INHALT:
Willkommen im Binggul-Binggul-Waschsalon! Ein Ort, der nicht nur nach frisch gewaschener Wäsche duftet, sondern durch die Kaffeemaschine und die kleine Bibliothek auch zum Verweilen und Wohlfühlen einlädt: "Ruhen Sie sich hier gern eine Weile aus!"
Es sind die verschiedensten Menschen, die regelmäßig den kleinen Salon in einem Viertel von Seoul besuchen. Sie alle haben ihre Sorgen, Nöte und Geschichten.
Eines haben sie alle gemeinsam: Der Waschsalon gewährt ihnen einen Augenblick, um durchzuatmen, spült ihnen die Sorgen von der Seele, umhüllt sie mit Geborgenheit, wie eine frisch gewaschene, duftende Decke und wendet ihr Leben schließlich zum Besseren.
Dazu trägt ein gemeinschaftliches Tagebuch bei, welches schon länger auf einem der Tische ausliegt. Die Leute verewigen sich darin, mit dem, was sie gerade beschäftigt. Nicht selten hat jemand hilfreiche Gedanken, Ideen oder Ratschläge für seine Mitmenschen parat.
Mit der Zeit entwickeln sich Bekanntschaften und eine lebendige Gemeinschaft, die die Leute zu schätzen lernen. Und wenn jemand Hilfe benötigt, sind sie schließlich füreinander da ...
Da ist z. B. der 80-jährige Herr Jang, ein ehemaliger Apotheker mit seinem Hund, der an seinem Haus und an den Erinnerungen an seine verstorbene Frau hängt. Er muss sich immer wieder gegen seinen Sohn durchsetzen, der ihn zum Verkauf seines Zuhauses drängen möchte ...
Mira mit ihrer kleinen Tochter versucht derweil, Care-Arbeit, Haushalt und Job unter einen Hut zu bekommen. Doch sie übersteigt immer wieder ihre Kapazitätsgrenze und weiß noch nicht, wie es mit ihr und ihrer kleinen Familie weitergehen soll ...
Oder Musiker Hajun, der im Tagebuch auf "Fee" trifft und mit ihrer Hilfe plötzlich an Bekanntheit gewinnt. Doch wer ist diese geheimnisvolle Frau?
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MEINUNG:
Ich muss zugeben, die Idee des Buches, den Waschsalon als zentralen Angelpunkt auszuwählen, gefällt mir richtig, richtig gut, auch wenn sie nicht neu ist. Schließlich sind in letzter Zeit einige Bücher aus dem asiatischen Raum erschienen, mit Geschichten verschiedener Menschen, die alle durch einen bestimmten Ort miteinander verbunden sind.
Vielleicht kann es manch einer schon nicht mehr lesen. Aber ich liebe es aktuell sehr und bekomme noch immer nicht genug davon!
Angepriesen wird die hiesige Lektüre als "Feelgood-Bestseller". Dazu möchte ich ein paar Worte sagen: Denn ja, das Buch strahlt immer wieder Wohlfühlatmosphäre aus und bei den vielen Happy Ends wird reichlich aufgetragen - das steht schon im Fokus. Aber zwischendurch mag ich das ganz gerne.
Zudem kommen im Buch auch die Situationen zur Sprache, die den Figuren aktuell Probleme und Sorgen bereiten, welche mich durchaus berührt haben.
Manche Stellen machen traurig oder wütend, andere neugierig. Mal kommen die Zeilen zart, leise und liebenswert daher, mal ernster oder regen zum Nachdenken an.
Einige Figuren hätte ich gerne noch länger begleitet. Dennoch haben mir ihre unterschiedlichen Geschichten insgesamt gut gefallen.
Erstaunt war ich im Buch mit dem Umgang mit der äußeren Erscheinung von uns Menschen. Vielleicht ist dieser in Südkorea nochmals extremer.
Aber aufgefallen sind mir beispielsweise die Mutter, die sich schon im Kindergarten (aus Angst vor Mobbing) nicht traut, der Tochter zwei Tage lang dieselbe Kleidung anzuziehen.
Oder die Mutter, die nach einer Handgreiflichkeit, mit kleinem Kratzer als Folge, ihr Kindergartenkind direkt zur Laserbehandlung schleift und Schadensersatz von den Eltern des anderen Kindes fordert.
Oder die junge Frau, die zu ihrem Schulabschluss eine Schönheits-OP geschenkt bekommen hat.
Und der Mann, der eine auffällige Narbe im Gesicht trägt, die natürlich unbedingt entfernt werden muss.
Kritisch hinterfragt werden diese Situationen leider von keiner Figur im Buch. Es wirkt wie ganz selbstverständlich, was ich etwas erschreckend finde!
Ob das in Deutschland auch noch solche Ausmaße annehmen wird?
Bei einer Kinderperspektive hatte ich zudem ein Problem, welches ich häufiger habe: Als gelernte Erzieherin bin ich sehr sensibel, was die Beschreibungen von Kindern angeht. An ein paar Stellen haben vor allem Aussagen, aber auch Verhalten nicht ganz zum Alter und Entwicklungsstand des Kindes gepasst. Es hat sich nicht authentisch angefühlt.
Des Weiteren fand ich die Übersetzung an ein paar wenigen Stellen nicht ganz rund.
Und ja, vielleicht war das Ende etwas zu überzogen.
Aber insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Und wenn ich mir einen Waschsalon aussuchen müsste, würde ich definitiv den Binggul-Binggul-Salon besuchen!
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FAZIT: Wer gerne Bücher aus dem asiatischen Raum mit Wohlfühlatmosphäre liest, die aber auf der anderen Seite auch die Sorgen und Nöte von verschiedenen Menschen thematisieren, könnte mit diesem Buch richtig liegen.
Der Schauplatz wird mir noch lange positiv in Erinnerung bleiben.
Gegen Ende waren mir die Geschichten etwas zu dick aufgetragen, ein paar Stellen fand ich nicht ganz rund und ich hätte mir eine kritischere Betrachtung in Sachen Schönheitswahn gewünscht. Sonst hat mir die Lektüre gut gefallen und erhält 4/5 Sterne!
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(C. N.: Schönheitswahn, Klassismus, Suizid (kurze Rückblende))