»Das Buch Identitätspolitiken liefert wichtige Puzzleteile für die Debatte und eine kritische Auseinandersetzung, die eine Seltenheit gänzlich ohne Polemik gegen holpertatschige Versuche der politischen Selbstbehauptung auskommt. « Beate Hausbichler, dieStandard
»Identitätspolitik regt zweifelsohne auf, aktuell bis in die deutschen Feuilletons hinein, wo #MeToo oder antirassistische Organisierungen jetzt schuld an Trump, Brexit und Rechtspopulismus sein sollen. Die Vernachlässigung der sozialen Frage: auch in der Linken ein scharfes Argument gegen identitätspolitische Organisierungen. Lea Susemichel leitende Redakteurin der an. schläge und Jens Kastner Lehrender an der Akademie der bildenden Künste haben zum Thema jetzt den Glücksfall einer Einführung vorgelegt. Diese besticht durch wohltuende Unaufgeregtheit, sachlich argumentierte Positioniertheit und einen routinierten Blick für Verkomplizierungen, wo sie vonnöten sind: Indem sie etwa klar macht, dass die Gegenüberstellung Identitätspolitik versus soziale Frage nicht haltbar ist (auch die Arbeiter_innenbewegung ist identitär) und zeigt, wo die Schnittstellen zu rechter Politik sind und wo eben nicht. Das dichte, aber ausgezeichnet lesbare Panorama führt historisch und theoriegeschichtlich von Queer-Aktivismus bis zur Black Liberation, von Feminismus bis Postkolonialismus, vom Vorwurf des progressiven Neoliberalismus bis hin zu Diskussionen um einen linken Nationalismus . Das Buch ist nicht zuletzt ein Plädoyer für die Möglichkeit radikaler Solidarität . Identitätspolitik, das ist, wie hier klar gemacht wird, erst der Anfang nämlich der eines solidarischen Miteinanders. « Paula Pfoser, Augustin
»Die konträre Gegenüberstellung von Identitätspolitik und (neuer) Klassenpolitk ist dennoch eine grundfalsche. Das zeigen Susemichel und Kastner überzeugend in ihrer Darstellung von Identitätspolitiken des Klassenkampfes (. . .) und der Arbeiter*innenbewegung (. . .). [ ] Offenbar wird hier manchmal die Debatte um die Klassenpolitik in eins gesetzt mit der Wagenknechtschen Position der ( populistischen ) Anbiederung an rechtes Gedankengut bei den Wähler*innenmassen. Das hat aber nichts zu tun mit einer neuen Klassenpolitik, wie sie auch in der Partei Die Linke (siehe das gleichnamige Buch von Bernd Riexinger) zunehmend formuliert wird. Gegenüber den politischen Vorstellungen des Lafontaine/Wagenknecht-Flügels, den es so durchaus auch in den sozialen Bewegungen gibt, ist die kritische Einführung in die Identitätspolitiken eine bitter notwendige Klarstellung. « Torsten Bewernitz, graswurzelrevolution
» Emanzipatorisch , so Susemichel und Kastner, sei linke im Gegensatz zu rechter Identitätspolitik in dem Maße, wie Grenzen von Zugehörigkeit durchlässig und verschiebbar (. . .) seien. Wie Fukuyama haben auch sie einen sehr breiten Begriff von der Linken . Als linke Kritiker von Identitätspolitik attackieren sie Showmaster wie Bill Maher, Politiker wie Bernie Sanders, Intellektuelle wie Slavoj Žižek (. . .). Und sie fügen hinzu: Dass es sich dabei in großer Mehrheit um weiße Männer handelt, dürfte kein Zufall sein. « Michael Zander, Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung