Nach einem tödlichen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ermittelt die Polizei. Das Unfallopfer ist ein 5-jähriger Junge.
Der Schreibstil ist einfach und gut. Die Charaktere, die Begebenheiten und die walisische Küstenlandschaft sind gut und einfühlsam beschrieben. Erzählt wird die Geschichte ausschließlich abwechseln aus der Sicht von Jenna - der weiblichen Protagonistin - und des führenden Detectivs. Der Thriller besteht aus 2 Teilen, die wiederum in Kapitel gegliedert sind. Im 2. Teil kommt noch die Sichtweise und Erinnerung des männlichen Protagonisten hinzu. Diese Aufteilung hat mir sehr gut gefallen, da man dadurch schnell "umschalten" konnte. Allerdings ist durch diese Art auch ein möglicher Spannungsbogen immer wieder unterbrochen worden.
Der Erste Teil des Thrillers war sehr langatmig. Hier ist die Polizeiarbeit zwar kenntnisreich aber auch nüchtern geschildert. "Gewürzt" wurde dieser Aspekt durch das besondere Verhältnis des Detectiv zu seiner Kollegin Kate, seine Ehe und die Probleme mit dem Sohn. Ein Privatleben von Ermittlern in einem Thriller gehört für mich durchaus dazu, sollte aber bitte nicht die ganze Geschichte überlagern und so dem Geschehen die Spannung nehmen.
Der Übergang zum 2. Teil war dann doch ein Paukenschlag, da ich bis dahin von einer ganzen Voraussetzung ausgegangen bin. Von da an nahm die Story zwar wieder Fahrt auf, verlor sich dann aber doch auch hier in Nebensächlichkeiten. Es ist schon bald klar, wer der Unfallverursacher ist. Das Unfallgeschehen empfinde ich dann wieder als übertrieben und unglaubwürdig. Der einfache beziehungslose Zufall hätte durchaus gereicht. Das Ende hat mir dann wieder gut gefallen, weil es Möglichkeiten offen lässt.
Mein Fazit: Ein durchaus lesenswerter Psychothriller bei dem man keine Action erwarten und den Begriff "Thriller" nicht überbewerten sollte.