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Königskinder

Roman.
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Produktdetails

Titel: Königskinder
Autor/en: Alex Capus

ISBN: 3446260099
EAN: 9783446260092
Roman.
Hanser, Carl GmbH + Co.

20. August 2018 - gebunden - 184 Seiten

Als Max und Tina in ihrem Auto eingeschneit auf einem Alpenpass ausharren müssen, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen, zur Zeit der Französischen Revolution, ihren Anfang nimmt.
Jakob ist ein Knecht aus dem Greyerzerland. Als er sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern, verliebt, ist dieser entsetzt. Er schickt den Jungen erst in den Kriegsdienst, später als Hirte an den Hof Ludwigs XVI. Dort ist man so gerührt von Jakobs Unglück, dass man auch Marie nach Versailles holen lässt. Meisterhaft verwebt Alex Capus das Abenteuer des armen Kuhhirten und der reichen Bauerntochter mit Max' und Tinas Nacht in den Bergen. Ein hinreißendes Spiel zwischen den Jahrhunderten. Alex Capus' schönste Liebesgeschichte seit "Leon und Louise".
Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt heute in Olten. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Reportagen. Bei Hanser erschienen Léon und Louise (Roman, 2011), Fast ein bisschen Frühling (Roman, 2012), Skidoo (Meine Reise durch die Geisterstädte des Wilden Westens, 2012), Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer (Roman, 2013), Mein Nachbar Urs (Geschichten aus der Kleinstadt, 2014), Seiltänzer (Hanser Box, 2015), Reisen im Licht der Sterne (Roman, 2015), Das Leben ist gut (Roman, 2016) und Königskinder (Roman, 2018).

"Guten Erzählern hört man zu, selbst wenn einen der Inhalt ihrer Geschichten nicht zu interessieren scheint. Alex Capus ist ein solcher Zauberer, der seit über zwanzig Jahren seine Leserinnen und Leser mit kleinen und grossen Begebenheiten bezirzt und noch das Nebensächlichste Funken schlagen lässt." Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung, 12.09.18

"Ein solcher Roman, der mehr ist als er vordergründig sagt, bietet eine intelligente wie kurzweilige Lektüre über Ambition und Funktion von Literatur ... Als Leser kann man bequem durch alle Welten und Zeiten gleiten. Und falls man selbst einmal in eine schwierige Situation gerät, gibt Alex Capus' Roman genug Stoff her, um dem zähen Warten auf Besserung mit Zuversicht zu begegnen." Björn Hayer, SPIEGEL online, 22.08.18

"Nicht nur eine tolle Liebesgeschichte, sondern auch ein Buch darüber wie großartig Lesen und Erzählen sind. ... Einfach schön!" Stefan Keim, WDR 4 Bücher, 04.09.18

"Wunderbar ist das Wechselspiel der Erzählungen aus zwei so verschiedenen Jahrhunderten. Capus erzählt unangestrengt, mit Sinn fürs sprechende Detail und mit enormer Erfindungskraft. Deshalb lassen wir uns so gern von ihm verführen." Manfred Papst, NZZ am Sonntag, 26.08.18

"Capus ist ein Meister der atmosphärischen Beschreibung. Er braucht nur wenige Worte, um anschaulich und detailreich, bisweilen deftig das Leben in den Bergen ebenso wie das vorrevolutionäre Leben vor und im Schloss von Versailles zu beschreiben. Man hat sofort ein Bild vor Augen. Seine knappen Schilderungen sind dicht und plastisch... Eine herzerwärmende, geradezu märchenhafte Erzählung." Johannes Kaiser, Deutschlandfunk Kultur, 18.08.18

"Ein raffinierter Roman, den man als Schmökernase genießen kann wie auch mit tinaeskem kritischem Bewusstsein... Capus zieht an seiner Prosa-Orgel alle Register. Schalmeiensüss, wenn er bei Jacob und Marie weilt. Scharfe Mixturen, wenn es um den nutzlosen, verblödeten Adel geht." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 16.08.18
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Märchen zwischen den Zeiten - von Julia Lindner - 19.11.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Alex Capus hat mit Königskinder ein wunderschönes, altertümliches Märchen geschaffen, eingebettet in einen modernen Rahmen. Max und Tina stecken mitten in einem Schneesturm mit ihrem Auto fest. Um sie abzulenken beginnt er, ihr die Geschichte von Marie und Jakob zu erzählen. Eine scheinbar zum Scheitern verurteilte Liebe in Zeiten kurz vor der französischen Revolution. Nicht nur, dass diese Liebesgeschichte an den kleinen Romantiker tief in jedem Leser apelliert. Gleichzeitig zeichnet Max (oder Alex) ein erstaunlich plastisches Bild der damaligen Zeit, gespickt mit unzähligen kleinen Einzelheiten, dass das Abrutschen der Geschichte ins Kitschige verhindert. Für das i-Tüpfelchen Amüsement sorgen allerdings Max und Tina, die zeigen, dass man sich auch nach vielen Ehejahren nicht immer bierernst nehmen muss und sich stattdessen auch gerne mal gegenseitig auf liebevolle Art auf die Schippe nehmen kann. Fazit: Eine wunderbare Gescichte, mit der man locker jeden eisigen Schneesturm überstehen kann.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Sprachlich ein wahres Lesevergnügen - von bookloving - 22.10.