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Franziskus im Heiligen Land

Päpste als Botschafter des Friedens: Paul VI. - Johannes Pa…
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Produktdetails

Titel: Franziskus im Heiligen Land
Autor/en: Matthias Kopp

EAN: 9783766642660
Format:  EPUB ohne DRM
Päpste als Botschafter des Friedens: Paul VI. - Johannes Pauls II. - Benedikt XVI. - Franziskus.
Butzon & Bercker GmbH

3. November 2014 - epub eBook - 192 Seiten

Die Reise Papst Franziskus' ins Heilige Land hat große Hoffnungen geweckt. Ist es Franziskus gelungen an die Reisen seiner Vorgänger Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. anzuknüpfen und neue Perspektiven für die von Krisen geplagte Weltregion zu entwickeln?
Matthias Kopp zeichnet die bisherigen Papstreisen in den Nahen Osten nach und informiert über die Entwicklungen seit dem II. Vatikanischen Konzil. Dabei wird deutlich: Päpstliches Pilgern ist in religiöser wie politischer Hinsicht von enormer Bedeutung.
1;Inhalt;5 2;Vorwort oder: Warum noch ein Papstbuch nötig ist;7 3;I. Christen und kirchliches Engagement im Heiligen Land ein Überblick;11 3.1;Katholische Bevölkerung im Heiligen Land in Zahlen;11 3.2;Sonderstellung: Hebräische Katholiken im Heiligen Land;14 3.3;Herausforderung: Lebensumstände der katholischen Kirche im Heiligen Land;15 3.4;Einheit in Vielfalt: Katholisches Engagement im Heiligen Land;17 4;II. Der Heilige Stuhl und das Heilige Land eine wechselvolle Geschichte;24 4.1;Anfänge: Zwischen 1847 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs;24 4.2;Aufbruch: Vom UN-Teilungsplan bis zur Gründung des Staates Israel;26 4.3;Existenz Israels: Zwischen Staatsgründung, Flüchtlingen und der Jerusalemfrage;29 4.4;Erster Aufbruch: Paul VI. im Heiligen Land und der Sechstagekrieg;32 4.5;Unter Druck: Zwischen Sechstagekrieg und Camp David I;34 4.6;Pastorales Leben: Lateinisches Patriarchat und Franziskanerkustodie;39 4.7;Innerer Konflikt: Die Krise um die griechisch-katholische Kirche;41 4.8;Weiterer Aufbruch: Pontifikats- und nahöstlicher Paradigmenwechsel;45 4.9;Politische Kirche: Palästinensischer Patriarch und Intifada;49 4.10;Verständigung: Auf dem Weg zum Grundlagenvertrag;53 4.11;Schulterschluss: Der Grundlagenvertrag von 1993;57 4.12;Fortgesetzte Annäherung: Vom Grundlagenvertrag zum Folgeabkommen 1997;60 4.13;Existenzsicherung: Der Folgevertrag von 1997;62 4.14;Politischer Wille: Das Jahr 1998 und die Jerusalemfrage;65 4.15;Gefahr und Hoffnung für den Frieden: Nazaret und die Pastoralsynode;67 4.16;Vollendung einer Vision: Die Idee der Heilig-Land-Reise des Papstes;70 4.17;Perspektivischer Schritt: Grundlagenvertrag mit der PLO und Schuldbekenntnis im Vatikan;71 4.18;Zwischen Euphorie und Ernüchterung: Johannes Paul II. im Heiligen Land und Camp David II;75 4.19;Angst: Weltfriede in Gefahr?;78 4.20;Konfliktherd: Krise der Geburtskirche und Mauerbau;80 4.21;Konflikt ohne Ende: Auf dem Weg zur Hamas;83 4.22;Steiniger Weg: Vom Libanonkonflikt bis Annapolis;86 4.23;Umbruch
