eBook.de : Ihr Online Shop für eBooks, Reader, Downloads und Bücher
Connect 01/2015 eBook-Shops: Testsieger im epub Angebot, Testurteil: gut Die Welt: Kundenorientierte Internetseiten Prädikat GOLD
+49 (0)40 4223 6096
€ 0,00
Zur Kasse

Teilen, nicht töten!

Sofort lieferbar (Download)
eBook ePub

Dieses eBook können Sie auf allen Geräten lesen, die epub-fähig sind. z.B. auf den tolino oder Sony Readern.

Häufig gestellte Fragen zu epub eBooks und Watermarking

eBook € 9,49* inkl. MwSt.
Verschenken
Machen Sie jemandem eine Freude und
verschenken Sie einen Download!
Ganz einfach Downloads verschenken - so funktioniert's:
  1. 1 Geben Sie die Adresse der Person ein, die Sie beschenken
    möchten. Mit einer lieben Grußbotschaft verleihen Sie Ihrem
    Geschenk eine persönliche Note.
  2. 2 Bezahlen Sie das Geschenk bequem per Kreditkarte,
    Überweisung oder Lastschrift.
  3. 3 Der/die Geschenkempfänger/in bekommt von uns Ihre Nachricht
    und eine Anleitung zum Downloaden Ihres Geschenks!

Produktdetails

Titel: Teilen, nicht töten!
Autor/en: Friedhelm Hengsbach

EAN: 9783864895593
Format:  EPUB
Westend Verlag

12. November 2014 - epub eBook - 128 Seiten

Papst Franziskus: "Diese Wirtschaft tötet"Hat Papst Franziskus Recht, wenn er behauptet, dass die jetzige Wirtschaftsordnung ganze Bevölkerungsgruppen ausgrenzt, soziale Ungerechtigkeiten erzeugt und Gewalt hervorbringt? Diese Frage wird man eindeutig mit "Ja" beantworten. Also gilt, was einige namhafte Wirtschaftsexperten längst entdeckt haben: Reichtum, den viele erzeugen, darf nicht von wenigen angeeignet werden. Eine ausgewogene Verteilung des geschaffenen Reichtums dient dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem Frieden. Und es kann nicht Staatsziel Nummer Eins sein, alle Nationen konkurrenzfähig und alle Menschen beschäftigungsfähig zu machen. Friedhelm Hengsbach, Deutschlands führender Sozialethiker, fordert eine Verteilung, die die bisherige Regel der vorrangigen Kapitalverzinsung korrigiert: Natur, Arbeit, Geld und gesellschaftliche Vorleistungen erarbeiten gemeinsam eine Wertschöpfung, und müssen gleichberechtigt entlohnt werden.
Friedhelm Hengsbach wurde 1937 in Dortmund geboren und ist Mitglied des Jesuitenordens. Er studierte Philosophie, Theologie sowie Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1976. Hengsbach war 1977 bis 1982 Lehrbeauftragter für Christliche Sozialwissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main sowie bis 2006 Professor für Christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main und Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik.

Er lebt und arbeitet in der Katholischen Akademie Rhein-Neckar in Ludwigshafen (Rhein). Publikationen unter anderem: Ein anderer Kapitalismus ist möglich, Gottes Volk im Exil und Das Kreuz mit der Arbeit.

1 Die Auslöser

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts hatte Wolfgang Thierse behauptet: Die Gerechtigkeitsfrage ist in die Gesellschaft zurückgekehrt.1 Mehr als zehn Jahre danach stellte der Leiter des Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, fest, dass die Wirtschaftswissenschaft sich von einem Menschenbild verabschiede, das moralische Werte, soziale Normen und menschliche Beziehungen ausklammert. Das Kieler Institut habe seinen Bereich von der traditionellen Konzentration auf Effizienzprobleme hin zu Gerechtigkeitsproblemen erweitert.2 Eine breite Öffentlichkeit kritisiert bereits seit Jahren die zunehmend ungleiche Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Erleben wir einen Gezeitenwechsel im Urteil darüber, was der Wirtschaft und dem Staat zu tun geboten ist?

