"Durch Malerei der Menschheit dienen"
Nach London und Kopenhagen ist Wien bis zum 12. Januar 2020 Ausstellungsort für eine umfangreiche Schau mit Gemälden von Pierre Bonnard (1867 - 1947). Über einhundert Museen und Sammler aus aller Welt haben ihre Schätze für diese spektakuläre Präsentation ausgeliehen.
Der Untertitel "Die Farbe der Erinnerung" verweist darauf, dass Bonnard - anders als seine Kollegen - nie vor dem Motiv malte. Das war störend für ihn,- in der Erinnerung konnte er alles Belanglose bei Seite lassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Dabei hatte die Farbe für ihn oberste Priorität, ihr opferte er die Form.
So wird auch der Betrachter am ehesten von den oft ineinander fließenden Tönen gefangen genommen. Landschaften, der Blick durch ein Fenster auf Orte oder das Meer sind bevorzugte Motive. Und: Akte. Im Bad, in der Wanne, vor dem Spiegel. Auch sie verschmelzen mit den umgebenden Farben. Seine Geliebte Marthe ist ihm zeitlebens ein verständiges Modell.
Als dritte Gruppe sind die intimen Stillleben aus seinem Heim in der Normandie zu bewerten, die uns ein wenig an seinem Tagesablauf teilnehmen lassen.
Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation hat Bonnard ein langes erfülltes Leben geführt und uns eine große Zahl wunderschöner Gemälde hinterlassen.
Karlheinz Schmiedel