: Christenexodus und Abschied eines Patriarchen;88 4.24;Stärkung: Papst Benedikt XVI. im Heiligen Land und die Nahostsynode;90 4.25;Veränderungen: Arabischer Frühling und Pontifikatswechsel;93 5;III. Auftakt: Papst Paul VI. 1964 im Heiligen Land;97 5.1;Rasche Entscheidung: Von der Idee einer Pilgerreise;98 5.2;Samstag, 4. Januar 1964;101 5.2.1;Landung in der Steppe: Der Papst in Amman;101 5.2.2;Trommeln und Tumult: Ankunft in Jerusalem;103 5.2.3;Kurzschluss, Brand und Gebet: In der Grabeskirche;104 5.2.4;Erste Hürde: Ökumenisches Protokoll;105 5.2.5;Vielfalt in der Einheit: In St. Anna und Getsemani;107 5.3;Sonntag, 5. Januar 1964;108 5.3.1;Historischer Moment: Ein Papst in Israel;108 5.3.2;In Galiläa: Heilige Stätten und Heiliger Vater;110 5.3.3;Autofahrt in Israel: Vom Tabor bis Jerusalem;111 5.3.4;Dem Holocaust nahe: Kardinal Tisserant im Trauerkeller;113 5.3.5;Politische Worte zum Schluss: Abschied von Israel;114 5.3.6;Der Durchbruch: Paul VI. und Athenagoras von Konstantinopel;115 5.4;Montag, 6. Januar 1964;118 5.4.1;Ein Wort an die Welt: Friedensbotschaft aus Betlehem;118 5.4.2;Der zweite Schritt: Erneute Begegnung von Papst und Patriarch;121 5.4.3;Meilenstein: Das Ende einer historischen Reise;123 5.5;Der Beginn eines langen Weges Der große Durchbruch Pauls VI.;126 6;IV. Freundschaft: Papst Johannes Paul II. 2000 im Heiligen Land;128 6.1;Montag, 20. März 2000;129 6.1.1;Jordanien Ankunft in Amman;129 6.1.2;Ausblick: Auf dem Berg Nebo;130 6.2;Dienstag, 21. März 2000;131 6.2.1;Versammlung: Eucharistie im Stadion;131 6.2.2;Einkehr: Gebet am Jordan;132 6.2.3;Israel Ankunft in Tel Aviv;134 6.3;Mittwoch, 22. März 2000;136 6.3.1;Palästinensische Autonomiegebiete: Von Jericho nach Betlehem;136 6.3.2;Friedensbotschaft: Messe vor der Geburtskirche;138 6.3.3;Bei den Ausgegrenzten: Besuch im Flüchtlingslager Dheisheh;140 6.3.4;Abschied: Historisches in den Autonomiegebieten;142 6.4;Donnerstag, 23. März 2000;143 6.4.1;Israel: Besuch auf dem christlichen Zion;143 6.4.2;Älte
re Brüder: Im Oberrabbinat von Jerusalem;144 6.4.3;Ringen für den Frieden: Dialog beim Präsidenten;147 6.4.4;Moment weniger Worte: Yad Vashem;149 6.4.5;Interreligiöses Suchen: Dialog der drei Religionen mit Zwischentönen;155 6.4.6;Realität: Vom Frieden weit entfernt;161 6.5;Freitag, 24. März 2000;162 6.5.1;Woodstock von Galiläa: Massenmesse in Chorazin;162 6.5.2;Mehr als Pflichtprogramm: Premierminister und heilige Stätten;164 6.6;Samstag, 25. März 2000;165 6.6.1;Nazaret: Besuch im stillen Pulverfass;166 6.6.2;Gespräch und Gebet: Konsularisches Korps und Getsemani;167 6.6.3;Suche nach der Einheit: Ökumenisches Gipfeltreffen;168 6.6.4;Rückblick: Der Tag der christlichen Minderheit;171 6.7;Sonntag, 26. März 2000;172 6.7.1;Politischer Zündstoff: Besuch vor der al-Aksa-Moschee;173 6.7.2;Symbolische Gesten: An der Klagemauer;175 6.7.3;Spontanbesuch I: Zwischenstopp im armenischen Patriarchat;177 6.7.4;Angekommen: Schlusspunkt Grabeskirche;178 6.7.5;Spontanbesuch II: Zurück in die Grabeskirche;180 6.7.6;Abschied vom Heiligen Land: Ein dritter Erfolg;181 6.8;Das Ende einer Reise oder: Was bleibt?;182 7;V. Brüder: Papst Benedikt XVI. 2009 im Heiligen Land;186 7.1;Freitag, 8. Mai 2009;187 7.1.1;Jordanien: Auftakt in Amman;187 7.1.2;Regina Pacis: Einsatz für Behinderte;188 7.2;Samstag, 9. Mai 2009;188 7.2.1;Auf dem Pilgerweg: Der Papst am Nebo und in Madaba;188 7.2.2;Dialog für den Frieden: Das Gespräch mit dem Islam;190 7.2.3;Dialog mit der Ortskirche: Christen im Staat Jordanien;193 7.3;Sonntag, 10. Mai 2009;194 7.3.1;Beten für den Frieden: Messe im Stadion von Amman;194 7.3.2;Auf Jesu Spuren: Der Papst am Jordan;195 7.4;Montag, 11. Mai 2009;196 7.4.1;Abschied von Freunden: Aufruf zur Toleranz;196 7.4.2;Israel: Ankunft in Tel Aviv;197 7.4.3;Klare Worte: Verurteilung von Ideologien;198 7.4.4;Vollendung der Versöhnung: Der Papst in Yad Vashem;201 7.4.5;Versuch eines Dialogs: Treffen der Weltreligionen;203 7.5;Dienstag, 12. Mai 2009;206 7.5.1;Gelungener Dialog: Der Papst im Fe
lsendom;206 7.5.2;Gebet und Freundschaft: An der Klagemauer und im Oberrabbinat;207 7.5.3;Ermutigung: Christen in der Zivilgesellschaft;209 7.5.4;Auf Jesu Spuren: Gottesdienst im Joschafat-Tal;210 7.6;Mittwoch, 13. Mai 2009;212 7.6.1;Palästinensische Gebiete: Der Papst fordert einen Staat;212 7.6.2;In Betlehem: Zeugen des Sieges der Liebe;214 7.6.3;Bei den Ärmsten der Armen: Benedikt im Flüchtlingslager;215 7.6.4;Mauern niederreißen: Abschied von Palästina;217 7.7;Donnerstag, 14. Mai 2009;219 7.7.1;Vorbild Heilige Familie: Der Papst in Nazaret;219 7.7.2;In der Verkündigungskirche: Christliches Profil und ökumenischer Wille;220 7.8;Freitag, 15. Mai 2009;221 7.8.1;Ökumenische Freundschaft: Der Papst und die christlichen Konfessionen;221 7.8.2;Im Herzen: Der Papst in der Grabeskirche;222 7.8.3;Schlussakkord: Abschiedsreden in Tel Aviv;224 7.9;Benedikt XVI.: Pilger, Politiker und Pontifex;227 8;VI. Perspektive: Papst Franziskus 2014 im Heiligen Land;230 8.1;Samstag, 24. Mai 2014;234 8.1.1;Ankunft in Jordanien: Die Krisengebiete im Blick;234 8.1.2;Eucharistiefeier in Amman: Begegnung mit der Ortskirche;238 8.1.3;Am Jordan: Begegnung mit dem Flüchtlingselend;240 8.2;Sonntag, 25. Mai 2014;243 8.2.1;Im Staat Palästina: Der Papst in Betlehem;244 8.2.2;Realität Palästinas: Sperrmauer und Gottesdienst;247 8.2.3;An den Rändern der Gesellschaft: Franziskus im Flüchtlingslager;252 8.2.4;Vielfältige Tonlage zum Auftakt: Ankunft in Israel;254 8.2.5;Brüderliche Begegnung: Bartholomaios I. bei Papst Franziskus;260 8.2.6;Vereint unter Brüdern: Ökumenisches Gebet in der Grabeskirche;263 8.2.7;Begleitet vom Band der Liebe: Abendessen im Patriarchat;268 8.3;Montag, 26. Mai 2014;269 8.3.1;Dialog mit dem Islam: Felsendom und Harem al-Sharif;269 8.3.2;Im Herzen des Judentums: An der Klagemauer;272 8.3.3;Neuer Schritt der Annäherung: Auf dem Mount Herzl in Westjerusalem;273 8.3.4;Gedenken an die Opfer: Franziskus in Yad Vashem;275 8.3.5;Treffen mit den älteren Brüdern: Im Oberrabbinat;279 8.
3.6;Politische Worte: Bei Staatspräsident Shimon Peres;280 8.3.7;Schwieriger Dialog: Im Gespräch mit Premierminister Benjamin Netanjahu;284 8.3.8;Bei den Ortschristen: Geistliche Momente der Pilgerreise;287 8.3.9;Demonstranten gegen den Papst: Franziskus auf dem Zionsberg;288 8.3.10;Abschied in Tel Aviv Das Ende einer erfüllten Reise;291 8.4;Franziskus im Heiligen Land: ein Besuch, der länger wirkt, als er dauert;292 9;VII. Vision für Nahost: Das Friedensgebet im Vatikan und die Perspektive danach, oder: Hoffen wider alle Hoffnungslosigkeit;297 9.1;Aufbau Nahost: Fünf Jahre Papstreisen;297 9.2;Der Weg: Hoffnung wider alle Hoffnungslosigkeit?;300 9.3;Ein Moment Hoffnung: Das Friedensgebet im Vatikan;301 9.4;Am Ende: ,,Suche Frieden, und jage ihm nach;311 10;Anhang;313 10.1;Programme der Papstreisen;313 10.1.1;Papst Paul VI. im Heiligen Land: 4. 6. Januar 1964;313 10.1.2;Papst Johannes Paul II. im Heiligen Land: 20. 26. März 2000;314 10.1.3;Papst Benedikt XVI. im Heiligen Land: 8. 15. Mai 2009;316 10.1.4;Papst Franziskus im Heiligen Land: 24. 26. Mai 2014;319 11;Anmerkungen;322