Ich bin beim Schreiben dieser Schrift von zwei Autoren inspiriert worden, die im vergangenen Jahr die soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Polarisation thematisiert und eine ungewöhnliche Resonanz gefunden haben. Es handelt sich um Papst Franziskus und den französischen Ökonomen Thomas Piketty.

Papst Franziskus

Diese Wirtschaft tötet.3 So urteilt der Papst über die sozioökonomischen Verhältnisse, denen sich die Mehrheit der Menschen und auch viele Christen wie einem unabwendbaren Schicksal ausgeliefert sehen.

Prophetische Kritik

Den anonymen Mechanismen setzt der Papst ein vierfaches radikales Nein entgegen. Er sieht ganze Gruppen der Bevölkerung aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, wie Müll und Abfall behandelt. Er wehrt sich dagegen, dem Fetischismus des Geldes und der Logik des Marktes eine religiöse Weihe zu verleihen und sie anzuhimmeln. Er verurteilt die Vorherrschaft der Finanzmärkte, die der Realwirtschaft nicht dienen. Und er warnt vor der wachsenden sozialen Ungleichheit, aus der gesellschaftliche Konflikte und Kriege hervorgehen. Die politischen und wirtschaftlichen Führungseli
ten sollten die Worte eines Bischofs aus der frühen Kirche beherzigen: Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen.4

Über diese Aussagen des Papstes, die er einer programmatischen Schrift zu Beginn seiner Amtszeit eingefügt hatte, sind deutsche Wirtschaftsjournalisten hergefallen: Der Papst irrt, er urteilt pauschal und wenig differenziert, er versteht nicht, wie die Wirtschaft funktioniert, er ist auf seine Erfahrungen in Argentinien fixiert und kennt die segensreichen Wirkungen der sozialen Marktwirtschaft nicht, die erfolgreicher als Almosen den Wohlstand vermehrt.

Den Armen der erste Platz

Seltsam, dass die Wirtschaftsjournalisten von den 270 Seiten des päpstlichen Schreibens neun Seiten herausgegriffen und das Hauptanliegen überlesen haben: Die Menschen in den reichen Ländern und vor allem die Christen sollen den Schrei der Armen hören. Dieser Schrei hat aus biblischer Sicht eine religiöse Dimension, weil der Gott Israels das Schreien seines Volkes im Sklavenhaus Ägypten gehört und es aus diesem Schmelzofen befreit hat. Heute ist es der Schrei derer, denen der gerechte Lohn vorenthalten wird, der Migranten, die illegal in privaten Haushalten Kranke pflegen, der Frauen, die man als Handelsware vermarktet, der Kinder, die zum Betteln vorgeschickt werden. Diesen weggeworfenen Armen sollen die Gesellschaft und die Kirchen einen bevorzugten Platz einräumen und sie in ihrer Würde respektieren. Armut in reichen Ländern ist nämlich ein Indiz dafür, dass die erwirtschaftete Gütermenge, die für alle ausreicht, ungleich verteilt ist. Deshalb klingt das Vertrauen auf die unsichtbare Hand des Marktes oder die automatischen Sickereffekte des Wohlstands naiv. Vielmehr verweist der Grundsatz, dass die Güter der Erde für alle bestimmt sind, die Rolle der Privatwirtschaft und des Privateigentums auf den zweiten Rang. Das Wac
hstum der Gerechtigkeit habe Vorrang vor einem Wachstum der Wirtschaft, meint der Papst.

Thomas Piketty

Ein vergleichbares Aufsehen wie der Papst löste der französische Ökonom Thomas Piketty mit seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert aus.5 In den USA wurde Piketty als Star einer neuen Weltformel gefeiert, sein Buch als Wasserscheide bezeichnet, die unsere Vorstellungen über die Wirtschaft und die Politik verändere.

