Morgens im Laksa Café beinhaltet 416 Seiten. Jeden Morgen, noch bevor die Sonne aufgeht, kocht Ah Hock die beste Nudelsuppe der Stadt. Sie basiert auf einem Geheimrezept, es ist Laksa, cremig und würzig zugleich, mit ausgewählten Zutaten, die von Generation zu Generation weiter gegeben wurden. Nun ist Ah Hock älter geworden, die Suppe gelingt ihm nicht mehr so wie einst und sein Sohn hat kein Interesse, den Familienbetrieb zu übernehmen. Er hat vor 8 Jahren die Heimatstadt in Malaysia verlassen, um im fernen Hongkong die Kunst der Sushizubereitung zu erlernen. Zum 60sten Geburtstag des Vaters kommt er zurück, aber aus anderen Gründen. Die Freude hält sich in Grenzen. Die alten Konflikte brechen auf. Sein Sohn Wei Ming würde gerne einiges verändern, Ah Hock möchte, dass alles bleibt, wie es ist. Als ein Geschäftsmann droht, Ah Hocks Lebenswerk zu zerstören, müssen Vater und Sohn sich fragen, was wirklich für sie zählt.
Es ist der Debütroman der Autorin. Der Schreibstil ist leicht, locker, flüssig und unterhaltsam. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, der Leser kann ihre Handlungen gut nachvollziehen. Die Schauplätze werden bildhaft dargestellt, man fühlt sich, als wäre man selbst vor Ort. Man kann vieles gut nachempfinden und erlebt mit den Hauptcharakteren deren Höhen und Tiefen mit. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, von Vater und Sohn. Seine Kindheit, seine Flucht aus China, sein schwer erarbeitetes Lebenswerk, für das er lebt. Seine Ehe und seine Familie, für die er alles machen würde und seine Suppe, die an erster Stelle für ihn steht. Sein Sohn ist anders, erinnert sich an die Kindheit, in der der Laden seines Vaters im Vordergrund stand. Er erinnert sich, dass die Mutter ihn sehr lieb hatte. Jetzt als junger Mann möchte er etwas erleben, die Welt sehen, sich entwickeln, experimentieren, auch in der Küche. Es gelingt ihm nicht immer, aber er hat Ziele und Träume. Die will er in Hongkong umsetzen und dort leben. Nun wird es tiefgründiger im Laufe der Geschichte, Vater-Sohn-Probleme kommen zum Vorschein, die strenge, konservative Erziehung, die Fluchterfahrungen, ein anderes Land, andere Probleme. Die Konkurenz der kleinen Geschäfte gegen die moderne Welt. Die Mutter, die versucht es auszubalancieren, die ihre Träume und Wünsche beiseite gelegt hat, um für ihre kleine Familie zu sorgen und den beiden Männern gerecht zu werden, um keinen zu beleidigen oder missachten. Oft stößt sie an ihre Grenzen. Es bringt den Leser zum Nachdenken, was wir vom Leben erwarten, wo wir hinwollen, welche Traditionen sich weiter zu pflegen lohnen, wann man nachlassen und sich den Neuheiten stellen sollte, um nicht auf einer Stelle zu bleiben. Die Familie, die Liebe, die Freundschaft sind wichtig, sollte man nie aus den Augen verlieren, egal, was im Leben passiert. Die Familienwurzeln sind es, die uns prägen. Es ist eine Geschichte, die so leise ist, aber sehr laut nachhallt. Mir hat es sehr gut gefallen, vergebe 4 Sterne und eine Weiterempfehlung.