Matthias Kopp, geb. 1968, Dipl. theol. Lic. Arch. theol., arbeitete fünf Jahre im Vatikan und begleitete die Nahostreisen der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Seit 2009 Pressesprecher und Leiter der Pressestelle/ Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Bischofskonferenz ; zahlreiche Veröffentlichungen zu Kirchenthemen, Kommunikation und Medien, Vatikan und Nahost

I. Christen und kirchliches Engagement im Heiligen Land ein Überblick


Mit ihren knapp zwei Prozent Bevölkerungsanteil bilden die Christen in Israel und Palästina eine kleine Minderheit mit großem Potenzial. Viele Möglichkeiten haben sich erst im Verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts entwickelt, die im zweiten Kapitel genauer dargestellt wird. Im Folgenden wird die Grundlage dargestellt, auf der insbesondere die katholische Kirche heute im Heiligen Land aufgebaut ist. Diese Grundlage war und ist die Ausgangsbasis für die vier historischen Reisen der Päpste Paul VI., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus.

Katholische Bevölkerung im Heiligen Land in Zahlen

Es bleibt schwierig, statistisch zuverlässiges Material über den christlichen Bevölkerungsanteil im Heiligen Land zu erhalten. Insbesondere die Zahlen des Übergangs von der Mandatszeit zur Gründung des Staates Israel sind zum großen Teil widersprüchlich. Immerhin hatte die britische Regierung 1922 und 1931 Volkszählungen durchführen lassen. Diese zeigen einen Bevölkerungsanteil zwischen 9,5 Prozent Christen (1922) und 8,8 Prozent (1931) an (Muslime: 78,3 Prozent bzw. 73,3 Prozent; Juden 11,1 Prozent bzw. 16,9 Prozent). Zum Zeitpunkt der Staatsgründung werden 145.000 Christen (7,6 Prozent) angegeben, von denen 34.000 im neuen Staat Israel blieben, 60.000 zu Flüchtlingen wurden und rund 51.000 Bewohner der Westbank und des Gazastreifens wurden. Eine konfessionelle Differenzierung liegt nicht vor.1