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Mit seinem Roman "Königskinder" ist dem Schweizer Schriftsteller Alex Capus eine wundervolle, herzergreifende Geschichte gelungen, die über eine außergewöhnliche, historische verbriefte Liebe zu Zeiten der Französischen Revolution erzählt. Geschickt lässt er seine sehr unterhaltsame Geschichte mit einer amüsanten, sehr realen Rahmenhandlung beginnen, bei der das Ehepaar Tina und Max mit ihrem Wagen im dichten Schneetreiben auf einer eigentlich gesperrten Passstraße von der Straße abgekommen und im eingeschneiten Auto bis zum Morgen ausharren müssen. Um von ihrer misslichen Lage abzulenken und die Wartezeit auf den morgendlichen Schneepflug zu vertreiben, beginnt Max in blumigen Worten seiner Frau eine wahre, schon lang zurückliegende Geschichte zu erzählen, die sich ganz in der Nähe zugetragen haben soll. Es ist die sehr fantasievolle und etwas märchenhaft anmutende Liebesgeschichte zwischen einem armen, verwaisten Sennerbuben Jakob und Marie, der schönen Tochter des reichen Talbauern. Schon bald tauchen wir als Leser zunächst in die karge Welt der Schweizer Bergbauern ein, reisen mit Jakob an den dekadenten, vorrevolutionären Hof von Ludwig XVI. nach Versailles und erleben schließlich sogar die Wirren der Französischen Revolution. Sehr geschickt hat Capus diese beiden Erzählstränge miteinander verbunden, die ohne sichtbare Abgrenzungen wundervoll ineinanderfließen. So führt er uns des öfteren in die Realität zu den beiden im eingeschneiten Auto zurück und lässt Tina die von Max mit vielen erstaunlichen Details ausgeschmückte Geschichte immer wieder mit skeptischen Nachfragen zu Logik und Wahrheitsgehalt unterbrechen. Auch der Leser mag sich an einigen Klischees stören und hegt Zweifel an der historischen Korrektheit, recherchiert einige der erwähnten Fakten und kann zugleich die Fortsetzung der schier unglaublichen Ereignisse kaum erwarten. Die hier erzählte außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei eher gewöhnlichen Menschen, die zu "Königkindern" wurden und denen aber allen Widrigkeiten zum Trotz ein schönes Happy End beschert wurde, wirkt dennoch nicht kitschig und unglaubwürdig. Capus findet mit seinem Ende, bei dem die Eingeschneiten nach dieser einzigartigen, magischen Nacht dem Alltag als gefestigtes Paar wieder begegnen müssen, einen wundervollen Ausklang, der uns wieder in die Realität entlässt. Capus konnte mich auch in diesem Roman durch seinen wunderbaren, beschwingten Erzählstil, seine Sprachgewandtheit und seinen Wortwitz begeistern. Durch die fast durchgängig verwendete wörtliche Rede bei den Dialogen hat diese Erzählung etwas sehr Lockeres und Leichtes an sich. gelingt es ihm Die treffend und anschaulich herausgearbeiteten historischen Begebenheiten rund um Schloss Versailles und die damaligen Zustände vor der französischen Revolution vermitteln uns einen aufschlussreichen Einblick in die Zeitgeschichte und lassen uns mühelos in eine andere Zeit eintauchen. Auch die atmosphärisch dichten Beschreibungen der Landschaft und das gekonnte Einfangen von Stimmungen gelingen dem Autor hervorragend, so dass beim Lesen sofort sehr plastische Bilder im Kopf entstehen. FAZIT Insgesamt also ein wunderschöner, kurzweiliger Roman, der vor allem mit seinem einzigartig beschwingten Erzählstil und einer außergewöhnlichen, aber wahren Liebesgeschichte zu unterhalten weiß.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Zwei Geschichten - von Klaraelisa - 21.10.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
In seinem Roman "Königskinder" verwöhnt der Alex Capus den Leser mit zwei Geschichten: eine spielt in der Gegenwart, die andere in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Ehepaar Max und Tina ist in den Schweizer Alpen mit dem Auto unterwegs, als sie auf einer eigentlich gesperrten Alpenstraße im Schnee steckenbleiben. Bis zum Morgen müssen sie sich irgendwie die Zeit vertreiben. Also erzählt Max seiner Frau eine Liebesgeschichte, die teilweise in der Schweiz, zum Teil aber am Hof von Versailles spielt. Der arme Kuhhirte Jakob verliebt sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern. Für den Vater des Mädchens ist Jakob natürlich kein geeigneter Ehekandidat. Der Bauer verhindert diese Verbindung. Marie wartet dennoch viele Jahre auf ihren Jakob, der inzwischen Soldat geworden ist und nach sieben Jahren zwar zurückkehrt, aber dann bald an den französischen Königshof geschickt wird, weil Prinzessin Elisabeth, die Schwester von Ludwig XVI., jemanden braucht, der sich mit Schweizer Kühen auskennt. Als die Prinzessin von den getrennten Liebenden hört, nutzt sie ihren Einfluss und holt Marie nach Versailles. Das Glück dauert jedoch nur bis zur Französischen Revolution. Dann müssen sich die Liebenden neu orientieren. Capus hat einen gut lesbaren Roman geschrieben, bei dem sowohl das authentische Porträt des zeitgenössischen Versailles als auch die sprachliche Virtuosität auffallen muss. Capus schafft eine Wortkulisse, die das höfische Leben inklusive damalige hygienische Verhältnisse lebendig werden lässt. Das Ergebnis ist kein trockenes Geschichtsbuch, sondern eine Geschichte voller Humor und Satire. Ich habe diesen Roman gern gelesen, obwohl ich ihn nicht für sein bestes Werk halte. Trotzdem ist das Buch eine Empfehlung wert.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein herausragender Roman, bitte lesen! - von lesebiene - 02.10.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Meine Meinung : ich bin ein unglaublich großer Fan des französischen Autors Alex Capus und umso gespannter war ich auf seinen neuen Roman, der mal wieder eine anspruchsvollere Thematik und Liebesgeschichte versprach und genau das bekommt der Leser auch ! Die Geschichte beginnt zunächst mit dem herausragenden Schreibstil des Autors , aber vor allem mit Max und Tina, die Ein geschneit im Auto, versuchen ihre Zeit totzuschlagen und genau dabei erzählt man sich eine Geschichte, eine traumhaft schöne und tragische Geschichte einer liebe zu Zeiten XVI. Und diese Geschichte ergriff mich sehr, begeisterte mich durch eine Schreibstil, der es schaffte so wenige Seiten mit so viel Leben zu füllen, wie es kein 1000 Seiten Buch schafft. Fazit : Ein herausragender Roman aus der Feder von Alex capus, bitte lesen !
