"Die Rosenschlacht" ist ein bitterböser Roman über einen Scheidungskrieg. Wir begleiten das Ehepaar Barbara und Jonathan Rose dabei, wie sie sich in ihrem eigenen Haus von einander entfremden und das Leben zur Hölle machen. Alles, was ihnen bisher heilig und kostbar war, gerät dabei zwischen ihre Klauen und es fallen nicht nur Grenzen, sondern auch sämtliche Hemmungen.
Warren Adler hat diesen Roman bereits 1981 geschrieben und natürlich fallen, gerade in Bezug auf die Rolle der Frau, entsprechend zeitgemäße Bemerkungen - auch wenn es erschreckend ist, wie aktuell sie trotz allem noch sind. Aber abgesehen davon merkt man dem Roman sein Alter überhaupt nicht an. Die Geschichte liest sich wahnsinnig modern und der Kampf um Antiquitäten, Kinder und Selbstbestimmung hätte auch im Jahr 2025 spielen können.
Besonders hervorzuheben ist für mich die Sprache. Mit einer auffallenden Detailverliebtheit werden uns die Streitwerte des Ehekrieges vor Augen geführt, aber das ist keineswegs langweilig, sondern trägt einfach sehr zur Atmosphäre bei und um zu verstehen, worum es hier geht. Spannend ist auch, dass der Roman aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird - Jonathan, Barabar und ihr Au-Pair-Mädchen - dadurch kennt man immer die nächsten Schritte der Gegenseite und erlebt hautnah mit, was diese beim betroffenen Partner auslösen.
Ich war überrascht, wie böse dieser Text wirklich ist. Geschont wird hier niemand, sympathisch ist hier niemand und gerade das macht es ungemein fesselnd. Umso weiter sich der Zwist zwischen Eheleuten hochschaukelt, umso unberechenbarer wird die Handlung und umso schwerer wurde es, das Buch aus der Hand zu legen. Das ganze liest sich wie ein Unfall, bei dem man einfach nicht wegschauen kann.
Ingesamt ist "Die Rosenschlacht" für mich eine sehr empfehlenswerte Wiederentdeckung, die ich mit großem Vergnügen und grausamer Faszination gelesen habe.