Auch in der aktuellen Bevölkerungsstatistik widersprechen sich die Zahlen. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem hat 2001 in Absprache mit den anderen christlichen Konfessionen versucht, aktuelle Zahlen zu präsentieren. Diese korrelieren weitgehend mit den Forschungen von Michael Prior und William Taylor, die vor allem von Bernard Sabella aufgegriffen wurden.2 Von den 7,1 Mio. Einwohnern Israels sind knapp 1,9 Prozent Christen, was ca. 119.000 Menschen ausm
acht, die sich wie folgt aufteilen:

Griechisch-katholische: 60.000
Orthodoxe: 35.000
Lateiner: 12.000
Maroniten: 9.000
Protestanten: 3.000

Der christliche Bevölkerungsanteil in den palästinensischen Autonomiegebieten liegt bei 2 Prozent (= ca. 47.500 Christen; Sabella beziffert den Anteil auf 1,4 Prozent und geht von einer höheren Bevölkerungszahl aus):

Griechisch-orthodoxe: 24.000
Lateiner: 16.000
Griechisch-katholische: 3.000
Protestanten: 2.100
Syrer und Armenier: 1.400
Kopten, Äthiopier, Maroniten: 1.000

Ein besonderes Problem hinsichtlich der Statistiken bildet Jerusalem. Eine israelische Studie kommt zu dem Schluss, dass 1944 29.350 Christen in Jerusalem gelebt haben, heute sind es nach vorsichtigen Schätzungen 11.500 Christen, und bereits vor dem Sechstagekrieg waren es nur noch 14.000 Christen.3 Die Konfessionen teilen sich heute in Jerusalem wie folgt auf:

Lateiner: 4.000
Griechisch-katholische und weitere katholische Konfessionen: 3.400
Griechisch-orthodoxe: 3.400
Protestanten: 700
Sonstige: k. A.

Insgesamt leben also westlich des Jordans knapp 178.000 Christen, wobei die lokale Verteilung höchst unterschiedlich ist. Bleibt Betlehem mit 50.000 Einwohnern und 11.000 Christen eine Stadt, in der die christliche Präse
nz spürbar ist, so sind die 1.000 Christen in Gaza mit über 1 Mio. Einwohnern eine verschwindend geringe Minderheit, die kaum das öffentliche Leben prägt. In dieser Statistik sind die enormen Migrationsströme von Christen aus Afrika bzw. christlichen Gastarbeitern aus Asien noch nicht eingerechnet, da konkrete Zahlen dieses seit 2010 besonders intensiven Phänomens bisher nicht erhoben wurden. Allein aus den Philippinen gibt es schätzungsweise rund 35.000 katholische Migranten in Israel. Von rund 53.000 Asylsuchenden aus Afrika sind vermutlich rund 40.000 Christen.

Während die Lateiner (seit 1847) und griechisch-katholischen Christen (bereits 1752 wurde zunächst eine Erzdiözese in Nazaret eingerichtet, zwanzig Jahre später wurden die Jerusalemer griechisch-katholischen Christen dem Patriarchen von Antiochia unterstellt) unter den katholischen Bekenntnissen führend sind auf beide wird noch in einem späteren Kapitel eingegangen , bilden die anderen eine nominell meistens kleine Minderheit. Die syrisch-katholische Kirche, seit 1663 mit Rom in voller Gemeinschaft, unterhält eine eigene Jurisdiktion in Jerusalem erst seit 1980. Die armenisch-katholische Kirche, die sich 1741 von ihrer Mutterkirche trennte, hat seit 1842 einen Patriarchalvikar in Jerusalem. Das maronitische Vikariat wurde 1895 eingesetzt. Das Gesamt der katholischen Konfessionen wird in der Assemblée dOrdinaires catholiques de Terre Sainte (Konferenz der katholischen Ordinarien im Heiligen Land) koordiniert, deren Statuten 1991 verabschiedet wurden. Diese wiederum gehört zur Conférence des éveques latins dans les regions arabes (CELRA), die während des Zweiten Vatikanischen Konzils gegründet und 1967 von der Ostkirchenkongregation mit einem eigenen Statut ausgestattet wurde. Auf ökumenischer Ebene erfolgte Anfang der Siebzigerjahre die Gründung des Middle East Council of Churches (MECC), dem 1990 auch die katholischen Bekenntnisse beitraten.