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Die lange Nacht der Geschichte(n) - von cosmea - 14.09.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Max und Tina befinden sich mit dem Auto auf dem Heimweg in den Schweizer Bergen. Als sie einen gesperrten Alpenpass im Greyerzer Land befahren, kommen sie im Schneesturm von der Straße ab und bleiben im Graben liegen. Sie müssen die Nacht im Auto verbringen und auf die Schneefräse warten. Um sich die Zeit zu verkürzen, erzählt Max Tina eine wahre Geschichte, die sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zugetragen hat. Jakob Boschung, ein früh zur Vollwaise gewordener armer Hirte, hütet im Sommer hoch oben auf dem Berg die Kühe der Bauern aus der Ebene. Eines Tages begegnet er Marie, der Tochter eines reichen Bauern, und sie verlieben sich ineinander Der Bauer duldet diese Beziehung nicht. Der chancenlose Jakob verpflichtet sich für mehrere Jahre als Soldat. Marie wartet auf ihn. Dann muss er nach Versailles gehen und sich um die Kühe von Prinzessin Elisabeth, der Schwester von Ludwig XVI. auf ihrem Bauernhof in der Nähe des Schlosses kümmern. Als die Prinzessin von den getrennten Liebenden erfährt, spannt sie ihren Bruder ein und nutzt diplomatische Wege, um Jakob nach Versailles zu holen. Endlich sind die Liebenden wieder vereint. Ihr ungetrübtes Glück dauert jedoch nicht lange, denn die Französische Revolution bricht aus. Capus erzählt eine berührende Geschichte von einer großen Liebe, die alle Widerstände überwindet und lange Jahre der Trennung überdauert. Max und Tina diskutieren und streiten, wie sie das immer tun, obwohl sie sich lieben und in den wirklich wichtigen Dingen übereinstimmen. Tina protestiert, wenn die Geschichte ihrer Meinung nach kitschig oder unglaubwürdig zu werden droht. Max verteidigt seine Version. Das Ganze wird mit viel Humor und Wortwitz erzählt. Capus' Roman ist kurz, aber kein Leichtgewicht. Die gewählte Struktur ist raffiniert - eine Geschichte in der Geschichte - und sprachlich virtuos, manchmal drastisch; ... quer durch den Wald an urinierenden, defäkierenden und kopulierenden Hochadligen vorbei,..." (S. 112). Den französischen Hof beschreibt er so: "..., überall diese parfümierten und gepuderten Hofschranzen, diese Gecken und Speichellecker mit ihren Hintergedanken, (...), rund um die Uhr wimmelt es im Schloss von müßiggängerischen, nichtsnutzigen Claqueuren, überall unterwürfige Lakaien, selbstgefällige Galane, läufige Hunde und kaltgeile Kokotten, an jeder Ecke lauern geschminkte und parfümierte Blutsauger und Lustknaben, nirgends ist man sicher vor dem hündischen Gehechel der Schmarotzer, dem Gewinsel der Intriganten, dem schwanzwedelnden Kratzbuckeln der Parasiten und Manipulateure und ihrem falschen Gesäusel, ihrer devoten Knickserei -..." (S. 73). So ein Satz nimmt schon mal eine ganze Seite ein. Ich habe den Roman gern gelesen und bleibe weiterhin ein Fan von Alex Capus.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eingeschneit! - von Castilleja - 09.09.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Max und Tina müssen die Nacht in ihrem Auto verbringen, weil sie trotz einer Straßensperre die Passstraße genommen haben. Zum Glück ist ihnen nichts passiert, aber sie stecken fest. Damit die Zeit schneller vergeht und Tina nicht so sehr an ihre Lage denken muss, erzählt Max ihre eine Geschichte. Die beiden sind seit vielen Jahren verheiratet, sind sich in den großen Angelegenheiten einig, streiten sich jedoch darüber, wann der Scheibenwischer angeschaltet werden muss und Ähnliches. Max erzählt die Geschichte des Kuhhirten Jakob, der Ende des 18. Jahrhunderts gelebt hat, genau dort, wo jetzt das Auto der beiden feststeckt. Jakob verliebt sich in die Bauerstochter Marie, die gesellschaftlich über ihm steht und ihr Vater ist gegen diese Verbindung. Doch Jakob und Marie geben nicht auf. Alex Capus hat es geschafft, diese beiden Erzählebenen gut zu verbinden, eine Leichtigkeit beim Lesen zu erschaffen, die den Leser neben Tina zu einem weiteren Zuhörer macht. Was entspringt der Fantasie von Max, was ist historische Realität? Und was denkt wohl der Steinbock darüber?
