Oh, welch ein wunderbares Reclam-Büchlein! So wie Elke Heidenreich es im Nachwort erwähnt, begleiten auch mich die kleinen gelben Hefte seit meiner Schulzeit, durch das Studium und immer wieder zwischendurch. Ich habe die Klassiker darin gelesen, Goethes Faust, seine Balladen, die Philosophen und jetzt den Zauberlehrling.
Barbara Hazen erzählt die Geschichte vom Zauberlehrling und seinem Hexenmeister nach. Und der große, wunderbare Zauberer, Künstler und Hexer Tomi Ungerer erweckt die Geschichte mit seinen Zeichnungen zum Leben.
Walle, walle
Manche Strecke
Dass, zum Zwecke
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.
Auch Tomi Ungerer begleitet mich seit meiner frühen Kindheit. Sind diese Bilder nicht wunderbar? Fängt er diese verrückte, übermütige, fröhliche, tragische und irrwitzige Fantasie nicht mit einem grossen Augenzwinkern ein? In den Illustrationen steckt das dunkle und das helle, die Spinnen, die Salamander und die grosse, blauäugige Eule. Sie irrlichtern und spuken, erzählen von Pflichtvernachlässigung, der Quittung fürs schlechte Benehmen und dem aufmüpfigen Geist derjenigen, die immer Kinder bleiben. Wie Tomi Ungerer. Wie Goethe. Wie ich.
Ich liebe alles an diesem Reclam-Heft. Das darin dieses anbetungswürdige Gedicht Goethes, Tomi Ungerer, Barbara Hazen und Elke Heidenreich zusammen gefunden haben. Dass ich es lesen durfte. Dass es jetzt in meinem Regal der Reclam-Hefte steht und ich es immer wieder zur Hand nehmen kann. Dass ich das große Privileg habe, Bücher zu lesen. Und das ist ein perfektes Geschenk ist, für Kinder, für Erwachsene und für alle.