Oscar Wilde: Lady Windermeres Fä cher. Ein Schauspiel, das von einer guten Frau handelt
» Lady Windermere's Fan: A Play About a Good Woman« , Urauffü hrung: St. James Theatre, London, 1892. Erstdruck: 1893. Hier nach der Ü bersetzung von Alfred Brieger, Berlin, Globus, 1920.
Neuausgabe mit einer Biografie des Autors.
Herausgegeben von Karl-Maria Guth.
Berlin 2023.
Der Text dieser Ausgabe wurde behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst.
Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Winifred Emery als Lady Windermere, St. James Theatre, 1892.
Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH
Ü ber den Autor:
1854 in Dublin als zweites von drei Kindern eines bekannten Augenarztes und einer Schriftstellerin geboren, lä sst sich Oscar Fingal O'Flahertie Wills Wilde nach dem Literaturstudium in Dublin und Oxford in London nieder. Der schlagfertig humorvolle Freimaurer entwickelt sich zu einem berü hmt berü chtigten Skandalautor, genieß t seinen schlechten Ruf als Dandy und pflegt einen extravaganten Auftritt in samtenen Kniebundhosen mit Seidenstrü mpfen. Er wird gehä ssig karikiert und zugleich fü r seine Bonmots gefeiert. 30-jä hrig heiratet der inzwischen weltberü hmte Dichter die wohlhabende und bildschö ne Kinderautorin Constance Mary Loyd, mit der er zwei Sö hne haben wird. 1895 zettelt der Vater seines langjä hrigen Liebhabers Lord Alfred Douglas einen Prozess wegen der damals schwer bestraften Homosexualitä t gegen ihn an, der ihn fü r zwei Jahre ins Zuchthaus bringt. Die menschenverachtenden Haftbedingungen in Isolation und Dunkelheit mit harter Zwangsarbeit ruinieren seine Gesundheit. Nach seiner Entlassung lebt er verarmt, vereinsamt und krank in Paris. Am 30. November 1900 stirbt mit Oscar Wilde ein charismatischer Reprä sentant der Dekadenz und eine der schillerndsten Figuren des viktorianischen Englands. 1917 schreibt Alfred Kerr ü ber Oscar Wilde » Seine langsame Hinrichtung bleibt der letzte Akt des Mittelalters. «