In jedem ihrer Krimis, die an der wilden Westküste Irlands spielen, geht die Autorin Hannah OBrien auf ein typisch irisches Thema ein. In ihrem neuen, dem vierten Fall "Irisches Erbe" behandelt sie die blutige Geschichte Nordirlands, insbesondere in den 90er Jahren vor dem Friedensabkommen zwischen der katholischen IRA und den probritsch-protestantischen Unionisten im Jahr 1998. Außerdem schneidet sie das Thema Homosexualität unter irischen Priestern an und den Druck, den diese durch Kirche und Bevölkerung erfahren, den sie aber auch selbst auf andere ausüben. So ist es kein Wunder, dass der Fall um die beiden toten Kirchendienerinnen zwischen all diesen Konflikten gelegentlich ein wenig ins Hintertreffen gerät und auch die erneut im Mittelpunkt stehende Kommissarin Grace OMalley mitsamt dem übrigen Personal etwas blass bleibt. Aber wer interessiert ist, etwas über die irische Geschichte und insbesondere das Verhältnis Irlands zum britischen Nordirland zu erfahren, liegt bei diesem unterhaltsamen Krimi genau richtig.