aufgaben erfüllen, aber unsere Kinder sind der Mittelpunkt unseres Lebens in diesen achtzehn Jahren ihrer Kindheit.

Sich einlassen


Um ein Familienleben zu gestalten, das Kinder fördert und mit dem die Erwachsenen zufrieden sein können, ist es hilfreich, wenn die Eltern folgende Tatsachen akzeptieren können:

 

• Perfektionismus ist nicht a
ngebracht.

• Der Wunsch nach Ruhe und Ordnung ist verfehlt.

• Konfliktscheu und Harmoniesucht von Eltern erschweren gedeihliches Aufwachsen von Kindern.

• Kinder sind darauf angewiesen, dass Eltern das Leben nach den existenziellen Bedürfnissen der Kinder ausrichten. (Kontakt ist eines dieser existenziellen Bedürfnisse.)

• Eltern müssen sich voll und ganz auf ihre Kinder einlassen. Diese sind darauf angewiesen, dass die Eltern sehr viel Zeit mit ihnen verbringen und dass sie sich in dieser Zeit ihnen bewusst zuwenden.

• Es ist die Aufgabe der Eltern, Entscheidungen zum Wohle der Kinder zu fällen und dafür die Verantwortung zu übernehmen.

• Es ist sinnvoll, dass Eltern bestimmte Regeln, Rhythmen und Beständigkeit in das Familienleben bringen, damit sich Kinder orientieren können. Eltern müssen damit umgehen lernen, dass Kinder sich aus verschiedenen, oft berechtigten Gründen nicht immer an diese Strukturen anpassen können. Die Strukturen müssen von den Eltern immer wieder den veränderten Bedingungen der Entwicklung der Familie angepasst werden.

 

Wenn ein Paar vor dem Kinderkriegen schon längere Zeit zusammengelebt hat, so hat es in der Regel bestimmte Gewohnheiten ausgebildet (etwa was Sauberkeit und den Besitz von Gegenständen betrifft) und einen bestimmten Rhythmus in sein Leben gebracht (z.B. wie viel Zeit man für sich selbst beansprucht). Das Leben «funktioniert» sozusagen «perfekt». In dem Moment, wo diese beiden Menschen Eltern werden, wird diese Ordnung völlig durcheinandergebracht, und zwar dauerhaft (siehe Kap. 35). Auch Paare, die zuvor viele Jahre getrennt gelebt haben, ehe sie sich nun zur Familiengründung zusammenfinden, werden sich umstellen müssen. Sehr junge Eltern, die noch bereit sind, unkonventionell zu leben, haben oft weniger Schwieri
gkeiten, Gewohnheiten umzustellen. Eher tun sie sich damit schwer, ein beständiges Leben zu führen und Verantwortung für Kinder zu übernehmen.

Alle Menschen, die Eltern werden, durchleben während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit nach der Geburt eine Krise.[] Nicht nur äußerlich, sondern vor allem innerlich sind wir in dieser Zeit einem unumgänglichen Umwandlungsprozess unterworfen. Wer sich für diese Veränderung entscheiden kann, wird die Krise als aufregend und interessant erleben. Wer hingegen im Trauerzustand um die verlorene Selbstbestimmtheit stecken bleibt oder Ängste vor der Zukunft entwickelt, wird sie schmerzlich durchleiden. Unser Kind wird in seiner Kindheit schrittweise immer wieder durch Krisen und große Veränderungen gehen, und wir als Eltern werden fast immer mehr oder weniger davon mit betroffen sein. Wenn wir uns immer wieder für diese Veränderungsprozesse öffnen, sie bejahen und bereit sind, uns selbst auch zu verändern, können wir etwas begreifen vom tiefen Sinn des Lebens und seinen Wandlungsprozessen. Wir Erwachsenen haben manchmal Ängste vor Veränderung, vor dem Verlust dessen, was wir haben, oder dessen, was so bleiben soll, wie es ist. Eine unserer Lebensaufgaben ist es aber, uns den Wandlungen hinzugeben, immer wieder das Errungene loszulassen. Wer dies bejaht, hat die Chance, diese Prozesse wach und interessiert wahrzunehmen und sie sogar zu genießen. Eine andere Lebensaufgabe ist es daneben auch, die Veränderungsprozesse aktiv mitzugestalten und dafür zu sorgen, dass sie sich in gesunder Weise ereignen können.