Was Piketty beunruhigt, ist gerade diese sich öffnende Schere zwischen armen und reichen Bevölkerungsgruppen in einer demokratischen Gesellschaft. Was reißt Gesellschaften auseinander, was hält sie zusammen? In seinen Forschungen sucht er nach einer Antwort, die empirische Daten, ökonomische Theorien sowie geschichtliche, politische und soziale Perspektiven miteinander verbindet. Seit der industriellen Revolution hat sich im 19. Jahrhundert die Verteilung der Einkommen von Managern und Arbeitern gespreizt. Aber viel stärker und schneller als das Arbeitseinkommen ist das Kapitaleinkommen gewachsen, weil das Wachstum der Kapitalrendite über das Wachstum des Volkseinkommens hinausgeht. Kapital ist bei Piketty ein Sammelbegriff für Grund und Boden, Häuser, Wertpapiere, Geld und Patente. Durch Arbeiten als Arzt oder Rechtsanwalt könne man nicht reich werden, wohl aber dadurch, dass man eine Frau aus begütertem Hause heirate, belehrt ein kriminelles Genie aus dem feudalen Frankreich einen mittellosen Adligen, wie Piketty der zeitgenössischen Literatur entnimmt.

Mit dem Ersten Weltkrieg beginnt eine historische Ausnahmesituation, die tendenziell Mitte der 1970er Jahre endet. Während der Trente glorieux in Frank-reich oder des deutschen Wirtschaftswunders sinkt die Wachstumsrate der Kapitaleinkommen unter die der Arbeitseinkommen. Welche Gründe nennt Piketty dafür? Die massive Vernichtung von Kapital während der Kriegszeiten, verschärfte Steuer- und komfortable Sozialgesetze, ein hohes Wirtschaftsund Bevölkerungswac
hstum, den technischen Fortschritt und die höhere Bildungskompetenz der Beschäftigten. Aber seit den 1980er Jahren verheißen marktradikale Ökonomen in den USA, in Großbritannien und Deutschland einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise, wenn nur die Selbstheilungskräfte des Marktes entfesselt, die Steuern gesenkt, die öffentlichen Ausgaben gekürzt und die Lohnforderungen gezügelt werden. In der Folge sinken die Wachstumsraten, während die Kapitalrenditen steigen.

Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, wird in den reifen Industrieländern im 21. Jahrhundert das 19. Jahrhundert zurückkehren: Das Gewicht des Kapitals wird zunehmen und sich bei wenigen konzentrieren. Einer kleinen Gruppe wird ein extrem hoher Anteil des Volkseinkommens und vor allem des Volksvermögens gehören, während der größere Teil der Bevölkerung über kaum mehr als das Arbeitsvermögen verfügt. Allerdings wird sich das Gesicht des Kapitalismus ändern: Neben die Klasse der Vermögenseigentümer treten reiche Angestellte, Unternehmensmanager und Finanzinvestoren mit hoher Bildungskompetenz. Sie eignen sich die Produktivitätszuwächse an, weil sie ihre Vergütung selbst festsetzen oder mit dem Aufsichtsrat darüber verhandeln können. In der Folge wächst die Bandbreite der Mittelklasse, indem Vermögen auf nachfolgende Generationen übertragen und damit gestreut wird. Allerdings bleibt es wegen der relativ geringen Kinderzahl der Vermögenseigentümer wohl bei der Konzentration des Kapitals. Die Klassengesellschaft hört mit dem Erben-Kapitalismus nicht auf zu existieren. Die Reichen werden reicher, die Armen bleiben arm. Und dies nicht auf Grund persönlicher Leistung, sondern durch glückliche Umstände, vermögende Eltern oder die Inflation. Ausflüge in die Lyrik, dass etwa die Flut alle Boote hebt oder auch die Spatzen zu fressen haben, wenn die Pferde gut genährt sind, verschleiern lediglich ökonomische Legenden.

