Der Titel macht dem Inhalt des Buches alle Ehre. Es ist nur logisch, dass das Buch keine Biografie mit Carlos Alcaraz selbst ist, schließlich ist er erst 22 Jahre alt und hat mit Sicherheit andere Dinge im Kopf. Vielmehr wird hier der kometenhafte Aufstieg von ihm beleuchtet. Zu Wort kommen dabei Weggefährten, Tenniskollegen und Freunde. Bei all seinem Erfolg ist es inspirierend, wie bodenständig Carlitos geblieben ist. Zu Verdanken hat er das nicht nur der großartigen Erziehung seiner Familie, sondern vor allem Juan Carlos Ferrero. Ich finde die Einblicke in seine Akademie wahnsinnig spannend und großartig, wie mit den jungen Spielern umgegangen wird. Gerade in Bezug auf Social Media und all den Versuchungen außerhalb des Sports. Das Buch handelt zwar von Alcaraz, aber ich denke, der Fokus liegt eher darauf, wie er zu dem Spieler gereift ist, der er heute ist. Dabei spielen so viele Faktoren eine Rolle, z.B. das frühe Sponsoring, dass es Alcaraz ermöglicht hat, seine Gedanken nur dem Sport zu widmen oder der frühe Einsatz einer Psychologin, die ihn auch heute noch begleitet. Das alles ist mir völlig neu gewesen und wirft ein neues Licht auf seine Karriere. Obwohl sich Sätze und Fakten zum Ende hin immer mal wieder gleichen, konnten mich die verschiedenen Ereignisse fesseln. Trotzdem bleibt für mich die Frage, ob der Erfolg nicht zu früh kam und er dem ständigen Druck über die Jahre standhalten kann. Das wird allerdings nur die Zeit zeigen.
Inside Alcaraz wirft vor allem einen Blick hinter die Kulissen seiner bisherigen Karriere. Der Rückhalt der Familie, der Einfluss seiner Trainer, seine Paradeschläge, all das wird anschaulich und packend beschrieben. Ein Muss für jeden Tennisfreund, auch wenn er kein Alcarazfan ist.