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Der wunderbare kleine Roman von Alex Capus ist ein literarisches Kleinod - von Winfried Stanzick - 04.09.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Der neue kleine Roman von Alex Capus ist neben seiner witzigen Rahmenhandlung und der schönen Hauptgeschichte, die erzählt wird, vor allem ein sprachlicher Genuss. Man spürt die Freude des Autors am Fabulieren bei nahezu jedem einzelnen Satz, den er zu Papier bringt. Das Lesen macht Freude und ist abgesehen von der wunderbaren Unterhaltung, die dieses kleine Buch beschert, eine große Bereicherung für den Leser. In der Rahmengeschichte fahren Max und Tina, ein erfahrenes Ehepaar, trotz gegenteiliger Wetterwarnungen mit ihrem roten Toyota Corolla während eines nächtlichen Schneetreibens eine Passstraße hinauf. Sie sind deshalb ein erfahrenes Ehepaar, weil sie sich gut kennen und einschätzen können, sich bei den wichtigen Dingen immer einig sind, und sich um Kleinigkeiten streiten können wie die Kesselflicker. Das tun sie auch während der Fahrt durch die Nacht, jedenfalls solange bis sie endgültig von der Straße abkommen und im Straßengraben im Schnee stecken bleiben. Um sich die Zeit bis zum Morgen, wenn die Schneeräumgeräte wieder im Einsatz sind, zu vertreiben, und vor allen um angesichts der Kälte wach zu bleiben, schlägt Max vor, eine Geschichte zu erzählen. Eine wahre Geschichte, dessen Rahmendaten er genau recherchiert habe. Mehrfach in der Nacht wird er in seinem Erzählfluss von Tina unterbrochen, die immer wieder unlauteren Kitsch wittert, aber von Max jeweils eines Besseren belehrt wird. Max (Alex Capus) erzählt nun eine alte Liebesgeschichte, die genau in den Bergen ihren Anfang nimmt, in denen sie stecken geblieben sind. Jahrhunderte liegt sie zurück und spielt in der Zeit kurz vor der französischen Revolution, eine Zeit des Aufbruchs und Umbruchs in Europa. Von diesen bevorstehenden Umwälzungen erfährt der Hirtenjunge Jakob nichts. Er kümmert sich um das Vieh eines reichen Bauern und ist mit den Tieren während des ganzen Sommers oben in den Bergen. Als er nach dem Sommer das Vieh nach unten ins Tal bringt, begegnet er nicht zum ersten Mal Marie, der Tochter des Bauern. Die beiden erleben so etwas wie Liebe auf den ersten Blick, denn mehr als sich von weitem anschauen, können sie nicht. Der Bauer wittert diese zarte Annäherung sofort und will sie verhindern. Jakob und Marie jedoch fliehen zusammen auf Jakobs Hütte und verbringen dort viele Tage. Die Knechte des Bauern kommen irgendwann dorthin und wollen Jakob an den Kragen. Der aber teilt ihnen mit, sie sollen dem Bauern sagen, er habe sich zum Kriegsdienst gemeldet und er brauche sich keine Sorgen mehr zu machen. Acht Jahre von 1779 bis 1787 dient Jakob im Regiment Waldner und tut Dienst in Cherbourg am Ärmelkanal, wo es all die Zeit sehr ruhig ist und er von den sich in Europa anbahnenden großen Umwälzungen relativ wenig mitbekommt. Marie indes wartet auf dem Hof ihres Vaters auf Jakobs Rückkehr, und lehnt alle potentiellen Ehemänner, die ihr Vater über die Jahre auf den Hof bringt, barsch ab. An dieser Stelle bringt der erzählende Max Elisabeth, die Tochter des französischen Königs Ludwig XVI. ins Spiel. Sie ist unzufrieden mit dem Leben im Schloss Versailles und ringt ihrem Vater ein Landgut ab, auf dem sie Landwirtschaft betreiben will. Von allem das Beste, Hühner aus der Bresse , Schweine aus Flandern, Schlachtrinder aus Burgund, Arbeitspferde aus Brabant. Und Milchkühe aus der Schweiz, Freiburger Milchkühe. Und genau hier gibt es die von der mitten in der Nacht im Toyota Corolla zuhörenden Tina ungeduldig erwartete Verbindung. Weil die Kühe in der Fremde kränkeln und keine Milch geben und wegen ihrer schmerzhaft entzündeten Euter brüllen, muss nach einem Freiburger Kuhhirten gesucht werden, der sich mit ihnen auskennt. Jakob ist mittlerweile aus dem Dienst ehrenhaft entlassen worden und kehrt in sein Heimatdorf zurück. Marie, die sich vom Vater nichts mehr sagen lässt, geht mit ihm einen Sommer hoch in die Berge zu Jakobs Hütte und zu den Tieren, denn er nimmt seine alte Tätigkeit wieder auf. Sie verbringen dort glückliche Tage, bis Soldaten nach oben kommen, die Jakob mitteilen, er werde unten im Tal erwartet, es gebe einen wichtigen Auftrag für ihn. Er soll sich auf dem Hofgut der französischen Königstochter um die Milchkühe kümmern. Gehorsam folgt er diesem Auftrag und lässt Marie zurück. Doch beide wissen, dass es nicht für lange sein wird. Tatsächlich lässt Elisabeth, die Königstochter, Marie bald nachkommen, denn sie hat gespürt, wie traurig ihr Helfer ist. Sie erleben dort beide die bewegten Tage der französischen Revolution, wie sich das heruntergekommene und versiffte Schloss leert. Als irgendwann alles vorbei zu sein scheint, nehmen Jakob und Marie ihre Tiere und verlassen das Gut. Sie kaufen einen kleinen Bauernhof und haben zusammen ein langes und glückliches Leben. In Rachel Cusk kürzlich im Suhrkamp Verlag erschienenem Roman "Kudos" ist das Erzählen eine Art moderne Form von Beichte. Hier bei Capus ist das Erzählen eine Art von Daseinsversicherung gegen den Tod durch Kälte, der außerhalb des gestrandeten Autos droht. So ähnlich wie Sheherezade, die mit jeder Nacht und jeder neuen Geschichte ihr Leben verlängert. Der wunderbare kleine Roman von Alex Capus ist ein literarisches Kleinod, kraftvoll und poetisch in der Sprache, lebendig, dicht und plastisch erzählt. Eine warmherzige Erzählung, wie ein Märchen, und doch offenbar historisch verbürgt und genau recherchiert.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Doch weil sie so unsterblich sich liebten - von jenvo82 - 04.09.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
