"P.S. Ich liebe dich" von Cecelia Ahern habe ich geliebt und auch die Verfilmung mit Hilary Swank und Gerard Butler habe ich mir mehrmals angesehen und dabei viele Tränen vergossen. Der Grund, warum ich dies erwähne, ist, dass mich die beiden Bücher sehr stark aneinander erinnern. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass auch Libby Page ein großer Fan von Cecelia Aherns Roman war und sich bis zu einem gewissen Grad daran orientiert hat.
Natürlich hat Libby Page keine Kopie des Buches erstellt, aber eine gewisse Ähnlichkeit ist auf jeden Fall vorhanden. Leider muss ich aber sagen, dass obwohl mir das Buch sehr gut gefallen hat, es im Vergleich ein wenig hinter Aherns Roman liegt.
Positiv hervorheben möchte ich auf jeden Fall den angenehmen und sehr flüssigen Schreibstil der Autorin. Ich konnte mich schnell in die Geschichte einfinden und mich mit den Charakteren vertraut machen. Tilly und Alfie sind zwei liebenswerte und leicht kauzige Protagonisten, die ich beide von Anfang an ins Herz schließen konnte. Sie sind sympathisch, man leidet mit ihnen und hofft, dass am Ende alles gut wird.
Holly Kennedy, die Hauptperson aus "P.S. Ich liebe dich" hat gleich wie Tilly in diesem Buch ihren Mann verloren und in beiden Büchern begleiten wir die Damen durch ihren Trauerprozess, dürfen aber auch immer wieder in ihre glückliche Vergangenheit eintauchen. Hierbei muss ich sagen, dass mich Hollys Trauer stärker berührt und mitgenommen hat als die von Tilly. Ich denke, dass liegt an der Art und Weise wie die beiden Autorinnen mit dem Thema umgehen und wieviel Raum sie der Trauer geben. Libby Page ist da meiner Meinung nach ein wenig zurückhaltender und legt den Fokus mehr auf den Blick nach vorne, auf das Danach.
Wie so häufig in Liebesromanen gibt es eine Mischung aus realistischen und authentischen Szenen und einigen bei denen man weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dies in der Wirklichkeit auch so passieren würde, recht gering ist. Manch eine oder einen mag das stören, ich finde es in Ordnung, solange diese Dinge sich gut in die Geschichte einfügen, kann ich mit ein wenig künstlerischer Freiheit sehr gut leben.
Das Hörbuch wird von Michaela Gaertner gelesen. Für mich war dies eine interessante und angenehme Erfahrung, denn ich mochte ihre Art zu lesen sehr gerne. Ihre Stimmfarbe und der Klang haben hervorragend zu dem Buch und dessen Inhalt gepasst. Michaela Gaertner hat dieses Buch mit viel Hingabe und Wärme gelesen und der Erfahrung dadurch noch etwas mehr Tiefe verliehen.
Das Hörbuch war eine durchwegs schöne Erfahrung und ich habe die elf Stunden wirklich sehr genossen. Da es vergleichbare Bücher gibt, die mir einen Ticken besser gefallen und mich vor allem emotional stärker angesprochen haben, gebe ich dem Buch nicht die Höchstnote. Eine Empfehlung für das Buch/Hörbuch möchte ich aber dennoch aussprechen, vor allem für all jene die Geschichten über Verlust und Hoffnung mögen.