Blickt man in dieser Weise auf das Erziehen von Kindern, wird man feststellen, dass die Elterngeneration wie ein Vermittler zwischen der Großelterngeneration und der Kindergeneration steht. Die mittlere Generation trägt entscheidend dazu bei, welche Werte, Normen,
Haltungen, Umgangsformen und Wissensinhalte weitergegeben werden. Dies geschieht in der Regel hauptsächlich unbewusst: Die erwachsen gewordenen Kinder übernehmen viele Dinge so, wie sie von ihren Eltern vorgelebt worden sind, und geben sie an ihre Kinder weiter. Nicht jede Generation muss sozusagen «das Rad neu erfinden».

Wenn die Elterngeneration das Tradierte nicht mehr als richtig ansieht oder sogar darunter gelitten hat, so bricht diese Generation in irgendeiner Weise mit der Tradition (dem Weitertragen). Das Durchschneiden der Generationenkette ist ein bewusster Akt, der oft mühsam errungen werden muss. Ich glaube, dass das Verwandeln eines Teils des zunächst unbewussten generationenübergreifenden Handlungsstroms in ein bewusstes neues Handeln einer der schwierigsten Veränderungsprozesse ist, den Menschen vollbringen können.

Die Generationenkette

Über Generationen hinweg zeigte sich, dass Menschen, die als Kinder nicht liebevoll behandelt wurden, als Erwachsene auch nicht liebevoll mit ihren Kindern umgehen konnten. Es ist an der Zeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Dies ist nicht nur eine individuelle Aufgabe, sondern auch eine gesellschaftliche.

Menschen, die das wollen, können es leisten, wenn sie es als doppelte Aufgabe verstehen. Einerseits müssen sie das Kind, welches sie selbst einmal waren und das als Erinnerung und Erfahrung in ihnen auch dann noch lebt, wenn sie schon Erwachsene geworden sind, «verstehen, trösten und liebevoll versorgen» (siehe Kap. 39). Andererseits haben sie gleichzeitig ihre aktuelle Aufgabe der liebevollen Versorgung der nächsten Generation zu erfüllen. Der erstgenannte Teil der Doppelaufgabe ist ein Nachholprozess, dem es in manchen Fällen guttun kann, wenn er von einer Therapie begleitet wird. Er ist auch ein Stellvertretungsvorgang, in dem wir bestimmte Aufgaben, die unsere Eltern an
uns nicht gut erfüllt haben, nun gewissermaßen nachträglich an ihrer Statt übernehmen. Dies gelingt uns, indem wir uns nicht mehr nur wünschen, dass unsere Eltern uns so liebevoll behandelt hätten, wie wir nun unsere Kinder behandeln, sondern uns selbst auch tatsächlich liebevoll behandeln. Diese Doppelaufgabe braucht die Geduld der kleinen Schritte. Wenn sie gelingt, dann können wir zu Recht mit Stolz von uns behaupten, dass wir uns selbst verändert haben.

Das Kind von damals «verstehen, trösten und liebevoll versorgen»

Wenn wir Kinder erziehen, haben wir die wunderbare Chance, sie bei ihren Verwandlungen zu begleiten, uns selbst zu verändern und gleichzeitig mitzuerleben, wie sich mit der nächsten Generation auch die Welt verändert.

Es gehört zu den Tatsachen dieses Veränderungsprozesses, dass Kinder frischen Wind, Lebendigkeit, Freude und viele Überraschungen ins Leben bringen. Es kann sehr aufregend und zutiefst sinnvoll und erfüllend sein, mit Kindern zu leben.

Erziehungsziele


Die Aufgabe des Erziehens umfasst das Begleiten und Fördern der Kinder in ihrer körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung zum Erwachsenwerden.

Ich formuliere im Folgenden, welche übergeordneten Erziehungsziele ich aus der Perspektive des Elternseins für die wichtigsten halte:

Es geht darum,

 

• das Leben miteinander zu leben;

• Freude mit- und aneinander zu erleben;

• das Kind in seinen vielschichtigen Begabungen und Wesenszügen liebevoll und anerkennend wahrzunehmen, so dass es lernen kann, seine schöpferischen Kräfte zu Zielen zu führen;

• Schwierigkeiten, Probleme, Konflikte und Krisen zu bejahen und miteinander zu durchleben, damit das Kind daraus Vertrauen in das...


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