"Ach so, ein Mädchen!, ruft Prinzessin Elisabeth. Na, wenn's weiter nichts ist. Die Alpen hätte ich ihn nicht herbeischaffen können, aber ein Mädchen - das kriegen wir hin." Inhalt Während Max und Tina, ein langverheiratetes Ehepaar eine Nacht im eingeschneiten Wagen verbringen müssen, erzählt Max seiner Frau eine Geschichte vom Kuhhirten Jakob, der eigentlich einsam und allein in seiner Almhütte in den Bergen von Greyerz lebte und dessen großer Liebe Marie, die als die Tochter des wohlhabendsten Bauern, lange Zeit unerreichbar für ihn blieb. Und so vertreiben sich die beiden Eingeschneiten die Zeit und fiebern mit dem Liebespaar von einst mit, ob es diesem nicht vielleicht doch gelingt, zueinander zu finden. Meinung Endlich habe ich es auch einmal geschafft, ein Buch des prämierten Schweizer Autors Alex Capus zu lesen, auf dessen Bücher ich schon mehrfach aufmerksam geworden bin. Inhaltlich gesehen widmet sich der Autor in seinem aktuellen Roman der Liebe, die auch die Jahre überdauert, die bleibt und wächst trotz zahlreicher Entbehrungen und die sich auch von außen nur schwer lenken lässt. Eingebaut in eine sehr unterhaltsame, humorvolle Rahmengeschichte, in der ein Paar sich unterhält, welches zwar 26 Jahre glücklich verheiratet ist, aber sich nach wie vor über die Kleinigkeiten des Alltags in die Haare bekommt, entwirft er das Bild einer nicht erwünschten Beziehung in der Vergangenheit. Das Buch ist mit seinen 185 Seiten eher schmal und erzählt doch gleich zwei Geschichten, auch wenn es von beiden natürlich nur Lebensausschnitte sind. Tatsächlich konnte ich der Rahmenhandlung mit Max und Tina im Auto nicht immer etwas abgewinnen, waren mir ihre Dialoge doch manchmal zu überspitzt, fast schon nervig, selbst wenn sie an das normale Leben anknüpfen und einige Parallelen zu langjährigen Partnerschaften erkennbar sind. Vielmehr ansprechen konnte mich die Liebesgeschichte aus der Vergangenheit. Der Autor setzt ganz bewusst Grenzen, und zeigt, dass zum Beispiel die Allmacht des Elternhauses damals eine sehr entscheidende Komponente war, warum Liebende nicht ohne weiteres zueinander finden konnten. Doch er baut in seine fiktive, wenn auch auf einigen wahren Begebenheiten basierende Geschichte, das Glück, die Zufälle und die Kraft der Liebe, ihre Geduld und Unbeirrbarkeit ein. Ganz nebenbei führt er den Leser an den französischen Hof, zeigt ein verkommenes Schloss Versailles, einen beinahe entmachteten Adel und gleichzeitig die Bemühungen des Volkes, ihr Land zu revolutionieren. Historische Hintergründe findet man also auch noch. Das Besondere an dem Buch ist einfach nur eine liebenswerte, äußerst humorvolle Schreibweise, die Aussagekräftiges ausschmückt oder Unwichtiges retuschiert. Im besten Sinne des Wortes ein Roman, mit lebhafter Erzählung, interessanten Aspekten, vertrauensvollen Protagonisten und einer wichtigen Botschaft, auch wenn diese leider nicht so ganz klar zu Tage tritt. Fazit Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen Unterhaltungsroman, der nicht den Anspruch stellt Neues zu offenbaren, sondern sich auf das Erzählen, das Ausdenken von Zusammenhängen, die kleinen liebenswerten Widersprüche und die zwischenmenschlichen Töne beruft. Ich habe ihn gerne gelesen, auch wenn mir manchmal die Handlung zu seicht war, das Aufbegehren zu vorhersehbar, das Positive zu dominant. Gerade am Ende des Buches habe ich mir doch mehr Drama, mehr Tiefgang erhofft - doch der Autor überlässt es dem Leser, seine persönlichen Schlüsse zu ziehen. Ich empfehle das Buch denjenigen Lesern, die sich einfach in eine andere Zeit, mit andern Menschen hineindenken möchten und Unterhaltung suchen, all das wurde hier hervorragend umgesetzt. Mir hat es etwas an Schwere und Innerlichkeit gefehlt, beides meine Präferenzen bei Liebesgeschichten und diese hier ist einfach nur schön.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eine kleine literarische Perle - gekonnt erzählt und in Szene gesetzt - von BookHook - 04.09.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
"Dann wird es still in der Nacht, und dann endlich geschieht es, weil die Musik die Barrikaden seiner Seele geschleift hat, dass Jakob niedersinkt und erstmals seit dem Abschied von Marie seinen Tränen freien Lauf lässt." (S. 117) Meine Meinung: Auf einem Alpenpass, mitten im Schneegestöber, bleiben Max und Tina mit ihrem Auto liegen. Eine lange, einsame, kalte und dunkle Nacht im Auto steht ihnen beiden bevor und Max beginnt, Tina die Geschichte von Jakob Boschung und Marie-Francoise Magnin zu erzählen, die sich in diesem abgelegenen Teil der Alpen vor mehr als 200 Jahren genau so zugetragen haben soll¿ Alex Capus versteht es wirklich, Geschichten zu erzählen! Seine Idee, eine Geschichte in einer Geschichte zu verpacken, ist zwar nicht neu, gefällt mir aber sehr gut und ist sehr gelungen umgesetzt. Seine Protagonisten mochte ich von Anfang. In der Gegenwart haben wir das Ehepaar Max und Tina, die sich in den großen Fragen des Lebens schon immer einig waren, bei den kleinen Dingen des Alltags aber meist in Diskussionen und kleine Streitereien verfallen. Ganz herrlich alltäglich ist beispielsweise ihre Disput darüber, wann man die Scheibenwischer anzustellen hat (und wann eben nicht). Doch auch wenn die beiden sich immer wieder kabbeln, merkt man doch im Verlauf der Geschichte, wie nah sie sich sind und wie liebevoll sie auch nach den vielen gemeinsamen Jahren noch immer miteinander umgehen können. Da sind diese kleinen Gesten, Berührungen und die Gabe, sich auch ohne Worte zu verstehen. Wunderbar. In der Vergangenheit dreht sich diese Geschichte um den einsamen Kuhhirten Jakob, der schon früh seine ganze Familie verloren hat, und die selbstbewusste Marie-Francoise Magnin, die Tochter des reichsten Bauern im Tal. Capus erzählt die Geschichte ihres Lebens und verwebt sehr gekonnt historische Fakten und Persönlichkeiten mit seiner fiktiven