Das Erbe der Karolinger ist ein historischer Roman über das frühmittelalterliche Frankenreich geschrieben von dem Autor Claudius Crönert.
Der Franken Kaiser Ludwig versucht alles richtig zu machen und in die großen Fußstapfen seines Vaters, Karl des Großen zu treten. Früh regelt er seine Nachfolge und ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitkaiser. Doch je älter Lother wird, desto höher werden seine Ansprüche und ein Zerwürfnis mit dem Vater droht. Die Ansichten wie das Land regiert werden sollte, gehen bei Ludwig und Lother immer weiter auseinander. Der Streit beginnt die Familienbande zu zerreißen und er droht zum Krieg auszuarten. Das Reich könnte völlig auseinanderbrechen und die Herrschaft über das Frankenreich scheint bedroht
Man sollte sich überhaupt nicht von den 816 Seiten beeindrucken oder abschrecken lassen. Der tolle Schreibstil ist so flüssig, dass man einen wunderbaren Lesefluss hat und praktisch durch die Seiten fliegt. Trotz der historischen Thematik wurde auf altertümliche Sprache verzichtet und das Buch liest sich daher wie ein modernes Familien Drama, nur eben mit Kaisern und Königen.
Mir haben die Darstellungen von Ludwig und seinen Söhnen sehr gut gefallen. Der Neid und die Gier wurden besonders gut hervorgehoben. Ständig haben die Söhne Angst, dass sie zu wenig bekommen könnten und sind missgünstig gegenüber den Brüdern. Lother hat da eine besondere Stellung als Mitkaiser und doch verlangt er am meisten. Seine verlorene Chance selbst Judith, Ludwigs 2. Frau, zu heiraten konnte er nie überwinden und ist ihr immer mit Argwohn begegnet. In seinem Nachwort hat der Autor beschreiben, dass er Judiths Charakter, entgegen historischer Schriften, als gütig und liebevoll gestaltet hat. Sie gibt Ludwig die Stärke und Hoffnung, der er braucht, um sich gegen seine Söhne zu behaupten und selbst nicht den Frieden aus Augen zu lassen. Auch viele Nebencharaktere wurden vielschichtig ausgearbeitet und haben so eine ganz eigene Geschichte zu erzählen.
Insgesamt hat mir das Buch unglaublich tolle Lesestunden bereitet. Es hatte einige politische Intrigen, aber auch die Liebe hat immer wieder einen großen Stellenwert. Die Familienfehden waren interessant und nachvollziehbar, auch wenn man manchmal einige Charakter richtig heftig schütteln wollte, dennoch haben sie sehr authentisch agiert. Die Frauen haben hier auch einen großen Stellenwert bekommen und ihre Portraitierung fand ich besonders gelungen.
Ein Buch das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.