Was hatte ich mich gefreut, dass für diese bei uns weitestgehend unbekannte Autorin eine Gesamtausgabe erschienen ist. Ich habe ein paar Bücher von ihr antiquarisch und wollte gerne diese auch als eBooks haben.
Und was bin ich enttäuscht, nachdem ich den ersten Roman angefangen habe zu lesen. An der Story und dem Plot kann auf Grund des Originals nicht viel vermurkst werden.
Aber die Sprache, Syntax und grammatikalische Logik sind bei dieser Ausgabe auf der Strecke geblieben. Diese Neu-Übersetzung über KI flacht die Ausdrucksweise ab. Es ist dem Roman nicht anzumerken, dass er eigentlich im "Golden Age", Ende der 20er Jahre spielt. Und deshalb bleibt auch viel Verständnis für Details der Handlung auf der Strecke.
Adjektive werden falsch verwendet. So wird z. B. eine Protagonistin mit einem genderneutralen Namen mal als "sie" und mal als "er", auch in den Entsprechungen, bezeichnet.
Im Impressum steht nur die heutige Herausgeberin. Ein Hinweis auf die Originale mit Ursprungserscheinungsdatum und -titel fehlt.
Und was eigentlich als Ohrfeige für Liebhaber von klassischen Krimis zu werten ist, ist der abschließende Hinweis im Impressum, dass man doch Fehler bitte dem Verlag/der Herausgeberin melden soll.
Ich kann hier für diese Veröffentlichung nur 2 Sterne vergeben - als Würdigung für Josephine Tey und für die Idee, ihre Romane als Gesamtwerk herauszugeben.
Die fehlenden Sterne gelten der fehlerhaften Ausführung, der Frechheit über künstliche Intelligenz Literatur zu kreieren und die Respektlosigkeit des Impressums gegenüber den Lesern und Leserinnen.