Story und gibt dem Schicksal von Jakob und Marie somit einen realen Rahmen. Der Leser erfährt etwas von den Kinderschuhen der Luftfahrt, als die Gebrüder Mongolfier ihren ersten Ballon steigen lassen , von den erheblichen Umweltbelastungen durch den Ausbruch des Vulkans Laki oder auch von den dramatischen Vorwehen der französischen Revolution. Dabei zeichnet er Bilder der damaligen Zeit, die nichts mit der so weit verbreiteten verklärten Romantik zu tun haben. Das Schloss Versailles ist zu dieser Zeit eben nicht das strahlende Märchenschloss, sondern ein von Ruß geschwärztes, stellenweise verkommenes Bauwerk, umgeben von verwilderten Parkanlagen und bewohnt von einem Adel, der schon längst die Verbindung zur Realität verloren hat - und alle Sitten und den Anstand noch dazu. Es ist eher eine Geschichte der leisen Töne, die Capus hier durch Max erzählt und ich mag Max¿ Art zu erzählen und Tinas¿ Art, mal kritisch, mal sehr interessiert nachzufragen. Das sorgt für Abwechslung und Unterhaltung. Capus verfügt dabei über einen unglaublich eingängigen, leichten und poetischen Schreibstil und einen ganz wunderbaren, meist unaufdringlichen Humor ("Ich werde froh sein, wenn du eingeschlafen bist, dann kann ich besser erzählen." - S. 36). Darüber hinaus würzt Capus seine Geschichte immer wieder mit Worten, die mir neu sind und die ganz hervorragend zu dieser Geschichte passen und ihr einen eigenen Charakter verleihen, wie etwa "vergandete Äcker", die "mesmerisierte Marie" oder auch eine "neoalemannische Alpenhelvetik" (S. 156). Nur mit dem Ende der Geschichte war ich zuerst ein wenig unzufrieden, kam es für meinen Geschmack doch viel zu schnell, ja fast schon überstürzt daher. Man hätte beinahe das Gefühl haben können, Capus hätte die Lust am Schreiben verloren und seine Geschichte möglichst fix beenden wollen. Je länger ich aber darüber nachgedacht habe, desto besser hat das Ende der Geschichte um Jakob und Marie zum Ende der Geschichte von Max und Tina gepasst - denn ein ganz besonderer Zauber war verflogen. Alles in allem aber ein Buch, das mich ganz wunderbar unterhalten hat! FAZIT: Ein ganz wunderbar erzähltes Kleinod der modernen Literatur.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Nett für zwischendurch - von Lesemone - 03.09.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Alex Cabus hat hier eine Geschichte in der Geschichte geschrieben. Als Max und Tina in einer Schneewehe steckenbleiben und die ganze Nacht im Auto ausharren müssen, erzählt Max Tina eine Geschichte. Sie handelt von einem Hirten, der sich in die Bauerstochter Marie verliebt. Der Bauer ist aber dagegen und so muss Jakob flüchten und landet am Hof von Ludwig XVI. Während Max seiner Tina die Geschichte sehr glaubhaft und bildhaft erzählt, unterbricht sie ihn immer wieder, um Details nachzufragen. Das lockert das Buch auf und Fragen die man sich als Leser vielleicht gerade selbst stellt, werden gleich von Max beantwortet. Mir hat sowohl die Geschichte von Jakob und Marie, aber auch die Unterhaltung von Max und Tina im Auto sehr gut gefallen. Das hat das Buch aufgelockert und es war gut lesbar. Ob alles auf einer wahren Begebenheit beruht und welche Details sich Max dazu ausgedacht hat, das erfährt der Leser leider nicht. Durch die schöne Erzählkunst des Autors wird man als Leser in eine fantastische Geschichte gezogen, die mit dem Ende der Nacht ihren Zauber verliert und daher wird man am Ende leider sehr schnell in die Realität zurück katapultiert. Das Buch ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam und lädt zum schmunzeln ein. Da es nicht sonderlich dick ist, kann man es sehr gut mal zwischendurch lesen. Wobei man sich trotzdem Zeit nehmen sollte, um alles auf sich wirken zu lassen!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Eine zauberhafte Geschichte in einer Geschichte - von Tara - 02.09.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
"Königskinder" ist eine wunderschöne Liebesgeschichte des Autors Alex Capus. Max und Tina sind seit 26 Jahren ein Paar und nun in ihrem Auto in den Schweizer Bergen eingeschneit. Um die Zeit zu überbrücken beginnt Max Tina eine Geschichte zu erzählen, die genau dort wo sie sich befinden zur Zeit der Französischen Revolution beginnt. In dieser geht es um Jakob und Marie. Marie ist die Tochter eines reichen Bauer und Jakob ein mittelloser Knecht. Als sie sich ineinander verlieben, tut Maries Vater alles dafür diese Liebe zu verhindern¿. Alex Capus beschreibt eine Geschichte in einer Geschichte. Während die von Max und Tina sehr authentisch und durch kleinere Sticheleien und amüsante Dialoge sehr lebendig wie aus dem Leben gegriffen wirkt, entführt einen die von Jakob und Marie in die Vergangenheit. Durch die historischen Informationen aus der Zeit von Jakob und Marie und den Bezug zu der Französischen Revolution und dem Frauenmarsch auf Versailles fand ich auch diesen Erzählstrang authentisch. Ich mag den Schreibstil von Alex Capus, er versteht es die innige Verbundenheit seiner Charaktere zu vermitteln. Seine detaillierten Beschreibungen haben Bilder vor meinem inneren Auge hervorgerufen und ich hatte fast das Gefühl mit Max und Tina in dem verschneiten Auto zu sitzen. Die märchenhafte Geschichte, die Max seiner Tina erzählt um ihr die Zeit im eingeschneiten Wagen zu verkürzen, hat mich ebenso entführt - in eine Welt zur Zeit der Französischen Revolution, in der Marie Obst und Gemüse verkauft und Jakob als Hirte Tiere hütet . Insgesamt ist "Königskinder" ein wundervoller Roman, der von dem Autor einfühlsam und humorvoll erzählt wird. Historische Ereignisse und überraschende Details machen dieses Büchlein einzigartig und lesenswert.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Schöne Geschichte mit lebendigen Beschreibungen - von jiskett - 28.08.