Sonderstellung: Hebräische Katholiken im Heiligen
Land

Seit der Staatsgründung leben in Israel neben den bereits beschriebenen christlichen Minderheiten die hebräischsprechenden Katholiken des Heiligen Landes. Diese Hebrew Speaking Community ist zwar eine kleine Minderheit, hat aber Ende der Neunzigerjahre nicht zuletzt durch die Auswanderung zahlreicher russischer Juden und entsprechende Konversionen neue Bedeutung erlangt. Neben einigen Konvertiten aus dem Judentum gehören dazu auch extrem hohe Zahlen christlicher Einwanderer vor allem aus den Philippinen und Äthiopien sowie Eritrea, die sich sprachlich in die israelische Gesellschaft einfügen, jedoch ihren christlichen Glauben behalten. Konkrete Zahlen gibt es nicht; die Gesamtzahl dieser Migranten wird auf über 65.000 Menschen im Januar 2014 geschätzt.

Um die Seelsorge für diese katholische Gruppierung zu garantieren, wurde die hebräischsprechende Gemeinde in Israel bereits 1955 kirchenrechtlich approbiert und als Jakobuswerk bezeichnet. Die Leitung übernahm 1990 der französische Benediktiner-Abt aus Abu Gosh, Pater Jean-Baptiste Gourion. Besonders aufgewertet wurde das Engagement, als Papst Johannes Paul II. im Herbst 2003 Abt Gourion zum ersten Weihbischof für die Gemeinde ernannte. Gourion starb überraschend am 23. Juni 2005. Während Franziskanerkustos P. Pierbattista Pizzaballa zunächst die Seelsorge übernahm, wurde am 15. März 2009 der Jesuit David Neuhaus zum neuen Patriarchalvikar für diese Gemeinschaft durch das Patriarchat ernannt. Ihm ist es ein Anliegen, dass die christlichen Einwanderer in einem hebräischsprachigen und jüdischen Umfeld leben und so eine Brückenfunktion zur angestammten lateinisch-arabischen Bevölkerung bilden können. Offiziell wurde die Migrantenseelsorge 2011 eingerichtet und ebenfalls Pater Neuhaus unterstellt. Ihm gelang es, angesichts der teilweise dramatischen Lebensumstände von Migranten am 27. April 2014 ein eigenes Gemeindezentrum und eine kleine Kirche im Süden von Tel Aviv zu eröffnen. Neben den Migrantengem
einden gibt es in Israel derzeit fünf hebräischsprachige Pfarreien bzw. Gemeinschaften, die einige hundert Mitglieder zählen.

Herausforderung: Lebensumstände der katholischen Kirche im Heiligen Land

Seit der Staatsgründung Israels entwickeln sich die Lebensbedingungen der christlichen Minderheit weiter. Mit Blick auf die katholische Bevölkerung ist festzustellen, dass der überwiegende Teil heute auf palästinensischem Gebiet lebt, vorzugsweise in urbanen, wenn auch kleinen Zentren wie Jerusalem, Betlehem, Ramallah, Birzeit und Taybeh, um einige Beispiele zu nennen. Ähnlich ist die Situation in Israel, wo die katholische Bevölkerung vor allem in Nazaret und Haifa zu finden ist. Der überwiegende Teil der Katholiken ist in den höheren Berufsschichten zu finden, ebenso in der Industrie oder im Eigengewerbe, was häufig auf das hohe Ausbildungsniveau zurückzuführen ist. Die christliche Bevölkerung in den palästinensischen Gebieten verfügt ebenfalls über ein deutlich besseres Bildungsniveau als die restliche Mehrheitsbevölkerung, weil ihr aufgrund eines breit gefächerten Schulwesens im Lateinischen Patriarchat ein früherer und besserer Zugang zu Bildungschancen ermöglicht wird. Die Gruppe der Christen und insbesondere der Katholiken lässt sich beschreiben als eine hoch ausgebildete, an der Mittelschicht orientierte Gemeinschaft, die wirtschaftliche Angebote und Gelegenheiten zu nutzen weiß,...


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