Arthur Schopenhauers Eristische Dialektik: Die Kunst, Recht zu behalten ist eine prägnante, zugleich schonungslose Analyse der Streitkunst als Technik des Siegens unabhängig von der Wahrheit. In achtunddreißig Kunstgriffen beschreibt Schopenhauer jene rhetorischen Manöver, durch die Gesprächspartner abgelenkt, verwirrt oder in Widersprüche getrieben werden. Der Stil ist aphoristisch, satirisch geschärft und philosophisch nüchtern; das Werk steht im Kontext der aristotelischen Topik, der Aufklärungskritik und Schopenhauers eigener pessimistischer Anthropologie. Schopenhauer, 1788 in Danzig geboren und durch Die Welt als Wille und Vorstellung berühmt, war ein Denker von außergewöhnlicher Unabhängigkeit und Polemik. Seine Erfahrungen mit akademischer Konkurrenz, öffentlichen Debatten und der Eitelkeit gelehrter Kreise dürften sein Interesse an der dunklen Seite des Argumentierens vertieft haben. Hinter der scheinbaren Anleitung zur Rechthaberei steht daher eine Diagnose menschlicher Selbstbehauptung. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Rhetorik, Philosophie und politische Kommunikation kritisch verstehen wollen. Es schult nicht bloß im Erkennen manipulativer Argumente, sondern mahnt, Wahrheitssuche von bloßem Triumph im Streit zu unterscheiden.