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Königskinder war mein erstes Buch von Alex Capus und ich war sehr gespannt darauf, da ich schon viele positive Meinungen über seine Bücher gelesen und auch eine Auswahl davon auf der Wunschliste habe. Nach der Lektüre kann ich nun auf jeden Fall sagen, dass ich noch mehr von dem Autor lesen möchte. Der Schreibstil konnte mich schnell fesseln und Capus hat mit seinen Worten ein unglaublich klares, lebendiges Bild gezeichnet, sodass man die Landschaft und die Figuren quasi vor sich sehen konnte. Dass historische Ereignisse nebenbei in die Handlung eingeflossen sind, ist ein weiterer Pluspunkt. Die Idee, die Entwicklung der Beziehung von Jakob und Marie als Geschichte in der Geschichte zu erzählen, hat mir gefallen und die Umsetzung ist gut gelungen. Max hat die Geschehnisse interessant wiedergegeben und er hatte auf alle Fragen seiner Frau eine Antwort parat, sodass man sich als Leser unwillkürlich fragt, ob er tatsächlich all seine Aussagen belegen könnte. Da Tina immer wieder versucht, Lücken in der Erzählung zu finden, sie ihren Mann hinterfragt und nachbohrt, um weitere Details zu bekommen, gibt es auch einige humorvolle Momente und so erfährt man viel über die Dynamik des Paares. Ihre Wortwechsel sind amüsant und ihre Interaktionen wirken sehr echt, sodass auch ihre Liebesgeschichte mir gut gefallen hat. Die beiden Handlungsstränge wurden definitiv geschickt miteinander verbunden, sodass die Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart fließend waren und alles wie eine große Geschichte wirkte. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass es keine Kapitel oder Unterteilungen gibt. Da das Buch relativ kurz ist, kann man es recht schnell lesen. Trotzdem steckt sehr viel darin und deshalb war die Länge für mich ausreichend, obwohl ich die Figuren noch gerne weiter begleitet hätte. Am Ende fand ich es ein bisschen schade, dass einiges offen blieb, doch letztlich ist es so realistischer, als wenn Max wirklich alle Informationen gehabt hätte. Auch Marie ist ein bisschen blass geblieben, doch das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Insgesamt hat Königskinder mich gut unterhalten und ich habe das Buch gerne gelesen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Zwei Paare - zwei Geschichten - von Senta Konopke - 28.08.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Nachts bei Schneetreiben eine gesperrte Alpenstraße zu befahren ist nicht die beste Idee. Zu dieser Erkenntnis kommen auch Max und Tina, als sie auf Höhe des Jaun-Passes in einer Schneewehe stecken bleiben und nun gezwungen sind, die Nacht im Auto zu verbringen. Um Tina die Zeit zu verkürzen bis am nächsten Morgen Hilfe zu erwarten ist, erzählt Max ihr eine Geschichte, eine wahre Geschichte, wie er behauptet. Sie beginnt im Jahre 1779 auf einer kleinen Melkhütte im Greyerzerland ganz in der Nähe. Dort hütet der arme Waisenjunge Jakob die Kühe des reichen Bauern Magnin, in dessen Tochter Marie er sich unsterblich verliebt hat. Auch Marie liebt Jakob, aber es werden noch viele Jahre vergehen, bis die Beiden endlich glücklich sein können. Jakob geht zum Militär und landet später als Kuhhirte am Hofe Ludwig XVI. in Versailles. Die Schwester des Königs, Prinzessin Elisabeth, erfährt von Jakobs unglücklicher Liebe. Sie hat einen raffinierten Plan. Der Autor Alex Capus wurde 1961 in der Normandie als Sohn einer Schweizerin und eines Franzosen geboren. Seine ersten fünf Lebensjahre verbrachte er in Paris. 1966 zog seine Mutter mit ihm in die Schweiz, wo er später an der Universität Basel Geschichte, Philosophie und Ethnologie studierte. Er ist Verfasser zahlreicher Romane, Kurzgeschichten und Reportagen, wofür er einige Auszeichnungen erhielt. Mit "Léon und Louise" war er 2011 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Das in "Königskinder" im Auto eingeschneite Paar Max und Tina kennen Capus-Leser bereits aus dem 2016 erschienen Roman "Das Leben ist gut". Alex Capus ist verheiratet und Vater von fünf Söhnen, er lebt heute als freier Schriftsteller in Olten in der Schweiz. Max und Tina, das langjährige Ehepaar aus der heutigen Zeit, und Jakob und Marie, das verliebte junge Paar aus der Zeit der Französischen Revolution - eine Gegenüberstellung, die Capus außerordentlich gut gelungen ist. Fließend geht eine Geschichte in die andere über. Eine Nacht im roten Toyota Corolla, in der Max aus dem Leben von Jakob und Marie erzählt. Gelegentlich unterbrochen von Tinas amüsanten Zwischenfragen entspinnt sich ein unterhaltsamer, vergnüglicher Dialog zwischen ihnen. Max erzählt von Jakobs kargem, entbehrungsreichen Leben im Alpenland, berichtet auch über das dekadente, heruntergekommene Leben am Französischen Hof und über Elisabeth, die exzentrische Schwester von König Ludwig XVI. Der Leser erhält kurze Einblicke in überlieferte Ereignisse wie die erste Ballonfahrt der Brüder Mongolfier, der Vulkanausbruch 1783 auf Island, der in ganz Europa eine Kälteperiode mit nachfolgender Hungersnot einläutete und trifft auch auf einige historische Personen, so dass ein schönes Bild des ausgehenden 18. Jahrhunderts entsteht. Der Schreibstil ist sehr ansprechend, flüssig, humorvoll und erstaunlich lebendig. Liebevoll und gut recherchierte Details sowie ausdrucksstarke Landschaftsbeschreibungen bereichern die Geschichte. Capus braucht nicht viele Worte, um eine warmherzige Liebesromanze anzudeuten und sie dem Leser ästhetisch nahe zu bringen. Die Charaktere sind sehr fein gezeichnet und von zarter Poesie. Man empfindet die gesamte Handlung, ohne dass es jemals kitschig wird, beinahe märchenhaft und beendet das Buch mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit. Fazit: Eine herzerwärmende Liebesgeschichte und eine Huldigung an die hohe Kunst des Erzählens. Sehr empfehlenswert!
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Irgendwie märchenhaft - von Anonym - 22.08.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Dieser Roman zeugt von viel Fantasie des Autors. Eigentlich sind in ihm zwei Geschichten enthalten. In der Gegenwart bleibt das Ehepaar Max und Tina im Auto hoch oben in den Schweizer Bergen im Schnee stecken. Um einander die Zeit bis zum Eintreffen der Schneefräse am nächsten Morgen zu vertreiben, erzählt seiner Frau die Geschichte vom armen Kuhhirten Jakob und seiner Liebsten, der Bauerstochter Marie, aus dem Greyerzerland in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts. Der Vater ist gegen die Heirat und Jakob verdingt sich zunächst beim Militär und dann als Kuhhirte bei der Schwester Ludwig des XVI auf Schloss Versailles, wohin Jakob schließlich Marie nachholen darf. Die Geschichte von Jakob und Marie klingt erfunden und trotzdem irgendwie wahr, da Jakob ihren Wahrheitsgehalt auch immer wieder seiner Tina zu beweisen versucht. Sie ist so fantasievoll erzählt, dass es ein Vergnügen macht sie zu lesen. Das eigentlich Faszinierende ist, dass sie zeitlich in das Geschehen rund um die Französische Revolution eingebettet ist und so manch interessanter historischer Aspekt über diese eingeflochten ist, wie etwa der Aufstand der Pariser Marktweiber. Die Geschichte betreffend Max und Tina ist ebenfalls wunderbar. Sie führen herrlich kontroverse Dialoge um Kleinigkeiten. Dennoch lässt sich aus jedem Satz herauslesen, dass es sich um ein altes Ehepaar handelt, welches einander noch immer sehr zugetan ist. Ein tolles Buch. Schade nur, dass es relativ dünn ist.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Königskinder - von Gelinde - 19.08.2018 zu Alex Capus „Königskinder“
Königskinder, von Alex Capus Cover: Das Cover(Umschlag) gefällt mir gut, es ist so zart und irgendwie geheimnisvoll. Das Buch selber ist edel einfarbig cremweiß. Inhalt: Max und Tina bleiben auf einem verschneiten Alpenpass stecken und müssen die Nacht im Auto verbringen. Um sich die Zeit zu vertreiben, beginnt Max eine "wahre" Geschichte zu erzählen, die Jahrhunderte zurückliegt und genau dort in den Bergen ihren Anfang genommen hat. 1779: Jakob ist ein armer Hirtenjunge und verliebt sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern. Marie erwidert diese Liebe. Doch ihnen stellen sich so einige Hindernisse in den Weg. Jakob muss zum Militär und es geht sogar bis an den Hof König Ludwigs XVI. Ein herrliches Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Meine Meinung: Max + Tina, klang für mich, als ich den Klappentext gelesen habe so jung, dabei sind diese beiden schon fast 30 Jahre ein Paar. Ihr "Unterhaltungston" ist sehr warmherzig und liebevoll, auch wenn sie sich streiten, was sie nur bei Kleinigkeiten tun, hier aber gerne, ausdauernd und häufig. Bei den großen Dingen des Lebens sind sie sich immer einig. Obwohl das Ganze irgendwie wie ein Bericht erzählt wird (die Geschichte um Jakob und Marie) schafft es die Satz- und Wortwahl und die Geschichte selber, mich an die Seiten zu fesseln. Ich sehe und höre alles bildlich vor mir, denn es sind genau die richtigen Details die beschrieben werden. Das Ganze ist so realistisch und dann doch wieder unglaublich, dass ich immer wieder erstaunt bin. Die Einwürfe und Dialoge, die Tina und Max dann zwischendurch haben, sind so humorvoll, liebevoll und geistreich, dass sie das Buch unwahrscheinlich bereichern. Die Beiden möchte man am liebsten treffen und zu seinen Freunden zählen. Autor: Alex Capus, geb. 1961 in der Normandie, lebt in Olten. Mein Fazit: Für mich wirklich eine Perle der Erzählkunst und eine wunderbare Geschichte (in der Vergangenheit und Gegenwart) die mich voll und ganz überzeugt und in seinen Bann gezogen hat. Von mir 5 Sterne.
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