Als Gegengift gegen die politisch bedrohliche Ungleichheit der Einkommen und Vermögen empfie
hlt Piketty eine bis zu 75 Prozent progressive Einkommensteuer und eine globale progressive Vermögensteuer, die bei Millionären bis zu 80 Prozent gehen könnte. Falls diese weltweit nicht durchsetzbar ist, sollten die EU und die USA damit anfangen, sie regional einzuführen.

Im Vorkrieg

Die Warnlampen eines sozioökonomischen Szenarios, das Piketty ausmalt, wenn nicht politische Gegenkräfte mobilisiert werden, sind für Papst Franziskus bereits aktuell erkennbare Zeichen der Zeit. Die politische Klasse, die Führungskräfte der Wirtschaft und die Medien deuten derzeit die wachsenden Flüchtlingsbewegungen überwiegend als Folgen von religiösen Konflikten und blindwütigem Terrorismus, denen schnell und alternativlos mit militärischer Gewalt zu begegnen sei. Warum werden bei aller aufgeheizten Erregung die ökonomischen, politischen und auch geschichtlichen Hintergründe der Kämpfe im Nahen Osten verschwiegen? Unverzügliche humanitäre Hilfe und die Bereitschaft, Flüchtlinge großzügig aufzunehmen, sind unmittelbar geboten. Aber es ist fahrlässig, in einer derartigen Alarmstimmung ethische Bedenken einfach auszuschalten ob eindeutig...


Dieses eBook wird im epub-Format geliefert und ist mit einem Wasserzeichen versehen. Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Für welche Geräte?
Sie können das eBook auf allen Lesegeräten, in Apps und in Lesesoftware öffnen, die epub unterstützen:

  • tolino Reader
    Laden Sie das eBook direkt auf dem Reader im eBook.de-Shop herunter oder übertragen Sie das eBook auf Ihr tolino Gerät mit einer kostenlosen Software wie beispielsweise Adobe Digital Editions.

  • Sony Reader und andere eBook Reader
    Laden Sie das eBook direkt auf dem Reader im eBook.de-Shop herunter oder übertragen Sie es mit der kostenlosen Software Sony READER FOR PC/Mac oder Adobe Digital Editions.

  • Tablets und Smartphones
    Installieren Sie die tolino Lese-App für Android und iOS oder verwenden Sie eine andere Lese-App für epub-eBooks.

  • PC und Mac
    Lesen Sie das eBook direkt nach dem Herunterladen mit einer kostenlosen Lesesoftware, beispielsweise Adobe Digital Editions Sony READER FOR PC/Mac.

Die eBook-Datei wird beim Herunterladen mit einem nicht löschbaren Wasserzeichen individuell markiert, sodass die Ermittlung und rechtliche Verfolgung des ursprünglichen Käufers im Fall einer missbräuchlichen Nutzung der eBook-Datei möglich ist.

Bitte beachten Sie: Dieses eBook ist nicht auf Kindle-Geräten lesbar.

Ihr erstes eBook?
Hier erhalten Sie alle Informationen rund um die digitalen Bücher für Neueinsteiger.

Kundenbewertungen zu Friedhelm Hengsbach „Teilen, nicht töten!“
Noch keine Bewertungen vorhanden
Zur Rangliste der Rezensenten
Veröffentlichen Sie Ihre Kundenbewertung:
Kundenbewertung schreiben
Unsere Leistungen auf einen Klick
Unser Service für Sie
Zahlungsmethoden
Bequem, einfach und sicher mit eBook.de. mehr Infos akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal mehr Infos
Geprüfte Qualität
  • Schnelle Downloads
  • Datenschutz
  • Sichere Zahlung
  • SSL-Verschlüsselung
Servicehotline
+49 (0)40 4223 6096
Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 18.00 Uhr
Chat
Ihre E-Mail-Adresse eintragen und kostenlos informiert werden:
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
Bei als portofrei markierten Produkten bezieht sich dies nur auf den Versand innerhalb Deutschlands.

** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.
eBook.de - Meine Bücher immer dabei
eBook.de ist eine Marke der Hugendubel Digital GmbH & Co. KG
Folgen Sie uns unter: